Die Enthüller – Der Verein LobbyControl hat einige unlautere und manchmal ungesetzliche PR-Aktionen von Konzernen und Unternehmerverbänden aufgedeckt – mit steigender Resonanz

Seit 2005 besteht LobbyControl, ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Köln, der sich nicht zu Unrecht »Initiative für Transparenz und Demokratie« nennt. Erst jüngst sorgte der Verein für Schlagzeilen. Er veröffentlichte, auf welche absurde Weise die von den Unternehmerverbänden der Metall- und Elektroindustrie ins Leben gerufene Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) ihre Kampagne »Deutschland 30/24« plante. Für diese Studie mit der Fragestellung »Was ist aus der guten alten Marktwirtschaft geworden?« suchte die INSM erfahrene Journalisten. Solche, »die der sozialen Marktwirtschaft gegenüber positiv eingestellt und einem unternehmernahen Auftraggeber gegenüber aufgeschlossen« sein sollten. Unter den Journalisten, die sich auf die Ausschreibung hin bei der Initiative meldeten, war auch ein freier Redakteur vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) (jW berichtete). Dieser rechtfertigte sich nun gegenüber dem Wochenmagazin Spiegel, vom ständigen Agieren der Initiative zwischen Journalismus und verdeckter marktliberaler Public Relations nichts gewußt zu haben. Im Konzept der INSM hatte es geheißen: Medien wie der TV-Talk »Anne Will« (ARD) oder die Zeit sollten über die Kampagne berichten. Als Interviewpartner waren Kanzlerin Angela Merkel, Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der Schriftsteller Günter Grass sowie der Fernsehmoderator Harald Schmidt anvisiert. Die im Papier genannten Prominenten hätten mittlerweile abgesagt, räumte Ronald Voigt, Sprecher der INSM, ein.

Das ist ein typischer Fall, den LobbyControl, ein Kreis aus Aktivisten sozialer Bewegungen und Wissenschaftlern, nach intensiver Recherche veröffentlichte. Ein weiteres wichtiges Thema des Vereins sei die Enthüllung der verdeckten Propaganda pro Privatisierung der Bahn AG gewesen, berichtete Ulrich Müller aus dem geschäftsführenden Vorstand des rund 250 Mitglieder starken Vereins kürzlich gegenüber jW. Die Deutsche Bahn AG ließ 2007 während der Auseinandersetzungen um ihre Privatisierung verdeckte PR-Aktivitäten durchführen. Beauftragt wurde die Lobby-Agentur »European Public Policy Advisers GmbH« (EPPA), gezahlt werden sollten 1,3 Millionen Euro. Innerhalb dieses Auftrags vergab EPPA PR-Arbeiten an die Denkfabrik berlinpolis e.V.. Auch der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V. (VDB) mußte gegenüber LobbyControl eingestehen, monatelang mit unlauteren Mitteln Werbung für ureigenste Ziele betrieben zu haben. Nach eigenen Aussagen repräsentiert der Verband 80 Prozent der deutschen Agrokraftstoffunternehmen. Mit dabei war wieder die EPPA…

Quelle/Gesamter Text: www.jungewelt.de

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Dieser Artikel wurde 175 mal gelesen. Der Beitrag wurde am Freitag, den 31. Juli 2009 um 02:56 Uhr veröffentlicht und wurde unter Geknechtete Realität, Motzblog abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst zum Ende springen und ein Kommentar hinterlassen. Pingen ist im Augenblick nicht erlaubt.

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