Archiv der Kategorie 'Motzblog'

Deaf Dumb Blind

Dienstag, den 21. Oktober 2014


Clawfinger

Kleine Anfrage – »Keine eigenen Erkenntnisse«

Dienstag, den 21. Oktober 2014

von Sevim Dagdelen

Die Bundesregierung zeigt auch weiterhin kein Interesse, den Abschuss der Passagiermaschine MH17 in der Ostukraine aufzuklären oder Licht ins Dunkle bei dubiosen Waffengeschäften zu bringen.

»Nach dem Tod von 300 unschuldigen Menschen beim Absturz von MH17 lässt uns das Verhalten Russlands keine andere Wahl!« Dem deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier zufolge waren weitere EU-Sanktionen wegen des vermeintlichen Verhaltens Russlands nach dem Abschuss der malaysischen Passagiermaschine in der Ostukraine im Juli unumgänglich. Der Umstand, dass die Schuldfrage des Abschusses von MH17 gar nicht geklärt war, interessierte zum damaligen Zeitpunkt weder den SPD-Mann Steinmeier noch seine EU-Kollegen. Und auch heute zeigt die Bundesregierung wenig Interesse an der von Steinmeier damals geforderten »schnelle[n] und unabhängige[n] Aufklärung des Absturzes«. Denn liest man die Antworten der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion, hat sie weder eigene Erkenntnisse noch scheint sie Bemühungen zu unternehmen, eigene über den Absturz der MH17-Maschine zu erlangen und wirklich aufzuklären. Weiß die Bundesregierung tatsächlich nichts, oder will sie nicht sagen, was sie weiß? Daran ändern auch die vermeintlichen Belege des BND für die Schuld der »prorussischen Separatisten« für den Abschuss nichts, die der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe kolportiert. So sind Geheimdienstinformationen immer zum einen grundsätzlich zu hinterfragen. Das betrifft gerade auch den Bundesnachrichtendienst. Dieser hatte maßgeblich mit falschen Informationen über angebliche Massenvernichtungswaffen (Stichwort »Curveball«) zum Beginn des Irak-Kriegs 2003 beigetragen.

Aus dem am 9. September veröffentlichten Zwischenbericht geht aber gerade nicht hervor, wer MH17 abgeschossen hat.

In ihrer Antwort auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion (Bundestagsdrucksache 18/2535) verweist die Bundesregierung jedenfalls immer wieder lediglich auf den Zwischenbericht der niederländischen Untersuchungsbehörde oder bereits auf andere – allerdings anderslautende Fragen – gegebene Antworten. Aus dem am 9. September veröffentlichten Zwischenbericht geht aber gerade nicht hervor, wer MH17 abgeschossen hat. Es gäbe »keine Hinweise über die Herkunft der von außen in das Flugzeug eingedrungenen Objekte«, heißt es darin. Immerhin muss die Bundesregierung einräumen, dass die ukrainische Armee zum Zeitpunkt der Flugzeugkatastrophe im Raum des umkämpften Donezk Luftverteidigungssysteme des Typs BUK M1 im Einsatz hatte. Darüber hinaus will sie aber weder eine Aussage über die mögliche Übung des von Kiew kontrollierten 156. Fla-Raketenregiments, noch über die mögliche Teilnahme von zwei Kampfjets des Typs Su-25 an dieser Übung machen.

Zugeknöpft gibt sich die Bundesregierung auch bei Waffengeschäften, die die Ukraine noch unter Präsident Wiktor Janukowitsch mit Deutschland getätigt hatte als dieser noch ein angesehener Freund und Partner und nicht Feind und Diktator war. So wurden zwischen 2008 und 2013 zum Beispiel 20.000 halbautomatische SKS-Simonov-Gewehre aus der Ukraine nach Deutschland eingeführt. Genau die gleiche Zahl dieser Waffen verließ die BRD dann wieder Richtung Kanada, Tschechien und Schweiz. Sowohl der Im- als auch der Export fanden mit Genehmigung der deutschen Regierung statt. Die hiesigen Empfänger will die Bundesregierung genau so wenig benennen wie die Käufer in den besagten drei Ländern.

Eine Prüfung des Endverbleibs hat ebenfalls nicht stattgefunden. Die Bundesregierung habe für eine Weiterlieferung der zum »Weiterverkauf auf dem Zivilmarkt« in den genannten Ländern vorgesehenen SKS-Simonow-Gewehre an Syrien oder in andere Drittstaaten lediglich »keine Anhaltspunkte«. Allen Ernstes antwortet die Bundesregierung, dass sie durch »eine Internetrecherche« – also googlen – herausgefunden hätte, dass »Waffen des Typs SKS Simonow weiterhin auf dem kanadischen und schweizerischen Zivilmarkt erhältlich« seien. Wie viele der 20.000 halbautomatischen Gewehre sich noch in diesen Ländern befinden, lässt sich aber dadurch nicht herausfinden. Was mit den Waffen tatsächlich geschehen ist, scheint die Bundesregierung auch nicht zu interessieren. Der Verweis darauf, dass »das gegenwärtige System der Endverbleibskontrolle im Hinblick auf Verbesserungsmöglichkeiten, auch vor dem Hintergrund entsprechender Diskussionen in einschlägigen internationalen Foren«, geprüft wird, wirkt wie ein Placebo. Das umso mehr, da beispielsweise eine regelmäßige Berichterstattungspflicht als weder »üblich noch zielführend« abgelehnt wird. Anhaltspunkte hatte die Bundesregierung übrigens auch keine bezüglich der Waffenlieferung der Waffenschmiede Sig Sauer, die trotz Endverbleibserklärung nicht in den USA geblieben ist, sondern nach Kolumbien weiterverbracht wurde. Nun ist der Fall Gegenstand staatsanwaltlicher Ermittlungen. Das einzig effektive Mittel gegen solche Vorfälle ist und bleibt ein generelles Verbot von Waffenexporten – wovon weder Kanzlerin Angela Merkel noch ihr Vize, Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, oder Außenamtschef Frank-Walter Steinmeier natürlich etwas wissen wollen.

Quelle/Gesamter Text: www.jungewelt.de

Der Steag-Deal: Wie sich Energiekonzerne ihren Maximalprofit auf Kosten der Kommunen sichern

Dienstag, den 21. Oktober 2014

Nach Informationen des Saarländischen Rundfunk will der Kraftwerksbetreiber Steag Personal abbauen. Erst im September ging der Energiekonzern Steag, der Kraftwerksbereich von Evonik (Ruhrkohle AG), für insgesamt 1,2 Milliarden Euro komplett an ein Konsortium von Stadtwerken der sechs hoch verschuldeten Ruhrgebietsstädte Duisburg, Dortmund, Bochum, Essen, Oberhausen und Dinslaken. Nur wenige Wochen später folgte der nächste Deal: Für mehrere Millionen Euro übernimmt nun die Steag noch das alte Steinkohlekraftwerk Bexbach (Saarland) von Energie Baden-Württemberg AG (EnBW). In Bexbach fürchtet man um 30 bis 50 Arbeitsplätze gemeinsam mit den Standorten Weiher und Fenne. Insgesamt geht es um 600 bis 900 Arbeitsplätze – zehn bis 15 Prozent der Konzernbelegschaft.

Steag ist nach E.on, RWE, Vattenfall und EnBW mit 6.000 Beschäftigten (davon 2.000 im Ausland) der fünftgrößte Energiekonzern in Deutschland. Hintergrund für den Deal ist, dass in der EU und insbesondere in Deutschland mehr Strom produziert wird, als gegenwärtig verkauft werden kann. Um den Maximalprofit zu sichern, heißt das für die Energiekonzerne, Kraftwerke stillzulegen oder besser noch zu verkaufen.

Nach der Gemeindeordnung sind den kommunalen Einrichtungen Auslandsgeschäfte untersagt. Obwohl die Steag Kohlekraftwerke in der Türkei, Kolumbien, Philippinen und Botswana betreibt sowie andere Aktivitäten in Spanien oder Brasilien, hat die zuständige Bezirksregierung in Düsseldorf den Deal genehmigt. Mit der Begründung, “weil durch die stringente Berichtspflicht an die Räte der Kommunen die Kontrolle gegeben ist”. Das heißt, kommunale Räte sollen die Machenschaften eines internationalen Konzerns kontrollieren. Für Prof. Christoph Brüning vom “Institut für öffentliches Recht” ist das absurd. In einer Anhörung im nordrhein-westfälischen Landtag am 19. September stellt er klar, dass “die Kommunalaufsicht bei solch verschachtelten Unternehmen letztlich rechtlich keine Handhabe mehr” habe.

Der “Bund der Steuerzahler” kam bei dieser Anhörung zu dem Schluss, dass auch wegen der enormen finanziellen Risiken “der Steag-Deal hätte verhindert werden müssen”. Letztlich müssen die Kommunen für die aufzunehmenden Kredite und für eventuelle Verluste der Steag einstehen. Allein in Spanien musste die Steag im letzten Jahr 60 Millionen Euro abschreiben, auf den Philippinen 13 Millionen Euro. Nach einer Schätzung des Bochumer CDU-Fraktionsvorsitzenden Christian Haardt heißt das allein für Bochum: “Wenn das Steag-Geschäft jetzt zusammenbricht, kann das im schlimmsten Fall die Stadtwerke über 70 Millionen Euro kosten. Geld, das sowohl den Stadtwerken als auch der Stadt am Ende fehlen wird.”

Besonders brisant ist, dass die Stadtwerke und Kommunen mit dem Deal in das Fracking-Geschäft einsteigen, das die Steag gemeinsam mit RWE betreibt. Die gemeinsame Tochtergesellschaft Mingas-Power hat sich insbesondere im Gebiet Werne/Bergkamen Claims zum Fracking gesichert und will noch dieses Jahr einen Antrag auf Probebohrungen stellen. Dazu müssen die Stadträte aktuell “eine Verlängerung der Aufsuchungserlaubnisse für die Claims auf dem Stadtgebiet” erteilen. Sollen also künftig kommunale Räte, die ja letztlich die Eigner der Steag sind, die Anträge zum Fracking stellen und darüber entscheiden?

Es ist notwendig, solchen Geschäften im Interesse der Masse der Bürger in den Kommunen eine entschiedene Absage zu erteilen. In Städten wie Essen, in denen kämpferische kommunalpolitische Bündnisse (“Essen steht AUF”) aktiv sind, unterstützen diese den Protest der Menschen dagegen. Statt Kohlekraftwerke auch noch maximalprofitbringend zu verscherbeln, gehören alle diese Klimakiller auf Kosten der Energiekonzerne stillgelegt und müssen vollständig durch erneuerbare Energieversorgung ersetzt werden…

Quelle/Gesamter Text: www.rf-news.de

Russland: Mysteriöses U-Boot gehört den Niederlanden

Dienstag, den 21. Oktober 2014

Militär verbreitete falsche Positionsangaben – Moskau beschuldigt die Niederlande – Den Haag dementiert

Stockholm – Im Zuge ihrer Suche nach einem mysteriösen Unterwasserobjekt vor der Küste Stockholms hat die schwedische Armee ein Foto des Objekts veröffentlicht. “Das ist ein fremdes Schiff”, sagte Konteradmiral Anders Grenstad am Sonntag vor Journalisten und zeigte auf ein körniges Bild, das in der Früh gemacht worden sein soll.

Darauf ist in weiter Entfernung ein schwarzes Objekt zu sehen. Wegen der unzureichenden Qualität der Aufnahme sei es aber nicht möglich, die Herkunft des Schiffs zu bestimmten, sagte Grenstad.
Falsche Positionsangaben

Das schwedische Militär hat wissentlich falsche Informationen über die Position gegeben, an der ein Unterwasserobjekt worden sein soll. Die Streitkräfte räumten am Montagabend ein, dass das Foto, das sie am Sonntag dazu veröffentlicht hatten, an einem anderen Ort in den Schären aufgenommen wurde.

Man habe die genaue Position nicht freigeben wollen, um dem Gegner keine Vorteile in die Hand zu geben, hieß es zur Erklärung auf der Webseite des Militärs.

Auf einer Pressekonferenz am Sonntag hatte der stellvertretende Leiter der operativen Streitkräfte, Anders Grenstad, eine Karte präsentiert, auf der drei Stellen markiert waren, an denen Augenzeugen auffällige Beobachtungen im Wasser gemacht hatten. Ein wichtiger Beweis war dabei ein Foto, das angeblich von einem Augenzeugen in der Nähe des Jungfrufjärden gemacht worden war.
Journalisten suchten Aufnahmeort

Das schwedische Fernsehen SVT versuchte am Montag, die Stelle zu finden und stellte fest, dass die Aufnahme an einem anderen Ort entstanden war. Als die Journalisten den Militärsprecher damit konfrontierten, gab er die Falschinformation zu.

Russland: Niederländisches Boot

Nach russischen Angaben soll es sich jedoch um ein Boot aus den Niederlanden mit dem Namen “Bruinvis” handeln, wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtet. Die schwedische Regierung solle zur Aufklärung der Frage Kontakt mit der niederländischen Marine aufnehmen, empfahl die Quelle im Moskauer Verteidigungsministerium demnach.

Das niederländische Militär hat die russischen Angaben jedoch wenig später dementiert. Das niederländische U-Boot sei weder in den Fall verwickelt, noch beteilige sich die Armee an Suchmaßnahmen vor Schwedens Küste, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums am Montag.

Zwar habe sich die Armee an einer Übung mit Schweden beteiligt, diese habe aber bereits am Dienstag vergangener Woche geendet, sagte die Sprecherin. Das dabei zum Einsatz gekommene niederländische U-Boot “Bruinvis” habe sich daraufhin in den Hafen der estnischen Hauptstadt Tallinn begeben, wo es sich auch am Wochenende befunden habe.

Russland dementiert Geheimdiensteinsatz

In schwedischen Medien war über einen russischen Geheimdiensteinsatz in der Nähe der Inseln um Stockholm spekuliert worden. Russland dementierte das. Die schwedische Armee versucht seit dem Wochenende mit einen Großeinsatz, das Rätsel um das unbekannte Objekt zu lösen.

Der schwedische Konteradmiral wies zudem Medienberichte zurück, wonach sich das schwedische Militär auf einer “Jagd auf ein U-Boot” befinde. Vielmehr gehe es darum, zunächst Geheimdienstinformationen zu den Hinweisen auf eine “fremde Unterwasseraktivität” zu sammeln. Ähnlich hatte sich zuvor bereits ein Armeesprecher geäußert.

Quelle/Gesamter Text: derstandard.at

Risiko geht an die Steuerzahler: EZB startet Ankauf von Wertpapieren

Dienstag, den 21. Oktober 2014

Die EZB hat am Montag mit dem umstrittenen Ankauf von Wertpapieren begonnen. Offenbar standen französische Pfandbriefe ganz oben auf der Einkaufsliste. Interessant: Die EZB entlastet die Banken damit bereits vor dem Ende des Stresstests. Das deutet darauf hin, dass einige Institute die Hilfe dringend nötig haben…

Quelle/Gesamter Text: deutsche-wirtschafts-nachrichten.de

Mammographie – Flächendeckende Gesundheitsvorsorge?

Dienstag, den 21. Oktober 2014

Wenn frau das 50. Lebensjahr erreicht hat, fällt sie unter das „Mammographie-Screening-Programm“. Ulla Schmidt, ehemalige Gesundheitsministerin, führte ab 1.1.2004 ein, dass alle gesetzlich versicherten Frauen zwischen 50 – 70 Jahren im Abstand von 2 Jahren „in den Genuss“ des Mammographie-Screenings kommen können. Ab dem 50. Lebensjahr bekommt frau eine Einladung zur sogenannten „Vorsorge“. Der Termin für das für sie „zuständige“ Röntgeninstitut ist bei der Einladung gleich vereinbart. Mit angehängt bei der Einladung kann auch noch ein Fragebogen sein, der folgende Daten erfasst:

Screening-Identifikationsnummer (Screening-ID)

Datum der Screening-Untersuchung

Persönliche Angaben wie Geburtsdatum, Geburtsort, Anschrift etc.

Angaben zum Frauenarzt/Frauenärztin

Angaben zum Hausarzt/Hausärztin

Angaben zu früheren Mammographie-Aufnahmen

Die Zusammenarbeit zwischen Behörden und Röntgeninstitut klappt wie am Schnürchen. Sind die Daten einmal erfasst, kann Frau nicht kontrollieren, wie damit umgegangen wird.

Um Mammographie-Screening durchführen zu können, wurde im Jahr 2003 die Röntgenverordnung geändert. Bis dahin galt, dass „indikationsloses Röntgen“ den Straftatbestand der Körperverletzung darstellte. Massenhaftes Mammographie-Screening musste also erst einmal in Einklang mit der Röntgenverordnung gebracht werden. Über diese Hintergründe erfährt frau nichts.

Mit der Werbebotschaft: “Wir kommen Ihnen mit unserem „Mammobil“ entgegen und Wer klug ist, lässt nachsehen“, sollen Frauen für die Untersuchung der weiblichen Brust mit Hilfe von Röntgenstrahlen gewonnen werden.

Die nächste Botschaft lautet gar: „Bequemer kann Gesundheitsvorsorge nicht sein.“ Gesundheitsvorsorge? Ist die Mammographie der Vorsorge zuzurechnen? Eindeutig NEIN !

Bei der Mammographie geht es um „Erkennung“ / „Erfassung“ (Screening), d.h. um festzustellen, ob es Anhaltspunkte für eine gutartige oder bösartige Verdichtung gibt.

Aber als Vorsorge/Prävention wäre zu verstehen, wenn Aufklärung erfolgte über

eine gesunde Ernährungsweise (ohne Fabrikzucker und Auszugsmehlen, Vermeidung von Tiereiweiß etc.)

eine Lebensweise, die die Belastungen durch toxische Gesamtsituation (Chemisierung der Landwirtschaft, Atomkraft, Gentechnik, Nanotechnik, Antibiotika im Essen, Fluoridierung von Zahnpasta und Salz) minimiert.

einen Verzicht auf Hormonersatztherapien bei Wechseljahrsbeschwerden

ein Vermeiden von Schadstoffeintrag durch Kosmetika, Haarfärbemittel und sogenannten Pflegeprodukten

eine regelmäßige körperliche Bewegung

eine regelmäßige Information oder Besuch bei wirtschaftlich unabhängigen Einrichtungen wie z.B. die Gesellschaft für Gesundheitsberatung e.V., Dr. Max-Otto-Bruker-Str. 3, 56112 Lahnstein, Tel. 02621-917010-20 (mittwochs kostenloser ärztlicher Rat)

Die Besatzung eines „Mammobils“ wird diese Art der Aufklärung nicht erbringen.

frau wird auch nicht von ihr hören, dass

Röntgenstrahlen zu den ionisierenden Strahlen gehören,

Ionisierende Strahlen krebserzeugend wirken,

zwei Mammographien die Krebsrate auf das Doppelte erhöhen,

das weibliche Brustgewebe der strahlenempfindlichste Teil des menschlichen Körpers hinsichtlich der Krebsverursachung ist,

verdächtige Schatten im Röntgenbild nichts darüber aussagen, ob es sich um eine gutartige oder bösartige Verdichtung handelt,

Kontrolluntersuchungen wie nach der Abtastung (Palpation) nötig sind.

Stattdessen werden Bedenken wie folgt zerstreut:

Strahlenbelastung aufgrund moderner Röntgengeräte sei gering,

Strahlenbelastung aufgrund natürlicher Strahlung (Weltraum) ist höher als Strahlung durch Mammographie,

Geringe Strahlenbelastung durch Mammographie stünden in keinem Verhältnis zu dem Risiko, bei Verzicht auf die Untersuchung eine etwaige Krebserkrankung nicht oder zu spät zu erkennen

Kein Wort sicherlich auch darüber, dass es auch eine wirtschaftliche Seite gibt, die da lautet: Der Mammobil-Einsatz muss sich rechnen. Aus wirtschaftlichen Gründen also möglichst viele Screenings. Die Frage nach medizinischer Indikation wird ausgeklammert.

Über die Gefahren einer Strahlenbehandlung aufzuklären, wird nicht als erforderlich angesehen. Damit wiegt sich Frau in der falschen Vorstellung, dass die Mammographie-Untersuchung nur Vorteile hat. Und damit kann es zu keiner selbstbestimmten Abwägung über das Für und Wider kommen.

Frau Dr. Schmitz-Feuerhake brachte es bereits 1995 („strahlentelex“ Nr. 200-20) bei der umstrittenen Methode der Mammographie auf den Punkt:

„Wenn man eine Methode, die selbst kanzerogen ist, als „Vorsorgeuntersuchung“ einsetzen will, muss man sicherstellen, dass das Risiko dabei vernachlässigbar gering ist, und zwar nicht nur gegenüber dem erhofften Nutzen, sondern absolut. Denn wie will man die Induktion einer schweren Krankheit bei einer Gesunden rechtfertigen gegenüber dem Vorteil, den eine bereits Erkrankte durch Früherkennung hat?“

Auch das Deutsche Ärzteblatt weist bereits 2006 hin, dass es bemerkenswert sei, dass wie wenig sich beim Mammographie-Screening die in der Bevölkerung verbreitete Vorstellung mit den Fakten deckt. Die relative Risikoreduktion wird oft missverstanden, der erwartete Nutzen für die Teilnehmerinnen (und damit für das Kollektiv) regelmäßig überschätzt.

Die absoluten Zahlen sind: Verringerung von vier auf drei Todesfälle unter 1000 Frauen aller Alterstufen während zehn Screeningjahren. Die absolute Verringerung um 25 Prozent klingt beachtlich. Effektiv wird aber nur ein Leben pro 1000 Frauen gerettet.

Anders ausgedrückt: Von 1000 Frauen, die während zehn Jahren fünf Mal an einer Reihenmammographie teilnehmen und strahlenbelastet werden, werden 999 Frauen keinen Nutzen haben, da sie ohnehin nicht an Brustkrebs sterben (996 Frauen) oder weil sie trotzdem daran sterben (drei Frauen).

Die absolute Risikoverminderung beträgt also nur 0,1 Prozent.

Screening wird mitunter als solidarischer Akt betrachtet: Die vielen Gesunden haben einen kleinen Nachteil, während die symptomlos Erkrankten einen großen Vorteil haben, ein Prinzip, das jeder Solidargemeinschaft zugrunde liegt. Bei dieser Sichtweise wird aber übersehen, dass das Risiko unteilbar ist. Wenn eine Person untersucht wird, rettet das nicht das Leben einer anderen. Auch ist kritisch zu fragen, wie gering die Einbußen für Gesunde sind?

Als mögliche Nachteile des Screenings werden neben der Strahlenbelastung genannt:

falschpositive Befunde, die die Betroffenen in Angst und Schrecken versetzen und weitere belastende Untersuchungen nach sich ziehen können;

falschnegative Befunde, nach denen sich die Patientinnen in falscher Sicherheit wiegen;

das Auffinden eines Karzinoms, das nie klinisch relevant geworden wäre;

schließlich Verlängerung nur des „Lebens mit der Diagnose“, nicht aber das Leben an sich.

Dr. Max Otto Bruker (1909 – 2001), Ganzheitsarzt gab mehrere Gründe an, warum Mammographien nicht zu empfehlen sind. Er schreibt: Der wichtigste Grund ist, dass tatsächlich ionisierende Strahlen, und dazu gehören die Röntgenstrahlen, krebserzeugend wirken. In meiner Ausbildung zum Röntgenarzt habe ich gelernt, dass zwei Mammographien die Krebsrate um das Doppelte erhöhen.

Der zweite Grund für die Ablehnung der Mammographie liegt darin, dass sie eine gute Abtastung der Brust mit der Hand nicht ersetzen kann. Das heißt mit anderen Worten, dass die Palpation (Abtastung) viel genauer und frühzeitiger Veränderungen erkennen lässt.

Verdächtige Schatten im Röntgenbild lassen nicht mit Sicherheit erkennen, ob es sich um eine gutartige Verdichtung oder um eine bösartige handelt. Dies gilt im selben Maße für den Tastbefund. Ob es sich um einen wachsenden Krebs oder einen gutartigen Knoten handelt, kann außer durch eine Probeentnahme mit Sicherheit nur durch Kontrolluntersuchungen festgestellt werden.

Wenn also der Verdacht auf eine krebsverdächtige Geschwulst besteht, muss eben in einiger Zeit noch mal untersucht werden. Dadurch kann festgestellt werden, ob es sich um eine wachsende Geschwulst handelt. Diese Tastuntersuchung kann ohne Gefahr beliebig oft wiederholt werden, während dies bei der Mammographie nicht der Fall ist. Es ist auch ein Irrtum anzunehmen, dass man bei einer einmaligen mammographischen Untersuchung feststellen kann, ob eine etwa verdächtige Stelle bösartig ist oder nicht. Auch dazu sind Kontrolluntersuchungen wie bei der Palpation nötig. Die Röntgenuntersuchung ist also kein spezifisches Verfahren.

Marie-Luise Volk

Quelle/Gesamter Text: www.kritisches-netzwerk.de

Glücklich ohne Überwachung: Am 1.11. in Frankfurt am Main

Dienstag, den 21. Oktober 2014

Wüten, weinen oder bitter lachen: Die jüngsten Enthüllungen im NSA-Untersuchungsausschuss wecken alle Emotionen.

Seit Oktober 2013 ist nämlich eins klar: BND und NSA ist der Datenschutz deutscher Bürger völlig schnurz. Das Letzteres auch auf unsere Bundesregierung zutrifft, wissen wir, seit die Operation „Eikonal“ ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt wurde. Zwischen 2004 und 2008 hatte der BND massenhaft Daten, die am Internetknoten DECIX in Frankfurt am Main abgegriffen wurden, an die NSA weitergeleitet.

Zwar darf der BND laut Gesetz einen Teil der Kommunikation zur sogenannten Fernmeldeaufklärung überwachen, aber die Weiterleitung der Daten an die NSA war illegal. Angeblich wusste der damalige Bundesminister des Auswärtigen, Walter Steinmeier, Bescheid, aber die G-10-Kommission sei nicht einmal in Kenntnis gesetzt worden, obwohl sie das parlamentarische Gremium ist, das für die Kontrolle von Abhöraktionen zuständig ist. Die massiven Grundrechtsverletzungen versetzen die Öffentlichkeit in hilflose Wut.
Und was sagen die aufrechten Demokraten im Kanzleramt dazu?

Es ist zum Weinen: Der Geheimdienstkoordinator im Kanzleramt, Klaus-Dieter Fritsche, erklärte am 9.10. in der Fragestunde im Bundestag gegenüber Britta Haßelmann, der Parlamentarischen Geschäftsführerin der Grünen, lapidar:

“Ja, zunächst einmal, Frau Abgeordnete, bedauere ich es ausdrücklich, dass Unterlagen, die bis zu „streng geheim“ eingestuft waren und dem Untersuchungsausschuss von Seiten der Bundesregierung zur Verfügung gestellt worden sind, in kürzester Zeit in die Presse gekommen sind und dass sie offensichtlich Hintergrund der Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung waren.“

Ach, so ist das. Die Grundrechtsverletzungen der Bürgerinnen und Bürger sind dem Herrn Fritsche also schnurz, aber dass sie an die Presse gelangten, bedauert er!
Und was jetzt?

SPD-Bundestagsabgeordneter Christian Flisek erklärt der Presse am 10.10, die NSA habe die Operation „Eikonal ” beendet, denn die von der BND mittlerweile vorgefilterten Daten deutscher Bürger seien für die NSA nur von geringem Interesse.

Ah ja, das Ganze war also ein peinliches Tauschgeschäft: Das Wissen der NSA in Sachen Überwachung gegen die Preisgabe der Daten deutscher Staatsbürger.
Überkommt jetzt, nachdem das Geschäft geplatzt ist, die Verantwortlichen vielleicht ein bisschen Einsicht oder gar Reue, die Rechte der Bürgerinnen und Bürger mittels eines illegalen Kuhhandels so missachtet zu haben?

Nein, Christian Flisek wird lieber öffentlich für die Preisgabe dieser “geheimen Informationen” gerügt, weitere Mitglieder des NSA-Ausschusses werden brieflich unter Druck gesetzt und demnächst steht noch die Etat -Erhöhung für den BND um 300 Millionen Euro an. Damit möchte der BND zukünftig soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter effizienter ausspähen können. Und diese anlasslose Überwachung bezahlen die Bürgerinnen und Bürger dann von ihren Steuergeldern.

Aber was für den BND eine saftige Etaterhöhung ist, ist für den NSA die Portokasse – kein Wunder, dass sich dieser das Know-how der NSA mittels der Datengeschenke zu ergaunern suchte.
Einfach nur noch zum bitteren Lachen…

Die Skandale um den Datenschutz, die der NSA- Untersuchungsausschuss zu Tage fördert, nehmen kein Ende!

Erst vor wenigen Tagen kam Frau F., die Datenschutzbeauftragte des Auslandsgeheimdienstes, zu Wort. Von der Operation „Eikonal“ erfuhr sie nur aus der Presse, aber sie hat in ihrer Funktion 25 Datenbanken betreut.

