Archiv der Kategorie 'Motzblog'

Machine Gun

Freitag, den 1. August 2014


Jimi Hendrix

Schockierende Analyse eines Lufthansa-Piloten zum Abschuss der Malaysian MH 017

Freitag, den 1. August 2014

Es will kein Licht ins Dunkel um das Unglück der Malaysian MH 017 kommen. Die Flugschreiber sind in England und werden ausgewertet. Was kann dabei herauskommen? Möglicherweise mehr, als man annehmen möchte. Vor allem der Voicerecorder dürfte interessant sein, wenn man das Bild eines Cockpit-Fragments betrachtet. Als Fachmann für Luftfahrt habe ich mir die Bilder der Wrackteile vorgenommen, die im Internet kursieren.

Als erstes war ich erstaunt, wie wenige Fotos von den Wrackteilen mit Google zu finden sind. Alle sind in niedriger Auflösung, bis auf eines: Das Fragment des Cockpits unterhalb des Fensters auf der Kapitänsseite. Dieses Bild ist allerdings schockierend. In Washington hört man mittlerweile Stimmen, die bezüglich MH 017 von einem „möglicherweise tragischen Irrtum/Unfall“ sprechen. Angesichts dieses Bilds wundert mich das nicht.

Ein- und Austrittslöcher von Geschossen im Cockpit-Bereich

Ich empfehle, das kleine Bild rechts anzuklicken. Sie können dieses Foto als PDF in guter Auflösung herunterladen. Das ist notwendig, denn nur so ist zu verstehen, was ich hier beschreibe. Ich rede nicht von Spekulationen, sondern von eindeutigen Fakten: Das Cockpit zeigt Spuren von Beschuss. Man kann Ein- und Austrittslöcher sehen. Der Rand eines Teils der Löcher ist nach ! innen ! gebogen. Das sind die kleineren Löcher, rund und sauber, etwa Kaliber 30 Millimeter. Der Rand der anderen, der größeren und etwas ausgefransten Austrittslöcher ist nach ! außen ! gebogen. Zudem ist erkennbar, dass an diesen Austrittslöchern teilweise die äußere Schicht des doppelten Aluminiums weggefetzt oder verbogen ist – nach außen! Weiterhin sind kleinere Schnitte zu erkennen, alle nach außen gebogen, die darauf hinweisen, dass Splitter die Außenhaut vom Inneren des Cockpits her durchschlagen haben. Die offenen Nieten sind nach außen aufgebogen.

Bei Sichtung der verfügbaren Bilder fällt eines auf: Alle Wrackteile der Sektionen hinter dem Cockpit sind weitgehend unversehrt, wenn man davon absieht, dass es sich um Fragmente eines Ganzen handelt. Nur der Cockpit-Teil ist wüst zerstört. Daraus lässt sich eines bereits schließen: Dieses Flugzeug wurde nicht von einer Rakete in der Mitte getroffen. Die Zerstörung beschränkt sich auf den Cockpit-Bereich. Nun muss man wissen, dass dieser Teil aus besonders verstärktem Material gebaut ist. Schließlich muss der Bug des Flugzeugs auch den Aufprall eines großen Vogels bei hoher Geschwindigkeit einigermaßen schadlos überstehen können. Man sieht auf dem Foto, dass in diesem Bereich deutlich stärkeres Aluminium verbaut worden ist als am Rest der Außenhaut. Man erinnere sich an den Absturz der Pan Am über Lockerbie. Das einzige weitgehend unbeschädigte Teil war ein großes Cockpit-Segment. Hier hat zweifelsfrei eine Explosion innerhalb des Flugzeugs stattgefunden.

Panzerbrechender Munitionsmix

Was kann also passiert sein? Russland hat Radaraufzeichnungen veröffentlicht, die mindestens eine ukrainische SU 25 in der nächsten Nähe der MH 017 zeigen. Das korrespondiert mit der Aussage des verschollenen spanischen Controllers, der zwei ukrainische Kampfflugzeuge in der direkten Nähe der MH 017 gesehen hat. Betrachten wir dazu die Bewaffnung der SU 25: Sie ist ausgerüstet mit einer zweiläufigen 30-mm-Kanone, Typ GSch-302 /AO-17A, Kampfsatz: 250 Schuss Panzerbrand- bzw. Splitter-Spreng-Geschosse, die in einer definierten Reihenfolge in einem Gliederzerfallgurt befestigt sind. Das Cockpit der MH 017 ist von zwei Seiten beschossen worden: Ein- und Austrittslöcher auf derselben Seite.

Nun stelle man sich vor, was passiert, wenn eine Abfolge von Panzerbrand- und Splitter-Spreng-Geschossen das Cockpit trifft, die immerhin so ausgelegt sind, dass sie einen Panzer zerstören können. Die Panzerbrandgeschosse werden teilweise quer durch das Cockpit aus der anderen Seite leicht deformiert wieder austreten. Schließlich ist ihre Durchschlagskraft für eine solide Panzerung ausgelegt. Die Splitter-Spreng-Geschosse aber werden im Cockpit selbst explodieren, so sind sie ausgelegt. Bei der rapiden Feuerfolge der GSch-302-Kanone gibt es folglich in kürzester Zeit eine schnelle Abfolge von Explosionen innerhalb des Cockpit-Bereichs, von denen jede einzelne ausreicht, einen Panzer zu zerstören.

Welcher „Irrtum“ wurde wirklich begangen – und von wem?

Weil der Innenraum eines Verkehrsflugzeugs ein luftdicht verschlossener Raum ist, wird durch diese Explosionen der Druck im Innern des Flugzeugs in Sekundenbruchteilen extrem ansteigen. Dafür ist das Flugzeug nicht gerüstet. Es wird zerplatzen wie ein Luftballon. Mit dieser Erklärung ergibt sich ein schlüssiges Bild. Die weitgehend intakten Fragmente der hinteren Sektionen sind an den Stellen zerbrochen, die aufgrund der Bauart bei extremem Überdruck am ehesten auseinanderbrechen werden. Das Bild des weit zerstreuten Trümmerfelds und das brutal beschädigte Cockpit-Segment passen dazu. Weiterhin zeigt ein Flügelsegment Spuren eines Streifschusses, der in Verlängerung direkt zum Cockpit führt. Interessanterweise musste ich feststellen, dass sowohl das hochaufgelöste Foto des Cockpit-Segments als auch das vom Streifschuss am Flügel mittlerweile aus Google-Images entfernt worden sind. Man findet praktisch überhaupt keine Bilder mehr von den Wrackteilen, außer rauchenden Trümmern.

Folgt man den Stimmen aus Washington, die von einem „möglicherweise tragischen Irrtum/Unfall“ sprechen, bleibt nur noch die Frage, welcher „Irrtum“ hier begangen worden sein könnte. Ich begebe mich jetzt nicht in den Bereich der Spekulationen, gebe aber folgendes zu bedenken: Die MH 017 ist in ihrer Lackierung verwechselbar mit der des russischen Präsidenten. Beide tragen die Farben der russischen Trikolore. Die Maschine mit Putin an Bord befand sich zur selben Zeit in der Nähe der MH 017, wenn man „Nähe“ mit Fliegeraugen betrachtet: etwa 200 bis 300 Kilometer. Dazu nehmen wir noch die Aussage von Frau Timoschenko, sie wolle Putin am liebsten mit einer Kalaschnikow erschießen. Aber das ist pure Spekulation. Der Beschuss des Cockpits der MH 017 nicht…

Quelle/Gesamter Text: german.ruvr.ru

Russlands Verbraucherschutzbehörde entdeckt verbotenes Präparat im Fleisch aus EU

Freitag, den 1. August 2014

Russlands Verbraucherschutzbehörde Rosselchosnadsor hat in Fleischerzeugnissen aus der EU erstmals den verbotenen Wachstumsfaktor Raсtopamine entdeckt. Der Behördenchef Sergej Dankwert besteht auf dringenden Konsultationen mit europäischen Kollegen und fordert eine sorgfältige Untersuchung dieses Falls.

Raсtopamin wurde im spanischem Rindfleisch entdeckt, dessen Einfuhr nach Russland neben Sehnen und Subprodukten aus der EU seit 27. Juli verboten ist. Die Partie wurde jedoch früher versandt.

In Rosselchosnadsor zieht man zwei Versionen des Vorfalls in Betracht: Entweder werden in Spanien die Produktionsregeln verletzt, oder es handelte sich um einen Versuch, Schmuggelware mit einem Zertifikat des spanischen Veterinärdienstes nach Russland einzuführen.

Quelle/Gesamter Text: german.ruvr.ru

Russland kann auf alle pflanzlichen Erzeugnisse aus Europa verzichten

Freitag, den 1. August 2014

Russlands Verbraucherschutzbehörde Rosselchosnadsor kann den Beschluss über das Verbot der Einfuhr aller Pflanzenerzeugnisse aus EU-Ländern fassen, weil in europäischen Lieferungen regelmäßig Karantäneobjekte festgestellt werden. Das teilte der Behördenchef Sergej Dankwert mit.

Seinen Worten zufolge trage Rosselchosnadsor gegenwärtig eine Beweisbasis zusammen, die alle Fälle solcher Lieferungen betrifft, um die bestehenden Risiken für das Land einzuschätzen.

Demnächst sollen Konsultationen mit phytohygienischen Diensten der Europäischen Kommission und der einzelnen EU-Länder durchgeführt werden.

Quelle/Gesamter Text: german.ruvr.ru

Die Wut des Kaisers: Laßt die Welt ins Chaos fallen !

Freitag, den 1. August 2014

von James Petras

Chaos herrscht und bre­itet sich aus, während die wüten­den Führer in den USA, Europa und ihre Mar­i­onet­ten und Alli­ierten Genozid-​Kriege führen. Söldner-​Kriege in Syrien; Israels Terror-​Bombardierung von Gaza; Stel­lvertreterkriege in der Ukraine, Pak­istan, Irak, Afghanistan, Libyen und Somalia.
Dutzende Mil­lio­nen Men­schen fliehen die Szene totaler Zer­störung. Nichts ist heilig. Es gibt keine Zuflucht­stät­ten. Heime, Schulen, Kranken­häuser und ganze Fam­i­lien wer­den der Zer­störung anheimgegeben.

Chaos mit Absicht

Im Zen­trum des Chaos schlägt der wild drein­blick­ende Präsi­dent Obama blind zu, ohne Rück­sicht auf Kon­squen­zen bereit, ein finanzielles Debakel oder einen Atom­krieg zu riskieren.

Er zwingt dem Iran Sank­tio­nen auf; er erlegt Rus­s­land Sank­tio­nen auf; platziert Raketen­basen fünf Schuss­minuten von Moskau ent­fernt; schickt Killer­drohnen gegen Pak­istan, Jemen und Afghanistan; bewaffnet Söld­ner in Syrien; trainiert und rüstet Kur­den im Irak aus und zahlt für Israels Bar­barei gegen Gaza.

Nichts funk­tion­iert

Der Chaos-​Präsident ist blind gegenüber der Tat­sache, dass die Geg­ner aushungern keine Unter­w­er­fung sichert: es eint sie im Wider­stand. Regimewech­sel, mit Gewalt und List Mar­i­onet­ten aufzwin­gen kann das soziale Gewebe kom­plexer Gesellschaften zer­stören. Mil­lio­nen Bauern und Arbeiter wer­den entwurzelte Flüchtlinge. Pop­uläre soziale Bewe­gun­gen wer­den durch organ­isierte Gang­ster­ban­den und Armeen von Ban­diten ersetzt.

Mit­te­lamerika, das Pro­dukt von Jahrzehn­ten direk­ter US– oder Stellvertreter-​Interventionen, die ele­men­tarste Struk­turverän­derun­gen ver­hin­derten, ist ein nicht lebenswertes Inferno für Mil­lio­nen gewor­den. Zehn­tausende Kinder fliehen aus ihren Län­dern mit erzwun­genem ‚Frei­han­del‘ und Masse­n­ar­mut sowie mil­i­tarisierter Staats– und Gang­sterge­walt. Kinder­flüchtlinge wer­den massen­haft an der US-​Grenze ver­haftet und in pro­vi­sorische Internierungslager gesteckt, wo sie psy­chol­o­gis­cher, physis­cher und sex­ueller Gewalt durch Beamte und Wächter aus­ge­setzt sind. Außer­halb wer­den diese armen Kinder ras­sis­tis­chem Hass einer erschreck­ten US-​Öffentlichkeit aus­ge­setzt, die keine Ahnung von den Gefahren haben, denen die Kinder entron­nen sind und von der Rolle der US-​Regierung bei der Schaf­fung dieser Hölle.

Die US-​gestützten Kiewer Flug­be­hörde hat inter­na­tionale Pas­sagier­flugzeuge umdi­regiert, um Kriegszo­nen zu über­fliegen, in denen es von anti-​Flugzeugraketen wim­melt, während Kiews Bomber rebel­lis­che Städte und Dör­fer in Schutt und Asche legen. Ein Flug wurde abgeschossen und beinahe 300 Zivilis­ten star­ben. Unmit­tel­bar darauf fol­gte eine Explo­sion von Anschuldigun­gen aus Kiew, die dem rus­sis­chen Präsi­den­ten Putin die Schuld gaben und die West-​Medien über­fluteten ohne wirk­liche Fak­ten, um das Ver­brechen zu erk­lären. Der kriegs­geile Obama und die sklavis­chen Pre­mier­min­is­ter der EU ejakulierten Ulti­maten und dro­hten, Rus­s­land in einen Pariah-​Staat zu ver­wan­deln.

