**Jetzt wird geerntet…** Hedge-Fonds heuert frühere Spitzenpolitiker an – Spaniens Ex-Ministerpräsident José María Aznar und der frühere britische Finanzminister Kenneth Clarke sind künftig für Centaurus tätig

Der Hedge-Fonds verwaltet Vermögen im Umfang von über 4,5 Mrd. $. Aznar und Clarke sind die ersten früheren Spitzenpolitiker in Europa, die für einen Hedge-Fonds arbeiten. Dem neuen Centaurus-Beraterstab ebenfalls angehören werden die Ex-Chefin des World Gold Council, Haruko Fukuda, sowie Thierry de Montbrial, Wirtschaftsprofessor an der École Polytechnique in Paris und Boardmitglied bei Capgemini.

Aggressiv agierende Hedge-Fonds stehen unter wachsendem politischem Druck. Beim G8-Gipfel in Heiligendamm will Deutschland erreichen, dass die Industrieländer die Fonds zu einem freiwilligen Verfahrenskodex auffordern.

“Breitere Perspektive”

Bernard Oppetit, Chairman und einer der Gründer von Centaurus, sagte, die neuen Berater seien keine Lobbyisten. Vielmehr gehe es darum, Centaurus einen weiteren Blickwinkel zu ermöglichen. “Wir verbringen unsere gesamte Zeit damit, bestimmte Unternehmen bis ins Detail zu untersuchen” , sagte Oppetit. “Wir dachten, wir könnten von einem Dialog mit Menschen profitieren, die eine breitere Perspektive haben.”

Centaurus ist in der Branche bekannt für seine Strategie, auf Kursschwankungen bei anstehenden Unternehmensfusionen zu setzen. Zudem hat sich der Fonds mehrfach als rebellischer Aktionär hervorgetan.

In den USA haben bereits mehrere Fonds ehemalige Politiker angeheuert. Seit Oktober 2006 arbeitet der frühere US-Finanzminister Lawrence Summers für den Hedge-Fonds DE Shaw. Der demokratische Präsidentschaftskandidat John Edwards beriet die Investmentfirma Fortress.

Mit Spenden in die Politik

In Großbritannien und den USA spielen Parteispenden von Hedge-Fonds eine immer wichtigere Rolle. So haben etwa die britischen Konservativen erhebliche finanzielle Unterstützung aus der Branche erhalten. Michael Hintze, Gründer des Hedge-Fonds CQS, ließ der Partei 2,5 Mio. Pfund zukommen.

Üblicher auch in Europa ist, dass Ex-Politiker Investmentbanken beraten. Die US-Bank Lehman Brothers will am Montag die Berufung des früheren französischen Finanzministers Edmond Alphandéry in seinen Beraterstab bekanntgeben. Der Politiker, der zwischen 1995 und 1997 Mitglied im Kabinett des konservativen Premiers Edouard Balladur war, arbeitet damit als erster Ex-Finanzminister seines Landes für ein ausländisches Unternehmen.

Quelle/Gesamter Text: www.ftd.de

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Dieser Artikel wurde 94 mal gelesen. Der Beitrag wurde am Sonntag, den 3. Juni 2007 um 21:56 Uhr veröffentlicht und wurde unter Geknechtete Realität, Motzblog abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

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