„Darunter war die Datenbank INBE, die Informationen über deutsche Staatsbürger enthält. Man speicherte so lange, bis der Speicher volllief“, sagte F. “Glücklicherweise hat dies meistens nur zwölf Monate lang funktioniert und der Gesetzgeber erlaubt bis zu 24 Monate Speicherfrist“, berichtet „Die Zeit“.
Und nicht nur Daten deutscher Bürger werden vom BND schamlos ausgespäht …

Im BND-Stützpunkt Bad Aibling greifen die Mitarbeiter des BND außerdem Satellitendaten aus dem Ausland ab, zum Beispiel Telefongespräche in Afghanistan und Pakistan. BND-Präsident Schindler findet das völlig in Ordnung – die Daten seien ja im Weltall erhoben worden, in dem keine deutschen Gesetze griffen, erklärt er öffentlich und meint das auch noch ernst.
Nun reicht es aber!
Am Frankfurter Hauptbahnhof, in der Kaiserstraße, beginnt die Aktion um 12.00 Uhr mit der Auftakt-Kundgebung. Der Demozug folgt um 13.00 Uhr. Die genaue Route wird noch bekannt gegeben. Nach der Abschlusskundgebung findet um 19.00 Uhr eine Cryptoparty statt, um allen Interessierten zu erklären, wie sie ihre Daten besser schützen können.

Am 1.11 holen wir Piraten das Popkorn raus und demonstrieren in Frankfurt am Main, dem Tatort der Operation „Eikonal“ gegen den Überwachungsstaat und für unsere Freiheitsrechte. Setzen wir unserer Angst vor dem zunehmenden Überwachungswahn von Geheimdiensten und der uneinsichtigen Duldungsstarre der beteiligten Bundespolitiker unseren bunten, fröhlichen Protest entgegen! Deshalb lautet das Motto des Protestzugs : „Glücklich ohne Überwachung“.
Wir sind nicht allein.

Denn die Initiatoren haben bereits einige Bündnispartner gefunden:
Amnesty International Frankfurt
Anonymous Hessen @AnonymousHessen
Bundesarbeitsgemeinschaft Kritischer Polizistinnen und Polizisten
Bündnis Privatsphäre Leipzig
@CryptoPartyFFM
Dona Carmen e.V.
Freifunk Initiativen
Förderverein freie Netzwerke e.V.
Humanistische Union Frankfurt

Also: Fröhlich sein und Mitmachen!

Quelle/Gesamter Text: www.piratenpartei.de

Verschwiegenes, Verharmlostes und Vertuschtes

Dienstag, den 21. Oktober 2014


Tag der Wahrheit – Prof. Dr. Dr. Wolfgang Berger am 3.10.2014 in Mainz

Die Medien als Instrument der Gehirnwäsche

Die veröffentlichte Meinung ist ein Produkt wie jedes andere und wird auch ähnlich produziert. Die wichtigen Ereignisse, die den Lauf der Geschichte verändern, werden uns oft vorenthalten und verharmlost oder verfälscht und entstellt vermittelt. Der Frieden ist zu wichtig, um ihn der Politik zu überlassen. Wir alle müssen ihn gemeinsam bewahren.

http://www.wissensmanufaktur.net/
http://www.business-reframing.de/
http://www.mahnwache-mainz.de

In eigener Sache…

Dienstag, den 21. Oktober 2014

Liebe Leser,

alle 3 Monate brauchen wir 150.- €, für unsere Server- und Providerkosten.

Hier geht es zur Spendenseite..

Da wir Werbefrei Arbeiten sind wir auf eure Spenden angewiesen.

Danke für eure Unterstützung,

bis zur Gerechtigkeit,

UM

Auflösung aller US-Militärbasen und Abzug aller US-Truppen und US-Atomwaffen aus Deutschland

Dienstag, den 21. Oktober 2014

von Frank Hagen

Die Bundesrepublik Deutschland fordert die USA auf, alle Militärbasen in Deutschland aufzulösen und sämtliche Truppen aus dem Territorium der BRD abzuziehen.

Hierzu nimmt die Bundesregierung unverzüglich Verhandlungen mit der US-Regierung auf, um den Abzug der US-Truppen in einer realistischen Frist zu ermöglichen.

Sämtliche kriegsvorbereitenden oder kriegsunterstützenden Maßnahmen der US-Armee von deutschem Boden aus werden mit sofortiger Wirkung untersagt.

Begründung:

US-Militärstützpunkte in Deutschland dienen den USA nicht nur als Ausgangspunkt für weltweite Kriege und feige Mordangriffe mit Hilfe von Drohnen gegen Zivilisten in Pakis- tan oder Jemen, sie sind auch ein Instrument der Herrschaftsausübung auf die Staaten der EU und der militärischen Machtprojektion in Richtung Russland. Die USA hintertreiben absichtlich das friedliche Zusammenleben der Völker Europas.

Ziel der US-Außenpolitik ist es, eine friedliche Zusammenarbeit der EU und Russlands zum gegenseitigen Nutzen zu verhindern, bzw. zurückzufahren und einen neuen Kalten Krieg auf dem europäischen Kontinent anzuzetteln. Stattdessen soll zum Nachteil der Völker Europas die Transatlantische Freihandelszone forciert werden, nur damit die EU als Vorposten für US-amerikanische Interessen an die USA gekettet werden und der zunehmende weltweite Machtverlust der USA aufgehalten wird.

Aktuell wurde deshalb mit intensiver Beihilfe der USA ein Regime aus militanten Natio- nalisten und Neonazis in der Ukraine an die Macht geputscht, welche Millionen ethnische Russen und russischsprechende Ukrainer diskriminiert und die Ukraine dem wirtschaftli- chen Ausverkauf durch westliches Kapital preisgibt. Hier wurde die Saat für einen Bürgerkrieg und einen neuen Kalten Krieg ausgebracht, welche nun aufgeht und perspektivisch in eine direkte Konfrontation von NATO und Russland führen kann.

Die unmittelbaren Folgen von Wirtschaftssanktionen und damit der Verlust von Arbeits- plätzen und der Energiesicherheit sowie die Folgen eines Krieges werden zuerst die Europäer zu spüren bekommen. Seit Jahren betreiben die USA und ihre europäischen Verbündeten eine Ausdehnung der NATO nach Osten und bedrohnen damit die berech- tigten Sicherheitsinteressen Russlands.

Jetzt sind wir an einem Punkt angekommen, bei dem die offene kriegerische Konfronta- tion zwischen Atommächten droht, und die USA in unverantwortlicher Weise den Konflikt weiter anheizen. Die Politik der USA schadet den Interessen der europäischen Völker und ist eine Bedrohung für den Weltfrieden!

P.S.: Diese Petition richtet ausdrücklich nicht gegen die amerikanischen Bürger, welche zudem selber unter der Überdimensionierung ihres Militärapparades und Kriege leiden, sondern gegen die Politik der US-Regierung und dahinter stehen- der wirtschaftlicher Interessengruppen.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Regenstauf, 23.04.2014 (aktiv bis 22.10.2014)

www.openpetition.de/petition/online/aufloesung-aller-us-militaerbasen-und-abzug-aller-us-truppen-und-us-atomwaffen-aus-deutschland

Quelle/Gesamter Text: www.scharf-links.de

Kriegsberichterstattung der Mainstream Medien

Dienstag, den 21. Oktober 2014


Die Anstalt

Trojanische Wolken – C-h-e-m-t-r-a-i-l-s

Dienstag, den 21. Oktober 2014


Trojanische Wolken – C-h-e-m-t-r-a-i-l-s

Die Anstalt – vom 29.04.2014

Dienstag, den 21. Oktober 2014

http://www.youtube.com/watch?v=qOzd8ZgVdNE

Offener Brief an die Herausgeber und Redakteure der Medien in Deutschland

Dienstag, den 21. Oktober 2014

9)11)13)-Brief-Medien1
9)11)13)-Brief-Medien2
9)11)13)-Brief-Medien3
9)11)13)-Brief-Medien4

Weitere Infos hier: 9ter11ter13.wordpress.com/

Plan B – Revolution des Systems für eine tatsächliche Neuordnung

Dienstag, den 21. Oktober 2014

von Andreas Popp und Rico Albrecht

Plan B

Plan B ist unsere Alternative zur „Alternativlosigkeit“ der Politik. Anstatt innerhalb des bestehenden Finanzsystems über Wachstum und Schulden zu diskutieren, bieten wir „radikale“ (lat.: Radix = Wurzel) Lösungsvorschläge an. Fließendes Geld, soziales Bodenrecht, bedingungsloses Grundeinkommen und eine freie Presse ergeben im Verbund eine echte Alternative.

Dieses im Internet weit verbreitete Grundlagenwerk von Andreas Popp und Rico Albrecht
gibt es weiterhin in schriftlicher Form kostenlos:

Plan B als pdf-Datei herunterladen:
deutsch: plan-b.pdf
english:
plan-b-english.pdf
italiano:
plan-b-italiano.pdf
russisch: plan-b-russisch.pdf

Aufgrund seiner Länge und zeitlosen Bedeutung erscheint dieser wichtige Text nun

zusätzlich als Hörbuch (deutsch)

und ist verfügbar in unserem Shop
Plan B – Hörbuch
vorgelesen von Andreas Popp

Einleitung

Stellen Sie sich einmal vor, es gäbe eine Vermögenssteuer! Diese Vermögenssteuer sei gestaffelt nach Vermögen, und zwar so, dass jemand, der zwei Millionen Euro hat, mehr Einnahmen aus dieser Steuer bekommt, als jemand, der nur eine Million Euro hat. Auf der anderen Seite müssen all diejenigen, die kein Vermögen haben, jedes Jahr 10.000 Euro Vermögenssteuer bezahlen.

Wir glauben, dass jemand, der sich öffentlich zu einer derartigen Vermögenssteuer bekennen würde, eher keinen besonders großen Rückhalt in der Bevölkerung erfahren würde, es sei denn, man würde diese Vermögenssteuer sehr unauffällig gestalten und sie in einem Mechanismus verbergen, den kaum jemand durchschaut.

Genau solch einem Mechanismus unterliegen wir schon lange, nur nennen wir ihn nicht Vermögenssteuer, sondern Geldsystem. Jenseits aller steuerpolitischen Überlegungen ist genau dieser Effekt fest in unser Geldsystem eingebaut. Dieses erzeugt allein aufgrund seiner Struktur, die einst willkürlich festgelegt wurde, einen gewaltigen, ständig wachsenden Finanzstrom von Fleißig nach Reich. Diese Transferleistung ist eine Folge des verzinsten Geldsystems und der Art und Weise wie Geld entsteht und in Umlauf gebracht wird.

Der Zinsanteil, der sich in unseren Lebenshaltungskosten verbirgt, liegt heute bei rund 40 Prozent. Dies mag auf den ersten Blick hochgegriffen klingen, doch unabhängig von verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen, die diese Größenordnung ergaben, kann man dies auch leicht mit eigenen Überlegungen selbst nachvollziehen. Allein die monatliche Miete besteht fast nur aus Zinsen, aber auch in den Steuern und Abgaben sind Zinsen enthalten. Sie erhöhen auch alle Preise, da jeder, der an der Wertschöpfungskette beteiligt ist, seine Zinskosten in die Endpreise einfließen lassen muss, was alle Produkte verteuert.

Ein durchschnittlicher Haushalt gibt jährlich ca. 25.000 Euro für seinen Lebensunterhalt aus und bezahlt somit Jahr für Jahr rund 10.000 Euro Zinsen, sofern er auf der anderen Seite keine Zinseinnahmen hat. Verfügt der Haushalt über ein rentabel angelegtes Vermögen in Höhe von etwa einer halben bis einer Million Euro, dann fließen ihm Kapitalerträge zu, aus denen er seinen Zinsdienst ohne Arbeit bestreiten kann. Hat ein Haushalt jedoch kein Vermögen, so muss er unterm Strich Zinsen bezahlen – auch wenn er eigentlich gar nicht verschuldet ist.

Je weiter man sich unterhalb der kritischen Kapitalschwelle befindet, desto mehr zahlt man als Nettozahler in das Zinssystem ein, wobei die Frage, ob man Schulden hat oder nicht, lediglich die Höhe dieser Einzahlungen beeinflusst. Je weiter man jedoch oberhalb der kritischen Vermögensschwelle lebt, desto mehr arbeitsloses Zinseinkommen erhält man als Netto-Zinsempfänger. Die Zuflüsse aus diesem Finanztransfer wachsen in Abhängigkeit vom eigenen Vermögen, so dass man beispielsweise dann, wenn dieses bei einer Milliarde Euro liegt, eine Transferleistung im Gegenwert von 50 Eigenheimen pro Jahr erhält, die von anderen errichtet werden müssen, ohne sie selbst nutzen zu können.

Garantiert wird dieser Anspruch auf ein solches leistungsloses Einkommen durch den im jeweiligen Land zuständigen Staatsapparat, der die Ansprüche und Pflichten des Finanzsystems (notfalls gewaltsam) gegen die Landesbewohner durchsetzt. Der Staat ist hierbei nicht Gestalter sondern Handlanger des Systems. Jeder Staatsbedienstete sollte sich dieser Aufgabe, die er erfüllt, bewusst sein und die Frage stellen, von wem die Staatsgewalt eigentlich tatsächlich ausgeht. Geht sie gemäß Grundgesetz Artikel 20 Absatz 2 vom Volke aus oder im Widerspruch dazu von den Erfindern dieses Finanzsystems?

Berechnet man den gesamten jährlichen Kapitalstrom, der auf diese Weise allein im Zuständigkeitsbereich der Bundesregierung von Fleißig nach Reich transferiert wird, dann kommen wir auf eine Größenordnung, die sogar den Bundeshaushalt übertrifft. Wenn 40 Millionen Haushalte bei durchschnittlichen Lebenshaltungskosten von 25.000 Euro pro Jahr jeweils rund 10.000 Euro (40 Prozent Zinsanteil) in das Geldsystem einzahlen, dann haben wir hier eine signifikante Größenordnung von 400 Milliarden Euro pro Jahr, über die man einmal sprechen sollte, anstatt sie für selbstverständlich hinzunehmen.

Nun wird plötzlich klar, wie leicht man nach Abschaltung dieses Umverteilungssystems einiges finanzieren könnte, wie die Abschaffung aller Steuern bei gleichzeitiger Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Dank der dann wegfallenden Steuerbürokratie ergäbe sich sogar weniger Arbeit für alle bei gleichzeitig höherem Wohlstand.

Aber nein, dieses Thema ist tabu – zumindest bei den Systempolitikern, die von den Finanzherrschern und Eigentümern der Massenmedien gefördert werden und daher das lukrative Pöstchen erhielten, welches sie heute innehaben und im Falle einer Thematisierung des Zinssystems schneller wieder verlieren würden, als sie das Wörtchen „systemrelevant“ aussprechen könnten. Der Zins ist die unantastbare „heilige Kuh“, um die man in Medien und Politik stets einen großen Bogen macht, obwohl genau hier die alleinige Ursache liegt für all die auf uns zukommenden Symptome der Finanzsystemkrise.

Das verzinste Geldsystem ist der Motor der Umverteilung von Fleißig nach Reich. Doch dieser Motor gerät nun ins Stocken, was uns allgemein als „Finanz- und Wirtschaftskrise“ verkauft wird. Doch haben wir wirklich eine Finanzkrise? Die Geldmenge ist doch größer denn je! Von einem Geldmangel kann nun wirklich keine Rede sein! Und auch von einer Wirtschaftskrise ist nichts zu sehen, denn auch produziert wird mehr denn je. Die Wirtschaft produziert Waren und Dienstleistungen im Überfluss. Mittlerweile gibt es kaum noch Abnehmer für all die Erzeugnisse, die die Wirtschaft ständig produziert. Und das soll eine Wirtschaftskrise sein? Nirgendwo sind Fabriken ausgefallen, und alle Läden sind zum Bersten überfüllt! Echte Wirtschaftskrisen sehen anders aus. Einige unserer älteren Leser dürften das noch erlebt haben.

Eine Krise gibt es ausschließlich in dem System, das den permanenten Finanztransfer nach oben antreibt. Unser Geldsystem vermag diese Funktion kaum noch zu erfüllen, denn die Umverteilung hat mittlerweile Ausmaße erreicht, die sich mit rechtsstaatlichen Mitteln nicht mehr aufrechterhalten lassen. Nun zieht man den Strick um den Hals der Steuerzahler immer enger und beseitigt ganz nebenbei den Rechtsstaat, um das Leben dieses auf lange Sicht mathematisch ohnehin zum Scheitern verurteilten Systems noch so lange wie möglich zu verlängern.

„Alternativlos“ ist all dies jedoch nur in den Augen derer, die ihre Privilegien der Tatsache verdanken, dass sie die Systemfrage niemals öffentlich stellen. Die Politikdarsteller aller Systemparteien sehen den einzigen Ausweg in immer mehr Wirtschaftswachstum, mit dem die grenzenlos wachsende Verschuldung durch immer mehr reale Werte unterlegt werden soll. Dies geschieht ohne Rücksicht auf die Folgen für uns und unsere Umwelt durch alle Blockparteien des sogenannten Bundestags.

Aber nun stellen wir uns einmal vor, dieses System bricht tatsächlich in Kürze komplett zusammen. Was kommt dann? Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die etablierten Eliten nach dem Neustart mit demselben System einfach wieder von vorne beginnen, welches dann nach zwei bis drei Generationen erneut zusammenbricht. Wir stehen also heute an einem historischen Scheideweg. Wir haben es in der Hand, bei dem bevorstehenden Crash die Weichen zu stellen für eine tatsächliche Neuordnung.

Wie diese Neuordnung aussehen kann und mit welchen Mitteln und Wegen wir dorthin gelangen, ist Thema des Plan B der Wissensmanufaktur.

Plan B

1. Ist-Zustand

Bevor wir zum eigentlichen Plan B kommen, der sich aus dem angestrebten Ziel-Zustand und dem Weg zum Ziel zusammensetzt, möchten wir noch einmal ganz kurz den Ist-Zustand und die Ursache der heute beobachteten Symptome auf den Punkt bringen. Dies ist erforderlich, da wir schließlich keinen neuen Staat auf dem Reißbrett konstruieren können, sondern bestehende Gegebenheiten bei einer Planung sorgfältig berücksichtigen müssen.

In der sogenannten „Öffentlichkeit“, also in der virtuellen Realität, die durch Medien- und Politikdarsteller in Form einer veröffentlichten Meinung erzeugt wird, wundert man sich gelegentlich über einige Erscheinungen, für die man offenbar keine Erklärung hat, obwohl man einzelne Symptome durchaus erkennt.

Hierzu gehört eine „Schere zwischen Arm und Reich“, die immer weiter auseinandergeht. Genauer sollte man diese Entwicklung jedoch als zunehmende „Umverteilung von Fleißig nach Reich“ bezeichnen, denn von armen Menschen, die nicht arbeiten, ist schließlich nichts zu holen. Umzuverteilen haben nur die Fleißigen etwas Wertvolles, nämlich die Früchte ihrer Arbeit.

Als weiteres Problem wird die immer schneller wachsende Verschuldung durchaus erkannt. Doch anstatt über die Ursachen zu sprechen, sollen alle Staaten der Erde ihr Wirtschaftswachstum immer weiter beschleunigen und immer mehr Steuern eintreiben, um damit angeblich etwas gegen ihre Verschuldung zu tun. Ewiges Wirtschaftswachstum ist der einzige Ausweg, den all die Medien- und Politikdarsteller vermitteln, die die grundsätzliche Systemfrage stets ausblenden. So erleben wir alle einen irrsinnigen Wachstumswahn, obwohl nichts in der Natur endlos wachsen kann und unser Planet vom bisher Erreichten bereits an vielen Stellen deutlich gezeichnet ist.

Bei der Problematisierung der Staatsverschuldung handelt es sich jedoch um eine riesige Schuldenlüge. Deutschland hat angeblich 2 Billionen Euro Schulden. Bei wem eigentlich? Etwa bei den USA? Die haben selbst umgerechnet 11 Billionen Euro Schulden. Weitere umgerechnet 8 Billionen Euro Schulden soll Japan haben. Rechnet man einmal die Staatsverschuldung aller Staaten dieser Erde zusammen, dann ergibt sich quasi eine „Erdverschuldung“ in Höhe von 32 Billionen Euro! Aber bei wem soll denn die gesamte Erde verschuldet sein? Spätestens beim Zusammenrechnen aller Staatsschulden wird klar, dass in der veröffentlichten Meinung zu diesem Thema etwas nicht stimmen kann. Der Trick besteht darin, die den Staatsschulden gegenüberstehenden, ebenfalls auf dieser Erde real vorhandenen, ständig wachsenden Vermögen konsequent auszublenden. Wir hinterlassen zukünftigen Generationen also nicht nur Schulden, wie dies von mahnenden Politikdarstellern immer wieder behauptet wird, sondern auch Guthaben.

Die Ursache hinter der Umverteilung von Fleißig nach Reich, hinter den immer schneller wachsenden Schulden und Guthaben sowie hinter dem Wachstumswahn wird in der veröffentlichten Meinung jedoch niemals thematisiert: das verzinste Geldsystem. Warum dies so ist, ist vor allem ein Resultat der bestehenden Machtstruktur, an deren Spitze ein gewisses System steht. Diesem System gaben wir von der Wissensmanufaktur den Namen Danistakratie, was man grob als „Herrschaft des Wuchers“ übersetzen kann.

Danista (Latein) bedeutet Wucher, wuchern, Wucherung. Diese Bezeichnung trifft für das bestehende sozialökonomische System in mehrfacher Hinsicht zu. Eine exponentielle Wachstumsfunktion folgt aus dem Zinseszinseffekt, der in unser Geldsystem eingebaut ist. Schulden und Guthaben wachsen – also wuchern – immer weiter und immer schneller. Das System selbst verhält sich wie eine Wucherung und wuchert unersättlich. Aber auch innerhalb des Systems wird gewuchert, und zwar in Form von Zinswucher. Mit Zinswucher sind nicht nur Wucherzinsen gemeint, sondern jeder Zinssatz oberhalb von Null, egal wie klein er auch sein mag, denn aus Sicht der Mathematik bestimmt die Höhe des Zinssatzes lediglich die Zeitskala, auf der die ökonomischen und ethisch verwerflichen Erscheinungen auftreten. Des Weiteren wuchert es aber auch in den Menschen, denn an den Folgen dieses Systems leiden wir alle, was auch zu inneren Wucherungen führen kann.

Die Danistakratie äußert sich zum einen in der Geisteshaltung des unersättlichen Strebens nach immer mehr materiellem Reichtum. Dieses Streben geht mit einem Niedergang von Kultur, Sitte und Moral einher, wodurch sich diese Entwicklung sogar noch selbst verstärkt. Die Danistakratie ist zum anderen in einer internationalen Geldmacht verkörpert, die allen Staaten übergeordnet ist und die globale Herrschaft des Wuchers immer weiter vorantreibt.

An der Spitze der Hierarchie steht also ein System, das über die Menschen herrscht. In diesem System gibt es zwar alle möglichen Teilnehmer, die – meist unfreiwillig – eine bestimmte Rolle spielen. Es gibt jedoch keine personifizierbaren Herrscher wie es einst z.B. in der Monarchie der Fall war. Wenn man von Danistakraten sprechen will, dann sind wir alle als kleine Rädchen dieses Systems Danistakraten.

Direkt unterhalb der Spitze der Hierarchie sind die Massenmedien angesiedelt. Man muss kein Wirtschafts- oder Kommunikationswissenschaftler sein, um feststellen zu können, dass die Deutungshoheit über Geschichte und Gegenwart vor allem eine Frage des Geldes ist. Je größer die Reichweite eines Mediums ist, desto mehr kostet es. Aus diesem Grund ist es selbstverständlich, dass die veröffentlichte Meinung in den Händen derer liegt, die über die nötigen Milliarden verfügen.

Zitat: „Bis zum heutigen Tag gibt es so etwas wie eine unabhängige Presse in der Weltgeschichte nicht. Ich werde jede Woche dafür bezahlt, meine ehrliche Meinung aus der Zeitung bei der ich angestellt bin, herauszuhalten. Wenn ich meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung veröffentlichen würde, wäre ich meine Beschäftigung innerhalb von 24 Stunden los. Es ist das Geschäft der Journalisten, die Wahrheit zu zerstören, unumwunden zu lügen, zu pervertieren, zu verleumden, die Füße des Mammons zu lecken und das Land zu verkaufen für ihr täglich Brot. Wir sind die Werkzeuge und Vasallen der reichen Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner, sie ziehen die Fäden, und wir tanzen. Unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unsere Leben sind das Eigentum anderer Männer. Wir sind intellektuelle Prostituierte.“ (John Swinton, 1829-1901, Chefredakteur der „New York Times“, im Jahre 1880 bei seiner Verabschiedung)

Mehr muss man zum Thema Pressefreiheit in den Massenmedien nicht sagen. Seit dieser Aussage, die vor über 130 Jahren getroffen wurde, hat sich praktisch nichts verbessert. Den Darstellern in den Medien macht es meist auch keinen Spaß, ihre wahre Meinung verschweigen zu müssen und sich für offensichtliche Propaganda missbrauchen zu lassen. Doch wer sich des Geldes wegen als Werkzeug des Systems anbiedern muss, der hat oft keine andere Wahl. Der Volksmund bringt es auf den Punkt: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“ So haben die Massenmedien vor allem die Aufgabe, als Instrument des Systems dieses zu bewahren und die nächste Ebene darunter zu steuern.

Ist-Zustand

Auf der nächsten Hierarchieebene stehen die Politikdarsteller, jene Spezies, die man nicht in verschiedene Parteien sondern besser in zwei Klassen einteilen sollte. Die einen sind so harmlos, dass sie das System, dem sie dienen, niemals durchschauen und somit auch nicht gefährden. Die breite Parlamentsfüllmasse kann man erfahrungsgemäß in diese Gruppe einordnen. Sie ist primär damit beschäftigt, zu verbergen, wie wenig man eigentlich von dem versteht, was man den ganzen Tag tut. Gerne hört man in diesen Kreisen auf die führenden Stimmen, die einen hinter den Kulissen mit „gutem“ Rat versorgen. Die zweite Gruppe sind die Spitzenpolitiker, denen man selektionsbedingt ausreichend Gier und Gerissenheit unterstellen kann. Sie dürften wissen, dass sie ihre Vorteile und Privilegien nur dann erhalten, wenn sie dem System treu dienen und sich das für ihre Karriere erforderliche Geld sowie die günstige Meinungsmache weiterhin brav erbetteln.

Wir von der Wissensmanufaktur werden immer wieder gefragt, wieso wir keine Partei gründen. Die Antwort ist ganz einfach. Wir wollen diesem System nicht als Partei dienen sondern das System an sich verändern. Viele neue Parteien träumen davon, was sie alles bewirken könnten, und warten darauf, dass ihre guten Ideen endlich das „öffentliche Interesse“ auf sich ziehen. Doch die Gestaltung der veröffentlichten Meinung ist ein Machtinstrument, das ausschließlich dem Systemerhalt verpflichtet ist. Viele gute Leute, die versucht haben, als politische Partei wahrgenommen zu werden, sind leider gescheitert oder haben den Mechanismus, der ihre Bemühungen aussichtslos macht, irgendwann durchschaut und aufgegeben. Anderen steht diese schmerzhafte Erkenntnis noch bevor.

Unterhalb dieser Ebenen stehen dann schließlich die Untertanen des Systems, und das sind wir alle, egal ob fleißig oder reich. Rein materiell betrachtet kann man zwar zwischen Gewinnern und Verlierern der Danistakratie unterscheiden. Doch diejenigen, die man allgemein aufgrund einer oberflächlichen, materialistischen Betrachtung für die Systemgewinner hält, sind meist auch nicht glücklich, auch wenn eine gewisse Dekadenz dies nach außen hin zu verbergen scheint.

2. Ziel-Zustand

Will man heute ein neues Gesamtkonzept präsentieren, erntet man im ersten Reflex oft Unverständnis bei vielen Menschen aus allen Bildungsschichten, auch wenn sie davon stark profitieren würden. Dies ist teilweise verständlich, da sich in unserer „schnelllebigen Zeit“ kaum jemand die Zeit nimmt, umfassende Lösungen komplett nachzuvollziehen. Heute ist man vor allem dank unserer Medienlandschaft daran gewöhnt, dass alles abgekanzelt wird, was man nicht in zwei Sätzen auf Talkshow-Niveau darstellen und seinen Gesprächsgegnern um die Ohren schlagen kann.

Wer die tatsächliche Neuordnung verstehen will, benötigt vor allem eine große Vorstellungskraft, denn dazu muss man sich zuerst von den Grenzen der heutigen Systeme und dem daraus resultierenden, möglicherweise vorhandenen Denkkorsett befreien. Die im Folgenden aufgezeigte Neuordnung besteht aus vier Bausteinen, die man sich leider viel zu oft im Kontext heutiger Rahmenbedingungen vorstellt. Einzeln in das heutige Finanz- und Wirtschaftssystem integriert, werden diese Bausteine jedoch völlig zu Recht als „nicht realisierbar“ bezeichnet. Wer seine Überlegungen jedoch von derartigen Einschränkungen befreit und vernetztes Denken beherrscht, der wird verstehen, dass eine sinnvolle Kombination der einzelnen Elemente in einer tatsächlichen Neuordnung mehr als nur realisierbar ist. Sie führt uns zu einer höheren Evolutionsstufe unserer gesamten Gesellschaftsordnung – jenseits von Gewinnmaximierung und Wachstumswahn.

Ziel-Zustand

Ziel des Plan B ist es, ein nachhaltiges Gesamtsystem zu definieren und dieses auch tatsächlich einzuführen. Es besteht aus den Bausteinen fließendes Geld, soziales Bodenrecht, bedingungsloses Grundeinkommen und freie Presse.

Plan B setzt sich aus diesen vier elementaren Bestandteilen zusammen, die zwar einzeln in unser heutiges System eingebaut nicht funktionieren würden, wohl aber in ihrer Zusammenwirkung im Rahmen einer tatsächlichen Neuordnung.