‚Sank­tio­nen, Sank­tio­nen, über­all, aber zuerst … muss Frankre­ich seinen Verkauf von 1.5. Mrd. Dol­lar an die rus­sis­che Flotte abschließen.‘ Und die City von Lon­don nimmt die rus­sis­chen Oli­garchen von den ‚Sank­tio­nen‘ aus, die gut ‚einge­bet­tet‘ sind in Lon­dons Geld­wäscherei und par­a­sitäre FIRE (Fire, Insurance=Versicherung und Real Estate=Wohnungsmarkt) Ökonomie.

Kon­fronta­tion der Atom­mächte ist immi­nent: Und die wahnsin­ni­gen baltischen Staaten und Polen schreien am lautesten nach Krieg, ohne zu bedenken, dass sie an der Frontlinie der Einäscherung liegen.

Jeden Tag wer­den mehr Leichen von Gazas Kindern durch Israels Kriegs­mas­chine zer­mahlen, während immer mehr Lügen aus­ge­spuckt wer­den. Israelis­che Juden hocken auf ihren stark befes­tigten Hügeln und feiern jeden Rake­ten­tr­e­f­fer auf Wohn­häuser und Schulen im dicht bevölk­erten Shejaiya-​Viertel des belagerten Gaza. Eine Gruppe von ortho­doxen und säku­laren Unternehmern in Brook­lyn haben Grup­pen­reisen organ­isiert, um die Heili­gen Stät­ten bei Tag zu besuchen und bei Nacht das Feuer­w­erk über Gaza zu genießen … Nacht­sicht­geräte, um die fliehen­den Müt­ter und bren­nen­den Kinder zu sehen, sind für eine Zulage erhältlich.

Und der US-​Senat stimmt wieder ein­stim­mig für Israels neuesten Massenmord-​Feldzug — kein Ver­brechen ist ver­wor­fen genug, um die Skru­pel amerikanis­cher Führer zu beein­drucken. Sie hal­ten eis­ern fest an den Vor­gaben der 52 Präsi­den­ten der großen amerikanis­chen jüdis­chen Organ­i­sa­tio­nen. Gemein­sam umar­men sie ein Unge­heuer aus der Apoka­lypse, das am Fleisch und den Knochen von Palästina nagt.

Aber Sacré Bleu! Die Zion­is­ten Frankre­ichs haben auch Frankre­ichs ‚Sozialisten-​Präsident‘ Hol­lande im Griff. Paris hat alle anti-​Israel-​Demonstrationen ver­boten trotz der ein­deuti­gen Genozid-​Berichte. Demon­stran­ten wur­den begast und von Spezial-​Polizei-​Einheiten ange­grif­fen. Der ‚Sozial­ist‘ Hol­lande bedi­ent die Forderun­gen der mächti­gen zion­is­tis­chen Organ­i­sa­tio­nen und gle­ichzeitig zer­reisst er die repub­likanis­chen Tra­di­tio­nen des Lan­des und seine geheiligten ‚Men­schen­rechte‘.

Die jun­gen Demon­stran­ten von Paris schlu­gen zurück mit Bar­rikaden und Pflaster­steinen in den schön­sten Tra­di­tio­nen der Pariser Kom­mune und schwan­gen Fah­nen eines freien Palästina. Nicht eine ‚rote Fahne‘ war zu sehen: die franzö­sis­che Linke lag unter ihren Bet­ten oder war in Ferien.

Fern von den Mord­feldern gibt es unheil­volle Zeichen. Die Börse steigt, während die Ökonomie stag­niert. Wilde Speku­la­toren sind zu ihrem alten Glanz zurück­gekehrt und weiten die Kluft zwis­chen der Kasino– und der wirk­lichen Ökonomie vor der ‚Sint­flut‘, dem Chaos eines weit­eren, unver­mei­dlichen Crash.

Im einst große Detroit des indus­triellen Amerika ist zehn­tausenden armen Bürg­ern das Wasser abgestellt wor­den, die nicht für Grundbedürfnisse zahlen kön­nen. Inmit­ten des Som­mers müssen die städtis­chen Fam­i­lien in Fluren, Durchgän­gen und leeren Gelän­den ihre Not­durft ver­richten. Ohne Wasser sind die Toi­let­ten ver­stopft, kön­nen die Kinder nicht gewaschen wer­den. Roscoe, ein Klemp­ner, sagt, der Job über­steigt seine Kräfte.

Laut unseren berühmten Ökonomen ‚erholt sich [die Wirtschaft Detroits] … die Prof­ite steigen, es ist nur das Volk, das lei­det‘. Die Pro­duk­tiv­ität hat sich ver­dop­pelt, die Speku­lanten sind zufrieden; die Pen­sio­nen sind zusam­mengestrichen und die Löhne sinken; aber die Tiger Detroits kom­men an erster Stelle.

Die öffentlichen Kranken­häuser sind geschlossen wor­den. In der Bronx und Brook­lyn sind die Notauf­nah­men über­laufen. Chaos! Das Per­sonal arbeitet in 36 Stunden-​Schichten und die Kranken und Ver­wun­de­ten müssen sich einem nicht aus­geschlafe­nen Arzt anver­trauen. Aber in Man­hat­tan gedei­hen pri­vate Kliniken und Praxen für die Eliten.

Die Skan­di­navier haben der putschis­tis­chen Machter­grei­fung in Kiew zuges­timmt. Der schwedis­che Außen­min­is­ter Carl Bildt brüllt nach einem neuen Kalten Krieg gegen Rus­s­land. Der dänis­che Gesandte und NATO-​Führer Anders Fogh-​Rasmussen geifert öbszön bei der Aus­sicht auf Bom­bardierung und Zer­störung Syriens mit einem Replay des NATO-‚Sieges‘ über Libyen.

Die deutschen Führer bil­li­gen den fort­laufenden Genozid gegen Gaza; sie sind bequem geschützt vor moralis­chen Gewis­sens­bis­sen durch ihre nos­tal­gis­che Decke der ‚Schuld‘ wegen der Nazi-​Verbrechen vor über 70 Jahren.

Die von Saudis finanzierten Dschihadisten-​Terroristen im Irak zeigten ihre „unendliche Gnade“, indem .… sie tausende Chris­ten aus dem alten Mosul nur ver­trieben. Beinahe 2000 Jahre ständi­ger christlicher Präsenz war lang genug! Zumin­d­est entka­men die meis­ten mit ihrem Kopf noch zwis­chen den Schul­tern.

Chaos über­all

Über 200 000 Agen­ten der US-​Nationalen Sicher­heits­be­hörde wer­den bezahlt, um 2 Mil­lio­nen moslemis­che in den USA wohn­hafte Bürger auszus­pi­onieren. Aber für all die Mil­liar­den aus­gegebe­nen Dol­lar und Mil­lio­nen aufgeze­ich­neten Gespräche wer­den islamis­che Wohltätigkeit­sor­gan­i­sa­tio­nen ver­folgt und phil­antro­pis­che Per­so­nen durch ‚undercover-​Einsätze‘ ver­leumdet.

Wo die Bomben fallen, weiß nie­mand, aber Mil­lio­nen Men­schen fliehen. Mil­lio­nen fliehen das Chaos.

Aber es gibt keinen Ort wohin! Die Fran­zosen invadieren ein halbes Dutzend afrikanis­che Län­der, aber den Flüchtlin­gen wird die Zuflucht in Frankre­ich ver­wehrt. Tausende ver­dursten in der Wüste oder ertrinken bei der Über­querung des Mit­telmeeres. Jene, die es schaf­fen, wer­den als Krim­inelle behan­delt und in Ghet­tos und Lager gesteckt.

Chaos herrscht in Afrika, dem Nahen Osten, in Mit­te­lamerika und Detroit. Die gesamte US-​Grenze zu Mexiko ist ein mil­i­tarisiertes Internierungslager gewor­den, ein multi-​nationales Gefäng­nis. Die Grenze ist für unsere Gen­er­a­tion nicht wiederzuerken­nen.

Chaos beherrscht die Märkte. Chaos mask­iert als Handels-​Sanktionen: Iran gestern, Rus­s­land heute und China mor­gen. Wash­ing­ton, aufgepasst! Eure Geg­ner finden Gemein­samkeiten, han­deln miteinan­der, tre­f­fen Abkom­men, bauen Vertei­di­gungslin­ien; ihre Bande wer­den stärker.

Chaos herrscht in Israel. Die kriegs­be­sesse­nen Israelis ent­decken, dass das von Gott erwählte Volk auch bluten und ster­ben kann, Glieder und Augen in den engen Pas­sagen von Gaza ver­lieren kön­nen, wo schwach bewaffnete Jun­gen und Män­ner kämpfen. Wenn die Jubel­rufe sich in Spott ver­wan­deln, wer­den sie Bibi wieder­wählen, ihren aktuellen koscheren Schlächter? Die Brüder in Übersee, die Geldge­ber, die Lob­by­is­ten und die ver­balen Sessel-​Mörder wer­den automa­tisch ein neues Gesicht umar­men, ohne Fra­gen, Bedauern oder (Gott behüte!) Selb­stkri­tik — wenn es ‚gut für Israel und die Juden ist‘, muss es richtig sein!

Chaos herrscht in New York. Gerichts­beschlüsse favorisieren Piraten und ihre Geier-​Fonds ver­lan­gen 1000 % Frofit für alte argen­ti­ne­sis­che Aktien. Wenn Argen­tinien sich dieser finanziellen Erpres­sung wider­setzt und Zahlun­gen ein­stellt, wer­den Schock­wellen durch die glob­alen Finanzmärkte gehen. Geldge­ber wer­den zit­tern in Ungewis­sheit: Angst wird wach­sen vor einem neuen Finanz-​Crash. Wer­den sie noch einen Billionen-​Dollar Bailout her­aus­quetschen kön­nen?

Aber wo ist das Geld? Die Druck­pressen arbeiten Tag und Nacht. Es gibt nur wenige Ret­tungs­boote … genug für die Banker und Wall Street, die übri­gen 99 % wer­den schwim­men oder die Haie füt­tern.

Die kor­rupte Finanz­presse weist jetzt die Kriegsh­er­ren an, welches Land bom­bardiert wer­den muss und die Poli­tiker, wie sie Sank­tio­nen aufer­legen müssen. Sie geben nicht mehr gesunde ökonomis­che Infor­ma­tio­nen oder Ratschläge für Inve­storen auf den Märk­ten. Ihre Leitar­tik­ler wer­den einen Investoren-​Ansturm auf über­große Matratzen aus­lösen, um den Banken­sturz abzufed­ern.

Der US-​Präsident steht am Rande eines men­talen Zusam­men­bruchs: Er ist ein Lügner von Münchhausen-​Proportionen mit einem schw­eren Fall von poli­tis­cher Para­noia, Kriegshys­terie und Größen­wahnsinn. Er läuft Amok und brüllt ‚Ich führe die Welt: entweder US-​Führung oder Chaos‘. Aber die Welt kommt zunehmend zu einer anderen Botschaft: ‚Es ist die USA und das Chaos.‘

Die Wall Street lässt ihn im Stich. Die Russen haben ihn auf’s Kreuz gelegt. Die chi­ne­sis­chen Kkau­fleute machen jetzt über­all, wo wir zu sein pflegten und sein soll­ten, Geschäfte. Die dickschädeli­gen Soma­lier ver­weigern die Unter­w­er­fung unter einen schwarzen Präsi­den­ten: sie lehnen diesen ‚Mar­tin Luther King mit Drohnen‘ ab … Die Deutschen lutschen an ihren Dau­men in völ­liger Erstar­rung, dass die Amerikaner alle ihre Gespräche abhören und aufze­ich­nen … zu ihrer eige­nen Sicher­heit! „Unsere Unternehmen sind undankbar nach allem, was wir für sie getan haben“, jam­mert der erste Schwarze Präsi­dent. „Sie fliehen vor unser­ern Steuern, während wir ihre Oper­a­tio­nen sub­ven­tion­ieren!“

Endgültige Lösun­gen: Das ende des Chaos

Die einzige Lösung ist weit­erzu­machen: Chaos gebiert Chaos. Der Präsi­dent strebt danach, seine ‚Führung‘ hochzurech­nen. Er stellt seinen engen Beratern harte Fra­gen: „Warum kön­nen wir nicht Rus­s­land bom­bardieren, so wie die Israelis Gaza bom­bardieren? Warum bauen wir nicht einen ‚Iron Dome‘ [Eis­erne Dom=Schutzschild Israels] über Europa und schießen die rus­sis­chen Atom­raketen ab, während wir auf Moskau von unseren neuen Basen in der Ukraine feuern? Welche Län­der soll unser ‚Dome‘ schützen? Ich bin sicher, dass die Völker Osteu­ropas und der Balten-​Staaten froh das höch­ste Opfer brin­gen wer­den. Schließlich waren ihre Führer die ersten für einen Krieg mit Rus­s­land. Ihr Lohn, ein atom­ares Nie­mand­s­land, wird ein geringer Preis sein, um unseren Erfolg zu sich­ern!“

Die zion­is­tis­che Lobby wird darauf beste­hen, dass unser ‚Eisendom‘ Israel schützt. Aber die Saudis kön­nen die Russen bestechen, dass sie die Ölfelder aus­nehmen, wenn Moskau die US-​Raketenbasen nahe Mekka aufs Korn nimmt. Unsere radioak­tivien Alli­ierten im Nahen Osten müssen sich ein­fach in eine neues ‚Heilige Land‘ begeben.