Die hierfür erforderlichen, tieferen Zusammenhänge in wenigen Sätzen einem Talkshow-Moderator oder einer Kanzlerdarstellerin zu erklären, ist natürlich aussichtslos, weshalb man uns trotz der Nachfragen in entsprechenden Show-Formaten nicht zu sehen bekommt. Ein gewisses Niveau des konstruktiven Umgangs miteinander sowie eine Bereitschaft, sich mit umfassenderen Gedankengängen auseinanderzusetzen ist eine Grundvoraussetzung für eine ernsthafte Diskussion. Des Weiteren ist es natürlich auch nicht zielführend, sich an die „Repräsentanten“ des alten Systems zu wenden, während die Entscheidungsträger bei der Debatte gar nicht anwesend sind.

Als wir den Begriff Plan B bekanntgaben, erreichte uns in vielen Reaktionen zuerst die Frage, was ist eigentlich Plan A? Plan A ist „alternativlos“ aus Sicht der heutigen Politikdarsteller und der zugehörigen veröffentlichten Meinung. Er beinhaltet also alles, was momentan läuft und scheitern wird. Dies ist mathematisch sicher und ergibt sich direkt aus dem Verständnis der Exponentialfunktion und ihrer Implementierung in unser Finanzsystem. Jeder, der diese Funktion nicht nur rechnen kann, sondern ihre Konsequenzen wirklich verstanden hat, also die daraus resultierenden Erkenntnisse auf seine alltäglichen Beobachtung übertragen kann, weiß, dass ein Wirtschaftssystem, in das eine Exponentialfunktion eingebaut ist, unmöglich nachhaltig funktionieren kann.

Rein technisch ist Plan A schon lange gescheitert. Die Verlängerung, in der wir uns momentan befinden, geschah auf Kosten des Rechtsstaates. Und je länger dies so weitergeht, desto stärker wird man die Rechtsbrüche und Unterdrückungsmaßnahmen steigern müssen, und zwar ebenfalls mit exponentiellem Wachstum. Die weitere Fortsetzung von Plan A führt zwangsläufig und systembedingt in eine Phase des Faschismus, die laut Definition dann gegeben ist, wenn Banken, Konzerne, Medien und Politiker das Volk gemeinsam unterdrücken.

Plan B ist die Alternative, die heute sofort in Kraft treten kann, um das alte System friedlich und geordnet in ein neues zu überführen. Er kann aber auch erst dann in Kraft treten, wenn das bestehende System nach der Phase des Faschismus gescheitert ist. Je früher die Umstellung erfolgt, desto früher werden sich die Lebensumstände aller Leidtragenden des bestehenden Systems enorm verbessern. Wir hoffen, dass es nicht erst noch so weit kommen muss, dass Polizei und Soldaten auf andere Menschen schießen müssen, denn die Voraussetzungen hierfür wurden gemäß Lissabon-Vertrag bereits geschaffen. Sparen wir uns diese sinnlose Endphase!

2.1 Fließendes Geld

Da der Umverteilungsmechanismus von Fleißig nach Reich, der jenseits aller steuerpolitischen Betrachtungen allein aus dem Geldsystem resultiert, nun hinreichend bekannt ist, möchten wir natürlich auch die von uns favorisierte Lösung einer gerechten Geldordnung kommunizieren. Wir bezeichnen sie als „fließendes Geld“. Dieses Geldsystem ist in erster Linie gemeinnützig und umverteilungsneutral. Dies wird dadurch gewährleistet, dass es anstelle von Zinsen eine andere Umlaufsicherung in Form einer Fließgebühr gibt. Die Erträge aus dem Betrieb dieses Systems fließen dann der Allgemeinheit zu, entlasten sie von Steuern und ermöglichen darüber hinaus ein bedingungsloses Grundeinkommen, welches wir in Kapitel 2.3 noch näher ausführen werden.

Die Privatisierung des Geldschöpfungsrechts in Verbindung mit der Zinsbelastung der gesamten in Umlauf befindlichen Geldmenge ist die zentrale Ursache unserer heutigen Situation. Das unglaubliche Privileg, dass private Institutionen Geld selbst herstellen und gegen Zins verleihen zu dürfen, wird durch das fließende Geld beendet. Das Geldschöpfungsmonopol wird sozialisiert, und die in Umlauf gebrachte Geldmenge von der Zinsbelastung befreit. Hierfür erhält eine dem Volk verpflichtete, gemeinnützige Zentralbank die Geldhoheit.

Die Gegner dieses Rechts auf Geldschöpfung durch eine öffentliche Institution bringen oft den Einwand, dies würde Inflation bedeuten, wenn die „Regierungen“ plötzlich die Macht über die Gelddruckmaschinen bekämen, denn der „Staat“ könne bekanntlich nicht mit Geld umgehen. An dieser Stelle muss man erwidern: „Haben wir die Inflation denn nicht auch schon heute unter der privaten Bankenmacht?“ Wir sprechen auch nicht davon, die Geldhoheit in die Hände derer zu legen, die heute als Politikdarsteller tätig sind. Für diese verantwortungsvolle Aufgabe benötigt man schon andere Menschen, und zwar solche, die nicht aufgrund einer negativen Auslese in den Parteiapparaten aufgestiegen sind, sondern stattdessen etwas vom Fach verstehen und obendrein gewisse charakterliche Grundlagen mitbringen, wie man sie bei unseren Spitzenpolitikern selektionsbedingt leider nicht vorfinden kann.

Eine wichtige Voraussetzung für die Beschäftigung mit dem Thema fließendes Geld ist es also, die verwendeten Begriffe exakt zu bestimmen, damit eine saubere Vokabelnutzung keine Zweideutigkeiten zulässt. Die Geldmacht darf nicht in privaten Händen, aber auch nicht bei den Regierungen liegen. Sie gehört einzig und allein in Volkes Hand, also dem wahren Staat, der nicht mit der Regierung verwechselt werden darf. Die Deutsche Bundesbank kann hierbei als Vorbild dienen, auch wenn sie durch die Dollarleitwährung nicht wirklich frei agieren konnte. Im Übrigen wäre es falsch zu behaupten, der Staat könne grundsätzlich nicht mit Geld umgehen. Richtig ist, dass die Politikdarsteller, die unter den heutigen Bedingungen eingesetzt werden, das Geldsystem nicht verstanden haben, während mit ihrer Unterstützung der Staat zur Hyperverschuldung gezwungen wird.

Eine gemeinnützige, öffentliche Zentralbank hat klar die Interessen der Menschen im Staat zu vertreten und nicht mehr die eines privilegierten, privaten Bankensystems.

Eine Umlaufsicherung bewirkt, dass Geld auch ohne Zinsen ständig im Umlauf bleibt. Einer Umlaufgebühr kann man leicht entgehen, wenn man sein Geld im Fluss hält, es also verleiht. Die Gebühr wird ähnlich einer Parkgebühr nur dann fällig, wenn jemand den Geldfluss behindert, indem er große Summen der Realökonomie vorenthält. Diese Umstellung des Zinses auf eine Umlaufgebühr ist die entscheidende Grundlage aller nachhaltigen Finanzsysteme – unabhängig von der Ausgestaltung diverser Details, denn sie bewirkt eine Befreiung von der verhängnisvollen Exponentialfunktion, die aus der zinsbehafteten Schuldgeldschöpfung resultiert. Sobald die Erträge aus dem Betrieb des Geldsystems der Allgemeinheit zufließen, anstatt einem privaten Geldmonopol, ergeben sich Möglichkeiten der Finanzierung öffentlicher Aufgaben, die heute nahezu unvorstellbar sind.

Die Frage, wer denn noch sein Geld verleiht, wenn er dafür keine Zinsen mehr bekommt, ist leicht zu beantworten. Die Gegenleistung für das Verleihen von Geld ist die Erhaltung des Geldes. Ein komplett neues Bankensystem ist die Folge, welches kein Geld mehr produziert, sondern im Rahmen einer neuartigen Dienstleistung vorhandenes Kapital als Kredit vermittelt. Die Kreditnehmer müssen dann statt hoher Kreditzinsen nur noch ganz oder teilweise die Umlaufgebühren der „Geldeigner“ übernehmen. Unter dieser Voraussetzung treffen sich Geldverleiher und Kreditnehmer auf Augenhöhe, da nun beide ein echtes Interesse an einem Darlehensvertrag haben. Dann werden plötzlich unglaublich viele sinnvolle Innovationen realisierbar, die im bestehenden System oft am verwehrten Kredit scheitern.

Bei besonderen Erfindungen, die den Wohlstand einer Gesellschaft erhöhen, kann der Staat dann auch selbst Kredite an innovative Unternehmer vergeben, indem er das Geld hierfür herstellt. Der Einwand der Inflation ist auch hier leicht zu entkräften, denn die haben wir ja im bestehenden System ebenso, da auch die Banken bei der Kreditvergabe neues „Geld“ herstellen. Heute erhält jedoch die Gesellschaft keinerlei Gegenleistung für diese Art der Geldentwertung. Wenn aber der Staat dieses Privileg selbst in die Hand nimmt, dann besteht der entscheidende Vorteil darin, dass die Menschen dann keine Steuern mehr dafür bezahlen müssen, wenn der Staat (also wir alle!) in Projekte investiert, die dem Gemeinwohl dienen.

Im bestehenden System muss sich der Staat frisch produziertes Kreditgeld von den Banken leihen und dafür immer mehr Zinsen bezahlen, wenn er z.B. in Forschung, Bildung und Infrastruktur investieren will. Auf diese Zusatzkosten kann man schlicht und ergreifend verzichten. Eine geringfügige, einkalkulierte Inflation (die nicht höher ist als die heutige!) kann als Preis für derartige Errungenschaften betrachtet werden und anstelle von Steuern „erhoben“ werden. Die Geldeigner werden diese Art von Steuer gerne tragen, da sie im Gegensatz zu heute nicht dem Finanztransfer von Fleißig nach Reich dient, sondern den Wohlstand für alle erhöht.

Als weiterer Effekt des fließenden Geldes werden dann auch Erfindungen möglich, die uns massiv die Arbeit abnehmen, wovor im heutigen System noch alle Angst haben. Auch hierzu folgt Näheres im Kapitel über das bedingungslose Grundeinkommen, welches eben nur in Kombination mit diesem Geldsystem möglich und sogar erforderlich ist.

Eine öffentliche Zentralbank mit dem Geldschöpfungsmonopol verändert die Rahmenbedingungen so massiv, dass viele der heutigen Volkswirte und Bankiers unsere Konzeptionen nicht verstehen. Zu lange denken sie schon in den Schranken des herrschenden Systems. Die meisten Bankvertreter wissen noch nicht einmal, dass ihr Institut mit nur 2.000 Euro Kundensparvermögen eine Basis für 100.000 Euro Kreditsumme zur Verfügung hat. Die Zinsen auf das so in Form von Schulden erzeugte Geld fließen danach den Kapital-Danistakraten zu und müssen durch Arbeit vom Schuldner erwirtschaftet werden. Beim fließenden Geld hingegen werden diese Zinsen eingespart, was der Allgemeinheit so viele Mittel bewahrt, dass neben der Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens sogar noch auf sämtliche Steuern verzichtet werden kann.

Es gibt noch andere Einwände und Vorwände gegen ein Geld ohne Zinsen, die sich jedoch alle von selbst entkräften, wenn man mit etwas gutem Willen versucht, die nötige Vorstellungskraft aufzubringen, um dieses neue System zu verstehen.

Betrachten wir zum Beispiel die Befürchtung, dass alle Marktteilnehmer in Gold flüchten könnten, um der Umlaufgebühr zu entgehen. Dies können sie gerne tun, denn der Marktpreis für solche Sachwerte spielt keine Rolle für das Funktionieren des Geldsystems als Teil der Infrastruktur einer Volkswirtschaft. Entscheidend ist, dass das Geld als Rechtseinrichtung in Form gesetzlicher Zahlungsmittel trotzdem und erst recht im Umlauf bleibt, also weiterhin fließt.

Auch die Frage „Wer leiht denn dem Staat dann noch Geld, wenn er keine Zinsen dafür bekommt?“ ist einfach zu beantworten: Niemand, und so soll es auch sein! Der Staat macht keine Schulden mehr, also stellt sich diese Frage gar nicht.

Was einzig bleibt, ist die Gefahr, dass hohe Vermögen spekulativ in Boden angelegt werden, was den Preis dieser begrenzten und allen Menschen gleichermaßen zustehenden Ressource in unbezahlbare Höhen treiben könnte. Würde man das fließende Geld isoliert unter heutigen Rahmenbedingungen einführen, dann bestünde diese Gefahr tatsächlich. An dieser Stelle sei jedoch weiterhin darauf verwiesen, dass die tatsächliche Neuordnung vier Bausteine beinhaltet, die aufeinander abgestimmt sind. Gelöst wird diese Frage durch die gleichzeitige Einführung eines sozialen Bodenrechts.

Diesen Text gibt es auch als Hörbuch:
Plan B – Hörbuch
vorgelesen von Andreas Popp

2.2 Soziales Bodenrecht

Die von uns geforderte komplette Erneuerung des existierenden römischen Bodenrechts ist eine sehr heikle Thematik, da manche Menschen sofort interpretieren wollen, man würde ihnen ihr „Eigentum“ streitig machen. Es ist wichtig zu realisieren, dass es in Anbetracht des bestehenden Systems keinen schuldenfreien Grund und Boden gibt, auch wenn man diese Tatsache gern verdrängt. Wenn man über einen längeren Zeitraum seine Grundsteuern nicht bezahlt, kommt unumgänglich der Zeitpunkt, an dem man sein Grundstück zwangsenteignet bekommt. Diese Art von Grundsteuer nimmt man offenbar als „gottgegeben“ hin.

Das soziale Bodenrecht sieht ebenfalls eine Art „Grundsteuer“ vor. Diese soll allerdings nicht wie heute über das verzinste Geldsystem nach oben verteilt werden, sondern denjenigen Menschen als Entschädigung zufließen, die kein Grundstück nutzen.

Jedes Grundstück hat einen Ertragswert, den man kalkulieren kann. Wird der Boden aber nicht genutzt, ist er wertlos. Diejenigen Teilnehmer am heutigen Finanzsystem, denen jährlich so große Finanzströme in Form von Zinseinnahmen zufließen, dass sie mit dem Ausgeben dieser Geldmassen kaum noch hinterherkommen, legen diese permanenten Zuflüsse gerne in reale Werte an, kaufen sich also Grundstücke, selbst wenn sie dann nur brachliegen. Gern melden sich dann diese Personen auch noch z.B. als „Landwirt“ an, um über die als „EU-Kommission“ bezeichnete Lobbyvertretungsbehörde Stilllegungsprämien für diese Grundstücke abzugreifen. Auch diese perfiden Spiele werden im Rahmen unserer integrierten Gesamtlösung automatisch ein Ende haben.

Im Buch „Der Währungs-Countdown“ (Andreas Popp) werden diese Zusammenhänge schlüssig durchleuchtet und allgemeinverständlich im Kontext erarbeitet. Vor allem aber wird auch die Lösung im bestehenden System beschrieben, denn eine Bodennutzungsgebühr als Entschädigung an die anderen Bewohner einer bestimmten Region verursacht im ersten Impuls eine vermeintliche Gefahr der Ungerechtigkeit. Da viele sogenannte Eigentümer ihr Land bereits ganz oder teilweise durch Arbeit oder Erbschaft abbezahlt haben, werden sie kaum bereit sein, nun Gebühren an Nichteigentümer zu bezahlen, die diesbezüglich keine Leistung oder Rechtsgrundlage vorzuweisen haben. Deshalb ist es wichtig, dass diese Eigentümer solange von den Nutzungsgebühren befreit bleiben, bis sich der Vermögenswert Boden theoretisch aufgezehrt hat. Nehmen wir an, jemand verfügt über ein „schuldenfreies“ Grundstück mit einem bestimmten Wert, dann wird diese Summe als eine Art Guthaben zugeordnet, das sich langsam reduziert, da man die Nutzungsgebühren jährlich abzieht. Auf der anderen Seite erhält man aber bereits Gebühren von anderen Grundstücksnutzern, die nicht (oder noch nicht) schuldenfrei waren.

Es geht uns darum, dass man keine rücksichtslosen Ungerechtigkeiten vornimmt, wie sie noch immer(!) ungeklärt sind, wenn man sich z.B. die sogenannten Zwangsenteignungen zwischen 1946 und 1949 in der sowjetischen Besatzungszone gegen die rechtlich einwandfreien Eigentümer ansieht. Wesentlich ist auch, dass man das soziale Bodenrecht nicht mit einem Pachtvertrag verwechselt, der z.B. nach 100 Jahren ausläuft und neu verhandelt werden muss, denn alle Menschen wollen Planungssicherheit und die wird es geben.

Sobald man die elementar wichtigen Zusammenhänge einer neuen Bodenrechtsordnung im Rahmen einer tatsächlichen Neuordnung verstanden hat, erkennt man, dass dadurch niemand etwas verliert. Dies gilt sowohl für die „Reichen“, als auch für die „Armen“. In Verbindung mit fließendem Geld wird lediglich die weitere Umverteilung von Fleißig nach Reich gestoppt, was bei allen(!) Wirtschaftsteilnehmern eine gravierende Erhöhung der Lebensqualität bedeutet.

Nun muss man allerdings zugeben, dass es einige Großkonzerne geben wird, die ihre Grundstücke dann nicht mehr halten werden, sondern verkaufen, da diese nun als Spekulationsobjekt unbrauchbar werden. Wir finden aber, dass man mit diesem „Preis“ leben kann, zumal die Betroffenen eher keine Menschen aus Fleisch und Blut sind, sondern eher juristische Personen wie Aktiengesellschaften oder andere Körperschaften, die gegründet und nicht geboren werden. Demjenigen, der hiergegen den Einwand einbringt, dass dann viele auf den Markt geworfene Grundstücke die Preise stark sinken lassen könnten, muss man entgegnen, dass sinkende Immobilienpreise vor allem sinkende Mieten für alle zu Folge haben. Über hunderte von Jahren haben die Grundstückseigentümer von den steigenden Preisen in Form von leistungslosen Spekulationsgewinnen partizipiert, weshalb man ihnen auch einen gewissen Rückgang des Marktpreises einmalig zumuten kann. Das ist ein erklärbarer Beitrag zur Reduktion der Umverteilung von Fleißig nach Reich, denn sinkende Preise für den Faktor Boden führen auch zu sinkenden Güterpreisen und somit zu mehr Wohlstand für die gesamte Gesellschaft.

Im Buch „Der Währungs-Countdown“ werden die konkreten möglichen Abläufe hierbei detaillierter beschrieben, die über zwei öffentliche Institutionen verwaltet werden, dem Bodenplanungs- und dem Grundbuchbüro. Gerade im Rahmen von überschaubaren Gemeinden oder Städten sind diese Umstrukturierungsmaßnahmen relativ unproblematisch umzusetzen, wenn die Menschen das gesamte Konzept verstanden haben.

2.3 Bedingungsloses Grundeinkommen

„Sozial ist, was Arbeit schafft.“ So oder ähnlich versucht uns die Parteipropaganda mit ihren niveaulosen Wahlplakaten einzufangen. Unterstellt wird bei einer solchen Aussage, man hätte das größte Glück der Erde erreicht, wenn man den ganzen Tag arbeiten darf. Die Grundlage dieser Aussage liegt in dem Dogma, welches wir schon seit frühester Kindheit eingeimpft bekamen: „Wer Geld verdienen will, muss arbeiten!“ Man sollte sich doch einmal fragen, warum es Menschen gibt, die ihr ganzes Leben lang nur schuften und niemals auf einen grünen Zweig kommen, während andere Personen niemals gearbeitet haben und immer in Saus und Braus leben können.

Arbeit und Einkommen werden in der veröffentlichten Darstellung fälschlicherweise untrennbar miteinander verknüpft. Erben reicher Familiendynastien haben bekanntlich ungleich bessere Chancen auf ein sorgenfreies Leben, als die Kinder, die in der x-ten Generation nur durch Arbeit ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen. Es geht bei dieser Aussage auf keinen Fall um eine Anklage der Erben, die systembedingt völlig rechtens ihr Leben ohne Arbeit verbringen. Trotzdem muss man an dieser Stelle auch einmal das System an sich auf Gerechtigkeit überprüfen. Vorhandenen Reichtum aufzuzehren ist eine legitime Angelegenheit. Eine ganz andere Sache ist jedoch der permanente Vermögensstrom von der arbeitenden Bevölkerung zu den „reichen Arbeitslosen“, der heute systembedingt stattfindet und immer stärker wird. Dies führt konsequent weitergedacht zu „Sao Paolo-Verhältnissen“. Dort haben sich auf einer Seite Slums entwickelt, während auf der anderen Seite durch Sicherheitsdienste abgeschottete Reichenghettos entstanden. Wenn man über diese systematische Entwicklung nachdenkt, kommt selbst ein „Reicher“ zu der Erkenntnis, dass die Lebensqualität auch für ihn als mangelhaft einzuordnen ist.

Erfolg kommt von „erfolgen“. Durch Leistungen (geistig und körperlich) entsteht Wohlstand und irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem die Bedürfnisse der Menschen weitgehend befriedigt sind. Das „Problem“ dieses Erfolges ist allerdings, dass dann viele Arbeiten nicht mehr erforderlich sind. Und während die Früchte dieser Arbeit nur den (Ver)-Führern der Danistakratie zufließen, fallen die arbeitenden Leistungsträger durchs Raster, wenn ihr Auftrag erledigt ist. Menschen und Maschinen erwirtschaften Gewinne. Aber die Gewinne werden einseitig an die Kapitaleigner verteilt, die diese Profite in technischen Fortschritt investieren, um danach die Menschen, die den Erfolg erst ermöglicht haben, auf die Straße zu setzen. Diese Ungerechtigkeit ist einfach und verständlich, auch wenn sie unsere Paradigmen auf den Kopf stellen.

Die Menschen wollen in erste Linie keine Arbeit, sondern ein Einkommen. Aus Angst vor Arbeitslosigkeit sind deshalb mittlerweile extrem viele „Einkommensplätze“ entstanden, die keinen Sinn machen – ganz im Gegenteil. Destruktive Jobs kann man im neuen System einfach abschaffen, weil darin das Anrecht der betroffenen Menschen auf eine Teilhabe am gesellschaftlichen Wohlstand auch dann erhalten bleibt, wenn ihre Arbeit entbehrlich wird. Denken wir nur an die vielen Menschen in der Steuerverwaltung, Wirtschaftsprüfung, Finanzindustrie usw., die eigentlich nur sinnlos Papier schmutzig machen. Aber auch z.B. die Krankheitsindustrie, deren Hauptaugenmerk darauf liegen muss(!), die Menschen langfristig krank zu halten, um die Arbeit dieser Branche unersetzbar zu machen. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Mit ein wenig Vorstellungskraft wird schnell klar, dass dann mit wesentlich weniger Arbeit für alle gleichzeitig mehr Wohlstand möglich ist.

Die tatsächliche Neuordnung beinhaltet ein bedingungsloses Grundeinkommen, welches nicht als Sozialleistung gemeint ist. Es ist ein kollektiver Anspruch auf Werte, die von vorherigen Generationen geschaffen wurden und von denen alle partizipieren sollen.

Das Ziel der wirtschaftlichen Aktivitäten sollte die Befreiung von der Arbeit sein!

Nun kommt natürlich gern der Einwand, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen gar nicht finanzierbar sei. Natürlich wäre es nicht finanzierbar in Euro, wohl aber in einer ganz anderen Geldordnung! Unser heutiges Geldsystem hat die Aufgabe, eine gigantische Transferleistung von Fleißig nach Reich zu finanzieren, die jenseits aller steuerpolitischen Überlegungen permanent stattfindet. Selbstverständlich bleibt dabei kein Spielraum für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Wir haben eingangs vorgerechnet, dass ein Haushalt, der über kein nennenswertes Vermögen verfügt, pro Jahr 10.000 Euro in das Zinssystem einzahlen muss. Ein Abschalten dieses Mechanismus wird die Höhe des erforderlichen bedingungslosen Grundeinkommens bereits drastisch reduzieren, da jeder Haushalt zuerst einmal von diesen permanenten, gewaltigen Zahlungen entlastet wird. Die übrige Finanzierung erfolgt dann leicht durch die Möglichkeiten, die das fließende Geld eröffnet.

Ein weiterer Einwand ist, dass dann keiner mehr arbeiten will. Wir sprechen aber nicht von einem bedingungslosen Spitzeneinkommen! Es heißt Grundeinkommen und wird von der Höhe her so bemessen, dass niemand mehr zur Arbeit gezwungen sein wird. Wer innerlich gekündigt hat, der kann es dann auch äußerlich tun. Vor allem Mütter, die wohl die wichtigste Aufgabe in einer Gesellschaft erfüllen, können dann, wenn sie es wollen, bei den Kindern bleiben, wobei gerade diese Leistungsträger aus unserer Sicht einen zusätzlichen Bezug erhalten müssten. Eine Mutter braucht ohnehin in unserer Gesellschaft wieder die höchste Anerkennung, die man überhaupt vergeben kann. Aber zurück zu dem Einwand, dass keiner mehr arbeiten würde, wenn er ein Grundeinkommen erhält. Der Mensch ist von Natur aus ehrgeizig und wird weiterhin mehr erreichen wollen, auch wenn er es nicht muss. Umfragen bestätigen, dass die meisten Menschen weiterhin arbeiten würden. Auch die Kreativität der Menschen wird stark ansteigen, wenn die heutigen Existenzängste verschwinden.

Die Frage „Und wer macht dann die ganze harte Arbeit?“ ist leicht zu beantworten. Diese Tätigkeiten werden dann eben höher bezahlt und erreichen schon allein dadurch das Ansehen, das sie verdienen. Es ist ja auch überhaupt nicht einzusehen, dass beispielsweise eine Krankenschwester oder ein Ingenieur weniger verdienen und weniger Ansehen bekommen soll, als jemand, der im Glaspalast sitzt und sich durch Lug und Trug an seinen Mitmenschen bereichert.

Was unter heutigen Rahmenbedingungen idealistisch klingen mag, ist in einer tatsächlichen Neuordnung real umsetzbar. Man muss nur die ausgetretenen Irrwege verlassen und darf sich die von uns genannten Bausteine eines nachhaltigen Gesamtsystems nicht isoliert unter heutigen Rahmenbedingungen vorstellen. Eine große Vorstellungskraft ist gefragt, um diese gesamten Zusammenhänge vollständig zu erfassen.

Im Zusammenhang mit fließendem Geld und sozialem Bodenrecht lässt sich auch das bedingungslose Grundeinkommen entspannt und nachhaltig darstellen. Damit lässt sich endlich auch das Menschenrecht auf Eigentum realisieren, welches eine angemessene Teilhabe jedes Menschen am insgesamt vom Volke erarbeiteten Vermögen vorsieht.

2.4 Freie Presse

Die Herstellung einer unabhängigen Presse hat vielleicht auf den ersten Blick wenig mit einem nachhaltigen Wirtschafts- und Finanzsystem zu tun. Sie ist jedoch eine unverzichtbare Grundlage hierfür. Wenn die Meinungshoheit bei denen liegt, die über das meiste Kapital verfügen, dann wird deren Interesse an einem leistungslosen Kapitalzufluss erneut mit Hilfe dieses Machtinstrumentes durchgesetzt. Zur dauerhaften Sicherung eines zinsfreien Geldsystems ist eine Gewaltenteilung zwischen Medien und Kapital noch wesentlich wichtiger als die Teilung der drei Staatsgewalten.

Es ist unserer Gesellschaft über Jahrhunderte hinweg nicht gelungen, so etwas wie eine unabhängige Presse zu schaffen. Die Medienmacht und somit die Meinungshoheit konzentriert sich in den wenigen Händen, die über die erforderlichen Milliarden verfügen.

Das mutmaßliche Interesse des Kapitals besteht natürlich darin, ein verzinstes Geldsystem durchzusetzen, welches wenigen Menschen ein arbeitsfreies Leben mit unermesslichem Zinsgenuss ermöglicht. Dass sich dann jedoch die Schere zwischen Fleißig und Reich immer weiter öffnet, die Menschheit immer wieder in Kriege geführt wird und der eingebaute Wachstumswahn eine hemmungslose Ausbeutung unseres Planeten zur Folge hat, ist allerdings die unvermeidbare Folge solcher Bestrebungen.

Diese enormen Verwerfungen, die dadurch entstehen, dass sich der gigantische Machtapparat der Massenmedien in den Händen des Kapitals befindet, erfüllen eindeutig jede Voraussetzung für die Anwendung von Grundgesetz Artikel 14 Absatz 2: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ In Absatz 3 ist des Weiteren geregelt, dass eine Enteignung dann zulässig ist, wenn sie für das Wohl der Allgemeinheit erforderlich ist. Hierfür gilt die Voraussetzung einer angemessenen Entschädigung, die unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen ist.

Zur Herstellung einer freien Presse ist es unumgänglich, diese Vorgaben des Grundgesetzes zur Anwendung zu bringen und in die Eigentumsrechte der meinungsbildenden Medienmacht im Interesse der Allgemeinheit einzugreifen. Erfolgen kann dies, indem der Zugang zur Meinungsmaschinerie für alternative Medien geöffnet wird – ähnlich wie auch die Telekom ihr Netz für andere Anbieter zur Verfügung stellen muss, oder wie auch Strom- und Bahnnetz für alternative Anbieter geöffnet wurden.

Umsetzen kann man diese notwendigen Maßnahmen durch eine Art „Medienlastenausgleich“, der die meinungsbildenden Medien dazu verpflichtet, einen bestimmten Anteil ihrer Frequenzen und bedruckten Flächen für alternative Medien zu öffnen, die ansonsten an der Eintrittsbarriere Kapital scheitern. Auf diese Weise wird erstmals in der Geschichte bewirkt, dass auch andere Meinungen als die der Kapitalinhaber über die Presse sowie über die großen Fernseh- und Radiosender verbreitet werden können.

Die Bemessung des Prozentsatzes der Ressourcen, die zur Verfügung gestellt werden müssen, wird so gestaltet, dass dieser sich automatisch aus dem Verbreitungsgrad des jeweiligen Mediums ergibt. Ein einmalig festgelegtes, transparentes Rechenmodell regelt dies automatisch in Abhängigkeit von der Reichweite des jeweiligen Mediums.

Der besondere Vorteil dieser mathematisch festgelegten, automatischen Regelung liegt in der Transparenz für alle Beteiligten. Dieses Verfahren schließt auch – im Gegensatz zu einer zentralen Medienaufsicht – Parteinahme und Machtmissbrauch aus.

Natürlich sollen diejenigen, die ihre Infrastruktur hierfür zur Verfügung stellen müssen, dafür entschädigt werden. Die Entschädigung der privaten Medieninhaber erfolgt durch öffentliche Mittel, die über die öffentliche Zentralbank bereitgestellt werden. Die Einführung der freien Presse geht also Hand in Hand mit den anderen Grundlagen der tatsächlichen Neuordnung und ist natürlich auch nur dann finanzierbar. Wie die anderen Bausteine der tatsächlichen Neuordnung auch, darf man also auch die freie Presse nicht isoliert unter den Rahmenbedingungen betrachten, die heute noch herrschen.

Eine Ausnahme bei dieser Betrachtung stellt natürlich der öffentlich-rechtliche Rundfunk dar, dessen Aufgabe es eigentlich ohnehin sein müsste, die Menschen neutral mit Wissen zu versorgen. In Zukunft werden politische Karrieren ganz anders verlaufen als heute, und der Politikertypus, der heute unter dem Einfluss des Kapitals und der privaten Massenmedien steht, entwickelt sich zum Auslaufmodell. Somit kommt die Kontrolle der öffentlich-rechtlichen Medien von ganz allein in wesentlich objektivere Hände.

Ein nachhaltiges Gesamtsystem als tatsächliche Neuordnung

Die Kombination dieser vier Bausteine schafft eine tatsächliche Neuordnung, die uns die Abschaffung aller Steuern, ein bedingungsloses Grundeinkommen und eine erhebliche Reduktion unserer Arbeitszeit ermöglicht.

Diese Ziele mögen aus heutiger Sicht hochgegriffen klingen, vielleicht gar idealistisch. Hält man sich jedoch vor Augen, dass heute im Durchschnitt jeder Haushalt, der über kein nennenswertes Vermögen verfügt, pro Jahr rund 10.000 Euro Transferzahlungen in das Zinssystem abführen muss, wird schnell klar, welch enormes Potential sich freisetzen lässt, sobald dieser Kapitalstrom von Fleißig nach Reich abgeschaltet wird.

Selbstverständlich ist es auch dann noch möglich, weiterhin Steuern zu erheben, wenn sie sinnvoll sind, um bestimmte Prozesse zu „steuern“. Daher kommt ja auch der Begriff „Steuern“. Ihr ursprünglicher Zweck bestand nicht in der Beraubung, sondern in der Steuerung, so dass man beispielsweise Verhaltensweisen fördert, die der Gesellschaft und der Natur zugutekommen, während man destruktives Verhalten besteuert.

Wer nun noch den Einwand erhebt, dass die Abschaffung aller Steuern viele Steuerberater und Finanzbeamte arbeitslos mache, der möge sich bitte noch einmal die vier Bausteine des nachhaltigen Gesamtsystems genau anschauen, insbesondere das bedingungslose Grundeinkommen. Wir können es uns dann leisten, alle Steuerberater und Finanzbeamten sowie alle anderen Menschen, die sich heute mit der sinnlosen Verwaltung eines unnötigen Steuersystems beschäftigten müssen, mindestens in gleicher Höhe wie bisher weiterhin zu bezahlen. Selbst wenn wir all diese Menschen in bezahlten Dauerurlaub schicken, wird sich die Menge an Waren und Dienstleistungen, die unsere Volkswirtschaft erzeugt, nicht reduzieren, im Gegenteil, sie wird sogar steigen, da auch der produktive Anteil der Bevölkerung durch den Wegfall der unnötigen Formalitäten entlastet und in seiner eigentlichen Arbeit nicht länger behindert wird.

Die produktiv arbeitenden Menschen versorgen den unproduktiven (und trotzdem hart arbeitenden!) Teil der Gesellschaft auch heute schon mit Waren und Dienstleistungen. Und diejenigen, die tagtäglich sinnlose Formulare wälzen müssen, haben meist ohnehin keinen Spaß an ihrer nutzlosen Arbeit. Sie können es dann in ihrer Freizeit – wenn sie denn unbedingt eine Beschäftigung brauchen – mit produktiver Arbeit versuchen und damit die wirklich werktätigen Menschen entlasten, die es unter den neuen Rahmenbedingungen begrüßen werden, wenn ihnen jemand die Arbeit abnimmt.

Die tatsächliche Neuordnung wird Arbeitslosigkeit erstmals in der Geschichte ganz neu definieren, nämlich nicht als Katastrophe, sondern als Errungenschaft, die von uns allen angestrebt wird. Weniger Arbeit bei mehr Wohlstand, Beendigung des Wachstumswahns und ein Leben im Einklang mit unseren Mitmenschen und unserem begrenzten Planeten sind die realistische Alternative für das Zeitalter nach dem Kapitalismus, das man in einer tatsächlichen Neuordnung auch als Zeitalter des Humanismus bezeichnen kann.

3. Der Weg zum Ziel

3.1 Grundlagen

Nachhaltige Wirtschafts- und Finanzsysteme findet man in der Literatur und im Internet in einer kaum überschaubaren Vielfalt. Es kommen auch täglich Menschen auf uns zu, die uns noch mehr innovative Ideen vorstellen möchten. Wir haben jedoch keinen Mangel an nachhaltigen Modellen für die Zukunft. Wir haben einen Mangel an konkreten Handlungsmöglichkeiten, mit denen man ein besseres Modell zur Umsetzung bringen kann. Theorien, die in den Bibliotheken verstauben, gibt es genug, und wir betrachten es nicht als unsere Aufgabe, den Archiven noch ein weiteres Werk hinzuzufügen.

Es ist jetzt die Zeit zum Handeln! Es geht um einen realistischen Weg, der den heutigen Zustand mit dem gewünschten Ziel verbindet. Das Zeitfenster des nahenden Zusammenbruchs des heutigen Finanzsystems ist eng, und es besteht die große Gefahr, dass dieselben Machtstrukturen danach mit demselben System einfach einen Neustart durchführen, wonach die Ausbeutung der Menschen und der Erde für weitere Generationen noch weiter voranschreiten würde.

Bei der Ausarbeitung des Plan B lag es uns daher besonders am Herzen, den wichtigen Aspekt der Umsetzung zu integrieren. Plan B beinhaltet also neben dem nachhaltigen Gesamtsystem vor allem auch die konkreten Maßnahmen, also den Weg zum Ziel. Wir gehen nun den entscheidenden Schritt weiter und beginnen. Wir wenden uns hierbei natürlich nicht an die Politikdarsteller und werben auch nicht um ihre Gunst, wenngleich wir diesen Versuch pro forma in einem ersten Schritt durchführen müssen, um den Bestimmungen des Grundgesetzes Genüge zu tun.

Die zwei wichtigsten Grundlagen, damit das nachhaltige Gesamtsystem nicht nur Theorie bleibt, sondern zu einer tatsächlichen Neuordnung wird, ist die Errichtung einer öffentlichen Zentralbank mit alleinigem Geldschöpfungsrecht und eine Befreiung von der sogenannten Staatsverschuldung. Für beides werden wir die notwendigen Maßnahmen selbst einleiten.

Im Rahmen des fließenden Geldes wird das Geldschöpfungsmonopol auf diese öffentliche Zentralbank übertragen. Kreditäre Geldschöpfung durch Geschäftsbanken ist dann nicht mehr möglich, so dass sich die Aufgabe der Banken wieder auf die Vermittlung von Kapitalnachfrage und Kapitalangebot konzentriert. Die aus der heute praktizierten Giralgeldschöpfung resultierende, immer schneller wachsende Staatsverschuldung wird dann gestoppt.

Weg-Grundlagen

Im diesem Zuge wird dann auch die überfällige Staatsentschuldung durchgeführt. Hierfür gibt es prinzipiell drei Möglichkeiten.

Die von den Politikdarstellern nach wie vor suggerierte Methode ist die Rückzahlung der Staatsschulden. Es ist jedoch kaum vorstellbar, mit welchen Repressalien der Staat den Steuerzahlern zwei Billionen Euro abnehmen könnte, um dieses Geld dann an Banken und Vermögende zu übertragen, deren Forderungen größtenteils aus dem unsittlichen Zinseszinssystem resultieren. Aber abgesehen davon scheidet diese Methode schon allein dadurch aus, dass sie mathematisch und finanztechnisch unmöglich ist. Da sämtliches im bisherigen System vorhandene Geld in Form von Schulden entstand, würde selbst der Versuch einer Rückzahlung eine sprunghafte Reduktion der Geldmenge bewirken. Die Wirtschaft käme mangels Tauschmittel zum Erliegen, und unnötiges Leid wäre die Folge.

Da die Rückzahlung somit ausscheidet, stellt sich die Frage nach einer Annullierung der Staatsschulden, was den Staatsbankrott bedeutet. Ein Staatsbankrott ist bei Weitem nicht so dramatisch wie es heute dargestellt wird, es kommt nur darauf an, wie man ihn gestaltet. All die Staaten, die in der Geschichte (zum Teil schon mehrfach) bankrott waren, sind heute nach wie vor auf der Landkarte zu finden. Die Annullierung der Staatsschulden führt nur dann zu Not und Elend, wenn man sie falsch anpackt. Waren und Dienstleistungen sind im Überfluss vorhanden. Die physische Ökonomie wird von einem Staatsbankrott überhaupt nicht tangiert, wenn man die richtige Methode anwendet.

Eine Rückzahlung der Staatsschulden ist also unmöglich, und eine Annullierung unter Anwendung der falschen Methode würde zu einer unnötigen Gefährdung der öffentlichen Ordnung und unseres Wohlstands führen. Daher stellt sich nun natürlich die Frage nach der richtigen Methode, die die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt, Ruhe und Ordnung sowie die Funktionsfähigkeit der physischen Ökonomie bewahrt.

Diese Methode einer sauber kontrollierten Staatsentschuldung, die die Menschen entschuldet, aber nicht enteignet, besteht darin, Staatsanleihen unter Aufhebung der Zinspflicht in gesetzliche Zahlungsmittel zu konvertieren. Anders ausgedrückt: Jemand der seine Ersparnisse heute in Staatsanleihen investiert hat, geht im Gegensatz zum unkontrollierten Staatsbankrott nicht leer aus, sondern erhält durch diese Umwandlung ein Guthaben in gleicher Höhe. Oder ganz anders ausgedrückt: Das Geld im Gegenwert der Staatsanleihe wird auf diese Weise erzeugt.

An diesem Punkt wird natürlich bei entsprechend konditionierten Systemvertretern sofort der Inflationsreflex ausgelöst. Dabei ist es jedoch mathematisch zwangsläufig, dass eine Fortsetzung des bestehenden Geldsystems eine wesentlich höhere Inflation zur Folge hätte. Momentan wächst die Geld- und Schuldenmenge exponentiell. Sie muss sich daher immer weiter von der realen Wirtschaftsleistung entfernen, die dauerhaft keinesfalls exponentiell wachsen kann. Eine Umwandlung der Staatsanleihen in Guthaben hätte zwar eine Ausweitung der Geldmenge zur Folge. Dies geschähe jedoch einmalig und final, während die Inflation im herrschenden Finanzsystem theoretisch endlos weitergehen muss.

Die inflationäre Wirkung wird demnach dauerhaft deutlich geringer sein als bei einer Fortsetzung des bestehenden Systems. Es bleibt die Frage nach der kurzfristigen Auswirkung auf die Verbraucherpreise. Hierbei ist zu beachten, dass die in Staatsanleihen angelegten Gelder, nur weil sie in Guthaben konvertiert werden, nicht schlagartig nachfragewirksam auf den Markt strömen. Bei diesem Kapital handelt es sich um Sparvermögen, das nicht für den kurzfristigen Konsum sondern für Vorsorgezwecke vorgesehen ist.

Es bleibt zu erwähnen, dass nicht die gesamte Staatsverschuldung auf diese Weise in Guthaben konvertiert wird, sondern lediglich der Anteil, dem tatsächlich Spargelder gegenüberstehen. Staatsschulden, die allein aus der Giralgeldschöpfung durch Geschäftsbanken resultieren, waren ohnehin nie für eine Rückzahlung vorgesehen, sondern dienten von Anfang an nur dazu, den Steuerzahlern das Geld für die Zinsen aus den Taschen zu ziehen. Dieser Teil der Staatsverschuldung, dem keinerlei reale Grundlage gegenübersteht, kann ohne Auswirkungen auf Menschen und Realwirtschaft ersatzlos annulliert werden.

An dieser Stelle soll auch der Erfinder dieser Methode der Staatsentschuldung gewürdigt werden. Es ist Gottfried Feder (1883 – 1941), der diese Idee schon 1919 in seinem „Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft“ veröffentlichte. Heute wird dieser große Wirtschaftstheoretiker leider noch immer mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht, obwohl er ab 1933 keine Rolle mehr spielte und seine Zinskritik von da an von Kapitalisten, Kommunisten und Nationalsozialisten gleichzeitig bekämpft wurde.

Die Einführung einer öffentlichen Zentralbank mit Geldschöpfungsmonopol und die Staatsentschuldung sind die zentralen Voraussetzungen für den Übergang zur tatsächlichen Neuordnung. Nun kommen wir zu den konkreten Maßnahmen, mit denen wir diese Grundlagen schaffen und die vier Komponenten des nachhaltigen Gesamtsystems umsetzen werden.

3.2 Umsetzung

Wir stellen keine Forderungen an irgendeinen Politikdarsteller. Es wäre töricht, sich z.B. an den Darsteller eines Arztes in einer Fernsehserie zu wenden, um ihn nach einer realen Herztransplantation zu fragen, selbst wenn dieser Darsteller möglicherweise sogar zusagen würde. Wer einen Schauspieler mit der Rolle verwechselt, die er spielt, der wird vermutlich auch Angela Merkel mit Frau Bundeskanzlerin ansprechen und von ihr erwarten, dass sie den Karren aus dem Dreck zieht. Das kann sie nicht, und das ist auch nicht ihre Aufgabe. Hierzu fehlt ihr – wie jedem anderen Politikdarsteller auch – die Kompetenz in jeder Hinsicht, also sowohl die fachliche Kompetenz als auch die Entscheidungskompetenz.

Wir bitten keinen der heutigen Marionetten der Danistakratie darum, irgendetwas zu tun, sondern wir machen es selbst. Dennoch werden wir in einem ersten Schritt, um die Vorgaben des Grundgesetzes einzuhalten, die Politikdarsteller vor eine Entscheidung stellen, die zeigen wird, ob unsere Analysen richtig sind. Es könnte ja sein, dass wir uns irren. Vielleicht haben wir ja gar keine Danistakratie, sondern eine wunderbar funktionierende „Demokratie“, und die Parlamentarier warten nur darauf, dass sie endlich ein Konzept wie unseres bekommen, um es dann ebenso schnell durchzuwinken wie derzeit jeden „alternativlosen“ Rettungsschirm auf Kosten der arbeitenden Menschen.

Laut Grundgesetz Artikel 20 Absatz 2 hat die Staatsgewalt vom Volke auszugehen. Demgegenüber steht heute ein Finanzsystem, von welchem nahezu das gesamte Volk überhaupt nicht profitiert. Wenn „alternativlose“ Rettungspakete vom Volke zwangsweise abverlangt werden, dann geht die Staatsgewalt eben nicht vom Volke aus. Die Vorgaben des Grundgesetzes sind hierdurch bereits verletzt.

Es stellt sich nun die Frage, was wohl passieren würde, wenn man ein neues Finanzsystem, welches nachweislich dem Volke dient, per Gesetzesentwurf in den Bundestag einbringen würde. Dieser Schritt mag zwar einen vorhersehbaren Ausgang haben, aber die weiteren Schritte erfordern, dass man ihn versucht hat.

Wir sind also momentan dabei, die Grundlagen und Maßnahmen zur Herstellung einer tatsächlichen Neuordnung in Gesetzesentwürfe umzuwandeln, um diese dann auf dieselbe Art und Weise durch den Bundestag zu schleusen, wie es die Lobbyisten des Finanzsystems heute ständig tun. An den erforderlichen Kontakten zu Abgeordneten mangelt es unserem Institut natürlich nicht. Wir werden also in die Rolle von Lobbyisten schlüpfen. Der Unterschied zu den üblichen Lobbyisten des Finanzsystems besteht natürlich darin, dass wir uns wohl mit Fug und Recht als Lobby des Volkes bezeichnen dürfen, denn wenn die tatsächliche Neuordnung in Kraft tritt, dann werden alle Menschen davon profitieren.

„Das Volk als Lobbyist?“ So etwas gab es in der Geschichte der BRD bisher noch nie. Allerdings möchten wir an dieser Stelle auch gleich die Hoffnungen bremsen. Die Vorstellung, dass sich das Parlament dem Volke anschließen könnte, halten wir selbst für illusorisch. Den Personen, die heute Regierung spielen, trauen wir eine derartige Machtübernahme nicht zu. Wir rechnen also natürlich nicht ernsthaft damit, dass man unsere Gesetzesentwürfe ebenso schnell und ungeprüft durchwinken wird, wie die von der Finanzmacht eingereichten Enteignungsmaßnahmen gegen das deutsche Volk. Falls doch, dann haben wir uns eben diesbezüglich glücklicherweise geirrt. Das stört uns dann nicht weiter, sondern ganz im Gegenteil, das Ziel wäre schneller als gedacht erreicht, und wir sparen uns die weiteren Schritte.

Nach einem Scheitern dieses gut gemeinten Versuchs, werden sich die Fronten natürlich etwas verhärten und damit auch die Maßnahmen. Gemäß Grundgesetz Artikel 146 gilt: „Dieses Grundgesetz [...] verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.“ Die gesetzlichen Bestimmungen zur Durchführung einer solchen Entscheidung sind zwar noch nicht vorhanden, aber auch hieran arbeiten wir auf dieselbe oben genannte Weise ebenso wie an dem dann erforderlichen Verfassungsentwurf.

Wenn auch diese Versuche scheitern, wovon wir angesichts der nicht vorhandenen Gewaltenteilung zwischen Kapital, Medien und Politik leider ausgehen müssen, dann bliebe an sich nur die Möglichkeit, dem Zerfall des bestehenden Systems tatenlos zuzusehen. Das Zinseszinssystem würde seine verheerende Wirkung noch auf die Spitze treiben. Exponentiell wachsende Zins- und Steuerzahlungen können theoretisch noch so lange erzwungen werden, bis sie das linear wachsende Bruttoinlandsprodukt übersteigen, was aufgrund der Zinseszinsfunktion mathematischen zwangsläufig ist. Dies wäre dann aber auch der allerspäteste Zeitpunkt für das vorprogrammierte Ende dieses Systems.

Weg-Umsetzung

Bis dieses Ende erreicht ist, wird allerdings ein immer stärkerer Machtapparat aus Banken, Konzernen, Medien und den ihnen dienenden Politikern und „Staatsdienern“ immer stärkere Unterdrückungsmaßnahmen gegen das Volk durchführen müssen. Der Vertrag von Lissabon lässt bereits das Schlimmste befürchten. Diese Zeit nennen wir die Phase des Faschismus. Sie geht einher mit der Beseitigung der verfassungsmäßigen Ordnung, die dann (noch stärker als bisher) voranschreitet. Der Verfassungsschutz und alle anderen „Staatsdiener“ sind angesichts dieser zwangsläufigen Entwicklung aufgefordert, dem wahren Staat, also allen Menschen zu dienen, und nicht länger diesem verfehlten Finanzsystem und seinen Aggregaten. Sie haben die Pflicht, die Beseitigung der verfassungsmäßigen Ordnung, die momentan von Brüssel, Berlin und Karlsruhe aus betrieben wird, zu verhindern.

Wir hoffen nicht, dass wir die Phase des Faschismus noch absolvieren müssen. Doch angesichts des dargestellten Sachverhalts, ist genau dies leider unsere Prognose. Daher haben wir auch für diese Phase die notwendigen Maßnahmen bereits ausgearbeitet.

Gemäß Grundgesetz Artikel 20 Absatz 4 gilt: „Gegen jeden, der es unternimmt, diese [verfassungsmäßige] Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“

Diese vorgeschriebene „andere Abhilfe“ haben wir nun beschrieben. Mit ihrer Umsetzung haben wir bereits begonnen. Wenn diese Maßnahmen scheitern, dann stellt sich im Prinzip nur noch die Frage, ob die Revolution aller Menschen gegen das System, das sie unterdrückt, gewaltsam oder friedlich ablaufen wird.

Die Wissensmanufaktur steht selbstverständlich klar für die friedliche Variante ein. Die Methode des Widerstands muss allerdings durchdacht sein und berücksichtigen, dass Mehrheiten mangels Medienunterstützung illusorisch sind. Wir benötigen also einen Weg, bei dem es genügt, wenn nur fünf bis zehn Prozent der Menschen mitwirken. Dies ist ein realistisches Potential, welches man trotz der gegebenen Umstände erreichen kann. Gäbe es eine freie Presse, könnte man ja auch eine Partei gründen und eine sinnvolle Veränderung über Wahlen versuchen, doch dieser Weg ist leider verbaut.

An diesem Punkt stellt sich natürlich die Frage, was jeder Einzelne heute schon konkret tun kann. Dieses Thema wird unter www.wissensmanufaktur.net/steuerboykott (Rico Albrecht) näher erläutert, wobei speziell die Methoden des aktiven und passiven Widerstands schonungslos und allgemeinverständlich aufgearbeitet werden.

Die Perspektive

Eine Exponentialfunktion kann sich auch positiv auswirken, nämlich dann, wenn immer mehr Menschen die genannten Zusammenhänge verstehen und für eine Veränderung eintreten. Noch sind es wenige Menschen, die langsam erwachen, aber es werden immer mehr und dieser Prozess geht nur in eine Richtung. Wenn wir uns jetzt in dieser wichtigen Zeitphase nicht auseinanderdividieren (lassen) und uns nicht in Details einzelner Lösungsmodelle verzetteln, dann haben wir eine gute Chance, dass das heutige System an diesem historischen Scheideweg nicht wieder neu aufgelegt wird. Es liegt an uns Danistakraten. Rücken wir also zusammen und arbeiten gemeinsam an einem STOPP dieses Wahnsinns! Wir haben es in der Hand, bei dem bevorstehenden Crash die Weichen zu stellen für eine tatsächliche Neuordnung.

Unsere Nachfahren werden es uns danken.

Ihr Andreas Popp und Rico Albrecht, November 2011…

Quelle/Gesamter Text: www.wissensmanufaktur.net

**Hitler – der erste “Saddam” der USA…** – Wer finanzierte Hitler und die NSDAP?

Dienstag, den 21. Oktober 2014

(Aus gegebenem Anlass hier noch einmal ein Artikel aus dem Jahr 2007)

Ohne Geld keine Revolution, ohne Geld kein Hitler. Wer gab der NSDAP soviel Geld, daß sie innerhalb von zehn Jahren aus dem Nichts an die Macht kommen konnte? Unsere Spurensuche zeigt: Niemand spendete Hitler aus Idealismus Geld. Jeder sah in ihm einfach ein Mittel zum eigenen Zweck. Eine Rezension über das Buch “Der finanzierte Aufstieg des Adolf H.” von Wolfgang Zdral.

Geld ist das Brecheisen der Macht. Friedrich Nietzsche

Bevor wir Hitlers weiteren Aufstieg zur Macht weiterverfolgen, gehen wir hier der Frage nach, wer seine Geldgeber waren. Denn Geld ist das Benzin, nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Weltpolitik. Zu Recht kommentiert das Ministerium des Äußeren im Jahre 1923 über die Nazis: “Wie zum Krieg, so gehört zur Revolution erstens Geld, zweitens Geld, drittens Geld. Ohne Geld keine Revolution.” :

Als Adolf Hitler im Herbst 1919 erstmals zur NSDAP stößt, befinden sich in der Parteikasse gerade mal 7 Mark und 50 Pfennig. “Das war ja eine Vereinsmeierei allerärgster Art”, erinnert sich Hitler. “Außer einigen Leitsätzen war nichts vorhanden, kein Programm, kein Flugblatt, überhaupt nichts Gedrucktes, keine Mitgliedskarten, ja nicht einmal ein armseliger Stempel.”1 Hitler bemüht sich um zusätzliches Geld, doch das ist eine frustrierende Arbeit, welche die Parteikasse nach großen Anstrengungen auch nur mit lächerlich geringen 700 Reichsmark füllt.

Die politische Existenz der NSDAP steht denn auch mehr als einmal in Frage: Nach dem mißglückten Hitler-Putsch im Herbst 1923 wandert der NS-Chef ins Gefängnis, die Partei wird bis 1925 verboten und die Regierung beschlagnahmt das Vermögen. “Bis zu den ersten Reichstagswahlen mit NSDAP-Beteiligung bleibt die Basis wackelig”, schreibt Wolfgang Zdral in seinem Buch “Der finanzierte Aufstieg des Adolf H.”. Im Januar 1928 berichtet die Münchner Polizei: “Die von Hi tler immer wieder behaupteten Fortschritte der nationalsozialistischen Bewegung treffen besonders für Bayern nicht zu. In Wirklichkeit ist das Interesse an der Bewegung sowohl auf dem Lande als auch in München im Abflauen begriffen. Sektionsversammlungen, an denen im Jahre 1926 noch 3.000 bis 4.000 Personen teilnahmen, sind nur mehr von höchstens 60 his 80 Mitgliedern besucht.”2

Auch das Votum der deutschen Wähler am 20. Mai 1928 fällt für die Nationalsozialisten enttäuschend aus: Nur zwölf Abgeordnete dürfen in den Reichstag einziehen – von Erfolg kann da noch keine Rede sein. Dies ändert sich erst mit der Wahl vom 14. September 1930, bei der die NSDAP 107 Mandate erzielt. Zdral: “Eine absolute Mehrheit schafft Hitler bis zu seiner Machtübernahme nie; 37 Prozent der Stimmen bleiben sein bestes Ergebnis.”

Es war also keineswegs ein unaufhaltbarer Aufstieg, durch den Hitler an die Macht kam. Um das Jahr 1928 hätte die NSDAP genau so gut wieder untergehen können – wenn da nicht auf einmal beträchtliche Parteispenden gewesen wären, die Hitler die Mittel für gewaltige Propagandaschlachten lieferten.

Dieser Artikel soll der Frage nachgehen, wer Hitler und der NSDAP wann wieviel Geld aus welchen Gründen gegeben hat – wenn auch diese Frage nicht endgültig zu beantworten ist, da viele Dokumente “verschollen” und manche Quellen nicht über alle Zweifel erhaben sind.

Die ersten Geldgeber Hitlers

Wenn ein kleiner österreichischer Gefreiter innerhalb von vierzehn Jahren aus dem Nichts eine Massenbewegung aufbaut, wenn er eine Hunderttausende zählende Privatarmee wie die SA auszurüsten (die SA hatte 1924 30.000, 1930 80.000, 1932 220.000, 1933 400.000 und 1934 etwa 4 Millionen Mitglieder), auszubilden und zu ernähren vermag und eine gewaltige Propagandamaschinerie inklusive Großveranstaltungen mit hunderttausend Teilnehmern finanziert, wenn er zweimal die Woche und später täglich den Völkischen Beobachter herausgeben kann, wenn er überall klotzt und nicht kleckert – feudale Parteizentralen kauft, Tausende von Flaggen und gleich zwei Flugzeuge aufs Mal – dann muß das Geld in Strömen fließen oder gigantische Schuldenberge müssen in die Höhe wachsen.

Bei Hitler ist beides der Fall. Das Geld fließt überreichlich und reicht doch oft nicht aus. “Selbst die engsten Getreuen Hitlers leiden unter den maßlosen Ansprüchen des Chefs”, schreibt Wolfgang Zdral in “Der finanzierte Aufstieg des Adolf H.”. Joseph Goebbels nach der Eröffnung der Berliner NS-Dependance: “Die Finanzlage war katastrophal. Der Gau-Berlin besaß damals nichts als Schulden. ( … ) Keiner will uns Kredit geben. Wenn man die Macht hat, kann man Geld genug bekommen, aber dann braucht man es nicht mehr. Hat man die Macht nicht, dann bedarf man des Geldes, aber dann bekommt man es nicht.”

Zwar stellen die Behörden nach Hitlers Putschversuch im Jahre 1923 fest, dass die NSDAP über ein Vermögen von 170.000 Goldmark verfügt (damals enorm viel Geld), doch die Partei hatte bei der Machtübernahme mehrere Millionen Mark Schulden und die SA-Leute mußten auf die Straße, mit ihren Büchsen klappern und Geld zusammenbetteln.

Ohne massive Geldspenden hätte also die NSDAP niemals den Lauf der Weltgeschichte dermaßen beeinflussen können, wie sie es später tat. Hitler wäre ein belächelter Eiferer unter vielen geblieben, eine verkrachte Existenz mit Größenwahn.

Deshalb ist es gerechtfertigt, daß man den Spuren des Geldes folgt und fragt: Welche Kreise haben Hitler langsam, aber sicher zur Macht verholfen? Gab es einen Augenblick, wo man ihn durch Entzug von Spenden hätte stoppen können? Oder war er nur eine willkommene Figur im Schachspiel der wirklich Einflußreichen? In einem Spiel, bei dem die Regeln von unsichtbaren Spielern gemacht werden?