Stellen sich Obama und seine Berater vor, die Bevölkerung Asiens um ein oder zwei Mil­liar­den zu reduzieren? Pla­nen sie mehrere hun­dert Hiroshi­mas, weil die Chi­ne­sen die ‚roten Lin­ien‘ des Präsi­den­ten über­schrit­ten haben: Chi­nas Ökonomie und Han­del wuch­sen zu schnell, dehn­ten sich zu weit aus, sie war zu konkur­ren­zfähig, zu kom­pe­tent, zu erfol­gre­ich bei der Gewin­nung neuer Markt-​Anteile und sie ignori­erten unsere War­nun­gen und unsere unver­gle­ich­liche mil­itärische Macht.

Der größte Teil Asiens wird atom­aren Staub einat­men, Mil­lio­nen Inder und Indone­sier wer­den als Kol­lat­er­alschä­den draufge­hen. Ihre Über­leben­den wer­den mit ‚ver­strahltem Fisch‘ schlem­men in einem strahlen­den Meer.

Jen­seits des Chaos: Der neue Amer­i­can Way

Weil unser ‚Iron Dome‘ ver­sagt hat, wer­den wir uns wieder aus der vergifteten Asche erheben und aus unseren Bunkern kriechen und von einem Neuen Amerika träu­men, frei von Kriegen und Armut. Die Herrschaft des Chaos wird zu Ende sein. Die ober­ste Herrschaft wird ‚der Friede und die Ord­nung‘ des Kirch­hofs sein.
Die Kaiser wer­den vergessen sein.
Und wir wer­den nie her­aus­finden, wer die Rakete auf das todgewei­hte mala­y­sis­che Flugzeug mit seinen 300 Pas­sagieren abfeuerte. Wir haben auch die Zahlen der tausende von palästi­nen­sis­chen Eltern und Kinder vergessen, die in Gaza vom Erwählten Volk Israel geschlachtet wur­den. Wir wer­den nicht wis­sen, ob die Sank­tio­nen gegen Rus­s­land gelun­gen sind.
Es wird keine Rolle im nach-​atomaren Zeital­ter spie­len, nach dem Chaos …

James Petras, ehe­ma­liger Pro­fes­sor für Sozi­olo­gie an der Bing­ham­ton Uni, New York, hat eine 50-​jährige Mit­glied­schaft im Klassenkampf, ist Berater der land­losen und arbeit­slosen in Brasilien und Argen­tinien und ist mit-​Author von ‚Glob­al­iza­tion Unmasked‘ (Demask­ierte Glob­al­isieirung), Zed Books.

Quelle — källa — source

http://​einarschlereth​.blogspot​.de/​2​0​1​4​/​0​7​/​d​i​e​-​w​u​t​-​d​e​s​-​k​a​i​s​e​r​s​-​l​a​s​s​t​-​d​i​e​-​w​e​l​t​-​i​n​s​.​h​t​m​l​#​m​o​r​e

Quelle/Gesamter Text: www.linkezeitung.de

Pro­fes­sor Ilan Pappé: Israel hat sich dafür entsch­ieden, ein von den USA unter­stützter „ras­sis­tis­cher Apartheid-​Staat“ zu sein

Freitag, den 1. August 2014

von Ilan Pappé — http://​www​.luft​post​-kl​.de

Darüber, dass die Zahl der im Gaza-​Streifen getöteten Palästi­nenser bere­its wieder auf über 1.000 angestiegen ist, haben wir auch mit dem israelis­chen Pro­fes­sor und His­toriker Ilan Pappé in Haifa gesprochen.

„Ich denke, Israel hat 2014 die Entschei­dung getrof­fen, dass es lieber ein ras­sis­tis­cher Apartheid-​Staat als eine Demokratie sein will,“ sagt Pappé. „Israel hofft, dass die USA seine Entschei­dung unter­stützen und es immun gegen mögliche Fol­gen einer Poli­tik machen wer­den, die in der unbe­gren­zten Bekämp­fung der Palästi­nenser besteht.“ Pappé, ein Pro­fes­sor für Geschichte und der Direk­tor des Europäis­chen Zen­trums für Stu­dien über Palästina an der Uni­ver­sität Exeter (in Großbri­tan­nien) hat mehrere Bücher geschrieben, zuletzt das Buch „The Idea of Israel: A His­tory of Power and Knowl­edge“ (Die Idee Israel: Eine Geschichte über Macht und Ein­sicht, s. http://www.globalresearch. ca/​the-​idea-​of-​israel-​a-​history-​of-​power-​and-​knowledge/​5378857 ).

Nieder­schrift (des Inter­views) Das ist eine schnell erstellte Erst­fas­sung, die sich noch verän­dern kann.

AMY GOOD­MAN: Im Rah­men unserer Berichter­stat­tung über Gaza sprechen wir jetzt in Haifa in Israel mit Ilan Pappé, der Pro­fes­sor für Geschichte und Direk­tor des Europäis­chen Zen­trums für Stu­dien über Palästina an der Uni­ver­sität Exeter in Großbri­tan­nien ist. Er hat mehrere Bücher geschrieben, zuletzt das Buch „The Idea of Israel: A His­tory of Power and Knowl­edge“; er wird DEMOC­RACY NOW! jetzt per Videostream aus Haifa zugeschaltet.

Her­zlich willkom­men bei DEMOC­RACY NOW!, Pro­fes­sor Pappé. Bis jetzt sind nach meiner Ken­nt­nis mehr als 1.000 Palästi­nenser, 45 israelis­che Sol­daten und drei israelis­che Zivilis­ten getötet wor­den. Was kön­nen Sie uns zum Stand der Ver­hand­lun­gen über eine Waf­fen­ruhe sagen, und was müsste Ihrer Mei­n­ung nach geschehen?

ILAN PAPPÉ: Es ist gut, Amy, dass ich in ihrer Sendung zu Wort komme. Es gibt kein­er­lei Anze­ichen für eine baldige Waf­fen­ruhe bei den Bodenkämpfen. Es laufen aber weit­er­hin zwei konkur­ri­erende Ini­tia­tiven: Die ägyptisch-​israelische Ini­tia­tive, mit der die Hamas zur Rück­kehr zum vorheri­gen Zus­tand und zur Auf­gabe sämtlicher Ziel, für die sie kämpft, ver­an­lasst wer­den soll, und eine ern­sthaftere Ini­tia­tive des US-​Außenministers John Kerry, der gemein­sam mit Katar und der Türkei einige der Ursachen für den jüng­sten Gewal­taus­bruch anzuge­hen ver­sucht. Bis jetzt hat aber noch keine der bei­den Ini­tia­tiven Wirkung erzie­len kön­nen, abge­se­hen von einem im Ver­gle­ich mit den ver­gan­gen 20 Tagen leichten Rück­gang (der Kampftätigkeit).

AMY GOOD­MAN: Es gab Proteste in Tel Aviv. Wie viele Leute haben sich an diesen Protesten, und an denen, die an diesem Woch­enende in Haifa stat­tfan­den, beteiligt? Waren Sie auch beim Protest in Haifa, Pro­fes­sor Pappé?

ILAN PAPPÉ: Ja, Ja, ich war da. In Haifa haben etwa 700 Men­schen protestiert. In Tel Aviv waren es 3.000. Ich sollte aber erwäh­nen, dass die Protestieren­den zum größten Teil palästi­nen­sis­che Bürger Israels waren. Die Anzahl der israelis­chen Juden, die mutig genug sind, um auf der Straße zu demon­stri­eren, ist viel kleiner, als diese Zahlen ver­muten lassen. Und sie wur­den von rechten Gegen­demon­stran­ten und der Polizei sehr bru­tal angegangen.

AMY GOOD­MAN: Was soll­ten Ihrer Mei­n­ung nach die Men­schen unbe­d­ingt wis­sen, um diesen Kon­flikt ver­ste­hen zu können?

ILAN PAPPÉ: Ich denke, am wichtig­sten sind die his­torischen Zusam­men­hänge. Die Berichte der Mainstream-​Medien über die Sit­u­a­tion in Gaza ver­mit­teln den Ein­druck, alles habe mit den unsin­ni­gen Rake­te­nan­grif­fen der Hamas auf Israel begonnen. Zwei voraus­ge­gan­gene wichtige Entschei­dun­gen israelis­cher Regierun­gen wer­den ein­fach unter­schla­gen. Die jüng­ste erfol­gte erst kurz vorher im Juni 2014, als man beschlossen hat, den poli­tis­chen Ein­fluss der Hamas auf die West Bank gewalt­sam zu reduzieren und mit allen Mit­teln eine inter­na­tionale Kam­pagne zu ver­hin­dern, mit der die (aus Fatah und Hamas gebildete) palästi­nen­sis­che Ein­heit­sregierung (http://​www​.spiegel​.de/​p​o​l​i​t​i​k​/​a​u​s​l​a​n​d​/​e​i​n​h​e​i​t​s​r​e​g​i​e​r​u​n​g​-​i​n​-​p​a​l​a​e​s​t​i​n​a​-​a​b​b​a​s​-​v​e​r​e​i​d​i​g​t​-​e​x​p​e​r​t​e​n​k​a​b​i​n​e​t​t​-​a​-​9​7​2​9​0​9​.​h​t​m​l ), wegen der vie­len Ver­let­zun­gen der Men­schen– und Bürg­er­rechte der Palästi­nenser ein Gerichtsver­fahren gegen Israel in Gang brin­gen wollte.

Und der tief­ere his­torische Zusam­men­hang ist die Tat­sache, dass der Gaza-​Streifen seit 2005 ein Gefäng­nis ist, in das die dort leben­den Men­schen wie Krim­inelle einges­perrt sind; dabei besteht ihr einziges „Ver­brechen“ darin, dass sie Palästi­nenser sind und sich in einer geopoli­tis­chen Lage befinden, mit der Israel nicht vernün­ftig umzuge­hen weiß. Und immer, wenn die Men­schen in Gaza demokratisch jeman­den gewählt haben, der ver­sprochen hat, sich gegen diese Ghet­toisierung und Belagerung zur Wehr zu set­zen, hat Israel sofort mit mil­itärischer Gewalt reagiert. Das ist der größere his­torische Zusam­men­hang; man muss den Leuten die verzweifelte Sit­u­a­tion der Palästi­nenser erk­lären, dann ver­ste­hen sie auch, warum die sich daraus befreien wollen. Darüber haben wir uns bere­its in einem früheren Inter­view unter­hal­ten. Das ist der Kern des Prob­lems, das dur­chaus lös­bar ist. Man kann es lösen, wenn man die Belagerung lock­ert und den Men­schen in Gaza Kon­takte zu ihren Brüdern und Schwest­ern im West­jor­dan­land ermöglicht; man muss ihnen auch erlauben, Verbindun­gen zur übri­gen Welt aufzunehmen und die unhalt­baren, an keinem anderen Ort der Welt herrschen­den Ver­hält­nisse ändern, unter denen sie leben müssen.

AMY GOOD­MAN: Pro­fes­sor Pappé, am Woch­enende hat der BBC-​Korrespondent Jon Don­ni­son berichtet, die israelis­che Polizei habe zugegeben, dass die Hamas nicht für den Tod der drei israelis­chen Jugendlichen ver­ant­wortlich sei, die im Juni auf der West Bank ermordet wur­den. Über Twit­ter hat Don­ni­son ver­bre­itet, Micky Rosen­feld, ein Sprecher der israelis­chen Polizei, habe ihm mit­geteilt, die Mörder der drei Jugendlichen hät­ten einer der Hamas nah­este­hen­den Zelle ange­hört, aber nicht in deren Auf­trag gehan­delt. Was hat das zu bedeuten?