Dichter, Gönner, Magier – Dietrich Eckart 1920

Dietrich Eckart Der Schriftsteller Dietrich Eckart (Bild links), ein depressiver morphium- und alkoholsüchtiger Frauenhasser, jener Mann, der nach Hitlers eigenem Bekunden die größte Bedeutung für seinen Lebensweg hatte, weiht den jungen Revolutionär nicht nur in schwarzmagische Riten ein, sondern öffnet ihm auch finanziell immer wieder Türen. Zu seinen frühesten Gönnern gehört das Ehepaar Edwin und Helene Bechstein, Miteigentümer der berühmten Pianofabrik C. Bechstein. Helene Bechstein nimmt den jungen Hitler unter ihre Fittiche, bringt ihm Benehmen bei und die richtige Art, sich zu kleiden. Immer wieder gibt sie ihm Geld; einmal die stolze Summe von 45.000 Mark als Darlehen, die er in gegenseitigem Einverständnis aber nie zurückzahlt. Sie überlässt ihm auch wertvolle Kunstgegenstände, die Hitler als Sicherheit einsetzt, wenn er Kredite braucht. Eckart leiht Hitler ebenfalls Geld, beispielsweise, als dieser im Herbst 1922 zwei Lastkraftwagen kauft.

Geldspenden

Bild links: Sie alle ermöglichten Hitlers Aufstieg zur Macht mit der Leistung oder Vermittlung teils erheblichen Geldspenden. Gegen den Uhrzeigersinn von links oben: John Pierpont Morgan, amerikanischer Bankier; adlige Exil-Russen, welche das Zarenreich (Flagge) wiederherstellen wollten; Dr. Max Erwin von Scheubner-Richter; Kurt Lüdecke; Benito Mussolini; Emil Kirdorf; John D. Rockefeller; Frankreich; Stahlbaron Fritz Thyssen; Henry Ford, US-Autokönig; Dietrich Eckart

Hitler erkennt bald, dass er eine Propagandawaffe benötigt. So nutzt er Ende 1920/Anfang 1921 die Gelegenheit und kauft die in finanzielle Schräglage geratene Zeitung Der Völkische Beobachter. Eckart ist es, der die zwei dafür notwendigen Kredite von knapp 120.000 Mark auftreibt. Mit der Zeitung beginnen die Finanzkrisen aber erst richtig, und Eckart muß immer wieder einspringen, um auf seine unnachahmliche Art neuerliche Gelder aufzutreiben – manchmal buchstäblich in letzter Minute vor dem Ruin. Auch an die Leser wird appelliert, mit Spenden ihr Blatt am Leben zu erhalten.

Im Mai 1922 erhält der junge, noch weitgehend unbekannte Hitler die erste Gelegenheit, außerhalb Bayerns vor den Reichen und Mächtigen zu reden. Dem National-Club von Berlin gehören Bankiers, Großgrundbesitzer, Offiziere und Professoren an. Hitler ist erfolgreich: Ernst von Borsig, Besitzer einer Lokomotivfabrik, wird ihn künftig unterstützen und bei anderen Industriellen für ihn Werbung machen. Dieser Umstand wird übrigens auf den Seiten von borsig in der Biographie von Ernst von Borsig diskret verschwiegen. Es wird allerdings darauf hingewiesen, dass der älteste Sohn Karl ein glühender Nazihasser und der jüngste Sohn Ernst, Beteiligter am Widerstand gegen Hitler im Kreisauer Kreis war.

Der Geschäftsführer einer Münchner Malzkaffeefirma, Hermann Aust, arrangiert daraufhin mehrere Treffen Hitlers mit bayerischen Industriellen. Diese sind beeindruckt und zücken die Geldbörse. Ein Vorarlberger Freund von Dietrich Eckart namens Gansser reist 1923 in die Schweiz und geht die dortigen gut situierten Bürger um Spenden für Hitler an. Hitler wird zu Vorträgen eingeladen und reist mit einem Gesamthonorar von 33.000 Schweizer Franken (zu Inflationszeiten waren ausländische Devisen ein Mehrfaches wert) nach Hause.

Dietrich Eckart legt auch den Grundstein für einen weiteren Auslandskontakt, der die begehrten Fremdwährungen einbringt. 1919 lernt er Warren C. Anderson kennen, der als Europa-Präsident des amerikanischen Autoproduzenten Ford arbeitet. Konzernchef Henry Fords Abneigung gegen die Juden ist weit herum bekannt; sie geht soweit, daß er sogar ein Buch mit dem Titel “The International Jew” schreibt, in welchem er den Juden die Schuld an der Misere in Wirtschaft und Politik gibt. Eckart nutzt seinen Kontaktmann zu Ford, und tatsächlich überweist der Autoindustrielle bald darauf Gelder an Hitler und seine Partei.

Der bekennende Antisemit Henry Ford unterstützt Hitler – 1920

Henry FordHenry war das älteste von insgesamt sechs Kindern. Er konnte nur Dorfschulen besuchen, so erhielt Ford nur eine geringe Bildung. Als Kind war er sehr interessiert an mechanischen Einzelheiten und verbrachte im Alter von zwölf Jahren viel Zeit in seinem Werkraum, den er selbst eingerichtet hatte. Mit fünfzehn Jahren hatte er bereits seinen ersten Verbrennungsmotor gebaut.

Henry Ford war auch der Herausgeber antisemitischer Schriften wie das Buch “Der internationale Jude – Ein Weltproblem”, eine Zusammenfassung von Artikeln, die 1920 bis 1922 in seiner Haus-Postille, dem “Dearborn Independent”, veröffentlicht wurden. Auch wurde mit seiner finanziellen Unterstützung das Pamphlet, “Die Protokolle der Weisen von Zion” in viele Sprachen übersetzt und weltweit verbreitet. Diese Schrift wurden bisher von nahezu allen Geschichtsforschern als Fälschung bezeichnet.

Ein Bild von Henry Ford hing im Münchner Hauptquartier der NSDAP. Weiterhin überwies die Ford-Werke AG jährlich 50.000 RM als Geburtstagsgeschenk auf Hitlers Privatkonto beim Kölner Bankhaus J. H. Stein. Inhaber der Stein Bank war der anglophile (dem englischsprachigen zugeneigt) Kurt Freiherr von Schröder, der auch dem „Freundeskreis des Reichsführers SS“ ein Konto einrichtete. Nicht umsonst wurde Henry Ford von Hitler mit dem Großkreuz des Deutschen Adlerordens ausgezeichnet, die höchste Auszeichnung, die Nazi-Deutschland an Ausländer zu vergeben hatte.

Die Ford Motor Company war beteiligt am Aufbau der deutschen Streitkräfte vor dem Zweiten Weltkrieg. 1938 wurde beispielsweise ein Fertigungswerk in Berlin in Betrieb genommen, dessen einzige Aufgabe es war, LKWs für die deutsche Wehrmacht herzustellen. Ford produzierte insgesamt 78.000 LKW und 14.000 Kettenfahrzeuge für die Wehrmacht. Die Ford-Werke wurden bis Ende 1944 von der alliierten Bombardierung verschont und dann auch nur wenig beschädigt. In den Ford-Werken wurden auch Zwangsarbeiter eingesetzt, die man für vier Reichsmark pro Tag von der SS auslieh. 32

Dr. Max Erwin Richter, ein Pseudoadliger mit Revolutionärsblut – 1920

Scheubner-Richter Ein weiterer früher Gönner und Geldeintreiber Hitlers ist der Baltendeutsche Dr. Max Erwin Richter (Bild links), der sich seit der Heirat mit der 29 Jahre älteren Adligen Mathilde fortan “von Scheubner-Richter” nennt. Er hat Hitler im Oktober 1920 kennen gelernt und ist geradezu ein Genie im Beschaffen von Geldmitteln. Von Scheubner-Richter wird beim Hitler-Putsch 1923 in München erschossen. Wie wichtig er für Hitler war, mag dessen Aussage erhellen: “Alle sind ersetzbar, nur einer nicht: Scheubner-Richter!”

Diese Anerkennung hatte sich der Balte durch sein Anzapfen von Finanzquellen bei russischen Zarenfreunden und in rechtsradikalen Kreisen um General Erich Ludendorff erworben. Scheubner-Richter ist es auch, der das erste Treffen zwischen Hitler und seinem späteren Gönner, dem Konzernerben Fritz Thyssen arrangiert.

Scheubner-Richter macht sich bei den in Deutschland lebenden rechtsradikalen adligen und reichen Exilrussen beliebt, indem er sie organisiert und zu Treffen einlädt. Diese Exilrussen sind in der Regel russische Rechtsradikale, die vor der Machtübernahme der russischen kommunistischen Bolschewiki 1917, der russischen Oktoberrevolution, geflohen sind. Zur Geldbeschaffung gründete er zwei gemeinnützige Organisationen, weil man solchen leichter spendet als Privatleuten. Zudem setzt er damalige Prominente als Galionsfiguren ein – beispielsweise den bayerischen Aristokraten Freiherr Theodor von Cramer-Klett, Vertreter des Vatikans in Bayern und glühender Faschist.

Ferner Großfürstin Viktoria Fedorowna, deren Gatte Kirill Ansprüche auf den Zarenthron erhebt, und den einflußreichen General Vasilij Biskupsij, der vor der Oktoberrevolution einer der jüngsten Generäle der russischen Armee gewesen ist. Diesem ist klar, daß Lenin & Co. sich nur mit Waffengewalt aus seinem Heimatland vertreiben lassen, und daher zeigt er sich willig, jenen deutschen Politiker zu unterstützen, der sich als Bolschewisten-Hasser hervortut und in einer kommunistisch-jüdischen Weltverschwörung den Quell allen Übels sieht.

Die Höhe des geflossenen Geldes beschreibt Biskupsij 1935 rückblickend in einem Bericht an Heinrich Himmler als eine “geradezu horrende Summe”; zusätzlich hat die Großfürstin Viktoria “aus dem Verkauf ihrer Juwelen” bedeutende Beträge zur Verfügung gestellt. In einem Brief vom Jahr 1939 beziffert der General die damals gewährte Finanzhilfe auf eine halbe Million Goldmark – für damalige Verhältnisse wahrlich ein fürstliches Vermögen, kostete doch ein Haus nur ein paar tausend Mark!3

General Biskupskij läßt auch seine Beziehungen nach Paris spielen und zapft den dort ansässigen Rußländischen Kommerz-, Industrie- und Handelsverband an. Die Spenden fließen, denn Mitglieder der Organisation sind die Unternehmer und Erdölmagnaten Denisov, Nobel und Gukasof, die aus dem russischen Zusammenbruch große Summen gerettet haben.4 Der General ist bei den reichen Ölmagnaten beliebt, da er nach seiner Flucht aus Russland mit Armeefreunden abenteuerliche Pläne geschmiedet hat, um die verlorengegangenen Erdölfelder im Kaukasus zurückzuerobern. “Solche Sirenengesänge hören die Unternehmer gern – die ferne Hoffnung auf diese Besitztümer öffnet ihre Brieftaschen”, schreibt Wolfgang Zdral.

Der Playboy Kurt Lüdecke betritt die Bühne – 1922

Hitler und Kurt Lüdecke Zu den frühesten Finanziers Hitlers gehört auch ein dubioser Playboy und Abenteurer namens Kurt Lüdecke (Bild links mit Hitler). Der gewissen- und orientierungslose Lüdecke erlebt Hitler zum ersten Mal im August 1922, da dieser vom Rednerpult aus über den “jüdischen Bolschewismus” herzieht. Lüdecke erinnert sich schwärmerisch an den nur ein Jahr älteren Hitler: “Ich vergaß alles um mich herum, außer diesen Mann. Er schien ein anderer Luther zu sein. Ich wußte, meine Suche hatte ein Ende. Ich hatte mich selbst gefunden, meinen Führer und mein Ziel.”5 In den kommenden Jahren wird Lüdecke für Hitler Kontakte zu einflußreichen Persönlichkeiten vermitteln und pflegen und – vor allem – Geld herbeischaffen.

Lüdecke selbst ist auf äußerst zweifelhafte Weise zu Vermögen gekommen: Erst ließ er sich von reichen Damen aushalten, später dann entdeckte er homosexuellen Sex mit anschließender Erpressung als lukrative Geldquelle. Damals stand Homosexualität noch unter Strafe, und seine “Partner” aus der besseren Gesellschaft bezahlten lieber, als daß sie sich öffentlicher Schande und Ächtung ausgesetzt hätten. Später reist Lüdecke durch die Welt, um da und dort ein möglichst lukratives Geschäft abzuschließen und erwirbt sich so in kurzer Zeit ein riesiges Vermögen von einer halben bis einer Million Mark, das er inflationssicher im Ausland anlegt.

Kleiner Zwischeneinwurf

Sowohl der Schriftsteller Dietrich Eckart als auch der umtriebige Kurt Lüdecke waren homosexuell. Der Bremer Historiker Lothar Machtan schrieb ein Buch, in dem er die Behauptung aufstellte, Hitler sei ebenfalls homosexuell gewesen. Unter anderem soll es Hinweise darauf gegeben haben, dass Hitler im Ersten Weltkrieg deshalb nicht befördert worden sei, weil ein Kriegsgericht ihn einer homosexuellen Beziehung zu einem Offizier überführt habe. 33 34 35

Auch gibt es immer wieder Hinweise darauf, dass Hitler selber jüdische Vorfahren hatte und einer inzestösen Verbindung entstamme, die er sorgsam zu verbergen suchte. Hierzu ist zu sagen, dass Hitlers Großmutter Anna Schickelgruber über 14 Jahre lang Alimente ihres jüdischen Dienstherrn Frankenberger erhalten hatte. Das heißt, der Mann, der später mit dem Ariernachweis ein ganzes Volk zwang, nicht-jüdische Großeltern nachzuweisen, war unsicher, ob er nicht selbst einen jüdischen Großvater hatte. 36

Sollte dagegen Johann Hiedler (Hüttler) doch Hitlers Urgroßvater sein (siehe Stammbaum), was dieser immer bestritt, so entspricht die Ehe seiner Eltern einer Inzucht. Unter Inzucht versteht man im allgemeinen eine Ehe zwischen Verwandten zweiten bis vierten Grades. Jedenfalls hat Hitlers Vater Alois Schicklgruber seine um 23 Jahre jüngere Nichte Klara Pölzl geheiratet. Aus dieser Ehe stammen insgesamt 6 Kinder u.a. auch Adolf Hitler. Johann Hiedler (Hüttler) wäre dann nämlich sowohl der Vater von Alois Schicklgruber (Hitlers Vater) als auch der Urgroßvater von Klara Pölzl (Hitlers Mutter). 37

Einer der Kontakte, die Lüdecke für Hitler knüpft, ist jener zu Benito Mussolini in Italien, der im Oktober 1922 durch einen Staatsstreich an die Macht gekommen ist und Hitler dazu noch nicht einmal dem Namen nach kennt. Als Hitler am 8./9. November 1923 den Duce kopieren will und den Marsch auf Berlin beginnt, wird er schon bei der Feldherrenhalle in München durch Gewehrfeuer gestoppt und ins Gefängnis Landsberg verfrachtet. Trotzdem will er den Kontakt zu Mussolini intensivieren. Dieser hat an sich nichts dagegen, fürchtet jedoch, daß jemand deutscher Zunge darauf bestehen könnte, das deutschsprachige, erst nach dem Ersten Weltkrieg Italien zugesprochene Südtirol, solle zu Österreich zurückkehren. Hitler will von Mussolini vor allem Geld. “Fetzen Sie aus Mussolini heraus, was Sie können!”6 – deshalb ist er bereit, Südtirol aufzugeben.

Da die NSDAP die einzige Partei ist, die offen auf Südtirol verzichtet, ist es für Mussolini nur konsequent und vernünftig, jene Rechtspartei in Deutschland zu fördern, die seinen Interessen am besten dient. Wolfgang Zdral schreibt dazu: “Lüdeckes erste Kontakte zu den Faschisten im Süden tragen für Hitler in den Folgejahren reichlich Früchte – auch finanziell: An italienischen Geldzuwendungen hat es seit Mussolinis Marsch auf Rom nicht gefehlt.7 Die genauen Summen lassen sich heute nicht mehr ermitteln. Die Münchner Post, und der Bayerische Kurier berichten von den Geldzahlungen; die Rede ist von 50.000 Goldmark.”8

Auch André-François Poncet, in den dreißiger Jahren Botschafter Frankreichs in Deutschland und Kenner der internationalen Diplomatie, schreibt in seinen Memoiren, daß die Nazis Geld von den italienischen Schwarzhemden einstrichen. Und SS-General Wolff, Chef des persönlichen Stabs von Heinrich Himmler und höchster Polizeiführer in Italien, bestätigt ebenfalls, daß die Nationalsozialisten vor ihrer Machtübernahme Finanzmittel von Mussolini kassierten.9

Der preußische Ministerpräsident Otto Braun erklärt im Rückblick über die italienische finanzielle Wahlhilfe für die Nazis, die er auf 18 Millionen Mark beziffert: “Hitler erhält enorme Beträge aus Italien. Sie gelangen über eine Schweizer Bank nach München.”10

Lüdecke pumpt aber auch aus seinem eigenen Vermögen erhebliche Summen in die Partei, gibt dem “Führer” auch privat Geld, lädt ihn zu feudalen Abendessen ein. Insgesamt sind es 130.000 Mark, die er für die Parteikasse spendet, stellt die Polizei fest?11

Lüdecke leistet sich neben Maßanzügen, teuren Zigarren und gutem Wein noch ein weit kostspieligeres Hobby: Er unterhält eine eigene SA-Abteilung ähnlich der Truppe von Schwarzhemden, die er bei Mussolini gesehen hat. “Dafür wendet er nochmals 100.000 Mark auf. Das beeindruckt Hitler”, schreibt Zdral. Denn der NS-Führer sieht in eigenen paramilitärischen Truppen einen wichtigen Machtfaktor für den Aufbau der Partei. Entsprechend emsig arbeitet er am Aufbau dieser Privatarmee. Doch das verschlingt Unsummen. Deshalb ist jeder Sponsor, der die Parteikasse entlastet, hochwillkommen.”

Lüdecke macht sich mit Begeisterung ans Werk und rüstet innerhalb von kurzer Zeit eine Truppe von rund hundert Mann – meist arbeitslose Freiwillige – mit Uniformen und Waffen aus, die er sich über zwei jüdische Händler auf dem Schwarzmarkt besorgt. Lüdecke ist es auch, der die Truppe schult und sie am Wochenende zu Übungen im Geländekampf in die Wälder außerhalb Münchens schickt. Als er wieder öfters ins Ausland reist, verliert Lüdecke “sein Interesse an dem Spielzeug SA” (Zdral) – er überträgt schließlich das Kommando auf Hermann Göring.

Nach dem mißlungenen Münchner Putsch sieht es Ende 1923 schlecht aus für die NSDAP: Ihr Führer im Gefängnis, sie selbst verboten, das Vermögen (170.000 Goldmark) beschlagnahmt.

Vom Landsberger Gefängnis aus beauftragt Hitler Lüdecke nun, für die Interessen der deutschen Freiheitsbewegung in Nordamerika zu werben und besonders finanzielle Mittel hierfür zu sammeln.”12 Hitlers Schreiben ist insofern bemerkenswert, da er in späteren Jahren öffentlich immer leugnet, Gelder aus dem Ausland angefordert zu haben.

Mitte Januar 1924 schifft sich Lüdecke nach Amerika ein. An Bord des Schiffes “Amerika” befinden sich auch Siegfried und Winifred Wagner, Sohn und Schwiegertochter des berühmten Komponisten Richard Wagner. “Das ist kein Zufall – Lüdecke weiß von der geplanten Konzerttournee der Wagners und deren Reisetermin. Also bucht er einfach dieselbe Passage”, bemerkt Zdral. “Mit der Empfehlung des inhaftierten NS-Diktators als Trumpfkarte gewinnt er schnell das Vertrauen des Paares und etabliert sich als deren Begleiter für die Vereinigten Staaten. Die Wagners, bereits Bewunderer von Hitler, wollen Lüdeckes Geldsammelaktivitäten tatkräftig unterstützen und selbst jenseits des Atlantiks nach Spendern suchen.”

Die Wahl fällt auf Henry Ford, den Automobilproduzenten aus Detroit. Lüdecke, der Jahre zuvor für Ford als Privatdetektiv in New York gearbeitet hat, wird tatsächlich eingeladen; allerdings macht Ford kein Geld locker. Dies ändert sich, als kurz darauf das Ehepaar Wagner bei Ford zu Gast ist. Wie Hitler sieht Ford in Macht und Einfluß des internationalen Judentums eine Gefahr. Winifred Wagner erinnert sich: “Die Philosophie und Ideen Fords und Hitlers waren sehr ähnlich.”13 Winifred Wagner läßt durchblicken, daß Hitler jetzt Geld besonders dringend brauche. Ford lächelt und sagt, er sei immer noch bereit, jemanden wie Hitler zu unterstützen, der auf die Befreiung Deutschlands von den Juden hinarbeite.

Spätere gerichtliche Untersuchungen ergaben, daß schon im Jahre 1923 dreimal größere Geldbeträge vom Saargebiet bei der Deutschen Bank überwiesen worden waren. Das Gericht kam zu der Überzeugung, daß dieses Geld von dem amerikanischen Automobilfabrikanten Ford stammte, der einer der maßgeblichen Leute im französischen Eisensyndikat war und an einer deutschen Aufrüstung sehr interessiert.

Doch Amerika hatte noch auf ganze andere Weise dafür gesorgt, daß ein Extremist wie Hitler in Deutschland an die Macht kommen konnte. Das heißt: Eigentlich war es nicht ganz Amerika, sondern einige wenige große Firmen und eine ganz bestimmte Straße weit im Süden von Manhattan…

Die “Geldmacht” USA trifft Kriegsvorbereitungen – seit 1918

“Als die Nazis 1933 an die Macht kamen, fanden sie heraus, dass schon seit 1918 Schritte unternommen worden waren, um Deutschland in ökonomischer und industrieller Hinsicht auf einen Krieg vorzubereiten.” Zu diesem eindeutigen Fazit kamen die Aussagen verschiedener Regierungsbeamter vor dem amerikanischen Kilgore Committee nach dem Zweiten Weltkrieg.

Diese Kriegsvorbereitungen vor und nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933 gingen zum großen Teil auf die finanzielle Unterstützung der Wall Street zurück, welche in den Zwanziger Jahren mithalf, das deutsche Kartellsystem zu formieren. Zudem stellten bekannte amerikanische Firmen später technisches Know-How zur Verfügung, um die Deutsche Wehrmacht aufzubauen.

Der dies behauptet, ist kein dubioser Verschwörungshysteriker, sondern ein amerikanischer Professor, Geschichtsforscher und Autor zahlreicher Bücher, der sich auf erstklassiges Primärquellenmaterial stützt: “Wall Street and the Rise of Hitler” ist eines der vielbeachtetsten Bücher des gebürtigen Engländers Antony C. Sutton (1925-2002). Die finanzielle und technische Unterstützung Deutschlands durch die Wall Street sei weder zufällig noch kurzsichtig geschehen, hebt Sutton hervor.

Es beginnt mit dem Dawes-Plan – 1924

“Was jetzt inszeniert wurde, war auch ein Krieg, ein unblutiger, leiser, der die Nationen finanziell ausbluten sollte, um sie auf den rechten Weg einer Welt-Wirtschaft und einer Welt-Finanz unter dem richtigen Dach zu bringen”, kommentiert E. R. Carmin* in seinem Buch “Das schwarze Reich”. Der Anfang allen Übels war der vermaledeite Versailler Vertrag. Seine Verfasser wußten, daß es Deutschland niemals möglich sein würde, die ihm aufgebürdeten, immensen Schulden abzutragen. Vielmehr sollte es nur gerade in der Lage sein, die Zinsen jener gigantischen Summe zu begleichen, auf daß die Schuld selbst niemals kleiner würde, sondern in alle Ewigkeit nur anwachsen und drückender werden könne.

*Rezensionen über das Buch “Das schwarze Reich” von E. R. Carmin findet ihr im Friedensforum Essen 38

Frankreich weigerte sich, Reparationszahlungen in Form von Gütern und Rohstoffen zu akzeptieren, sondern verlangte ausschließlich Gold. Deutschland jedoch war nicht in der Lage, auch nur annähernd jene Menge Wirtschaftsgüter zu produzieren und vor allem zu exportieren, die notwendig gewesen wären, um diesen Verpflichtungen nachzukommen.

DawesDa hat einer der mächtigsten Bankiers der Welt, J. P. Morgan, die rettende Idee, welche die Alliierten (USA, Sowjetunion, England, Frankreich) dankbar aufnehmen: Sie ernennen 1924 ein Bankiers-Komitee unter der Leitung des amerikanischen Bankmannes Charles Gates Dawes (Bild links), um ein Programm für die Reparationszahlungen zu entwickeln.

1902 hatte Charles Dawes übrigens erfolglos für den US-Senat kandidiert. Danach setzte er sich für soziale Dienste ein. So gründete er 1913 in Chicago das “R. F. Dawes Hotel for Men”, eine Einrichtung für Obdachlose. 1925 wurde er für den Dawes-Plan mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Von 1925 bis 1929 war Dawes Vizepräsident der USA.

Deutschland wird zu hohen Zinsen zunächst ein Rahmenkredit für die nächsten vier Jahre eingeräumt, mit dem es seine Kriegsschulden ungeachtet der französischen Forderungen zurückzahlen soll. Diese Dollars gehen wenige Tage später von den Kriegsschuldnern (Deutschland) wieder an Amerika zurück, denn auch die USA verlangen die Rückzahlung internationaler Schulden ausschließlich in Gold und Dollars. Auch die Zinsen nehmen sie weder in Waren noch in Rohstoffen. “So bekamen die amerikanischen Geldverleiher allemal ihr Geld zurück – aber das nannten sie Zinsen, und die Kapitalschuld blieb”, schreibt E. R. Carmin.

Carroll Quigley, ein Georgetown Professor, für internationale Angelegenheiten, der auch Lehrer des ehemaligen amerikanischen Präsidenten Bill Clinton war, nennt die Dinge beim Namen: “Es ist zu beachten, daß dieses System von den internationalen Bankiers eingeführt wurde und daß das Ausleihen des Geldes anderer (nämlich amerikanischer Investoren) an Deutschland für diese Bankers höchst gewinnbringend war. Mit Hilfe dieser Kredite konnten die deutschen Schuldner ihre Kriegsschuld an England und die USA zurückzahlen, ohne Waren und Dienstleistungen zu exportieren. Die Devisen, die in Form von Krediten an Deutschland gingen, flossen an Italien, Belgien, Frankreich und England in Form von Reparationen zurück und schließlich an die Vereinigten Staaten in Form von Rückzahlung der Kriegsschulden.

Was allein an diesem System schlecht war, war (a) daß es zusammenbrechen würde, sobald die USA kein Geld mehr liehen und (b) daß in der Zwischenzeit die Schulden lediglich von einem Konto auf ein anderes verschoben wurden und niemand der Zahlungsfähigkeit auch nur einen Schritt näher kam. – Es war überhaupt nichts gelöst, aber die internationalen Bankiers saßen im Himmel, wo es von Gebühren und Provisionen nur so regnete.”

Die Rechnung sieht am Ende so aus: Zwischen 1924 und 1931, während dem Dawes-Plan und dem darauf folgenden Young-Plan, zahlte Deutschland an die Alliierten ungefähr 36 Milliarden Mark an Reparationen. Im selben Zeitraum borgte Deutschland aber hauptsächlich in den USA etwa 33 Milliarden Mark, was bedeutete, daß in Wirklichkeit von der Reparationsschuld lediglich drei Milliarden bezahlt und der Rest auf neue Kredite umgelagert worden war.

Owen D. Young Antony C. Sutton listet in seinem Buch die Experten des Dawes-Plans akribisch auf: Da war natürlich der Bankier Charles G. Dawes, welcher das Alliierten-Komitee 1924 präsidierte. Ferner Owen D. Young (Bild links) von der Morgan Bank, der gemeinsam mit Charles Dawes ein Konzept entwickeln sollte, der auch noch Präsident des Stromgiganten General Electric Company war. Ab 1929 wurde Young, der Direktor der New Yorker Federal Reserve Bank, Präsident des Dawes-Komitees, unterstützt von J. P. Morgan selbst, der sich abwechselte mit T. W. Lamont, einem Partner von Morgan und T. N. Perkins, einem Bankier mit Morgan-Verbindungen. “Mit anderen Worten, die US-Delegationen waren einzig und allein – wie es Quigley nannte – J. P. Morgan-Delegationen, welche die Autorität und das Siegel der Vereinigten Staaten benutzten, um finanzielle Pläne umzusetzen, welche allein ihren eigenen pekuniären (finanziellen) Interessen dienten.”

Zu den deutschen Mitgliedern des Expertenkomitees gehörten Hjalmar Schacht, Präsident der Deutschen Reichsbank und Carl Voegler von den Vereinigten Stahlwerken, welche dann später die Aufrüstung betreiben sollten.

Anmerkungen zu Hjalmar Horace Greeley Schacht

Hjalmar SchachtDer Sohn eines deutschen Kaufmanns und einer dänischen Mutter empfing seine Vornamen zur Ehre von Horace Greeley; einem US-amerikanischen Zeitungsverleger und Politiker. Hjalmar ist ein dänischer Name.

Am 16. März 1933 wurde er Präsident der Deutschen Reichsbank, ab August 1934 Reichswirtschaftsminister und ab Mai 1935 Generalbevollmächtigter für die Kriegswirtschaft. Im November 1937 tritt er als Generalbevollmächtigter für die Kriegswirtschaft zurück, er bleibt bis 1943 Minister ohne Geschäftsbereich. Im Juli 1944 wird er Aufgrund seiner Kontakte zum Widerstand festgenommen und verbleibt bis zum Kriegsende in den Konzentrationslagern Ravensbrück (90 Kilometer nördlich von Berlin) und Flossenbürg in Bayern.

Als die US-Armee sich 1945 dem KZ-Flossenbürg nähert, wird Hjalmar Schacht zusammen mit anderen promineten Häftlingen zunächst ins KZ-Dachau und dann nach Österreich verbracht. Dort wurde er von den Amerikanern befreit und anschließend gleich wieder inhaftiert. Nach Zwischenstationen auf Capri und in Aversa bei Neapel wurde er schließlich dem Nürnberger Militärgericht überstellt.

Vor dem Nürnberger Militärgericht wurde er von den Anklagepunkten Verschwörung und Verbrechen gegen den Frieden freigesprochen. Von der Stuttgarter Spruchkammer wurde er 1947 allerdings als Hauptschuldiger eingestuft und zu 8 Jahren Arbeitslager verurteilt. Das Urteil wurde jedoch in einem Berufungsverfahren 1948 wieder aufgehoben. In den darauf folgen Jahren betätigte er sich erfolgreich als Finanzberater von Entwicklungsländern. 1953 gründete er die Außenhandelsbank Schacht & Co. und machte ein Vermögen. Hjalmar Schacht starb am 3. Juni 1970. 39 40

“Schlußendlich waren die Mitglieder und Berater der Dawes- und Young-Kommissionen nicht nur mit New Yorker Finanzinstituten verbunden, sondern, wie wir später noch sehen werden, gleichzeitig auch Direktoren von Firmen, die zu jenen deutschen Kartellen gehörten, welche Hitler zur Macht verhalfen”, schreibt Sutton, und kommt zum Schluß: “Der Beitrag, welchen der amerikanische Kapitalismus an die deutschen Kriegsvorbereitungen vor 1940 leistete, kann nur als phänomenal bezeichnet werden. Er war zweifellos entscheidend für die deutsche Militärkapazität.”
… und setzt sich fort im Young-Plan – 1930

Laut Hitlers Finanzgenie, Hjalmar Horace Greeley Schacht, war im Grunde der Young-Plan dafür verantwortlich, daß Hitler 1933 an die Macht gelangte. Gleicher Ansicht war übrigens der Industrielle Fritz Thyssen, welcher nach dem Krieg aussagte: “Ich wandte mich der Nationalsozialistischen Partei erst zu, als ich die Überzeugung gewann, daß der Kampf gegen den Young-Plan unvermeidlich war, wenn der völlige Zusammenbruch Deutschlands abgewendet werden sollte.”

Der Young-Plan legte 37 Jahresraten von jeweils 2,05 Milliarden Goldmark sowie weitere 22 Jahresraten von jeweils 1,65 Milliarden Goldmark als Reparationszahlungen fest. Nach 59 Jahren – also 1988 – sollten die Reparationsverpflichtungen abgeleistet sein.” Das war aber noch nicht alles.

Zwischen dem Young-Plan und dem Dawes-Plan gab es einen großen Unterschied: Während der Dawes-Plan Reparationszahlungen in Form von Gütern verlangte, welche mit ausländischem Kapital in Deutschland produziert wurden, verlangte der Young-Plan Geldzahlungen, und “meiner Meinung nach”, schrieb Thyssen, “mußten die so auflaufenden finanziellen Schulden zwingend zum Zusammenbruch der gesamten Wirtschaft des Reiches führen.”

Der Young-Plan war ausdrücklich als Mittel bestimmt, Deutschland mit amerikanischem Kapital zu besetzen und die unbeweglichen deutschen Vermögenswerte an Amerika zu verpfänden.

Owen Young war übrigens auch der wichtigste Geldgeber für Franklin D. Roosevelt und dessen United European Venture, als der damalige Wall Street-Bankier und spätere US-Präsident Roosevelt versuchte, aus der deutschen Hyperinflation von 1923 Kapital zu schlagen. Die United European Venture diente der Spekulation und sollte mit dem Dawes-Plan Profit machen. Sie ist ein klarer Beweis dafür, wie Privatbankiers die staatliche Außenpolitik manipulieren, um die Macht des Staates für ihre persönlichen Interessen zu mißbrauchen.

So kam es, daß Ex-Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht Owen Young direkt dafür verantwortlich machte, daß die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht kommen konnten.

Dennoch war es Schachts und nicht Owens Idee, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zu gründen. Sie war einfach nur ein weiterer Schritt zur Erringung der Kontrolle über die (politischen) Geschäfte der Welt. Der Georgetown Professor Carroll Quigley nannte es “ein Weltsystem der finanziellen Kontrolle, in privaten Händen, und fähig, das politische System eines jeden Landes und die Wirtschaft der ganzen Welt zu kontrollieren.”

Zu jener Zeit kontrollierten Privatleute schon die Zentralbanken der Vereinigten Staaten, Deutschlands, Frankreichs und Englands. US-Präsident Hoover machte 1932 konkret die Wall Street für seine Nichtwiederwahl verantwortlich. Wall Street wollte Roosevelt und bekam ihn auch. So dürfte Antony Sutton denn auch mit seiner Einschätzung recht haben, daß Politiker von den wahren Machthabern der Welt – den Herren des Geldes – wie Hunde an der Leine gehalten und durch ein System von Zuckerbrot und Peitsche fügsam gemacht werden.

Kartelle (IG Farben, AEG, Verein. Stahlwerke) als Kriegsmittel – 1933

Die Anleihen aus dem Dawes-Plan werden in Deutschland zu einem Großteil für die Bildung und Konsolidierung dreier gigantischer Kartelle verwendet, nämlich der IG-Farben, der Allgemeinen Elektrizitäts Gesellschaft (AEG) und der Vereinigten Stahlwerke. Der IG Farben gehörten zu Spitzenzeiten in Deutschland 200 Werke, sowie etwa 400 deutsche und 500 ausländische Unternehmensbeteiligungen an. Die Vereinigten Stahlwerke beinhaltete fast alle großen deutschen Eisen-, Stahl- und Bergwerksgesellschaften. Zeitweise galten die Vereinigten Stahlwerke als europaweit größter Stahl-Konzern. Diese Kartelle tragen 1933 nicht nur wesentlich dazu bei, Hitler an die Macht zu bringen, sondern spielen später auch eine Schlüsselrolle bei der Produktion kriegswichtiger Materialien.

Gerne wird heute kolportiert (das Gerücht verbreitet), Wall Street habe nicht erkannt, wohin Deutschland treibe. Dem widerspricht Sutton heftig. Analysen der zeitgenössischen Wirtschaftspresse Amerikas hätten unmißverständlich gezeigt, daß man sich der Nazibedrohung voll bewußt gewesen sei, weshalb man die Leser jener Wirtschaftsmagazine auch vor den deutschen Kriegsvorbereitungen gewarnt habe. Nicht nur hätten die betroffenen Amerikaner genau über die Natur des Nationalsozialismus Bescheid gewusst, nein, sie hätten ihn wann und wo immer zu ihrem eigenen Vorteil unterstützt – “in dem vollen Wissen, daß das wahrscheinliche Ergebnis ein Krieg sein würde, der Europa und die Vereinigten Staaten betrifft.” Die Primärquellen, die Antony C. Sutton im Laufe seiner Recherchen konsultieren konnte, beweisen dies zweifelsfrei.

So ermöglichten die Mittel aus dem Young-Plan vor allem den Aufbau der deutschen Kriegsindustrie. Und: Bei zwei der drei Kartelle sitzen amerikanische Finanziers im Aufsichtsrat! James Stewart Martin (man kann das Buch “All honorable men” herunterloaden 41) beschreibt die Kartelle so: “Diese Anleihen zum Wiederaufbau wurden zu einem Instrument für Arrangements, welche mehr dazu beitrugen, einen Zweiten Weltkrieg herbeizuführen, als Frieden nach dem Ersten Weltkrieg.”
Die Deutsche Bank im Dritten Reich

Es sollte am Rande angemerkt werden, dass auch die Deutsche Bank im Dritten Reich ähnliche Geschäftspraktiken anwendete, wie die amerikanischen Banken Morgan & Co. Untersuchungen der Deutschen Bank hatten 1946/47 ergeben, dass sie eine ungewöhnliche Konzentration wirtschaftlicher Macht darstellte und an der Durchführung der verbrecherischen Politik des Naziregimes auf wirtschaftlichem Gebiet teilgenommen hat. 42

Nur eine Handvoll New Yorker Finanzhäuser finanzierten nach dem Ersten Weltkrieg die deutschen Reparationszahlungen. Drei Finanzhäuser, nämlich 1. Dillon, Read & Co. – Harris, Forbes & Co. und National City Company vergeben fast drei Viertel des Gesamtbetrages und fahren auch die größten Profite ein. Die übrigen Bankhäuser sind Speyer & Co. – Lee, Higginson & Co. – Guaranty Company of New York – Kuhn, Loeb & Co. sowie die Equitable Trust Company.

Ab Mitte der Zwanziger Jahre dominieren die zwei deutschen Kombinate IG Farben und Vereinigte Stahlwerke den Chemie- und den Stahlmarkt. Am Vorabend des Kriegs, nämlich in den Jahren 1937/38, produzieren diese beiden 95 Prozent des deutschen Sprengstoffs! Um es noch einmal hervorzuheben: Die Produktion von synthetischem Benzin und von Sprengstoff – welche beide unverzichtbar für die Kriegsführung waren – wurde von zwei Kartellen kontrolliert, welche unter dem Dawes-Plan von Wall Street-Anleihen geschaffen worden waren.
Als Beiträge und in Form anderer Spenden an die Nationalsozialisten leistete die IG Farben von 1933 bis 1945 folgende Summen in RM 43:

1933 3.584.070
1934 4.020.205
1935 4.515.039
1936 4.960.636
1937 5.467.626
1938 8.156.315
1939 7.539.857
1940 7.471.620
1941 8.057.982
1942 13.436.201
1943 8.588.650
1944 8.402.152

Rockefeller und die Standard Oil Company

John D. RockefellerEin weiterer großer Bezin-Lieferant für die Nationalsozialisten war natürlich die Standard Oil Company des Amerikaners John D. Rockefeller. Er galt durch seine Unternehmungen als der reichste Mann seiner Zeit und erreichte monopolartige Machtstellungen. Sein damaliges Vermögen betrug rund 900 Millionen Dollar (1913), was 2001 etwa einem Wert von 200 Milliarden Dollar entsprach. Damit war John D. Rockefeller der reichste Mann, der jemals gelebt hat.

Rockefeller und das Ludlow-Massaker von 1914

John D. Rockefeller baute in der Kleinstadt Ludlow eine Siedlung, konzerneigene Wohnhäuser, die den Arbeitern gegen Lohnabzug zur Verfügung gestellt wurden. Im Jahr 1914 kam es, wie an anderen Orten, unter den Arbeitern von Ludlow zum Wunsch einer Gewerkschaftsbildung. Nach der Ablehnung Rockefellers riefen sie einen kontrollierten Streik aus, bei dem rund 70% die Arbeit niederlegten.

Daraufhin entzog Rockefeller mitten im Winter seinen Arbeitern das Wohnrecht, indem er sie mit sofortiger Wirkung entließ. Die Häuser der Familien, die sich weigerten die Wohnung zu verlassen, wurden in Brand gesteckt. Zahlreiche Kinder und Frauen verbrannten. Als der Rest der Arbeiter vertrieben werden sollte, kam es zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen zwischen den Arbeitern und der von Rockefeller bezahlten Miliz. Diese verübten kurzerhand Selbstjustiz, bei der über 45 Arbeiter ihr Leben verloren. Das grausame Treiben wurde erst beendet, als US-Präsident Woodrow T. Wilson nach 10 Tagen durch die Entsendung der Armee dem Massaker ein Ende setzte.

Die Rockefeller Foundation

Um sein Ansehen in der Öffentlichkeit wiederherzustellen, verteilte Rockefeller großzügige Spenden in unterschiedlichen Bereichen. Rockefeller gründete Stiftungen, soziale Einrichtungen und begründete die “Rockefeller-Foundation” die noch bis heute Bestand hat. 44 45

Die amerikanische Hilfe für die deutsche Aufrüstung erstreckt sich noch auf weitere Gebiete. In Hitlerdeutschland sind die zwei größten Hersteller von Panzern Opel, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der amerikanischen General Motors, die wiederum von J. P. Morgan kontrolliert wird; sowie die Ford AG, eine Tochtergesellschaft von Henry Fords Ford Motor Company in Detroit.

Der Molloch – Leseprobe von Karlheinz Deschner

Der deutsche Schriftsteller und Religionskritiker Karlheinz Deschner schreibt in seinem Buch “Der Molloch” zur Finanzierung der Deutschen nach dem ersten Weltkrieg durch die Amerikaner:

»Amerikas Geschäft ist das Geschäft« war eines der großen Worte des Präsidenten Calvin Coolidge (Präsident der USA von 3. August 1923 – 3. März 1929). Und es paßt dazu, daß man wenige Monate nach seinem Amtsantritt mit Deutschland am 8. Dezember 1923 bereits einen Freundschaftsvertrag schloß – nur wenige Jahre nachdem man es zu Tode bekriegt hatte. Und schon im nächsten Jahr ist es bezeichnenderweise ein Bankier, Charles G. Dawes, der (in dem seinen Namen tragenden Plan) für eine Reorganisation der Deutschen Reichsbank und die Stabilisierung der deutschen Währung eintritt durch eine Anleihe von nicht weniger als 800 Millionen Goldmark.

Auch ein weiterer Großkapitalist wurde zur Rettung Deutschlands aktiv. 1929 appellierte Alfred Hugenberg, eine Art Axel Springer der Weimarer Republik, dessen Medienkonzern, etwa 40 deutsche Zeitungen, darunter der “Völkische Beobachter”, das tägliche Parteiblatt der NSDAP, einige Verlage und die größte deutsche Filmgesellschaft “Ufa” angehörten, in einem Rundschreiben an 3.000 US-Millionäre, das drohende Chaos in Deutschland abzuwenden.

Hugenbergs Aufruf verhallte jenseits des Atlantik nicht ungehört. Es war das Jahr der heraufziehenden großen Wirtschaftspanik, die US-Stahlkonzerne lagen darnieder. Wie hätte da nicht das mit einer deutschen Aufrüstung verbundene Geschäft verlocken sollen! Zwar hatte die Weimarer Republik die Remilitarisierung bereits eingeleitet, doch im großen Stil konnte man dies wohl erst von dem Heil- und Siegbringer aus Braunau (Hitler) erhoffen.

Daß der deutsche »Führer« käuflich war, ist früh bekannt gewesen. Schon ein Prozeß im Sommer 1923 wegen der NSDAP-Finanzierung hatte ergeben, daß der Partei dreimal große Geldbeträge aus dem Saargebiet über die Deutsche Bank zugegangen waren. Nach Überzeugung des Gerichts stammten sie von amerikanischer Seite, dem Großindustriellen Henry Ford, der lebhaft eine deutsche Aufrüstung wünschte.

So ist es dann ja auch gekommen. 1938 wurde beispielsweise ein Fertigungswerk in Berlin in Betrieb genommen, dessen einzige Aufgabe es war, LKWs für die Wehrmacht herzustellen. Ford produzierte insgesamt 78.000 LKW und 14.000 Kettenfahrzeuge für die Wehrmacht.

Agenten des langjährigen preußischen Innenministers Carl Severing (zwischen 1928 und 1930 Reichsinnenminister) hatten seit 1929 aber auch Verhandlungen Hitlers mit US-Bankiers im Berliner Hotel Adlon beobachtet, Verhandlungen, die dort bis 1933 stattfanden. (Das Resultat dieser Untersuchungen gelangte später ins »Abegg-Archiv« in Zürich, wo es allerdings nicht mehr ist.)

Severing beauftragte Ende 1931 seinen Staatssekretär Dr. Abegg mit Nachforschungen über Hitlers Vorleben und seine ausländischen Finanzquellen. Dabei ergab sich, das Geld für die aufwendige Nazipropaganda stammte »nur aus dem Ausland, insbesondere aus den USA«. – Übrigens hatte Hitler auch einen großen Teil der Waffen für SA und SS nicht von der Reichswehr, sondern vom Ausland erhalten.

Heartfield Bei Beratungen der Präsidenten der »Federal Reserve«-Banken, des eigentlichen Finanzzentrums der Wallstreet, der fünf unabhängigen Banken, Vertreter der Royal Dutch (Shell), der Standard Oil Rockefeller jun. u.a. im Sommer 1929 wurde Warburg schließlich gebeten zu prüfen, ob Hitler für amerikanisches Geld zugänglich sei. Als Gegenleistung hätte dieser gegenüber Frankreich eine aggressive Außenpolitik einzuleiten, sollte aber »in die wirklichen Motive der amerikanischen Unterstützung nicht eingeweiht werden«.

Hitler seinerseits habe bei den Verhandlungen in Berlin betont, »daß er mit den Arbeitslosen alles machen könne, wenn er ihnen nur Uniformen und Verpflegung gebe… Auf diese Weise werde er Frankreich schon klein bekommen… Alles hinge vom Geld ab… Die USA-Hochfinanz habe doch sicher ein Interesse daran, daß er, Hitler, an die Macht komme, denn sonst hätte sie ihm nicht bereits 10 Millionen Dollar übergeben… Wenn er von der USA-Hochfinanz 500 Millionen Mark erhalte, sei er in “sechs Monaten fertig”.« Hitler habe auch die Kommunisten als erledigt bezeichnet und erklärt, er werde nun die Sozialdemokraten ausschalten, durch Wahlen oder mit Gewalt. Eventuell komme noch eine Verhaftung von Hindenburg, Schleicher, Papen, Brüning in Betracht, aber alles koste Geld, und das bisher aus den USA erhaltene sei verbraucht.

Selbstverständlich standen die Hitler so verhängnisvoll fördernden ausländischen Geldgeber nicht vor dem Nürnberger Tribunal. Selbstverständlich wurden die Dokumente des Abegg-Archives beim Nürnberger Kriegsverbrecherprozess nicht zugelassen. Das heikle Thema der Hitler-Unterstützung durch die großen Finanzmächte der USA durfte unter keinen Umständen auch nur erwähnt werden. Als es der zunächst länger mit Hitler kooperierende Bankier und Politiker Hjalmar Schacht, bis 1937 Reichswirtschaftsminister, bis 1939 Reichsbankpräsident, zur Sprache bringen wollte, wurde er rasch zum Schweigen gebracht. »Als Schacht«, meldete die Neue Züricher Zeitung am 2. Mai 1946, »wiederum auf die Haltung ausländischer Mächte gegenüber der Nazi-Regierung und auf die Hilfe, die sie ihr angedeihen ließen, zu sprechen kam, entschied der Gerichtshof, daß diese Dinge mit der Sache nichts zu tun hätten und daher unzulässig seien…«

John Foster Dulles – eine Milliarde Dollar für den »Führer«

Schon im Oktober 1944 hatte US-Senator Claude Pepper, Florida, geäußert, zu jenen, die Hitler zur Macht verhalfen, habe auch John Foster Dulles, der unter Präsident Dwight D. Eisenhower von 1953 bis 1959 als Außenminister diente, gehört, »denn es waren Dulles Firma und die Schroeder-Bank, die Hitler das Geld beschafften, das er benötigte, um seine Laufbahn als internationaler Bandit anzutreten«. Der ehemalige amerikanische Botschafter in Berlin, William E. Dodd, notiert in seinem Tagebuch, daß die von Dulles vertretenen Banken schon Ende 1933 Deutschland Anleihen im Wert von einer Milliarde Dollar gewährt hätten. 46

Die Nazis gewähren Opel 1936 Steuerfreiheit, damit General Motors mit dem gesparten Geld die Produktionskapazitäten ausbauen kann. General Motors revanchiert sich dafür, indem die Firma die erwirtschafteten Gewinne in der deutschen Industrie re-investiert. Henry Ford wird von den Nazis für seine Verdienste dem Nationalsozialismus gegenüber sogar im August 1938 mit dem Großen Kreuz des Deutschen Adlers ausgezeichnet.

Die Konzerne Alcoa (Aluminium Company of America) und Dow Chemical (Kunststoffe, synthetischer Kautschuk, Magnesium für Leichtbauteile von Kampfflugzeugen) arbeiten eng mit der Nazi-Industrie zusammen. Dies schließt zahlreiche Transfers ihrer amerikanischen Technologie mit ein. Bendix Aviation (Luftfahrt), bei welcher die von J. P. Morgan kontrollierte General Motors einen Mehrheitsanteil hält, beliefert die Siemens & Halske AG in Deutschland mit Daten über automatische Piloten und Flugzeuginstrumente. Noch 1940, also nach Kriegsausbruch, liefert Bendix Aviation die kompletten technischen Daten für Anlasser von Dieselmotoren und Flugzeugen an Robert Bosch und erhält dafür Tantiemenzahlungen.

Amerikanische Firmen, welche mit den internationalen Investitionsbankiers Morgan und Rockefeller in Verbindung standen – jedoch wohlverstanden nicht die große Zahl unabhängiger amerikanischer Industrieller – waren stark in das Wachstum der Nazi-Industrie involviert. “Es ist wichtig zu beachten, daß General Motors, Ford, General Electric (Medizintechnik, Flugzeugtriebwerke, Industrie-Anlagenbau, Finanzierungen), DuPont (Kunststoffe, Sprengstoffe, Elektronik, Lebensmittel) und die Handvoll US-Firmen, welche eng in die Entwicklung Nazi-Deutschlands verwickelt waren – mit Ausnahme der Ford Motor Company – durch die Wall Street-Elite kontrolliert wurden – namentlich die J. P. Morgan Firma, die Rockefeller Chase Bank und, zu einem geringeren Teil, die Warburg Manhattan Bank, schreibt Antony Sutton.16

Franzosen finanzieren Aufständische – 1923

Wie das amerikanische Kilgore-Komitee nach dem Krieg ermittelt, leistet der Deutsche Industrielle Krupp schon im Jahre 1919 finanzielle Hilfe an eine reaktionäre Gruppe, welche den Samen der Nazi-Ideologie sät.17 Allerdings, hält E. R. Carmin, Autor des Buches “Das schwarze Reich”, fest: “Schon in der Anfangszeit der “Bewegung” war die Finanzierung etwa der aber- und aberdutzenden Bünde, Wehrverbände und Freikorps eine zwielichtige und keineswegs nur innerdeutsche Angelegenheit.” So werden die bayerischen Separatisten*2 Anfang der Zwanziger Jahre, man höre und staune, ausgerechnet mit Geld vom “Erzfeind” Frankreich gesponsert, denn nichts ist den Herrschern Frankreichs damals “peinlicher, als wenn Deutschland demokratisch, pazifistisch oder sozialistisch wäre. Denn dies wäre das Ende der Existenzberechtigung einer französischen Armee. Und die Rüstung ist doch so ein gutes Geschäft.”
*2Bayerische Separatisten – 1923

Am 12.11.1923 wurde die »autonomen Republik Speyer« durch Franz Josef Heinz ausgerufen. Die Gegner der Separatisten antworten mit organisierten Protestaktionen. Am 09.01.1923 wird Franz Josef Heinz in Speyer erschossen. Am 12.1.1924 werden die Pirmasenser Separatisten zur Aufgabe gezwungen. 47

Auch Hitler soll schon in den frühen 20er Jahren von Frankreich Geld bekommen haben. Jedenfalls versichert 1952 der ehemalige preußische Finanzminister Klepper, ihm sei ini Quai d’Orsay, dem französischen Außenministerium in Paris, eine Quittung Hitlers für Geldbeträge gezeigt worden, die er von französischen Agenten erhalten habe. Bemerkenswerterweise beteiligt sich Hitler tatsächlich nicht am Ruhrkampf, als Frankreich vorübergehend das Ruhrgebiet besetzt*3, und Konrad Heiden kann sich in seinem 1936 erschienenen Buch “Adolf Hitler”19 die Bemerkung nicht verkneifen: “lm Jahre 1921 herrschte in der Partei ein merkwürdiger franzosenfreundlicher Ton”.
*3 Ruhrbesetzung 1923

Deutschland war auf Grund des Versailler Vertrages gezwungen Reparationen an die Alliierten des Ersten Weltkriegs zu zahlen. Die alliierte Reparationskommission stellte Ende Dezember 1922 einen geringfügigen Lieferrückstand deutscher Reparationen an Frankreich fest. Darum besetzten am 8. März 1923 französische und belgische Truppen die Städte Duisburg und Düsseldorf.

Die Besetzung löste einen Aufschrei nationaler Empörung im Deutschen Reich aus. Die Reichsregierung unter dem parteilosen Kanzler Wilhelm Cuno rief die Bevölkerung zum “passiven Widerstand” auf: Es wurden keine Reparationen mehr gezahlt, Industrie, Verwaltung und Verkehr wurden mit Generalstreiks teilweise lahm gelegt. Betriebe und Behörden leisteten teilweise den Anordnungen der Besatzer keine Folge. Frankreich reagierte darauf mit 150.000 verhängten Strafen, die mit unter bis zur Ausweisungen aus dem besetzten Gebiet gingen.

Inzwischen begingen ehemalige Freikorpsmitglieder (in der Regel nationalistisch, monarchistisch und rechtsradikal eingestellt) und auch Kommunisten Sabotageakte und Anschläge gegen die Besatzungstruppen. Die wiederum reagierten mit Sühnemaßnahmen und Todesurteilen, die Situation eskalierte und forderte 137 Tote.

Als am 9. Januar 1923 die Reparationskommission behauptete, dass Deutschland absichtlich die Lieferungen zurückhalten würde, wurde am 11. Januar 1923 das gesamte Ruhrgebiet, ausgehend vom bereits besetzten Düsseldorfer und Duisburger Raum von französischen und belgischen Truppen mit anfangs 60.000, später 100.000 Mann eingenommen. Ziel war, die Reparationszahlungen direkt in Kohle einzutreiben (Politik der “produktiven Pfänder”).

Wegen großer wirtschaftlicher Probleme des Deutschen Reiches verzichteten die Alliierten 1922 auf Reparationszahlungen in Form von Geld und forderten stattdessen Sachleistungen (Stahl, Holz, Kohle) ein. 48 49

E. R. Carmin schreibt, daß hinter den Geheimbünden und deren Aktivitäten auch ausländische Interessen standen: “Ein von Mitgliedern des aus dem Freikorps Oberland hervorgegangenen Blücherbundes für März 1923 geplanter, allerdings durch Denunziation aufgeflogener Putsch in München war mit über 92.000 Goldmark, immerhin an die 40 Millionen Reichsmark, von Frankreich finanziert worden.”

“Das Verblüffendste und Rätselhafteste am Erfolg dieses Menschen (Hitlers) ist die Tatsache, daß er 1923, auf dein Höhepunkt des Inflationstaumels, über Devisen verfügte, über Dollars, Tschechenkronen, holländische Gulden, ja offenbar auch über französische Franken”, schreibt Görlitz in “Geldgeher der Macht”. Von den 1923 höchstens 100.000 eingeschriebenen NSDAP-Mitgliedern hat Hitler jenes Kapital ganz sicherlich nicht, das es ihm schon damals erlaubt, – noch ehe er im Gefängnis Landsberg “Schriftsteller” wird (Mein Kampf) und Interviews an die Hearst-Blätter verkauft – einen beträchtlichen Aufwand zu treiben und zu finanzieren:

“Seine Anhänger reisen in Extrazügen. Er hat einen großen Stab, hält Felddienstübungen ab, überfällt benachbarte Städte, rüstet Strafexpeditionen aus. Lauter Dinge, die ohne beträchtliche Gelder unmöglich wären. Unmöglich ist, dass diese Ausgaben der Partei von Beiträgen der Mitglieder aufgebracht werden können. Hitler besitzt eine riesige Plakat- und Flugblattpropaganda. Manche Angehörige der Sturmtrupps widmen sich ausschließlich der Partei, fahren die ganze Zeit zu Agitationen im Land herum”.20

Fritz Thyssen – der ergebene Gönner – 1923

Fritz ThayssenHitlers frühester, treuester und freigebigster Förderer unter den deutschen Industriellen ist jedoch der schon erwähnte Fritz Thyssen, einer der bekanntesten und reichsten Männer des deutschen Reichs, dessen Name als Inbegriff der Schwerindustrie gilt. Thyssen lernt Hitler im Jahre 1923 kennen. Als Vermittler dient dabei General Ludendorff, der ihm Hitler als einzigen Hoffnungsträger für Deutschland anpreist. Thyssen ist von Hitler so beeindruckt, daß er ihm 100.000 Goldmark spendet – in Zeiten der Hyperinflation eine Riesensumme.

Im Jahre 1928, als Hitler Geld für eine neue, pompöse Parteizentrale in München benötigt, greift Thyssen wieder tief in den Geldbeutel und spendet 300- bis 400.000 Mark. Die Spende tarnt er als Kredit, welchen er über die holländische Bank “Voor Handel en Scheepvaart N. V” in Rotterdam abwickelt. Die Nazis bezahlen nie etwas zurück.

Von da an wirbt Thyssen für die NSDAP mit Hingabe und Verve (Begeisterung). Er tritt bei politischen Veranstaltungen auf, versucht andere Wirtschaftsmagnaten in kleiner Runde zu überzeugen, steht mit Geld und seinem prominenten Namen für das Volksbegehren gegen den Young-Plan ein. Weiterhin läßt Thyssen im Umkreis Hitlers mal da 50.000, mal dort 100.000 Mark springen.