ILAN PAPPÉ: Das ist sehr wichtig, weil die israelis­che Polizei das sofort wusste, als sie von der Ent­führung und Ermor­dung der drei jun­gen Siedler erfuhr (s. dazu auch http://​www​.luft​post​-kl​.de/​l​u​f​t​p​o​s​t​-​a​r​c​h​i​v​/​L​P​_​1​3​/​L​P​1​0​6​1​4​_​2​2​0​7​1​4​.​p​d​f http://​www​.luft​post​-kl​.de/​l​u​f​t​p​o​s​t​-​a​r​c​h​i​v​/​L​P​_​1​3​/​L​P​1​0​6​1​4​_​2​2​0​7​1​4​.​p​d​f ). Damit ist klar, dass Israel nur nach einem Vor­wand suchte, um seine Mil­itärein­sätze im West­jor­dan­land und im Gaza-​Streifen zu recht­fer­ti­gen; der israelis­chen Regierung ging es nur darum, die Sit­u­a­tion vor dem erfol­glosen Frieden­sprozess wieder herzustellen, um ihre Poli­tik nicht ändern zu müssen und die Besied­lung der West Bank fort­set­zen zu kön­nen (s. dazu auch http://​www​.luft​post​-kl​.de/​l​u​f​t​p​o​s​t​-​a​r​c​h​i​v​/​L​P​_​1​3​/​L​P​1​0​9​1​4​_​2​5​0​7​1​4​.​p​d​f ). Die Ent­täuschung, die sich nach den gescheit­erten Friedensver­hand­lun­gen im Mai 2014 im West­jor­dan­land aus­bre­it­ete (s. http://​www​.zeit​.de/​p​o​l​i​t​i​k​/​a​u​s​l​a​n​d​/​2​0​1​4 – 04/​israel-​hamas-​fatah-​friedensgespraeche ), und die Wut über die Tötung fünf junger Palästi­nenser durch die israelis­che Armee kön­nten Gründe für die Einze­lak­tion der Ent­führer gewe­sen sein, die nicht der Hamas ange­lastet wer­den kann. Die Hamas zeigte sich näm­lich kom­pro­miss­bereit, als sie gemein­sam mit Abu Mazen (von der Fatah, s. http://​de​.wikipedia​.org/​w​i​k​i​/​M​a​h​m​u​d​_​A​b​b​a​s ) eine Ein­heit­sregierung bildete und dessen Ini­tia­tive unter­stützte, Israel vor den Vere­in­ten Natio­nen und anderen inter­na­tionalen Gremien wegen seiner über 46jährigen Sied­lungs– und Besatzungspoli­tik zu verk­la­gen. Die israelis­che Regierung brauchte also nur einen Vor­wand für das Blut­bad, das sie jetzt wieder im Gaza-​Streifen anrichtet.

AMY GOOD­MAN: Noch eine Schlussfrage, Pro­fes­sor Pappé: Sie haben jahre­lang in Israel gelehrt, Israel dann aber ver­lassen, um an der Uni­ver­sität Exeter in Großbri­tan­nien zu lehren. Jetzt sind Sie nach Haifa zurück­gekehrt. Hat sich Ihr Land verändert?

ILAN PAPPÉ: Ja, aber unglück­licher­weise zum Schlim­meren. Ich glaube, dass Israel an einem Schei­deweg ange­langt ist und dass die israelis­che Regierung bere­its beschlossen hat, welchen Weg sie ein­schla­gen will. Sie musste sich entschei­den, ob Israel eine Demokratie oder in Anbe­tra­cht der herrschen­den Real­ität ein ras­sis­tis­cher Apartheid-​Staat sein soll. Meiner Mei­n­ung nach hat sich die israelis­che Regierung 2014 für den ras­sis­tis­chen Apartheid-​Staat und gegen die Demokratie entsch­ieden; sie hofft, dass die USA ihre Entschei­dung unter­stützen und Israel immun gegen mögliche Fol­gen einer Poli­tik machen wer­den, die in der unbe­gren­zten Bekämp­fung der Palästi­nenser besteht.

AMY GOOD­MAN: Was soll­ten Ihrer Mei­n­ung nach die USA tun?

ILAN PAPPÉ: Nun, die USA soll­ten Israel an den grundle­gen­den Prinzip­ien einer Demokratie messen und erken­nen, dass sie vor­be­halt­los ein Regime unter­stützen, das sys­tem­a­tisch die Men­schen– und Bürg­er­rechte aller Nichtju­den zwis­chen dem Fluss Jor­dan und dem Mit­telmeer ver­letzt. Wenn die USA auch weit­er­hin ein solches Regime unter­stützen wollen, wie sie das in der Ver­gan­gen­heit getan haben, ist das ihre Sache; wenn sie aber eine andere Botschaft in den Nahen und Mit­tleren Osten senden wollen, dann müssen sie mehr für die Menschenrechte …

AMY GOOD­MAN: Wir haben noch zwei Sekunden.

ILAN PAPPÉ: … für die Men­schen­rechte und die Bürg­er­rechte der Palästi­nenser tun.

(Wir haben die Nieder­schrift des Inter­views kom­plett über­setzt und mit Ergänzun­gen und Links in Klam­mern verse­hen. Über den nach­fol­gen­den Link ist es auch als Video aufzurufen. )

http://​www​.democ​ra​cynow​.org/​2​0​1​4​/​7​/​2​8​/​p​r​o​f​e​s​s​o​r​_​i​l​a​n​_​p​a​p​p​e​_​i​s​r​a​e​l​_​h​a​s​_​c​h​o​s​e​n

http://​www​.luft​post​-kl​.de/​l​u​f​t​p​o​s​t​-​a​r​c​h​i​v​/​L​P​_​1​3​/​L​P​1​1​2​1​4​_​3​1​0​7​1​4​.​p​d​f

Quelle/Gesamter Text: www.linkezeitung.de

Die Deindustrialisierungs-Drohung: US-Energie lockt deutsche Konzerne

Freitag, den 1. August 2014

Treiben die hohen Strompreise immer mehr deutsche Firmen und Jobs ins Billig-Energieland USA? Die neue Ökostrom-Förderung hat die Pläne vieler Unternehmen vorerst entschärft. Doch ob gekürzte Investitionen zu Hause am Ende nicht doch in Abwanderung umschlagen, bleibt offen.

Die günstige Energie in den USA verführt deutsche Unternehmen, Kapazitäten über den Atlantik zu verschieben – und wegen des teuren Stroms daheim massiv Investitionen zu kappen. Zwar hören sich die Warnungen der Wirtschaft nicht mehr so schrill an wie noch vor der jetzt greifenden Ökostrom-Reform. Doch obwohl das System der umstrittenen Industrierabatte weithin unangetastet bleibt, drohen manche Großverbraucher mit Folgen für die Bundesrepublik. Zugleich versichern sie: Ein Aufstocken in Amerika sei nicht gleichbedeutend mit einem umfangreichen Abbau in Deutschland.

“Welche Auswirkungen Detailregelungen haben, lässt sich noch nicht genau sagen”, heißt es beim weltgrößten Chemiekonzern BASF zur am Freitag in Kraft tretenden Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Die Ludwigshafener hatten bereits angekündigt, wegen der hohen Energiekosten den Anteil heimischer Investitionen von einem Drittel auf ein Viertel zusammenzustreichen. Parallel dazu baut und erweitert BASF – auch aufgrund der dank Fracking gesunkenen Gaspreise – neue Standorte in den USA, unter anderem in Freeport (Bundesstaat Texas).

Die strittigen Rabatte für energieintensive Industrien, durch die die Kosten für die Verbraucher bei der Ökostrom-Förderung steigen, sind trotz harter Verhandlungen mit der EU-Kommission nicht so stark eingedämmt worden wie von Kritikern gefordert. In der Summe bleiben sie mit einem Umfang von rund fünf Milliarden Euro sogar konstant.

“Beim neuen EEG passiert kein Erdrutsch”, sagt Jörg Rothermel, Chef des Branchenverbands EID. Das Fördersystem bleibe aber komplex – und die Verdoppelung der EEG-Mindestumlage auf 0,1 Cent je Kilowattstunde belaste die Unternehmen durchaus. Nicht wenige Betriebe mit hohem Stromverbrauch wie Stahl-, Baustoff-, Chemie- oder Papierhersteller überlegten daher, in den Vereinigten Staaten draufzusatteln.

Deutsche Firmen in den USA wollen Mitarbeiter einstellen

Der Anteil deutscher Firmen an ausländischen Direktinvestitionen in den USA ist traditionell hoch – er liegt bei etwa einem Zehntel. Jüngste Beispiele sind BMW und VW, die ihre Werke im Land ausbauen. Mercedes-Benz hat seine Fabrik in Alabama gerade erst erweitert – die dort hergestellten Wagen sind auch für den Export bestimmt.

Laut einer Umfrage der Deutsch-Amerikanischen Handelskammern von Ende 2013 planen drei Viertel der deutschen Firmen in den USA, ihre Mitarbeiterzahl zu erhöhen. Danach waren es zuletzt 581.000 Jobs. Ein wesentlicher Standortfaktor neben besserem Marktzugang, geringeren Wechselkursrisiken und günstigeren Arbeitskosten: die meist deutlich niedrigere Energierechnung – der US-Schiefergas-Boom macht es möglich.

Einen Investitionsstau zu Hause auf breiter Front fürchten zumindest kurzfristig nur wenige. Aber die Gefahr “schleichender Abwanderung” (BDI-Chef Ulrich Grillo) wegen teurer Energie wollen Beobachter nicht ausschließen. So sollen neue Eigenstromanlagen an der Finanzierung des Ökostrom-Ausbaus beteiligt werden, bestehende Kraftwerke bleiben nur bis Ende 2016 ganz befreit. “Damit ist keine Planungssicherheit gegeben”, kritisiert BASF mit Blick auf die Strom-Selbstversorgung.

Energiekosten maßgebliche Faktoren

Rothermel versucht, die Wogen etwas zu glätten: “Es ist ja nicht der Anreiz gegeben zu sagen: Ich mache meine Bude sofort dicht und gehe anderswo hin. Aber das grundsätzliche Problem der steigenden Energiekosten in Deutschland ist durch dieses EEG noch nicht gelöst.”

Der Kohlenstoff-Spezialist SGL erklärte zur Verdreifachung seiner Kapazitäten in Moses Lake (Bundesstaat Washington) mit dem Joint-Venture-Partner BMW ganz unverblümt: “Für die Entscheidung waren (…) wettbewerbsfähige Energiekosten maßgebliche Faktoren.”

Besonders die Chemie bleibt vorsichtig. Die höhere Umlage-Beteiligung sei verschmerzbar, sagt der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), Utz Tillmann. Aber: “Es gibt eine ganze Reihe von Unternehmen, die ähnliche Pläne haben wie die BASF.”

Strom koste in den USA eben nur halb so viel wie an der Strombörse in Deutschland. Schon 2012 habe der Anstieg der Auslandsinvestitionen in der Chemie um 1,4 Milliarden Euro über dem Inlandswert gelegen. “Der größte Teil ging mit 41 Prozent in die USA”, berichtet Tillmann.

Sorge um den Standort Deutschland

Dass dies angesichts gebremster Rabattkürzungen nur Jammern auf hohem Niveau sei, finden einige Ökonomen und Umweltverbände – wie auch die grüne Bundestagsopposition. “Die Privilegien bleiben, wie sie waren”, sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. “Versprochen gebrochen”, meinte Parteichefin Simone Peter zum ursprünglichen Ziel, Verbraucher und kleine Firmen um wenigstens eine Milliarde Euro zu entlasten.

Die Gewerkschaften üben beim Thema drohende Deindustrialisierung indes den Schulterschluss mit den Arbeitgebern. “Unsere Sorge gilt weniger der unmittelbaren Gefahr von Schließungen, sehr wohl aber der Beschäftigungsfähigkeit am Standort Deutschland in der Zukunft”, sagt Ralf Bartels, Abteilungsleiter Energiewende der IG BCE.

“Die sofortige Stilllegung oder Verlagerung weiter Teile der energieintensiven Industrie konnte verhindert werden”, meint auch der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer. Das Problem Eigenstrom solle man allerdings im Blick behalten. Der Chef der Wirtschaftsvereinigung Metalle (WVM), Martin Kneer, mahnt: “Die Politik muss eine Vertrauensbasis schaffen.” …

Quelle/Gesamter Text: www.heise.de

Machinengewehr-Feuer!

Freitag, den 1. August 2014

von Karl Weiss

Das Rätsel ist gelöst

Die bis jetzt offenstehende Frage, wer das Passagierflugzeug über der Ukraine abgeschossen hat, ist geklärt:

Auf dieser Site:

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=319110

gibt es nun seit langer Zeit zum ersten Mal eine Aussage aus berufenem Munde über die Ursache des Absturzes der MH 17 der Malaysian Airlines über der Ukraine.

Auf der Site ist auch die Original-Quelle verlinkt.

Ein OSZE-Beobachter hat die Überreste der Maschine vor Ort untersucht und kam zu folgendem Schluss:

“…There have been two or three fuselages that have been really pop? marked…. gun fire, very, very strong machine gunfire that has left these unique marks that we haven’t seen anywhere else. We were also asked for example if we have seen any samples of missile, no we haven’t is the answer…”

Er hat also an den Überresten des abgestürzten Flugzeugs keinerlei Spur eines Raketen- (Missile-) Einschlag gefunden, aber sehr wohl Spuren eines extreme starken Maschinengewehr-Feuers. Damit ist klar: Schweres Maschinengewehr-Feuer in Zehntausend Metern Höhe kann nur von einem Militär-Jet stammen. Da die moskaufreundlichen “Rebellen” keine solche Flugzeuge haben, kommen nur die offiziellen Truppen der Ukraine als Verursacher in Frage.