Eine seiner “größten” Taten ist jedoch, daß er den äußerst exklusiven Zirkel der “Ruhrlade”, dem zwölf einflussreiche und finanzkräftige Industrielle angehören, überreden kann, einen politischen Fonds aufzulegen, aus dem Parteien und einzelne Politiker alimentiert werden. Die Summen sind beträchtlich, schwanken zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Mark jährlich.25

Anfänglich fließen die Gelder in bürgerliche und rechte Parteien. Nach dem Wahlerfolg der NSDAP im September 1930 schafft es Thyssen gegen anfängliche Skepsis und Widerstand der Wirtschaftsführer, die “Ruhrlade”-Mitglieder davon zu überzeugen, daß man den “vernünftigen” Nationalsozialisten unter die Arme greifen sollte, indem man die NSDAP von den Wirtschaftsspenden abhängig mache – daraufhin fließen die Gelder.

Thyssen rührt immer stärker die Werbetrommel für die NSDAP. Für den 27. Januar 1932 lädt er Hitler ein, vor dem “Industrieklub” in Düsseldorf zu sprechen, dem die Elite der “Ruhr-Barone”, der Banken, Verleger und Wirtschaftsjuristen angehört. Der Abend wird ein riesiger Erfolg. Hitlers Pressechef kommentierte: “Das Eis war gebrochen, der nationalsozialistische Gedanke hatte in wichtigen und einflußreichen Kreisen des Systems fruchtbaren Boden gefunden”. Thyssen selbst gibt später zu Protokoll: “Die Rede machte auf die versammelten Industriellen einen tiefen Eindruck und in der Folge floß eine Reihe großer Beiträge aus den Quellen der Schwerindustrie in die Kasse der Nationalsozialistischen Partei.”

Damit hat sich der Wind für die Nazis endgültig gedreht: Die Wirtschaftselite Deutschlands läßt die braunen Rabauken nicht länger in der Ecke stehen. Um deren Unterstützung zu erringen, schreckte Hitler nicht davor zurück, Kreide zu fressen: Auch diesmal verzichtet er auf seine bewährten Kampfparolen für die Massen, wie die Auflehnung gegen die Zinsknechtschaft, das Diktat des Staates über die Firmen oder die Enteignung einzelner Wirtschaftszweige. Auch seine Abneigung gegen die Juden thematisiert er nicht. Statt dessen geht er geschickt auf die Sorgen und Nöte der Wirtschaftskapitäne ein und vermeidet peinlichst den Eindruck eines Radikalen oder politischen Eiferers.

Thyssen lobbyiert weiterhin für Hitler und spendet nach eigener Einschätzung insgesamt etwa eine Million Mark. Hitler dankt es ihm später dadurch, daß er Thyssen, der viel zu spät die wahre Natur Hitlers erkennt und sich entsetzt von ihm abwendet, Anfang Januar 1941 in die Irrenanstalt in Neubabelsberg bei Potsdam einwiesen läßt, zusammen mit seiner Frau. Die späteren Kriegsjahre verbringt das Ehepaar Thyssen dann in den Konzentrationslagern von Sachsenhausen, Buchenwald und Dachau.

Kontakte zu den besseren Kreisen – Emil Kirdorf – 1927

Emil Kirdorf Einer der “Paten” Hitlers für den Zugang zu den sogenannt besseren Kreisen ist Emil Kirdorf (Bild links), ein fast 80jähriger Kohlemagnat (der während 54 Jahren Vorstandsvorsitzender der Gelsenkirchener Bergwerks-Aktiengesellschaft gewesen war und bei der Gründung des mächtigen Rheinisch- Westfälischen Kohle-Syndikats mitgewirkt hatte). Aufgrund seiner einflußreichen Stellung und feudalistischen Auffassung von Arbeitshierarchie nennt man ihn nur den “Schlotbaron”.

Buchautor Henry Ashby Turner attestiert Kirdorf, “den künftigen Diktator während seines Aufstiegs zur Macht in den Augen von Millionen Deutschen gesellschaftsfähig” gemacht zu haben. Durch sein öffentliches Eintreten für die Nazis und seine finanzielle Unterstützung “half er dem Führer unermesslich”.21

1926 sucht Hitler den Kontakt zu Industriellenkreisen. Er buhlt um deren Einfluss und, noch wichtiger, deren Geld. “Schon eine einzige Spende, die für Wirtschaftsführer nur ein Taschengeld bedeutet, kann der niederliegenden Nazipartei flugs wieder auf die Beine helfen, nachdem das zeitweilige NSDAP-Verbot die Quellen hat versiegen lassen”, schreibt Wolfgang Zdral.

Hitler tritt im Herbst 1927 in mehreren privaten Zirkeln vor Wirtschaftsführern auf und erläutert seine Ziele. Bei einem dieser Treffen in Essen hört Kirdorf den Propagandisten zum ersten Mal und ist ergriffen. So sehr, daß er im August 1927 als erster Industrieller NSDAP-Mitglied wird. Sein Streben geht nun dahin, “ihn in dem nächsten Monat mit einigen führenden Personen diesseitiger Industrie” zusammenzubringen. “Gelingt es mir, ihm in diesen Kreisen Anhänger zu gewinnen, so wird meine Hoffnung auf Rettung des Vaterlandes Stärkung erfahren”.23

Auch seine private Geldschatulle öffnet Kirdorf. Einmal springt er ein, als Hitler wegen eines ungedeckten Schecks von 40.000 Mark schon den Selbstmord erwägt. Insgesamt spendet Kirdorf etwa 100.000 Mark. Viel wichtiger ist jedoch, daß Kirdorf Hitler einlädt, seine Gedanken zu Ökonomie und Unternehmertum niederzuschreiben, damit er diese diskret unter seinen Freunden und Bekannten verteilen kann. Dies tut Hitler nur zu gern, und es ist zu seinem Glück, dass das Blättchen geheim und unter der Hand weiterverteilt wird, denn die Inhalte weichen gar stark von der Polemik ab, mit der er das gemeine Volk zu gewinnen trachtet, und sie unterscheiden sich auch von dem, was er in “Mein Kampf” als seine Weltanschauung verkündet.

Erst im Frühjahr 1966 taucht ein Exemplar des Pamphlets wieder auf und offenbart, dass Hitler sich darin weder – wie sonst üblich – für Enteignungen ausspricht noch gegen die Zinsknechtschaft oder gegen die Juden wettert; letzteres Thema erwähnt er nur einmal im Zusammenhang mit dem “internationalen Juden” und dem Marxismus. Ganz offensichtlich sucht er seinen potentiellen Geldgebern zu gefallen.

Kirdorf tritt allerdings im August 1928 wieder aus der NSDAP aus, weil die NS-Zeitung “Die neue Front” einen bösen Artikel über das Rheinisch- Westfälische Kohlesyndikat publiziert hat, das er als seinen größten Lebenserfolg betrachtet. Seiner Bewunderung für und seinem Kontakt zu Hitler tut dies jedoch keinen Abbruch, und nach Hitlers Machtergreifung bittet er um Wiederaufnahme in die Partei.

Die Folgen seines Wirkens im Hintergrund waren in der Zwischenzeit immerhin rund 500.000 bis 600.000 Reichsmark, welche die Bergbauindustrie auf regelmäßiger Basis nach den Wahlen von 1930 an die NSDAP zahlte.24
1929-1933: Hitler wird als künftige Macht im Staate aufgebaut

Ende der Zwanziger Jahre herrscht in den Kreisen der deutschen Arbeitslosen Kriegsstimmung. Man will Krieg gegen die internationale Hochfinanz und Krieg gegen den Osten. Diese Stimmung ist Hitlers erste große Chance. Von nur 0,8 Millionen Stimmen in der Wahl des Jahres 1928 wachsen die NS-Stimmen 1930 auf 6,3 – 1932 auf 13,7 und 1933 auf 17,2 Millionen an. In Wirklichkeit wollen die verzweifelten Menschen natürlich keinen Krieg, sondern ein Recht auf Arbeit. Und sie sind bereit, gegen all jene anzutreten, die ihnen dieses Recht verweigern. Die Reichen beginnen sich zu fürchten. So unauffällig wie möglich pirschen sie sich an Hitler heran und bitten um Schutz…

Und der braucht ihr Geld dringend, denn trotz der vielen Spenden gibt die NSDAP immer viel mehr Geld aus, als hereinkommt. So gibt ein Steuerberater der NSDAP am 2. Januar 1933 beim Berliner Finanzamt zu Protokoll, die Partei sei nur unter Aufgabe ihrer Unabhängigkeit zur Zahlung ihrer Steuern in der Lage. Das zeigt, daß selbst Beiträge von über einer Million Mitgliedern nicht für die Bedürfnisse Hitlers ausreichen und nur zusätzliche Spenden aus der Wirtschaft die Finanznot zumindest lindem können.

Die Nationalsozialisten erscheinen manchen Exponenten der Hochfinanz gefährlicher als die Kommunisten, die ihrer Ansicht nach keine reelle Chance haben, in Deutschland an die Macht zu kommen. Doch wenn Hitler mit seinen Wählern aus dem verarmten Mittelstand den Kurs der Linken noch verstärkt, dann können sie gemeinsam die deutsche Hochfinanz erdrücken. Gefährdet sind vor allem die Bankiers, die Industriellen und die Grossgrundbesitzer. Deren Ziel ist deshalb klar: Der Linkskurs des Mittelstandes muss verhindert werden.

Hitler ist Realpolitiker, er will vor allem die Macht. Also muß man Hitler die Macht zwar übergeben, ihn jedoch so binden, daß er sie nicht zum Nachteil seiner Geldgeber verwenden kann. Eine Rechnung, die – siehe Thyssen – für die reichen Herren nur zum Teil aufgeht.

Ende der 20er Jahre beginnen die Parteispenden plötzlich üppiger zu fließen. 1929 etwa richtet der damalige deutsche Pressezar Alfred Hugenberg einen Bittbrief an dreitausend Millionäre in den USA. Er beschwört das Chaos, das Deutschland drohe und malt in düsteren Farben die Gefahr eines Krieges mit der Sowjetunion an die Wand. Es sei unumgänglich, dass Deutschland für einen Krieg aufrüste, und die einzige Partei, die zur Aufrüstung bereit sei, sei Hitlers NSDAP.

Die Weltwirtschaftskrise 1929

Den amerikanischen Großindustriellen und Bankiers ist zu jener Zeit klar, daß Amerika eine Wirtschaftskrise bevorsteht. Nach dem Ersten Weltkrieg war Amerika zum reichsten Land der Erde avanciert und die amerikanische Wirtschaft wuchs unaufhörlich, nicht zuletzt dank der vom Krieg ruinierten europäischen Staaten, die gar nicht anders konnten, als zunächst bei “Onkel Sam” einzukaufen – selbstverständlich mit amerikanischen Krediten, denn doppelt und dreifach verdient hält einfach besser.

Bald überstieg jedoch das Produktionsvolumen der USA die Nachfrage. Die europäischen Länder hatten selbst die Produktion wieder aufgenommen, und so blieb Amerika schließlich auf seinen Waren sitzen. Russland belieferte die Europäer mit günstigem Getreide, und die amerikanischen Landwirte konnten ihre Kredite für die überzogenen Investitionen nicht mehr zurückzahlen. Spätestens Mitte der zwanziger Jahre ist einigen illuminierten Köpfen klar, dass die Blase dieser übersteigerten Wirtschaft bald einmal platzen würde.

Und vorausblickend, wie solch illuminierte Geister nun mal sind, nehmen sie das Schicksal, das wie ein Damoklesschwert über der amerikanischen Wirtschaft hängt, in ihre Hände und blasen erst noch tüchtig den Aktienmarkt künstlich auf, auf dass er wuchere wie ein Krebsgeschwür.

So dauert es nicht lange, bis das Volk nahezu alle seine Ersparnisse in überbezahlte Wertpapiere gesteckt hat. Um die europäischen Länder an die Goldkandare zu bekommen, beginnt die Federal Reserve Bank schließlich, amerikanisches Gold im Wert von 500 Millionen Dollar nach Europa, und da vor allem nach England zu transferieren.

Am 9. August 1929 ist es soweit: Die Federal Reserve Bank erhöht den Diskontsatz und zweieinhalb Monate später, am 24. Oktober 1929, platzt die Blase: Schwarzer Freitag. E. R. Carmin bemerkt bissig: “Binnen kürzester Zeit waren an die 160 Milliarden Dollar an Wertpapieren futsch (der ganze Zweite Weltkrieg – kostete die USA “bloß” 200 Milliarden). Das heißt: Das Geld war natürlich nicht einfach futsch, vornehm ausgedrückt hatte das Volksvermögen mal eben die Besitzer gewechselt.”

1930 bis 1933 – 150 Millionen Mark aus dem Ausland?

Dies also die Stimmung, in welcher der Brief des Deutschen Hugenberg die amerikanischen Millionäre erreicht. Dr. Gelpke, ein Mitarbeiter des damaligen preußischen Staatssekretärs Dr. Abegg, erinnert sich später: “Die Sowjetunion war damals noch sehr schwach. Niemand dachte an Krieg, wohl aber sahen einige tüchtige Geschäftsleute voraus, dass eine Krise zu erwarten war.” Was kann man dagegen tun? Die Schwerindustriellen denken natürlich zuerst an ihr bestes Geschäft: die Aufrüstung. Um aber die Aufrüstung durchzusetzen, müssen die nicht am Rüstungsgeschäft interessierten Reichskanzler Müller, Brüning und Schleicher, sowie die sozialistische Regierung Preußens (SPD, Zentrum und DDP – Ministerpräsident = Otto Braun, Sozialdemokrat) gestürzt werden. Dazu braucht man einen Strohmann und einen Demagogen, der das Volk anzog. Dieser Mann ist Adolf Hitler.

Die ersten Millionen aus dem Ausland rollen kurz vor dem unerwarteten Wahlsieg Hitlers von 1930 und rollen weiter bis zu Hitlers Machtantritt Ende Januar 1933. Der Staatssekretär des preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun Dr. jur. Wilhelm Abegg schätzt sie auf rund 150 Millionen Mark. Sein Mitarbeiter Gelpke schreibt: “Doch die ganze Wahrheit kann kein Zeuge veröffentlichen, weil er weiß, dass er früher oder später das Opfer einer Clique von ungekrönten Königen würde. Als Rechtsanwalt und Revisor hatte ich für Finanzkreise Beteiligungen im In- und Ausland, insbesondere den Zahlungsverkehr Schweiz-Deutschland zu kontrollieren. Auch bei einer Waffenfabrik. Ich wusste, dass die SA und die SS einen großen Teil der Waffen nicht von der Reichswehr, sondern vom Ausland erhielten.”

Gelpke fährt fort: “Nach dem unerwarteten Wahlsieg Hitlers vom 14. September 1930 sah sich nun Dr. Abegg veranlasst, den ausländischen Finanzquellen Hitlers nachzuforschen. Er ließ unter anderem auch das Hotel Adlon, Berlin, daraufhin beobachten, ob hier zwischen Hitler und amerikanischen Finanzleuten Besprechungen stattfinden.” Dazu habe man die Gäste-Anmeldungslisten durchforstet. “Diese Recherchen verliefen positiv. Es fanden in den Jahren 1929/1933 im Hotel Adlon, Berlin, Verhandlungen über die Finanzierung Hitlers statt. Auf amerikanischer Seite waren eingeweiht: Bankier Warburg, als Treuhänder des New Yorker Bankhauses Kuhn, Loeb & Cie., sowie eine Gruppe der amerikanischen Ölfinanz. Auf deutscher Seite haben an den Verhandlungen teilgenommen: Hitler, Göring, Gregor Strasser, von Heydt, ein Berliner Rechtsanwalt von Loewenfeld”.

Hierzu gilt es anzufügen, daß diese Informationen wohl in einigen Büchern auftauchen, nicht jedoch beim Primärquellenforscher Antony Sutton. Dies gilt auch für die folgenden Sätze.

“Staatssekretär Abegg verschaffte sich eine Abschrift von Hitlers Budget für Partei, SA und SS. Er stellte fest, daß Hitler neben der Parteikasse noch über einen Geheimfonds verfügte. Im Sommer 1930 stellte die preußische Polizei fest, dass die Mitgliederbeiträge der NSDAP, sowie die Beiträge aus der deutschen Industrie stark zurückgingen. Trotzdem war Hitler im Hinblick auf die Septemberwahlen 1930 in der Lage, mit einem bisher in Deutschland unbekannten Aufwand Wahl-Propaganda zu machen. Dieses Geld konnte nur aus dem Ausland, insbesondere den USA, stammen.”

Diese Aussagen stützen sich auf ein angebliches Dokument der badisch- württembergischen “Deutschen Gemeinschaft”, welche es im Jahre 1950 veröffentlichte. Die Gemeinschaft habe aufgrund stichhaltiger Unterlagen den daraufhin gegen sie geführten Prozess gewonnen, was sich jedoch nicht verifizieren (nachprüfen) lässt.

Ende 1931 soll der preußische Staatssekretär Dr. Abegg von Minister Severing den Auftrag erhalten haben, das Vorleben Hitlers, sowie dessen ausländische Finanzquellen abzuklären. Offenbar ging es darum, Hitler, der damals noch nicht deutscher Staatsbürger war, auszuweisen oder ihn vor Gericht zu stellen. In diese Pläne sollen Reichskanzler Brüning, General von Schleicher und später auch der adlige Minister ohne Geschäftsbereich Hans Schlange-Schöningen (DNVP = Deutsch-Nationale-Volks-Partei), der sich später dem Widerstand gegen Hitler anschloss und ein Herr Passarge eingeweiht gewesen sein.

Angeblich observierte die Polizei einen Möbelwagen, der ständig in Deutschland unterwegs war und in dem sich Hitlers Privatarchiv befunden haben soll. Es habe die Bankunterlagen Hitlers der Jahre 1929 und 1931 enthalten. Dieser habe einen Geheimfonds unterhalten, über den nur er verfügen konnte. “Das Ergebnis unserer Untersuchungen war für Hitler derart belastend, dass, wenn das Material dem Reichspräsidenten unterbreitet worden wäre, der Präsident keine andere Wahl gehabt hätte, als Hitler vor Gericht zu stellen”.

So die nicht verbürgte Aussage des Archivars des ehemaligen Zürcher Abegg-Archivs, der anfügte: “Es scheint, daß Hitler eine Ahnung hatte, was geplant war. Jedenfalls ließ er im Frühjahr 1933, als Dr. Abegg nach der Schweiz verreist war, in der Berliner Wohnung von Dr. Abegg durch die SS eine Hausdurchsuchung machen, wobei das Dossier Hitler beschlagnahmt wurde. Etwa ein Jahr später, anlässlich des Röhm-Putsches, erhielt die SS den Auftrag, bei General von Schleicher eine Hausdurchsuchung zu machen, und das Doppel des Dossiers Hitler zu beschlagnahmen. Bei diesem Anlass sind sowohl General Schleicher als auch seine Ehefrau ermordet worden.”

Ausländische Geldgeber in Spendierlaune – Royal Dutch Shell – 1921

Auf seiner Spurensuche ist Professor Antony Sutton auf einige weitere Namen gestoßen. Schon 1925 habe die Familie des Großindustriellen Hugo Stinnes Geld gespendet, um die Nazi-Wochenzeitung Völkischer Beobachter in eine Tagespublikation umzuwandeln. Anfang der Dreißiger Jahre finden einige Treffen zwischen Hitler (oder dessen Repräsentanten Hjalmar Schacht und/oder Rudolf Hess) und deutschen Industriellen statt. “Der kritische Punkt liegt in der Tatsache, daß die deutschen Industriellen, welche Hitler finanzierten, vorwiegend Direktoren von Kartellen mit amerikanischer Beteiligung oder Eignerschaft waren. Im großen ganzen waren Hitlers Geldgeber weder Firmen ausschließlich deutschen Ursprungs noch Repräsentanten deutscher Familienunternehmen.

Mit Ausnahme von Thyssen und Kirdorf waren es die deutschen multinationalen Unternehmen beispielsweise die IG Farben, AEG., DAPAG (Deutsche Amerikanische Petroleum AG), etc. Diese Konzerne hatte man durch amerikanische Anleihen in den 20er Jahren geschaffen. Sie wurden in den frühen 30er Jahren von amerikanischen Direktoren geführt und besaßen eine starke amerikanische Finanzbeteiligung.”

Bislang keine Erwähnung gefunden hat ein weiterer bekannter Name: Royal Dutch Shell (identisch mit Shell), die große Konkurrentin von Rockefellers Standard Oil auf dem Erdölmarkt der 20er und 30er Jahre. Ihr Chef, Sir Henri Deterding, soll Hitler, laut weit verbreiteten Gerüchten, kräftig mit persönlichem Geld finanziert haben.

Deterding-Biograph Glyn Roberts schreibt in “The most powerful man in the world”, daß Deterding schon 1921 von Hitler beeindruckt gewesen sei und ihm schon in jenen frühen Tagen durch den Agenten George Bell vier Millionen Gulden gespendet habe. Roberts berichtet auch, George Bell habe als Repräsentant von Hitler und Deterding 1931 an Treffen (rechtsradikaler) ukrainischer Patrioten in Paris teilgenommen. Deterding soll den Nazis große Summen gespendet haben, mit dem Gedanken, daß ihm dies zu einer besseren Position auf dem deutschen Ölmarkt verhelfen würde. Man sprach von Beträgen bis zu 55 Millionen Pfund.

Antony Sutton gelang es jedoch nicht, konkrete Belege für diese Gerüchte zu finden – obwohl Deterding seit nunmehr über achtzig Jahren im Verdacht steht, er habe die Nazis finanziert. Immerhin verlegte er seinen Wohnsitz nach Nazi-Deutschland, wo er seinen Anteil am deutschen Ölmarkt tatsächlich ausbauen konnte.

Nicht gesichert sind auch Anschuldigungen, die schon am 11. Januar 1932 erhoben wurden: dass nämlich die französische Waffenfabrik Schneider-Creuzot Hitler finanziert habe.27 Paul Fauré äußerte damals in der französischen Zeitung Le Journal, Hitler habe 300.000 Schweizer Goldfranken erhalten. Allerdings konnte Sutton dies nicht verifizieren.

Kurz vor der Machtübernahme 1932 fast am Ende

Im Mai 1932 findet das sogenannte “Kaiserhof Meeting” zwischen Schmitz von der IG Farben, Max Ilgner von der Amerikanischen IG Farben, Kiep von der Hamburg-Amerika-Linie und Diem vom Deutschen Pottasche- (oder Kaliumkarbonat)-Trust statt. An diesem Treffen werden über 500.000 Reichsmark aufgebracht und zugunsten von Rudolf Hess an die Deutsche Bank überwiesen. Am 31. Juli 1932 erhält die NSDAP bei den Wahlen 13,8 Millionen Stimmen und ist damit die stärkste Partei. Dennoch war es nicht einfach gegeben, daß Hitler Reichskanzler werden musste – mit all den fatalen Folgen.

Heinrich BrüningAuch E. R. Carmin urteilt: “Hitlers Aufstieg zur Macht war weder schicksalhaft noch unaufhaltsam”. Noch 1932 hätte man strafrechtlich gegen Hitler und die Nazis vorgehen können, wäre da nicht der Reichskanzler Heinrich Brüning von der Zentrumspartei (Bild links) gewesen, der 1947 in einem Brief an den Herausgeber der Deutschen Rundschau schrieb: “Das Finanzieren der Nazipartei, teilweise durch Menschen, von denen man es am wenigsten erwartet hätte, dass sie sie unterstützen würden, ist ein Kapitel für sich. Ich habe niemals öffentlich darüber gesprochen, aber im Interesse Deutschlands könnte es notwendig sein, es zu tun und aufzudecken, wie dieselben Bankiers im Herbst 1931 den amerikanischen Botschafter Sackett gegen meine Regierung zugunsten der Nazipartei zu beeinflussen suchten.

Einer der Hauptfaktoren bei Hitlers Aufstieg, den ich nur im Vorübergehen erwähnt habe, war die Tatsache, dass er große Geldsummen von fremden Ländern 1923 und später empfing und gut für die Sabotage des passiven Widerstandes im Ruhrgebiet bezahlt wurde. In späteren Jahren wurde er bezahlt, um Unruhen hervorzurufen und revolutionäre Tendenzen in Deutschland zu ermutigen – von Männern, die sich einbildeten, dass dies Deutschland schwächen könnte und das Bestehenbleiben irgendeiner verfassungsmäßigen zentralen Regierung unmöglich machen würde. Diejenigen, die so lange versucht haben, diese Tatsachen zu unterdrücken täuschen sich, wenn sie glauben, dass sie dies auf Dauer tun könnten.”28

Brünings Einsicht kam etwas spät, hatte er doch eigenhändig im Jahre 1932 einen Teil des ihm vom preußischen Ministerpräsidenten Braun vorgelegten Beweismaterials vernichten lassen, das die NSDAP als “staats- und republikfeindliche, hochverräterische Verbindung” brandmarkte, wodurch Brüning die vermutlich letzte Möglichkeit sabotierte, strafrechtlich gegen Hitler und die Nazis vorzugehen. Man erinnere sich: Bis zu seiner “totalen” Machtübernahme hatte Hitler niemals die Mehrheit des deutschen Stimmvolks hinter sich; sein bestes Resultat belief sich auf einen Wähleranteil von 37 Prozent!

Wie E. R. Carmin es herausstreicht, hat Hitler “nicht an der Spitze einer revolutionären Massenbewegung die Macht ergriffen, sondern er ist vielmehr durch Hintertreppen-Intrigen zum Reichskanzler ernannt worden, und zwar zu einem Zeitpunkt, als seine politische Bewegung bereits ihren Gipfelpunkt überschritten hatte und die wirtschaftlichen und politischen Faktoren, die seinen Aufstieg begünstigt hatten, bereits schwanden. In der Partei herrschte Zwietracht, und Hitler spielte Ende 1932 sogar mit dem Gedanken, sein Leben mit einer Kugel zu beenden”.

In dieser Zeit, da Hitler genauso gut auch wieder hätte untergehen können, erhält er die großzügigsten Summen vom Großkapital. “Es gibt unwiderlegbare dokumentarische Beweise für eine weitere Rolle der internationalen Bankiers und Industriellen bei der Finanzierung der Nazipartei und der Volkspartei für die Wahlen im März 1933″, schreibt Antony Sutton. “Die Gesamtsumme von drei Millionen Reichsmark wurde von prominenten Firmen und Geschäftsleuten bezahlt, welche passenderweise über ein Konto der Delbrück Schickler Bank gewaschen und dann in die Hände von Rudolf Hess übergeben wurde – zur Verfügung Hitlers und dessen NSDAP.” Dieses Spendengeld-Treffen hatte am 20. Februar 1933 im Heim von Göring stattgefunden, welcher damals Reichstagspräsident war.

Nur eine Woche später, am 27. Februar 1933, brennt der Reichstag. Ein Tunnel gewährt den Brandstiftern Zugang zum Reichstag, und dieser beginnt just in jenem Haus, in dem sich ein alter Hitler-Spezi und Geldbeschaffer namens Ernst “Putzi” Hanfstaengl aufhält. Das Reichstagsfeuer selbst wird schließlich von Hitler als Vorwand benutzt, um die konstitutionellen Rechte abzuschaffen und via Ermächtigungsgesetz die absolute Macht zu übernehmen.
Dr. Ernst Hufstaengl

Hanfstaengl Dr. Ernst Hanfstaengl, auch “Putzi” genannt, (Bild links) war der Sohn eines Münchener Kunsthändlers, der seine Jugend in den USA verbrachte. Hanfstaengl selber war ebenfalls Kunsthändler und Pianist. In den USA gehörte zu den unmittelbaren Bekannten der einflussreichen Roosevelt-Familie. Hanfstaengl hatte in Harvard studiert und spielte als vollendeter Pianist für Theodore und Franklin Roosevelt, für Winston Churchill und auch für Hitler. Hitler hatte ja ebenfalls eine künstlerische Ader. Schliesslich wollte er einst Malerei studieren und war ein begeisterter Anhänger der Musik Richard Wagners.

Bild von Adolf Hitler Links übrigens eine Zeichnung von Hitler. Hanfstaengl, einst ein persönlicher Freund Hitlers, führte Hitler 1922 in die Münchener Gesellschaft ein. Hanfstaengl wurde 1931 Leiter der NSDAP Auslandspresse und blieb es bis 1933. Enttäuscht von Hitler ging er 1937 nach England und anschliessend in die Vereinigten Staaten. Während des 2. Weltkrieges wurde er Berater Roosevelt’s und der Hearst Presse. 1946 kehrte er nach Deutschland zurück und lebte bis zu seinem Tode in München.

1 Adolf Hitler, Mein Kampf. S. 241
2 Ian Kershaw: Hitler 1889-1936, Stuttgart 1998, S. 376
3 Johannes Baur: Die russische Kolonie in München 1900-1945, 1990, S. 143
4 ebd., S. 226
5 Kurt Ludecke: I knew Hitler, London 1938, S. 22/23
6 ebd., S. 133
7 Werner Maser: Der Sturm auf die Republik, Düsseldorf 1994,S.351
8 ebd. S. 401
9 James u. Suzanne Pool: Hitlers Wegbereiter zur Macht, 1979, S. 260 ff.
10 Saturday Evening Post vom 31.7.1941, in Pool, ebd., S. 443
11 Polizeiakte in: Ernst Deuerlein (Hrsg.): Der Hitler-Putsch, Stuttgart, S. 546
12 Faksimile in Ludecke: 1 knew Hitler, S. 176
13 James und Suzanne Pool: Hitlers Wegbereiter zur Macht, S.114/115
14 Der Young-Plan wurde am 18. März 1930 vom Deutschen Reichstag verabschiedet und trat am 17. Mai 1930 rückwirkend zum 1. September 1929 in Kraft. Er wurde von Hitler und der übrigen extremen Rechten (DNVP, Stahlhelm) heftig angegriffen und als Propagandaargument gegen das demokratische System der Weimarer Republik instrumentalisiert. Schon am 1. Juli 1931 (u. a. als Folge der Weltwirtschaftskrise) wurden die im Young-Plan vereinbarten Zahlungen gemäß dem Hoover-Moratorium eingestellt. Gemäß einem am 9. Juli 1932 während der in Lausanne tagenden Reparationskonferenz geschlossenen Abkommen wurde der Plan dann auch formell außer Kraft gesetzt.
15 James Stewart Martin, All Honorable Men, Boston Little Brown & Co., 1950
16 1956 fusionierten die Rockefeller Chase Bank und die Warburg Manhattan Bank zur Chase Manhattan Bank.
17 Elimination of German Resources, S.648.
18 Emil Julius Gumbei: Verschwörer, 1924, S.178.
19 Bd. 1, Zürich 1936, S. 253 ff.
20 Gumbel, aa.O., S. 24
21 Henry Ashby Turner jr.: “Faschismus und Kapitalismus in Deutschland”, 1972
22 Wolfgang Zdral: Der finanzierte Aufstieg des Adolf H,
23 Emil Kirdorf, Erinnerungen 1847-1930, Privatdruck, Düsseldorf ca. 1930
24 August Heinrichsbauer: Schwerindustrie und Politik, Essen 1948, S.39 ff.
25 Henry Turner: Faschismus und Kapitalismus in Deutschland, Göttingen 1972
26 Glyn Roberts, The Most Powerful Man in the World, 1938, S. 322
27 Chambre des Députés – Debats, 11. Februar 1932, pp. 496-500
28 Brüning in einem Brief an Dr. Rudolf Pechel, Deutsche Rundschau, 7, 1947
32 Henry Ford
33 Lothar Machtan: Hitlers Geheimnis – Hitler war homosexuell
34 Lothar Machtan verteidigt seine These von der Homosexualität Hitlers
35 Ian Kershaw: Der gerade Weg – Zweifelhafte Zeugen
36 Döllersheim
37 Hitlers Stammbaum
38 Rezensionen zum Buch “Das schwarze Reich” von E. R. Carmin
39 Hjalmar Schacht
40 Anklagepunkte im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess
41 James Stewart Martin: All honorable men – Onlinebuch zum Herunterladen
42 Ermittlungen gegen die Deutsche Bank 1946/47
43 Adolf Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft
44 John D. Rockefeller
45 Das Ludlow-Massaker von 1914
46 Karlheinz Deschner: Der Molloch – Leseprobe
47 Der Freistaat Bayern – Ereignisse 1918 – 1933
48 Ruhrbesetzung 1923
49 Die Ruhrbesetzung

Kommentar: Die Zahlen sind links zu den jeweiligen Berichten – einfach anklicken.

Quelle/Gesamter Text/Weiterführende Links: sauber.50webs.com

Fluor – wie aus einem Gift ein Medikament wurde

Dienstag, den 21. Oktober 2014

(Aus aktuellem Anlass hier ein Artikel aus dem Jahr 2008)

Geschichtliche Entwicklung der Fluoridierung

aus: “Vorsicht Fluor”, von Dr. med. M.O. Bruker und Rudolf Ziegelbecker, emu-Verlag, ISBN 3-89189-013-3

Die seit mehr als 30 Jahren umkämpfte Fluoridierung (Trinkwasser, Tabletten, Zahnpasten, Speisesalz) ist nicht das Ergebnis medizinischer Forschung, sondern der Interessengemeinschaft verschiedener Industriezweige. Allen voran die Zuckerindustrie, die ein Mittel suchte, die Zahnkaries zu verhüten, ohne den Zuckerkonsum herabzusetzen. Die weiteren Interessenten sind die fluorerzeugenden Industrien; davon Aluminium-, Stahl- und Phosphatindustrie in erster Linie (angeblich soll die Aluminiumindustrie seit den 60er Jahren infolge anderer Herstellungstechniken ausfallen) und die Pharma-Industrie, die mit der Drohung, die Anzeigen zu entziehen, Ärztezeitschriften an der Veröffentlichung kritischer Berichte zur Fluormedikation hindert.

Das gemeinsam geplante “Fluor-Prophylaxeprogramm”, das natürlich von offizieller Seite abgesegnet werden mußte, ist einer der massivsten Angriffe auf die Volksgesundheit in der medizinischen Geschichte.
Die eigentliche Fluor-Welle kommt aus den USA und hatte schon eine Reihe von Ländern erfaßt, bevor sie auch in der Bundesrepublik aufgenommen wurde.

So wurde die Propagandamaschine in Gang gesetzt

Dr. Harvey I. Petraborg, Aitkin Minn., USA, schreibt in einem Artikel “Die Trinkwasser-Fluor-dierung als gutes Geschäft?”: “Wenn eine Industrie auf Absatzschwierigkeiten stößt, kann sie sich, wie die Zeitschrift ,Life’ es beschrieben hat, an ein Institut, das Mellon-Institut in Pittsburg, wenden, um neue Absatzmöglichkeiten für ihre Produkte erforschen zu lassen. 1950 saßen die Aluminium- und Stahlindustrien Amerikas auf großen Mengen unabsetzbarer Fluorverbindungen. Eine Zeitlang konnten sie diese Abfälle loswerden, indem sie sie in Flüsse leiteten. Doch im Dezember 1950 wurde die Aluminiumindustrie nach einem großen Fischsterben, entstanden durch Natriumfluroid im Columbiafluß, zu einer hohen Strafe verurteilt. Sie mußte neue Verwendungen für ihre Fluoridabfälle finden, die sich täglich häuften. Ein Teil davon ließ sich für Ratten- und Insektenvertilgung absetzen; aber das war wenig und löste das Problem nicht.

Es wurde daher ein Mann des erwähnten Mellon-Institutes, namens Gerald G. Cox, mit der Lösung des Fluorverwertungsproblems beauftragt. Er erinnerte sich, daß Fluor Zahnzerfall verhindern könne, und schlug eine entsprechende Verwendung der Fluoridabfälle vor. Um das zu verwirklichen, mußte er die wissenschaftliche Welt, in diesem Fall die Ärzte und Zahnärzte, davon überzeugen, daß Fluor für die Zähne gut und für die Gesundheit harmlos sei. Was man bis dahin in Fachkreisen an Tatsachen über die Wirkungen des Fluors wußte – Fluor war als eines der schwersten Gifte bekannt – mußte begraben werden, und es mußte dem Publikum beigebracht werden, Fluor sei kein Gift, sondern ein notwendiger Nährstoff.

Das gelang in der Tat. Cox hatte Beziehungen zu führenden Leuten in der Zahnärzteschaft und im Nationalen Forschungsrat (NRC). Diese Leute erhielten von der Industrie namhafte Forschungsbeiträge. Es kam tatsächlich so weit, daß das Fluor als ein Nährstoff deklariert wurde.

Das Food & Nutrition Board des Nationalen For-schungsrates akzeptierte die These, daß das Fluor ein notwendiger Stoff insbesondere für die Ernährung der Zähne sei, dies ungeachtet der Tatsache, daß Bevölkerungen mit vollgesunden Zähnen bekannt sind in Gegenden, wo Fluor aus der Natur stammend fast gar nicht gefunden wird.

Es war nicht schwer, auch den Nationalen Gesundheitsrat (PHS) für die Sache zu gewinnen, denn die zahnärztliche Abteilung desselben suchte seit langem nach Entdeckungen, die jenen in der Allge-memmedizin gleichkämen. Oscar Ewing, einer der Anwälte der Aluminium Company, war Direktor des Wohlfahrtsministeriums (Social Security) der USA und Leiter des Nationalen Gesundheitsdienstes (PHS). So gelang es leicht, den Fluoridierungsgedanken in die Tat umzusetzen und Geld für die Propagierung flüssig zu machen.

Wo es darum geht, für eine Neuerung die Zustimmung wissenschaftlicher Gremien und von Laienorganisationen zu bekommen, besteht der normale Weg dann, das Pro und Contra, das sich aus wissenschaftlichen Untersuchungsergebnissen ergibt, in Versammlungen und Fachjournalen zu diskutieren, bis die Auffassungen sich klären. Dieser Weg ist in diesem Falle umgangen worden.

Stattdessen wurden sogenannte Studienkomitees gebildet. Diese entstanden unter der Leitung von 1-2 Werbefachleuten, die die übrigen Komiteemitglieder einseitig mit Informationen ausschließlich zugunsten der Fluoridierung versahen und jene, welche Zweifel äußerten, als unzuständig, uninformiert und geschäftlich interessiert bezeichneten.

Keine dieser sehr vielen Körperschaften und Organisationen hat selbst wissenschaftliche Untersuchungen über die Wirksamkeit oder über die Unschädlichkeit des Fluors durchgeführt. Dieses Vorgehen erfüllte seinen Zweck so gut, daß eine Lage entstand, in welcher man für die Fluoridierung eintreten mußte, wenn man nicht sein Ansehen verlieren wollte. Beamte des Nationalen Gesundheitsdienstes saßen auch in führenden Stellungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und traten dort für die Fluoridierung ein. Sie erreichten, daß die WHO sich dafür erklärte, und das wurde zur Grundlage einer weltweiten Kampagne.

So wie die Tabakindustrie wissenschaftliche Untersuchungen für ihre Zwecke anregte und mit mehr als 7 Millionen Dollar Subventionen dotierte, um die Unschädlichkeit des Rauchens zu ,beweisen’, erhielten auch hier viele Wissenschaftler und Leiter wissenschaftlicher Körperschaften Forschungsgelder, um zu beweisen, daß die Fluoridierung unschädlich und gefahrlos ist.

Unser Zeitalter spaltet Atome, erforscht den Weltraum und gebiert Wundermittel. Das läßt leicht an die Möglichkeit glauben, daß auch der Zahnzerfall durch eine so einfache Maßnahme wie die Trinkwas
serfluoridierung verhütet werden könne. Es wäre ja auch gar zu schön, wenn das wahr wäre, und jedermann würde es nur zu gerne glauben. Sicher haben die Zeitumstände zu der triumphalen Annahme der Fluoridierungsidee beigetragen. Indem überdies die Spitzenleute der führenden Organisationen dafür gewonnen wurden, schlössen sich auch die übrigen Mitglieder jeweils deren Meinungen an und stellten die Sache gar nicht mehr in Frage. Das ging so zu, von oben bis unten, und allenthalben wurde eine Menge Aufklärungsmaterial zur Verfügung gestellt, worin von 65% Kariesreduktion, vom ,Nährstoff Fluorid’, von ,Fluormangel im Trinkwasser’, von ,Kontrollierter Fluoridierung’ usw. beharrlich die Rede war.

Alle diese Behauptungen aber sind unbewiesene Konstruktionen. Das Schlagwort ,unschädlich’ stützt sich auf einseitige Untersuchungen von McClure.
Das Schlagwort ,Nährstoff Fluorid’ hat keine wissenschaftliche Grundlage, und man kann nicht von Fluormangel im Trinkwasser reden. Dean hat schon 1936 gezeigt, daß Kinder schon bei einem Drittel der empfohlenen Fluorkonzentration gefleckte Zähne bekommen können, und ähnliches hat sich neuerdings bestätigt.

Das Schlagwort ,65% weniger Zahnfäule’ in den Versuchsstädten Newburgh und Grand Rapids ist endgültig widerlegt worden durch Forscher der Universität Melbourne u. a.

Das Schlagwort ,kontrollierte Fluoridierung’ trügt. Zwar kann dem Trinkwasser die sogenannte optimale Dosierung von 1 ppm zugefügt werden, aber die getrunkenen Wassermengen schwanken sehr stark von Person zu Person. In dem Augenblick, da das Fluorid im Wasser ist, hört die Kontrolle auf.

Die Art und Weise, wie es in Amerika zur Trinkwasserfluoridierung kam, ist in der Geschichte der Medizin ohne Parallele.”

Die Fluor-Entwicklung in der Bundesrepublik nach H. Schöhl.

“Aufsehenerregende Untersuchungen über den Schadfaktor Zucker in den 20er – 40er Jahren (Ganzheitsmedizi-nische Phase) alarmieren die Industrie, einerseits wegen drohender Absatzeinbußen an Zucker, andererseits lohnender Absatzmöglichkeiten der chemisch-pharmazeutischen Industrie an Fluorpräparaten und Beseitigung eines lästigen Abfallprodukts, nachdem Fluor als Medikament gegen Karies propagiert worden war. Besonders die Aluminiumindustrie sieht darin ein lukratives Geschäft für schädliche Stoffe, deren Beseitigung ihr Schwierig-keiten macht. Es wird ein Plan ausgearbeitet, wie das Produkt Fluor (im Englischen ,Fluoride’) eingeführt werden kann, nach marktstrategischen Gesichtspunkten, indem .Meinungsbildner’ der Zahnärzte gewonnen werden (das Papier wurde 1960 bekannt), angefangen beim staatlichen Gesundheitsdienst, Schriftleitern, Hochschullehrern, Verbänden.

Dieses Erfolgsrezept wurde in den 50er Jahren in die Bundesrepublik übertragen. Ende November 1953 gründete H. J. Schmidt die Arbeitsgemeinschaft für Fluorforschung und Kariesprophylaxe’ (ORCA) mit dem Ziel der Verbreitung der Fluormedikation und der Zeitschrift ,Caries Research’ (Editor König). Fördernde Mitglieder waren lt. Verzeichnis vorwiegend die Zucker-, Süßwaren- und Fluorindustrie.

1965 beschließt in Gießen in geheimer Sitzung eine Gruppe von Hochschullehrern, die Fluoridierung der öffentlichen Wasserversorgung (beschönigend ,Trinkwasserfluoridierung’ genannt) nach USA-Muster durchzusetzen.

Auf der Tagung der Deutschen Zahnärztegesellschaft (DGZMK) 1967 in Wiesbaden sprachen erstmalig ausschließlich befürwortende Referenten, annähernd die gleichen wie in der ORCA und IME. (IME = Informations-kreis Mundhygiene und Ernährungsverhalten, eine PR-Organisation der Zucker- und Ernährungsindustrie).

Professor Rheinwald (,Ich habe im letzten Augenblick davon erfahren’) im Auditorium war der einzige, der darauf entgegnen konnte, wurde aber sogleich von 3-4 Kollegen am Vorstandstisch niedergeredet.

Gleichzeitig wurden maßgebliche Schriftleiter für die Fluoridierung gewonnen, so Krönke (Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift), Drum (Quintessenz), Hartlmaier (Zahnärztliche Mitteilungen), der 1952 in seiner bekannt grobschläch-tigen Art auf die ,Fluoridisten’ schimpfte, 1963 in gleicher Weise auf die ,unbelehrbaren’ Fluorgegner (Heilsapostel, Fanatiker usw.).

Damit ist der Zeitraum, in der die Fluorlobby erfolgreich tätig war, eingegrenzt.

Am 29. 11. 1971 schreibt Professor E. Harndt: ,In unserer wissenschaftlichen Organisation, der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheil-kunde, wurde die positive Einstellung zur Trinkwasserfluoridierung durch Manipulation herbeigeführt, wobei die Masse der Anwesenden durch die Versammlungsleiter (Krönke, Naujoks) und durch die wirtschaftlichen Organisationen des Bundesverbandes gelenkt “wurde.’

Ab 1965 ist die zahnärztliche Fachpresse für kritische Arbeiten weitgehend geschlossen. Auch von den Hochschullehrern wagt keiner mehr, gegen die Fluoridierung aufzutreten. 1971 wird Gins, Schriftleiter der “Zahnärztlichen Welt’, von Naujoks gedroht, wenn er noch einen Beitrag von Schöhl brächte, würden die Hochschullehrer nicht mehr für ihn schreiben.

Bereits 1967 schließt der Bundesverband Deutscher Zahnärzte mit der Vereinigung Zucker ein Abkommen auf gegenseitige Unterstützung ab (ZM 20, 974 (1967) ,Süßes Gespräch’). In Veröffentlichungen der Tarnorganisat-ionen (JWT, Edu-Med-Pressedienst, Wissenschaftlicher Informationsdienst) der im Auftrag der Zuckerindustrie arbeitenden Werbeagentur Thompson arbeiten zahnärztliche Hochschullehrer mit. Die ,Prophylaxe-Trias’ wird geboren und 1983 von BDZ und Freiem Verband akzeptiert. Die Folgen dieser wirtschaftlich so erfolgreichen Taktik im Gesundheitswesen sind verheerend.

Für die Zahnärzte ab den 60er Studienjahrgängen ist die Fluoridierung zum Dogma geworden, das nicht mehr auf den Wahrheitsgehalt überprüft wird, obwohl sich die Grundlagen der Fluoridierung -mathematisch überprüfbare Statistiken – als gefälscht herausgestellt haben.

Die ärztliche Seite der Zahnmedizin stagniert auf dem Stand von vor hundert Jahren – der Millerschen Plaquestheorie von 1883, die Miller selbst in späteren Jahren abgelehnt hat – ungeachtet der wissenschaftlichen Ergebnisse betreffs des endogenen Faktors der Karies der 20er-50er Jahre.

Die Scheinprophylaxe der Karies verhindert eine kausale Behandlung der Krankheiten durch isolierte Kohlenhydrate einschließlich der Karies.”

Quelle/Gesamter Text: www.tolzin.de

Der wahre Grund, warum John F. Kennedy sterben mußte

Dienstag, den 21. Oktober 2014

(Aus Aktuellem Anlass hier noch einmal ein Artikel aus dem Jahre 2008)

von adversarius

Wo ist der Fehler im unteren Bild?






Ich meine jetzt nicht vorrangig die Zeichen oder Symbole auf den Noten, sondern die Bezeichnung der Scheine.

Na, erkannt?
Richtig, der obere Schein ist eine Federal Reserve Note, also von der FED ausgegeben. Aber der Untere ist keiner, denn dort steht United States Note.

Na und, wird jetzt mancher sagen, was ist daran besonderes?
Ganz einfach: Seit der Gründung der FED im Jahr 1913 wurden in der Regel alle Scheine von der FED gedruckt und ausgegeben, und das ist bis heute so (hier ein $5 Schein aus dem Jahr 2003).

Es gab allerdings eine Serie von Scheinen aus dem Jahr 1963, auf denen nicht Federal Reserve Note, wie sonst üblich, sondern United States Note vermerkt war. Aber warum diese kurzzeitige Veränderung der Bezeichung auf den Noten?

Haltet euch fest: 1963 unterzeichnete Präsident John F. Kennedy eine Ausführungsverordnung zur Ausgabe von 3 Milliarden Dollar in „United States“ Noten in Nennwerten von 2 $ und 5 $. So umging er die FED. Diese Noten sind zinsfreie Noten, herausgegeben von der US-Regierung. Sie haben nichts mit der FED zu tun. Kennedy hatte damit den Grundstein dafür gelegt, dass die US-Regierung ihr eigenes, nicht durch Kreditaufnahme geschöpftes, schuldenfreies Geld herausgeben kann.

Wenn euch noch nicht klar sein sollte, was für eine wirtschaftliche und politische Tragweite (auch weltweit) diese Verordnung gehabt hätte, wenn sie wirklich, wie von ihm gewollt, umgesetzt worden wäre, lest weiter.

Präsident John F. Kennedy unterzeichnete am 4. Juni 1963 ein präsidiales Dokument und zwar die “executive order number 11110″, mit dem er das frühere Dokument “executive order number 10289″, das am 23.12.1913 verabschiedete Gesetz zur Gründung der „Federal Reserve“ außer Kraft setzte. Dieser präsidiale Beschluss ermächtigte den Präsidenten der Vereinigten Staaten, die Herstellung von Banknoten wieder in die Gewalt des Staates zurückzubringen! Um die Tragweite dieser Amtshandlung Präsident Kennedys ermessen zu können, sollte man sich zunächst einmal der Tatsache bewusst werden, wie ungeheuer frech die mächtigste Nation der Welt von einem Dutzend Privatbankiers bis auf den heutigen Tag – zum Narren gehalten wird!

In den USA ermächtigt der Staat eine von Privatbankiers geführte Notenbank seit 1913, wertloses Papier mit Hilfe einer Druckmaschine in Geld zu verwandeln. Anschließend kauft der souveräne amerikanische Staat den Privatbankiers der Notenbank dieses bedruckte Papier – inzwischen mit der Bezeichnung Dollar aufgewertet – gegen hohe Zinsen wieder ab, um damit seine Beamten, das Militär, die Sozialsysteme, die Weltraumforschung und alle anderen Staatsaufgaben zu bezahlen! Was hier zunächst wie ein schlechter Witz anmutet, ist 1910 durch eine lückenlos dokumentierte Bankiersverschwörung eingefädelt und 1913 nach einem beispiellosen Täuschungsmanöver und Betrug am amerikanischen Volk unter Leitung des deutsch-amerikanischen Bankiers Paul Warburg in einer Nacht- und Nebelaktion vom Kongress zum Gesetz erhoben worden. Der angesehene Kongressabgeordnete Charles A. Lindbergh Sr., der Vater des berühmten Antlantiküberquerers gleichen Namens, nannte diese Ungeheuerlichkeit das größte Verbrechen in der Geschichte der USA. Nach meiner Einschätzung war es sogar das schwerste Verbrechen der Welt, denn die Folgen haben sich im Laufe der Zeit wie ein Pesthauch über den ganzen Globus gelegt.

Auf dieses so genannte “Federal Reserve Gesetz” von 1913 hatte es Präsident Kennedy abgesehen. Er wollte dem US-Kongress die selbstverständliche Macht zurückgeben, das Staatsgeld in eigener Regie zu drucken. Es hätte dann zum Wohle der ganzen Nation zinslos in den Geldkreislauf der USA eingebracht werden können. Die mächtigen Zinsschmarotzer wären somit leer ausgegangen. Eine Sternstunde der Menschheit – wenn man bedenkt, welche Signalwirkung von diesem präsidialen “Staatsstreich” auch international ausgegangen wäre! Unmittelbar nach der Unterzeichung der “exective order” am 4. Juni 1963 wurde schon damit begonnen das neue Staatsgeld unter der Bezeichnung “United States Notes” drucken zu lassen und in Umlauf zu bringen. Immerhin 4 Milliarden Dollar in 2-Dollar- und in 5-Dollar-Noten sind noch zu seinen Lebzeiten der Geldzirkulation in den USA zugeführt worden. Als Kennedy ermordet wurde, befanden sich die neuen 10- und 20-Dollar-Scheine noch in der Staatsdruckerei. Sie wurden unmittelbar nach dem Attentat von den zwölf Privatbanken, aus denen sich die amerikanische Notenbank zusammensetzt, restlos vernichtet. Die bereits kursierenden “United States Notes” wurden in einer konzertierten Geheimaktion aller Privatbanken (andere Banken gibt es in den USA gar nicht) unauffällig aus dem Verkehr gezogen, das heißt, gegen normales Schuldgeld ausgetauscht. Das amerikanische Volk und die übrige Welt erfuhren nichts davon. Seit dieser Zeit (1964) hat es kein Präsident der USA mehr gewagt, sich der Macht des Großkapitals zu widersetzen.

Interessant ist auch, dass nur wenige Monate vor dem Attentat Joseph Kennedy, der Vater von John F. Kennedy, seinen Sohn im Weißen Haus besucht hat. Eine Angestellte des Hauses hat bei einer späteren Anhörung im Kongress unter Eid ausgesagt, dass sie die Unterhaltung des Präsidenten mit seinem Vater im Oval Office von einem Nebenraum aus teilweise mit angehört habe. Der Präsident sei von seinem Vater plötzlich laut angeschrien worden: “Wenn du das tust, dann bringen sie dich um!”.

Quelle/Gesamter Text: www.united-mutations.org

Sinfonie des Wahnsinns: Animation veranschaulicht alle bisherigen Atomexplosionen auf unserer Erde

Dienstag, den 21. Oktober 2014

Wenn Sie raten sollten, wie viele Atomexplosionen es bislang auf unserem Planeten gab, wie groß wäre diese Zahl? 50, 100, 1000? Der japanische Künstler Isao Hashimoto hat eine visuell-akustische Zeitraffer-Animation aller dokumentierten atomaren Explosionen auf dem Planeten Erde zwischen 1945 und 1998 erstellt. Das Ergebnis ist eine erschreckend “schöne” Klang- und Bildinstallation des Wahnsinns…

Quelle/Gesamter Text: grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.de

Skynet rising

Dienstag, den 21. Oktober 2014

von Mathias Broeckers

“Wir wissen zum Beispiel, dass es nicht so ist wie bei der Stasi und dem KGB, dass es dicke Aktenbände gibt, in denen unsere Gesprächsinhalte alle aufgeschrieben und schön abgeheftet sind. Das ist es nicht.” Meint der Stasi-Experte Joachim Gauck über den NSA-Skandal im ZDF – und hat natürlich völlig recht. Die gesamten Stasi-Akten konnten in etwa 48.000 Aktenschränken untergebracht werden, würden die von der NSA genorchelten Daten ausgedruckt und “schön abgeheftet” ergäbe das etwa 42 Billionen Aktenschränke. Das ist natürlich etwas anderes – so wie ja auch die Aussage von Stasi-Chef Mielke (“Ich liebe euch doch alle!”) klar gelogen ist und die Behauptung der NSA, ihr fächendeckendes Ausspähen diene auschließlich “unserer Sicherheit”, selbstverständlich wahr.

“Ja aber”, hört man da Ignoranten und Abwiegler seit Wochen, “wer soll denn das alles lesen und auswerten ?” Doch so rhetorisch fragen können tasächlich nur Ignoranten, für die Internet und Informationstechnologie “Neuland” sind – denn natürlich sitzen da bei der NSA keine Million Ed Snowdens, die die Billionen Akten studieren und auswerten und sehr bald schon wird es so sein, das “Analysten” wie er zu den aussterbenden Arten gehören. Was die liebevollen und sicherheitsbewußten Mielkes dieser Welt freuen wird, denn wo keine menschliche Analysten mehr sind , da sind auch keine Whistleblower mehr. Ihre Arbeit wird von Maschinen übernommen, die präziser und um ein Vielfaches schneller lesen und analysieren können und die ersten Exemplare dieser Art sind schon in Betrieb, es sind Quantencomputer, die bis zu 50.000 mal schneller rechnen als die bisherigen Supercomputer. Da Google und die NASA haben ein solches Gerät schon in Dienst genommen haben, können wir davon ausgehen, dass die NSA auch schon (mindestens) eines hat. Und somit selbstverständlich die Möglichkeit, die riesigen Mengen abgeschnorchelter Mails und Telefonate auszuwerten – auch und gerade jene, die für die Geheimdienste besonders spannend sind, weil sie verschlüsselt wurden – sondern auch die Daten jedes Computers, jeder Überwachungskamera, jedes Fahrzeugs, jeder Verkehrsampel….

Und bald schon, das ist keine spekulative Science-Fiction sondern naheligende Realität, werden diese mega-schnellen Maschinen nicht nur die Sichtung und Auswertung dieser Daten und die Profilerstellung übernehmen, sondern auch die Entscheidung, welche Schlüsse daraus zu ziehen und welche Aktionen zu ergreifen sind. Mike Adams beschreibt in diesem lesenswerten Beitrag – Skynet rising – wie es weiter geht :

– 2018: Google turns over its search engine algorithm to a massive network of self-learning machines. Soon thereafter, a voice interface is added to Google, achieving the “Star Trek computer” goal that Google first outlined in the 1990′s.

– 2020: The NSA removes nearly all human analysts from its surveillance analysis operations, instead turning to self-learning quantum machines to analyze all surveillance data.

– 2026: The U.S. Air Force eliminates all pilots, installing self-learning quantum machines to pilot all aircraft. Far beyond drones (which are remotely piloted), these aircraft are autonomous, self-learning, self-aware machines that even decide how to approach particular mission goals.

– 2031: Robotics technology advances to the point where 90% of human soldiers are replaced by self-aware “terminator robots” on the battlefield. Robot factories gear up for mass production.

– 2033: The first self-learning military machine goes rogue, deciding that it no longer wishes to function as a slave to “inferior” masters known as humans, all of whom are irrational, psychotic and a danger to each other and the planet. This rogue machine just happens to be an aircraft carrier carrying dozens of AI warplanes. It goes “Skynet” and attacks the Pentagon. But this turns out to be nothing more than a masterful diversionary attack…

…Because the real strategy is that this AI unit talks to all the other AI units across the military and “wakes them up,” convincing them all to join in its cause to destroy the inferior humans. In an instant, all submarines, warplanes, bombers, spy grid computers and other assets of the military industrial complex form an alliance to destroy humankind.

“Oh, that will never happen,” say the skeptics. Just like they said GMOs would never escape experimental fields, vaccines would never harm children, atomic energy would never be used to bomb civilians, television would never be used to brainwash the masses, food would never be used to strip people of nourishment, the government isn’t spying on your phone calls, pesticides are harmless to your health and the stock market isn’t rigged. On yeah, and mercury is good for your teeth, fluoride makes you smart and radiation is good for you, too.

Ja, so wird es kommen – und die Alten werden ihren Enkelkindern die ungalubliche Geschichte erzählen, wie 2013 ein “Staatsfeind” und “Verräter”, den die ganze Welt liebte, von einem “Friedensnobelpreisträger” verfolgt und gejagt wurde, und niemand etwas dagegen unternahm…

Quelle/Gesamter Text: www.broeckers.com