Mit anderen Worten: Die sowieso schon von Faschisten (Hitler-Gruss) durchsetzte, durch nichts legitimierte US-und EU-freundliche “Regierung” der Ukraine hat das Flugzeug abschiessen lassen, damit die USA dies den “Rebellen” in die Schuhe schieben können.

Gleichzeitig räumt die oben verlinkte Seite auch mit der Behauptung auf, es gäbe ein Video vom abstürzenden Flugzeug (ist dort verlinkt). Man kann eindeutig feststellen, dass jenes Video nicht die abstürzende Malaysian-Airlines-Maschine zeigen kann, denn das dort gezeigte Flugzeug fällt am Stück, nicht in vielen Einzelteilen zu Boden.

Oder mit anderen Worten: USA und EU sind die Verantwortlichen für die Flugzeug-Katastrophe. Das spricht Putin nicht heilig, aber hierfür ist er nicht verantwortlich zu machen.

Quelle/Gesamter Text: www.karl-weiss-journalismus.de

Schwache Staaten schaffen

Freitag, den 1. August 2014

von Malte Daniljuk

Destabilisierung von strategischen Regionen als Ansatz westlicher Außenpolitik

Ukraine, Syrien, Irak, Libyen. In den vergangenen Monaten verstand die breite Öffentlichkeit, dass die politischen Verhältnisse um Europa herum sich dramatisch verschlechtert haben. Aus der Ukraine zieht der Rauch der Gefechte direkt bis in die deutschen Wohnzimmer. Und der Schock darüber, dass ein Krieg in Europa möglich ist, überraschte viele Menschen ebenso wie die Geschwindigkeit der Eskalation. Ähnlich wie schon beim Angriff der NATO auf Jugoslawien im Jahr 1999 wird Krieg erstmals wieder aus der Nähe erfahrbar.

Viele Europäer stehen durch die erneute gewalttätige Eskalation in unmittelbarer Nachbarschaft vor neuen Herausforderungen. So ist bisher kaum jemand ein gesellschaftliches Klima gewohnt, in dem die Meinungen derartig polarisiert sind, dass von beiden Seiten tödliche Auseinandersetzungen selbstverständlich akzeptiert werden. Auch die Anwesenheit von bewaffneten Uniformierten im Alltag erscheint gewöhnungsbedürftig. Nicht zuletzt verursachen Bilder von toten Weißen, von Europäern, die sich gegenseitig umgebracht haben, ein beunruhigendes Identifizierungsmoment, das geeignet ist, konkretere Ängste auszulösen, als wenn es sich um die üblichen Kriegsopfer jenseits der OECD-Grenzen handelt.

Diese besondere kulturelle Nähe zum Ukraine-Konflikt verdeckt möglicherweise, dass zahlreiche andere Konflikte in ähnlicher geographischer Entfernung stattfinden. Georgien, Tschetschenien, Syrien, der Irak oder Libyen sind, realistisch betrachtet, nicht viel weiter von den Außengrenzen der Europäischen Union entfernt als etwa Donezk, wo gegenwärtig Kampfflugzeuge komplette Häuserblocks zerstören. Tatsächlich hält die Eskalation im unmittelbaren Umfeld der EU schon seit einer geraumen Weile an. Selbst die Umbrüche, welche seit 2011 in der arabischen Welt ablaufen, stellen bei genauerer Betrachtung nur eine neue Welle in einem Meer von sich verschärfenden Konflikten dar.

Das subjektive Empfinden der Fernsehzuschauer, dass die gewalttätigen Konflikte weltweit zunehmen, ist durchaus begründet. Das australische Institute for Economics and Peace kommt in seinem Jahresbericht 2014 zu dem Ergebnis, dass global seit sieben Jahren ein Prozess stattfindet, der die 60jährige Periode relativer Friedlichkeit beendet. Nach Ansicht von Steve Killelea, einem Mitbegründer des Instituts, wird sich diese Entwicklung in naher Zukunft fortsetzen. “Es besteht die Gefahr, dass wir in einen negativen Zyklus hineingeraten”, so Steve Killelea bei der Präsentation des Berichts. Geringeres Wirtschaftswachstum führe zu einer höheren Gewaltbereitschaft und Maßnahmen zu deren Eindämmung führen zu einem geringeren Wirtschaftswachstum.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Untersuchung der Friedrich-Ebert-Stiftung zu weltweiten Protesten zwischen 2006 und 2013. Die Autoren stellen die aktuellen Unruhen allerdings in eine Reihe mit den großen Protestzyklen von 1848, 1917 und 1968: “Gegenwärtig erleben wir eine weitere Periode der zunehmenden Empörung und Unzufriedenheit, und einige der größten Proteste in der Weltgeschichte”, so das Fazit. Und bis zum Abschluss der Untersuchungen stieg die Zahl der Proteste weltweit kontinuierlich weiter.

Zwar machten gewalttätige Auseinandersetzungen unter den Protesten insgesamt nur 13 Prozent aus, diese konzentrierten sich jedoch auf bestimmte Regionen und hatten vielfach eine klar zu benennende Ursache. “Es ist bemerkenswert, dass die meisten gewalttätigen Proteste in der Region Sub-Sahara-Afrika und in der Gruppe von Ländern mit niedrigem Einkommen auftreten.”

Zudem zeigte sich, dass viele Riots mit der Preisentwicklung für Nahrungsmittel und Energie zusammenhängen. Gerade bei diesen Hungerrevolten tauchen einige bekannte Länder auf: So kam es in Ägypten, Jemen und Somalia bereits im Sommer 2008 zu Unruhen, als der globale Index für Lebensmittelpreise einen ersten Höhepunkt erlebte. Im Winter 2010/2011 folgten auf dem nächsten Höhepunkt der Preisskala außerdem Tunesien, Syrien, Algerien, der Sudan und der Ölstaat Bahrein.

Auch das Institute for Economics and Peace stellt die soziale und wirtschaftliche Entwicklung als einen der wichtigsten Faktoren heraus. Den gefährlichsten Einfluss haben aktuell demnach die wirtschaftlichen Auswirkungen der globalen Finanzkrise, die Folgen des Arabischen Frühlings sowie die anhaltende Ausbreitung des Terrorismus. Auf der anderen Seite benennt das Institut auch die fehlenden positiven Faktoren, die “Säulen des Friedens”. Dazu zählen solide Institutionen, eine gut funktionierende Regierung und niedrige Korruptionsraten.

Die für Europa besonders Besorgnis erregende Dimension der Analysen liegt in der geographischen Verteilung der Krisenstaaten. Die meisten gehören zu einer gemeinsamen Kategorie an, die sich im engeren und weiteren Umfeld der Europäischen Union befindet und deren innere Verhältnisse entsprechend von außerordentlicher Bedeutung für jeden Europäer sein sollten. Allerdings, und das macht das Problem umso beunruhigender, scheint die europäische Außenpolitik nicht ansatzweise in der Lage zu sein, die nachbarschaftlichen Beziehungen des Kontinents positiv zu beeinflussen.

In seiner Studie zur europäischen Nachbarschaftspolitik kommt der ehemalige Direktor beim Europäischen Rat, zuständig für den Balkan, Osteuropa und Zentralasien, Stefan Lehne, zu deutlichen Ergebnissen. “Unsere benachbarten Regionen erlebten Diktaturen und Staatsversagen, Drangsalierungen durch große Nachbarn, internationale und Bürgerkriege, Revolutionen, Aufstände, politische und religiöse Auseinandersetzungen, Militärputsche und Terroranschläge.”

Im Rahmen der European Neighborhood Policy (ENP) versuchte die EU seit 2004 über zehn Jahre, insgesamt 16 Länder in Osteuropa, Nordafrika und im Mittleren Osten zu unterstützen – etwa die Ukraine, Syrien und Libyen -, um sie perspektivisch der EU anzunähern. Das hieß vor allem, Formen des “guten Regierens” zu fördern, dessen Kriterien sich in etwa mit den vom Institute for Economics and Peace genannten “Säulen des Friedens” decken.

Insgesamt investierte die EU dafür zwischen 2007 und 2013 zwölf Milliarden Euro, was in etwa dem Staathaushalt Nigerias entspricht, einem der größten Länder Afrikas. Das Fazit von Lehne, inzwischen Mitarbeiter der Carnegie-Stiftung, lautet: “Es ist klar, dass die europäische Nachbarschaftspolitik gescheitert ist.” Inzwischen kann von den Anrainerstaaten nur noch ein einziger, ausgerechnet das autoritär regierte Algerien, als “politisch stabil” bezeichnet werden.

Scheiternde Staaten: Gefallen oder gestoßen?

Wichtig für das Verständnis außenpolitischer Strategien ist zunächst, dass die EU in ihrer Nachbarschaftsidee davon ausgeht, dass sie die staatliche Entwicklung in den gefährdeten Nachbarstaaten positiv beeinflussen könnte. Seit die Debatte um schwache, scheiternde oder gescheiterte Staaten geführt wird, also in den vergangenen 20 Jahren, stehen vor allem die inneren Bedingungen der betroffenen Länder im Zentrum. Politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklungen werden zudem gerne in Form von Naturereignissen diskutiert, in der die Akteure – kurz: die Verantwortlichen – nicht thematisiert werden.

Wie sich äußere und innere Einflussmöglichkeiten auswirken können, lässt sich am Beispiel des aktuell problematischsten Krisenkandidaten verdeutlichen, am Fall des Irak. Eine positive soziale Entwicklung, wie sie etwa am Pro-Kopf-Einkommen oder an der Lebenserwartung abzulesen ist, setzte im Irak erst mit der formalen Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1939 ein. Zu diesem Zeitpunkt wurden Iraker im Durchschnitt 31 Jahre alt und verdienten knapp 3.000 US-Dollar im Jahr. Bis 1979 hatte sich das Durchschnittsalter verdoppelt, die Einkommen stiegen um fast das Sechsfache auf durchschnittlich 20.000 Dollar jährlich. Damit lag der Irak als ein quasi sozialistischer Ölstaat zu diesem Zeitpunkt, was den Nahen und Mittleren Osten betraf, in einer Spitzengruppe mit Libyen, Saudi-Arabien, Kuweit und Katar.

Im Nachbarland Iran, damals noch von der westlichen Marionette Schah Pahlavi regiert, betrug es weniger als 7.000 Dollar, obwohl das Land hinsichtlich seiner Größe und seiner Ressourcen dem Irak sehr ähnlich ist. Die Differenz von 13.000 Dollar pro Kopf stellte sozusagen die jährliche Abgabe eines jeden Iraners an den Westen dar, der mit dem Sturz von Präsident Mossadegh im Jahr 1953 die Ausrufung der Republik und die Nationalisierung der iranischen Ölvorkommen rückgängig gemacht hatte.

Diese Umstände trugen wesentlich dazu bei, dass die iranische Bevölkerung im Jahr 1979 den Schah stürzte. In dieser Situation hatte der Westen ein Ass im Ärmel, um die befürchtete sozialistische Revolution im Iran zu verhindern. Washingtons Horrorvorstellung bestand darin, dass sich nach dem Irak noch eine zweite potentielle Regionalmacht in der Region außenpolitisch Richtung Moskau orientiert.

Frankreich ließ den schiitischen Geistlichen Ajatollah Chomeini, der sich wie die meisten Islamisten zu dieser Zeit mit freundlicher Unterstützung im Westen aufhielt, in den Iran zurückreisen, wo er statt einer sozialistischen dann eine islamische Republik gründete.

Diese erwies sich zwar den USA gegenüber als beinahe noch unfreundlicher, allerdings verhinderte eine islamistische Regierung erfolgreich die befürchtete Blockbildung. Zbigniew Brzeziński, damals außenpolitischer Berater des demokratischen Präsidenten Jimmy Carter, zog sogar eine direkte militärische Intervention der USA im Iran in Betracht. “Wir begannen, günstiger über Saddam Hussein als potentielles Gegengewicht zu Ajatollah Chomeini zu denken”, beschrieb Howard Teicher, Direktor im Nationalen Sicherheitsrat der USA, das Vorgehen.

Ein bemerkenswerter Umstand wollte es, dass Hussein mitten in diesen turbulenten Jahr 1979 zum irakischen Staatschef wurde und damit Ahmad Hasan al-Bakr ablöste, der 1972 den Bündnisvertrag mit der Sowjetunion unterzeichnet hatte. Brzeziński sei davon ausgegangen, dass Saddam Hussein “mit der richtigen Kombination von Schmeicheleien” von Moskau getrennt und zur “Säule der Stabilität im Persischen Golf” aufgebaut werden könne.

Dieser Plan gelang und Saddam Hussein startete nach nur einem Jahr an der Macht mit Milliarden schwerer Unterstützung aus den USA, unter anderem in Form von Chemikalien für Chemiewaffen, im September 1980 einen Krieg gegen den Iran, den Ersten Golfkrieg.

[D]ie Vereinigten Staaten unterstützten aktiv die irakischen Kriegsanstrengungen, indem sie dem Irak Milliarden von Dollar an Krediten einräumten, der US-Militärgeheimdienst beriet die Iraker, wir ersuchten Drittstaaten um Waffenlieferungen an den Irak, um sicherzustellen, dass das irakische Militär über die erforderlichen Waffen verfügt. Die Vereinigten Staaten boten den Irakern auch strategische operative Beratung an, um ihre Kampffähigkeit zu verbessern.
Aussage von Howard Teicher vor dem US-Bezirksgericht Southern District of Florida, 31. Januar 1995

Der irakischen Bevölkerung bekam diese neue Nähe zum Westen gar nicht gut. Der Erste Golfkrieg kostete bis 1988 etwa 300.000 Irakerinnen und Iraker das Leben. Die kriegsbedingten Staatsausgaben beliefen sich auf ungefähr 450 Milliarden US-Dollar, wovon hauptsächlich Waffenhersteller in den USA und in China profitierten. Die Einkommen begaben sich in den freien Fall und landeten 1990 zunächst auf dem Niveau des Iran im Jahr 1979, nämlich bei 7.500 Dollar. Ein Jahr später, als die USA eine erneute Kehrtwende in ihrer Außenpolitik vollzogen hatten und mit dem Zweiten Golfkrieg selber in den Irak einmarschierten, rutschten sie auf das Niveau zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit von 1939.

Auf eine verbindliche Zahl der Opfer konnte sich nach dem Zweiten Golfkrieg niemand einigen, ein solider Mittelwert liegt bei 75.000 Menschen, darunter 25.000 Zivilisten, welche hauptsächlich bei der Bombardierung Bagdads ums Leben kamen. Zwar verbesserte sich die Lebenssituation nach Ende des Krieges ab 1992 leicht. Bedingt durch das von den USA verhängte Wirtschaftsembargo verblieb sie in den folgenden zehn Jahren jedoch mit 4.500 US-Dollar pro Kopf im Jahr auf dem untersten Niveau in der Region. Nur der Jemen konnte in den 1990er Jahren schlechtere sozialökonomische Eckwerte aufweisen.

Wenn die Irakerinnen und Iraker angenommen hatten, dass sie nicht tiefer fallen könnten, hatten sie sich getäuscht: Durch den Dritten Golfkrieg, in dem die USA und eine “Koalition der Willigen” im März 2003 unter abstrusen Vorwänden erneut einmarschierten, wurde der Irak als soziale, kulturelle und politische Formation endgültig zerstört. Kurdische Peschmerga zogen die “Säule der Stabilität im Persischen Golf” nach einem halben Jahr des Versteckspiels aus einem Dreckloch und lieferten Hussein – gegen unbekannte Gegenleistungen – an die US-Streitkräfte aus. Der Teil der Verhörprotokolle, der sich auf die Zusammenarbeit zwischen Saddam Hussein und den USA in den 1980er Jahren bezieht, ist von der US-Regierung bis heute als geheim eingestuft.

Laut den von Wikileaks veröffentlichten Unterlagen des US-Militärs kamen alleine nach dem Ende des Krieges, also zwischen 2004 und 2010, circa 110.000 Iraker durch direkte Kampfhandlungen ums Leben, darunter 66.000 Zivilisten. Seriöse Aussagen über die aktuelle Einkommenssituation sind nicht möglich.

Außenpolitik als Verhinderungsstrategie

Diese kurze Sozialgeschichte des Irak verdeutlicht, dass erheblicher Aufwand nötig sein kann, um einen einmal funktionierenden Staat zu zerstören. In diesem Fall dauerte es 30 Jahre, kostete Billionen von US-Dollar und Millionen Menschenleben, rechnet man die indirekten Kriegsopfer mit ein.

Der Fall des Iran-Irak-Kriegs, als internationale Akteure unterschiedliche Konflikte zwischen zwei etwa gleich starken Parteien nutzten, um eigene Interessen in der Region durchzusetzen, stellt mit einem Rückblick auf die Kolonialgeschichte eher den Normalfall als eine Ausnahme dar. Insbesondere das britische Empire setzte auf unterschiedliche Varianten des Divide et impera. Das heißt, neben den unmittelbar naturkundlichen Information über Klimaverhältnisse, topographische Zugänglichkeit und mögliche Rohstoffe wurden mit großem Aufwand völkerkundliche Daten erhoben, die es dem Empire ermöglichten, sich als fremde Macht, ausgehend von kleinen Handelsstützpunkten, in regionale Konflikte einzuschalten und diese für sich auszunutzen. In Indien, Nigeria und wo auch immer sie landeten, schürten die britischen Pioniere systematisch Konflikte entlang religiöser oder ethnischer Linien, um den eigenen Aufwand für die Durchsetzung der Herrschaft möglichst gering zu halten.

Im Irak, bereits von 1920 bis 1932 unter offiziellem britischen Mandat, und bis 1958 unter indirekter Herrschaft der Briten, war man entsprechend sensibilisiert, als die Siegermächte die irakische Südzone um Basra unter die Kontrolle der ehemaligen Kolonialmacht gaben. Verglichen mit dem Rest des Landes, wo die “tollen grünen Riesen” vom US-Marine Korps allerlei Unheil anrichteten, blieb es im Süden zunächst relativ ruhig, was auch daran lag, dass sich die Briten in Basra einem weitgehend einheitlichen Machtblock von schiitischen Oppositionsgruppen gegenübersahen, angeführt von Muktada al-Sadr.

Dies trug dazu bei, dass sich schnell Ansätze einer neuen Staatlichkeit wie eine funktionierende öffentliche Verwaltung, ein neues Justizsystems und vor allem relativ stabile irakische Sicherheitsinstitutionen entwickelten, die klar von den Sadristen dominiert waren, welche den sofortigen Abzug aller Besatzungstruppen aus dem Irak forderten. Allerdings nahmen nicht nur die Konflikte zwischen Besatzungsmächten und Sadristen zu. Im Verlauf des Jahres 2004 schienen auch die Spannungen zwischen verschiedenen irakischen Gruppen zu eskalieren, was sich unter anderem in zahlreichen Bombenanschlägen auf Märkte und öffentliche Plätze äußerte.

In dieser Situation kam es im September 2005 bei einer zunächst harmlos erscheinenden Verkehrskontrolle zu einer Schießerei, bei der ein irakischer Polizist von den Fahrzeuginsassen getötet wurde. Die beiden Festgenommen stellten sich überraschend als arabisch gekleidete Angehörige der britischen Spezialeinheit SAS heraus (Showdown in Basra). In ihrem Auto fanden sich neben zahlreichen Waffen auch 120 Kilo Sprengstoff und dazugehörige Fernzünder.

Für die Iraker lag die Interpretation auf der Hand: “Jeder kennt die Agenda der Besatzer”, erklärte etwa einer der sadristischen Führer, Abdel al-Daraji, dem britischen Telegraph, “ihre Absicht ist es, den Irak in ein instabiles Schlachtfeld zu verwandeln, damit sie hier ihren Interessen nachgehen können.” Die Briten, glaubte al-Daraji, führen Anschläge auf schiitische Zivilisten aus, um sie sunnitischen Gruppen in die Schuhe zu schieben. Dieser Interpretation schlossen sich nicht nur zahlreiche Beobachter aus arabischen Ländern an. Der Korrespondent des britischen Independent, Robert Fisk, kommentierte lakonisch: “Der britische Imperialismus hat schon immer sektiererische Konflikte provoziert und politische Attentate durchgeführt, um sich an der Macht zu halten.”

Diese Strategie ist allerdings auch ihrem großen Verbündeten nicht fremd. Als im Frühjahr 2005 der Widerstand gegen die alliierten Truppen seinen Höhepunkt erreichte, griffen auch die US-Streitkräfte auf bewährte Methoden zurück, was auch in zahlreichen amerikanischen Medien offen diskutiert wurde.

Die BBC recherchierte zehn Jahre nach dem Einmarsch, dass General David Petraeus dafür Spezialisten für die Aufstandsbekämpfung einsetzte, die in den 1980er Jahren bereits in Lateinamerika ihr Unwesen getrieben hatten. “Ziel der Operation war es, die sektiererische und interkonfessionelle Gewalt im Irak zu schüren, um so den Aufstand gegen die Besatzungsmacht einzudämmen”, so die Autoren.

Die beiden Verantwortlichen für das Programm, James H. Coffman und James Steele, setzten dafür vor allem auf Personen, die nicht von der neuen Regierungsgewalt profitierten, also zumeist auf Sunniten, häufig aus den ehemaligen Sicherheitskräften Saddam Husseins. Mit den “Sons of Iraq” (SOI) bzw. den “Awakening Councils” – Ende 2008 handelte es sich laut den von Wikileaks veröffentlichten Iraq-War-Logs um 54.000 Milizionäre – schufen die USA irreguläre Verbände, die in Opposition zur offiziell unterstützten Zentralregierung in Bagdad standen. Genau aus diesem Milieu entstand das aktuelle Machtvakuum im Irak, in dem der “Islamische Staat” seine scheinbar überraschenden Erfolge feiert. So lautet die Einschätzung der ehemaligen Geheimdienstler Derek Harvey und Michael Pregent gegenüber CNN: “Im Jahr 2013 waren die Sons of Iraq praktisch nicht mehr existent, aber Tausende ihrer ins Abseits gedrängten ehemaligen Mitglieder unterstützten mit dem ‘Islamischen Staat in Irak und Syrien’ den Krieg gegen die irakische Regierung”.

Geographie und Außenpolitik

Es ist nicht einfach, innerhalb der europäischen Diskussionen über Außenpolitik eine Erklärung für diese beispiellose Zerstörungswut gegenüber dem Irak zu finden. Die plausibelste Erklärung bieten vielleicht die Überlegungen von Zbigniew Brzeziński, der Mitte der 1990er Jahre intensiv an der Debatte um Amerikas zukünftige Rolle in der Welt beteiligt war.

Er beschrieb den Irak in seinen geographischen Kategorien als einen natürlichen Feind für Washingtons Pläne zur Raumordnung im Nahen und Mittleren Osten, unabhängig davon, welche Regierung in dem Land regiert. Der Irak, so Brzeziński, liegt anders als Ägypten zentral in der arabischen Welt, zu der er, anders als etwa der Iran, gehört. Außerdem verfügt das Land über die erforderliche Größe, die Naturressourcen und – sehr wichtig – die religiöse und kulturelle Vielfalt, um sich automatisch zu einer bestimmenden Regionalmacht in der arabischen Welt zu entwickeln. Mehr noch als es ein isolierter Blick auf die irakischen Ölvorkommen erlaubt, erklärt diese sozialgeographische Konfiguration, warum das Land heute ein “Failed State” ist.

Als sich der damalige NATO-Oberbefehlshaber General Wesley Clark im Jahr 2001 bei US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld erkundigte, ob die amerikanischen Streitkräfte ernsthaft erwägen, den Irak anzugreifen, antwortete Rumsfeld: “Oh, schlimmer noch!” Er präsentierte ein als geheim klassifiziertes Memo, das er angeblich mit den Worten erläuterte: “Dies ist ein Memo, das beschreibt, wie wir in den nächsten fünf Jahren in sieben Länder einmarschieren, beginnend mit dem Irak, dann Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und schließlich, am Ende, in den Iran.”

In den meisten der genannten Länder konnte jeder Zeitungsleser die Entwicklung in den vergangenen Jahren verfolgen. Außer Libyen erlebte bisher keines dieser Länder einen direkten militärischen Angriff, aber die bekannten außenpolitischen Strategien zielten auch dort auf Demontage und Zerstörung.

Auch wenn die Obama-Administration im Sinne einer demokratischen Außenpolitik weniger auf direkte Intervention setzt, bleibt doch der Eindruck, dass seine berüchtigte Prämisse “Leading from behind” denselben Zielen gewidmet ist wie der betonte Unilateralismus und der direkte Interventionismus der Bush-Administration. Dass auch Barack Obama dem Militär weiterhin eine zentrale Funktion bei der Gestaltung von Außenpolitik zuweist, betonte er kürzlich auf seiner Rede vor Soldaten in Westpoint: “Das Militär ist und wird immer das Rückgrat der amerikanischen Führung auf der Weltbühne sein.” Auch wenn er zugeben müsse, dass die Unterstützung für den Militärmachthaber Al-Sisi in Ägypten reine “Sicherheitsinteressen” zugrunde liegen, richte sich Amerikas Engagement in Zukunft stärker auf “humanitäre Kriege”, bei denen einerseits die Schwelle für den direkten Militäreinsatz höher liegt und zweitens die Verbündeten und Partner enger eingebunden werden müssten. Zudem werde Amerika die “Werkzeuge um Diplomatie und Entwicklung erweitern; um Sanktionen und Isolierung; Appelle an das Völkerrecht”.

Damit skizziert der amerikanische Präsident den Rahmen, in dem aktuell die Spannungen mit der Ukraine verlaufen. Dies ist der Rahmen, den Frank-Walter Steinmeier und Joachim Gauck auf der Sicherheitskonferenz in München beschreiben, wenn sie die Bundesrepublik kriegstauglich machen wollen. Deutschland müsse bereit sein, sich außen- und sicherheitspolitisch “früher, entschiedener und substanzieller” einzubringen. Einen solchen Einsatz von Frank-Walter Steinmeier eröffnete beispielsweise die Ukraine-Krise.

Quelle/Gesamter Text: www.heise.de

Schäuble will neue Steuertricks für Konzerne legalisieren

Freitag, den 1. August 2014

von Attac Deutschland

Schlag ins Gesicht für mittelständische Unternehmen

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble plant Medienberichten zufolge, auch in Deutschland eine so genannte Patentbox für multinationale Unternehmen einzuführen. Das kritisiert das globalisierungskritische Netzwerk Attac scharf.

“Ich bin fassungslos. Statt, wie versprochen, die Steuerschlupflöcher zu schließen, bohrt Schäuble neue Löcher. Während die Bundesregierung auf EU-Ebene die Einführung einer einheitlichen Unternehmensbe- steuerung – die GKKB-Richtlinie – blockiert, will sie nun das Steuerschlupfloch Nummer eins, die Patentbox, auch in Deutschland einführen”, sagte Karl-Martin Hentschel von der bundesweiten Attac-Arbeitsgruppe Finanzmärkte und Steuern.
“Dies ist ein Schlag ins Gesicht für jedes mittelständische Unternehmen, das brav in Deutschland seine Gewerbe- und Körperschaftssteuer nach Gesetz bezahlt. Und es spricht den vollmundigen Aussagen Schäubles im Rahmen des Aktionsplans der OECD gegen Konzernsteuertricks Hohn.”

Mit der Kampagne “Steuertricks stoppen! Bilanzen offenlegen! Gesamtkonzernsteuer jetzt!” setzt sich Attac für eine international abgestimmte Besteuerung von Unter- nehmen ein.

Hintergrund:

+ G20-Aktionsplan:

Nachdem bekannt wurde, dass multinationale Unternehmen (MNU) wie Ikea, Apple, Google, Amazon und andere nur einen Bruchteil der Steuern zahlen, die normale Firmen in Deutschland zahlen müssen, verabredeten sich im Oktober in Moskau die Regierungs- chefs der G20, die immer weiter ausufernde Steuervermeidung der MNU zu bekämpfen. Dabei beauftragten die G20-Regierungschefs die OECD, bis 2015 einen Aktionsplan zur Bekämpfung der Steuervermeidung (Base Erosion and Profit Shifting – BEPS) auszuar- beiten. Nun tut die Bundesregierung das Gegenteil. Sie blockiert eine gemeinsame Steuerpolitik der EU und schafft selbst neue Schlupflöcher.

+ Patentbox:

Mehrere EU-Staaten haben eine so genannte Patentbox eingeführt. Sie beinhaltet, dass Gewinne in Tochterunternehmen, die Forschung und Entwicklung betreiben, nur noch zu einem Bruchteil des üblichen Steuersatzes oder gar nicht versteuert werden müssen. So gilt in den Niederlanden, wo mittlerweile ein Großteil der multinationalen Unternehmen Töchter hat, die unter die Patentbox fallen, ein Steuersatz von fünf Prozent – während andere Gewinne mit 25 Prozent versteuert werden müssen.

Die Patenzbox ist nicht ein Steuertrick unter anderen. Es handelt sich vielmehr um das wichtigste legale Instrument, das Konzernen ermöglicht, weitgehend steuerfrei Gewinne zu machen. Immer mehr große Konzerne praktizieren eine Steuerpolitik, nach der die operativen Töchter Gebühren für Lizenzen, Franchising, Patente und anderes an kleine Tochterfirmen in den Niederlanden und anderen Steueroasen zahlen. Diese kleinen Firmen haben in der Regel den Auftrag, die Firmenidee und das Knowhow weiterzuent- wickeln und gelten dann als Forschungsfirma, die weitgehend von den Steuern befreit ist. In diesen Firmen werden dann die Gewinne steuerfrei konzentriert.

Begünstigt wird das dadurch, dass der Wert von Markenprodukten heute überwiegend aus dem Markennamen resultiert und nur noch nachrangig aus den Produktionskosten. Indem die Rechte an der Marke einer kleinen Forschungsfirma übertragen werden, werden die Zahlungen an diese Firma legal und gelten in den operativen Töchtern als Unkosten, werden also dort nicht oder kaum versteuert.

+ EU-Richtlinie GKKB:

Die EU-Richtlinie GKKB (Gemeinsame konsolidierte Körperschaftssteuerbemessungsgrundlage) wurde 2001 in Auftrag gegeben und 2011 von der Kommission nach langen wissenschaftlichen Vorarbeiten fertiggestellt. Das EU-Parlament hat die Einführung bereits 2011 befürwortet. Seitdem blockiert der Ministerrat die Richtlinie – insbesondere auf Betreiben von Deutschland.

Die Richtlinie setzt das von vielen Experten vorgeschlagene Konzept der “Gesamtkon- zernbesteuerung” (Unitary Taxation) um. Danach werden nicht mehr die Töchter eines Konzerns wie eigene Firmen besteuert, sondern die Gewinne eines Konzerns werden in einer Gesamtbilanz errechnet und dann anteilig den Nationalstaaten zugeordnet, in denen der Konzern real tätig ist. Grundlage dafür sind die getätigten Investionen, das beschäftigte Personal und die getätigten Umsätze. Damit würde der Gewinnverschie- bung in Steueroasen, in denen die Firma nicht oder nur geringfügig tätig ist, unmöglich gemacht.

Weitere Informationen:

Attac-Kampagne für eine Gesamtkonzernsteuer:
www.attac.de/konzernbesteuerung

Dossier: “Götterdämmerung bei der Unternehmensbesteuerung?”:
kurzlink.de/goetterdaemmerung

www.attac.de/fileadmin/user_upload/Kampagnen/konzernbesteuerung/KMHentschel_Goetterdaemmerung_1.pdf

Quelle/Gesamter Text: www.scharf-links.de

US-Geheimdienst gibt Bespitzelung von Senatoren zu

Freitag, den 1. August 2014

Der US-Geheimdienst CIA räumt ein, Computer von Mitgliedern des Geheimdienstausschusses im Senat überwacht zu haben. Die Enthüllung bringt den CIA-Chef unter Druck.

Der US-Geheimdienst CIA hat den für die Überwachung der Nachrichtendienste zuständigen Ausschuss des US-Senats bespitzelt. Das räumte CIA-Sprecher Dean Boyd in einer Erklärung ein.

CIA-Mitarbeiter hätten die Computer von Mitgliedern des Geheimdienstausschusses überwacht, während das Gremium die CIA-Praxis in Geheimgefängnissen untersucht habe. CIA-Chef John Brennan habe die Vorsitzende des Ausschusses, Dianne Feinstein, über das Fehlverhalten einiger CIA-Mitarbeiter informiert und sich entschuldigt, erklärte Boyd.

Die Enthüllung bringt auch den CIA-Chef unter Druck: Der demokratische Senator Mark Udall, der dem Geheimdienstausschuss ebenfalls angehört, erklärte, er habe jegliches Vertrauen in Brennan verloren.

Geheimer Bericht

Der Bericht des Geheimdienstausschusses über die Verhörmethoden und die Geheimgefängnisse der CIA ist geheim. Eine freigegebene Zusammenfassung der Ergebnisse wird vermutlich noch in dieser Woche an den Kongress weitergeleitet.

Nach Angaben von Insidern kommen die Senatoren zu dem Ergebnis, dass die von vielen Experten als Folter gewerteten Verhörmethoden der CIA keine spürbaren Erfolge im Anti-Terror-Kampf in den Jahren nach den Anschlägen vom 11. September 2001 gebracht haben.

Die Ergebnisse des Verhörprogramms seien zudem gegenüber anderen Diensten und dem Kongress übertrieben dargestellt worden, etwa durch die Behauptung, die harten Verhörmethoden hätten geholfen, Anschlagspläne aufzudecken.

Quelle/Gesamter Text: bazonline.ch

Ehemaliger NSA-Direktor verkaufte angeblich geheime Informationen

Freitag, den 1. August 2014

General Keith Alexander war jahrelang Direktor der NSA, musste sich aber vor etwa einem Jahr im Zuge der Snowden-Affäre zurückziehen. Doch nun steht er unter Verdacht, geheime Informationen für monatliche 1 Million Dollar verkauft zu haben.

Die Affäre rund um Whistleblower Edward Snowden hat den ehemaligen Direktor der NSA, General Keith Alexander, seinen Job gekostet. Doch damit nicht genug steht er nun unter Verdacht, Geheiminformationen verkauft zu haben und das nicht nur ein Mal, sondern monatlich für jeweils ein Million US-Dollar!

Monatlich eine Million Dollar

Der Repräsentant der Demokraten Floridas, Alan Grayson, beschuldigt General Alexander, Geheiminformationen an Gruppen von Geschäftsbanken verkauft zu haben und dafür monatlich eine Million US-Dollar kassiert zu haben. Alexander hatte sich zuvor schon schuldig gemacht, eine Beratungssumme von 1 Million Dollar verlangt zu haben, was dem Kongress sauer aufstieß.

Alan Grayson ist sich sicher, dass General Alexander noch mehr Verbrechen begangen hat, denn laut ihm könne man den Service, den Alexander aktuell anbietet, nur dann anbieten, wenn man im Besitz von Geheiminformationen ist. Momentan bietet Alexander seine Kenntnisse einer Sicherheitsfirma an, die darauf spezialisiert ist, Banken vor Cyberangriffen zu schützen. Angeblich hätte Alexander ein einzigartiges System entwickelt, derartige Angriffe zu entdecken. Daher geht Alan Grayson davon aus, dass Alexander Informationen und Daten für dieses Projekt nutzt, die er von der NSA hat.

In den USA ist es allerdings nichts Ungewöhnliches, dass ehemalige Regierungsbeamte, Mitarbeiter von Geheimdiensten und hochranginge Polizisten ihre gewonnenen Fähigkeiten sowie ihre Kontakte nutzen, um nach der Pensionierung als Privatperson in hervoragend bezahlten Jobs zu arbeiten, die sich mit dem Arbeitsbereich beschäftigen, in dem sie zuvor tätig waren. Das wird stillschweigend geduldet. Nicht so bei General Alexander.

Natürlich wirft diese Affäre kein gutes Licht auf die NSA. Denn wenn Mitarbeiter nach der Pensionierung oder nach dem Rausschmiss Geheimdaten dazu nutzen können, sich zu bereichern, dann ist das Sicherheitssystem alles andere als sicher.

Quelle/Gesamter Text: www.gulli.com

Israelische Regierung gelobt, den Krieg gegen Gaza zu intensivieren: mehr als 1.400 Getötete

Freitag, den 1. August 2014

von Jason Ditz

UNO kritisiert heftig zunehmende Angriffe auf zivile Ziele

Einmal mehr trat das israelische Sicherheitskabinett internationale Aufrufe mit Füßen, die Invasion des Gazastreifens zu beenden, wobei es heute bekannt gab, dass der Krieg nicht nur weitergeht, sondern dass man die Attacken „intensivieren“ wird.

Es war ein weiterer Tag, an dem überwiegend Zivilisten angegriffen wurden, mit einem Nachtangriff auf eine von der UNO betriebene Schule in einem Flüchtlingslager, das mit tausenden Flüchtlingen gerammelt voll war, wobei mindestens 20 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt wurden. Israels Außenministerium verteidigte diesen Angriff.

Israel erklärte weiters eine vierstündige „humanitäre Pause“ am Vormittag, angeblich um der Zivilbevölkerung Gazas einige Stunden frei von Angriffen zu geben. Als hunderte auf einen Marktplatz in Shejaiya strömten, griff Israel dennoch an und tötete 17 Menschen und verletzte 170 weitere.

Israel verteidigte diesen Angriff gleichfalls und betonte, es habe in seinen offiziellen Erklärungen klar gemacht, dass die humanitäre Pause nicht diesen besonderen Marktplatz einschloss, wobei es auch keine Erklärung abgab, warum es einen Lebensmittelmarkt voller Zivilisten angegriffen hat.

Insgesamt beträgt die Zahl der Toten in Gaza jetzt über 1.400, weitaus die meisten davon Zivilisten. Die Anzahl der Toten auf der israelischen Seite beträgt 59, 56 davon Soldaten. Durch die Kämpfe wurden auch hunderttausende Zivilisten in Gaza aus ihren Wohnungen vertrieben.

Die rapid ansteigende Zahl von Toten in der Zivilbevölkerung löste weitere Verurteilung seitens der UNO aus, welche den Angriff auf die Schule als „unvertretbar“ und „verwerflich“ bezeichnete. Allerdings werden jegliche Bemühungen der UNO, das israelische Militär für solche Angriffe zur Rechenschaft zu ziehen, zweifellos von den Vereinigten Staaten von Amerika blockiert werden.

Quelle/Gesamter Text: www.antikrieg.com

Trojanische Wolken – C-h-e-m-t-r-a-i-l-s

Freitag, den 1. August 2014


Trojanische Wolken – C-h-e-m-t-r-a-i-l-s

In eigener Sache…

Freitag, den 1. August 2014

Liebe Leser,

um unsere laufenden Kosten decken zu können sind wir auf Spenden angewiesen. Pro Quartal (alle 3 Monate) brauchen wir etwa 150.- €, für unsere Server-, Provider- und Bankkosten.

Hier geht es zur Spendenseite..

Da wir Werbefrei und “wirklich” unabhängig Arbeiten, haben wir keine weiteren Einnahme-Quellen und sind auf eure Spenden angewiesen.

Danke für eure Unterstützung,

bis zur Gerechtigkeit,

UM

Die Anstalt – vom 29.04.2014

Freitag, den 1. August 2014

http://www.youtube.com/watch?v=qOzd8ZgVdNE

Offener Brief an die Herausgeber und Redakteure der Medien in Deutschland

Freitag, den 1. August 2014

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Weitere Infos hier: 9ter11ter13.wordpress.com/

Plan B – Revolution des Systems für eine tatsächliche Neuordnung

Freitag, den 1. August 2014

von Andreas Popp und Rico Albrecht

Plan B

Plan B ist unsere Alternative zur „Alternativlosigkeit“ der Politik. Anstatt innerhalb des bestehenden Finanzsystems über Wachstum und Schulden zu diskutieren, bieten wir „radikale“ (lat.: Radix = Wurzel) Lösungsvorschläge an. Fließendes Geld, soziales Bodenrecht, bedingungsloses Grundeinkommen und eine freie Presse ergeben im Verbund eine echte Alternative.

Dieses im Internet weit verbreitete Grundlagenwerk von Andreas Popp und Rico Albrecht
gibt es weiterhin in schriftlicher Form kostenlos:

Plan B als pdf-Datei herunterladen:
deutsch: plan-b.pdf
english:
plan-b-english.pdf
italiano:
plan-b-italiano.pdf
russisch: plan-b-russisch.pdf

Aufgrund seiner Länge und zeitlosen Bedeutung erscheint dieser wichtige Text nun

zusätzlich als Hörbuch (deutsch)

und ist verfügbar in unserem Shop
Plan B – Hörbuch
vorgelesen von Andreas Popp

Einleitung

Stellen Sie sich einmal vor, es gäbe eine Vermögenssteuer! Diese Vermögenssteuer sei gestaffelt nach Vermögen, und zwar so, dass jemand, der zwei Millionen Euro hat, mehr Einnahmen aus dieser Steuer bekommt, als jemand, der nur eine Million Euro hat. Auf der anderen Seite müssen all diejenigen, die kein Vermögen haben, jedes Jahr 10.000 Euro Vermögenssteuer bezahlen.

Wir glauben, dass jemand, der sich öffentlich zu einer derartigen Vermögenssteuer bekennen würde, eher keinen besonders großen Rückhalt in der Bevölkerung erfahren würde, es sei denn, man würde diese Vermögenssteuer sehr unauffällig gestalten und sie in einem Mechanismus verbergen, den kaum jemand durchschaut.

Genau solch einem Mechanismus unterliegen wir schon lange, nur nennen wir ihn nicht Vermögenssteuer, sondern Geldsystem. Jenseits aller steuerpolitischen Überlegungen ist genau dieser Effekt fest in unser Geldsystem eingebaut. Dieses erzeugt allein aufgrund seiner Struktur, die einst willkürlich festgelegt wurde, einen gewaltigen, ständig wachsenden Finanzstrom von Fleißig nach Reich. Diese Transferleistung ist eine Folge des verzinsten Geldsystems und der Art und Weise wie Geld entsteht und in Umlauf gebracht wird.

Der Zinsanteil, der sich in unseren Lebenshaltungskosten verbirgt, liegt heute bei rund 40 Prozent. Dies mag auf den ersten Blick hochgegriffen klingen, doch unabhängig von verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen, die diese Größenordnung ergaben, kann man dies auch leicht mit eigenen Überlegungen selbst nachvollziehen. Allein die monatliche Miete besteht fast nur aus Zinsen, aber auch in den Steuern und Abgaben sind Zinsen enthalten. Sie erhöhen auch alle Preise, da jeder, der an der Wertschöpfungskette beteiligt ist, seine Zinskosten in die Endpreise einfließen lassen muss, was alle Produkte verteuert.

Ein durchschnittlicher Haushalt gibt jährlich ca. 25.000 Euro für seinen Lebensunterhalt aus und bezahlt somit Jahr für Jahr rund 10.000 Euro Zinsen, sofern er auf der anderen Seite keine Zinseinnahmen hat. Verfügt der Haushalt über ein rentabel angelegtes Vermögen in Höhe von etwa einer halben bis einer Million Euro, dann fließen ihm Kapitalerträge zu, aus denen er seinen Zinsdienst ohne Arbeit bestreiten kann. Hat ein Haushalt jedoch kein Vermögen, so muss er unterm Strich Zinsen bezahlen – auch wenn er eigentlich gar nicht verschuldet ist.

Je weiter man sich unterhalb der kritischen Kapitalschwelle befindet, desto mehr zahlt man als Nettozahler in das Zinssystem ein, wobei die Frage, ob man Schulden hat oder nicht, lediglich die Höhe dieser Einzahlungen beeinflusst. Je weiter man jedoch oberhalb der kritischen Vermögensschwelle lebt, desto mehr arbeitsloses Zinseinkommen erhält man als Netto-Zinsempfänger. Die Zuflüsse aus diesem Finanztransfer wachsen in Abhängigkeit vom eigenen Vermögen, so dass man beispielsweise dann, wenn dieses bei einer Milliarde Euro liegt, eine Transferleistung im Gegenwert von 50 Eigenheimen pro Jahr erhält, die von anderen errichtet werden müssen, ohne sie selbst nutzen zu können.

Garantiert wird dieser Anspruch auf ein solches leistungsloses Einkommen durch den im jeweiligen Land zuständigen Staatsapparat, der die Ansprüche und Pflichten des Finanzsystems (notfalls gewaltsam) gegen die Landesbewohner durchsetzt. Der Staat ist hierbei nicht Gestalter sondern Handlanger des Systems. Jeder Staatsbedienstete sollte sich dieser Aufgabe, die er erfüllt, bewusst sein und die Frage stellen, von wem die Staatsgewalt eigentlich tatsächlich ausgeht. Geht sie gemäß Grundgesetz Artikel 20 Absatz 2 vom Volke aus oder im Widerspruch dazu von den Erfindern dieses Finanzsystems?

Berechnet man den gesamten jährlichen Kapitalstrom, der auf diese Weise allein im Zuständigkeitsbereich der Bundesregierung von Fleißig nach Reich transferiert wird, dann kommen wir auf eine Größenordnung, die sogar den Bundeshaushalt übertrifft. Wenn 40 Millionen Haushalte bei durchschnittlichen Lebenshaltungskosten von 25.000 Euro pro Jahr jeweils rund 10.000 Euro (40 Prozent Zinsanteil) in das Geldsystem einzahlen, dann haben wir hier eine signifikante Größenordnung von 400 Milliarden Euro pro Jahr, über die man einmal sprechen sollte, anstatt sie für selbstverständlich hinzunehmen.

Nun wird plötzlich klar, wie leicht man nach Abschaltung dieses Umverteilungssystems einiges finanzieren könnte, wie die Abschaffung aller Steuern bei gleichzeitiger Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Dank der dann wegfallenden Steuerbürokratie ergäbe sich sogar weniger Arbeit für alle bei gleichzeitig höherem Wohlstand.

Aber nein, dieses Thema ist tabu – zumindest bei den Systempolitikern, die von den Finanzherrschern und Eigentümern der Massenmedien gefördert werden und daher das lukrative Pöstchen erhielten, welches sie heute innehaben und im Falle einer Thematisierung des Zinssystems schneller wieder verlieren würden, als sie das Wörtchen „systemrelevant“ aussprechen könnten. Der Zins ist die unantastbare „heilige Kuh“, um die man in Medien und Politik stets einen großen Bogen macht, obwohl genau hier die alleinige Ursache liegt für all die auf uns zukommenden Symptome der Finanzsystemkrise.

Das verzinste Geldsystem ist der Motor der Umverteilung von Fleißig nach Reich. Doch dieser Motor gerät nun ins Stocken, was uns allgemein als „Finanz- und Wirtschaftskrise“ verkauft wird. Doch haben wir wirklich eine Finanzkrise? Die Geldmenge ist doch größer denn je! Von einem Geldmangel kann nun wirklich keine Rede sein! Und auch von einer Wirtschaftskrise ist nichts zu sehen, denn auch produziert wird mehr denn je. Die Wirtschaft produziert Waren und Dienstleistungen im Überfluss. Mittlerweile gibt es kaum noch Abnehmer für all die Erzeugnisse, die die Wirtschaft ständig produziert. Und das soll eine Wirtschaftskrise sein? Nirgendwo sind Fabriken ausgefallen, und alle Läden sind zum Bersten überfüllt! Echte Wirtschaftskrisen sehen anders aus. Einige unserer älteren Leser dürften das noch erlebt haben.

Eine Krise gibt es ausschließlich in dem System, das den permanenten Finanztransfer nach oben antreibt. Unser Geldsystem vermag diese Funktion kaum noch zu erfüllen, denn die Umverteilung hat mittlerweile Ausmaße erreicht, die sich mit rechtsstaatlichen Mitteln nicht mehr aufrechterhalten lassen. Nun zieht man den Strick um den Hals der Steuerzahler immer enger und beseitigt ganz nebenbei den Rechtsstaat, um das Leben dieses auf lange Sicht mathematisch ohnehin zum Scheitern verurteilten Systems noch so lange wie möglich zu verlängern.

„Alternativlos“ ist all dies jedoch nur in den Augen derer, die ihre Privilegien der Tatsache verdanken, dass sie die Systemfrage niemals öffentlich stellen. Die Politikdarsteller aller Systemparteien sehen den einzigen Ausweg in immer mehr Wirtschaftswachstum, mit dem die grenzenlos wachsende Verschuldung durch immer mehr reale Werte unterlegt werden soll. Dies geschieht ohne Rücksicht auf die Folgen für uns und unsere Umwelt durch alle Blockparteien des sogenannten Bundestags.

Aber nun stellen wir uns einmal vor, dieses System bricht tatsächlich in Kürze komplett zusammen. Was kommt dann? Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die etablierten Eliten nach dem Neustart mit demselben System einfach wieder von vorne beginnen, welches dann nach zwei bis drei Generationen erneut zusammenbricht. Wir stehen also heute an einem historischen Scheideweg. Wir haben es in der Hand, bei dem bevorstehenden Crash die Weichen zu stellen für eine tatsächliche Neuordnung.

Wie diese Neuordnung aussehen kann und mit welchen Mitteln und Wegen wir dorthin gelangen, ist Thema des Plan B der Wissensmanufaktur.

Plan B

1. Ist-Zustand

Bevor wir zum eigentlichen Plan B kommen, der sich aus dem angestrebten Ziel-Zustand und dem Weg zum Ziel zusammensetzt, möchten wir noch einmal ganz kurz den Ist-Zustand und die Ursache der heute beobachteten Symptome auf den Punkt bringen. Dies ist erforderlich, da wir schließlich keinen neuen Staat auf dem Reißbrett konstruieren können, sondern bestehende Gegebenheiten bei einer Planung sorgfältig berücksichtigen müssen.

In der sogenannten „Öffentlichkeit“, also in der virtuellen Realität, die durch Medien- und Politikdarsteller in Form einer veröffentlichten Meinung erzeugt wird, wundert man sich gelegentlich über einige Erscheinungen, für die man offenbar keine Erklärung hat, obwohl man einzelne Symptome durchaus erkennt.

Hierzu gehört eine „Schere zwischen Arm und Reich“, die immer weiter auseinandergeht. Genauer sollte man diese Entwicklung jedoch als zunehmende „Umverteilung von Fleißig nach Reich“ bezeichnen, denn von armen Menschen, die nicht arbeiten, ist schließlich nichts zu holen. Umzuverteilen haben nur die Fleißigen etwas Wertvolles, nämlich die Früchte ihrer Arbeit.

Als weiteres Problem wird die immer schneller wachsende Verschuldung durchaus erkannt. Doch anstatt über die Ursachen zu sprechen, sollen alle Staaten der Erde ihr Wirtschaftswachstum immer weiter beschleunigen und immer mehr Steuern eintreiben, um damit angeblich etwas gegen ihre Verschuldung zu tun. Ewiges Wirtschaftswachstum ist der einzige Ausweg, den all die Medien- und Politikdarsteller vermitteln, die die grundsätzliche Systemfrage stets ausblenden. So erleben wir alle einen irrsinnigen Wachstumswahn, obwohl nichts in der Natur endlos wachsen kann und unser Planet vom bisher Erreichten bereits an vielen Stellen deutlich gezeichnet ist.

Bei der Problematisierung der Staatsverschuldung handelt es sich jedoch um eine riesige Schuldenlüge. Deutschland hat angeblich 2 Billionen Euro Schulden. Bei wem eigentlich? Etwa bei den USA? Die haben selbst umgerechnet 11 Billionen Euro Schulden. Weitere umgerechnet 8 Billionen Euro Schulden soll Japan haben. Rechnet man einmal die Staatsverschuldung aller Staaten dieser Erde zusammen, dann ergibt sich quasi eine „Erdverschuldung“ in Höhe von 32 Billionen Euro! Aber bei wem soll denn die gesamte Erde verschuldet sein? Spätestens beim Zusammenrechnen aller Staatsschulden wird klar, dass in der veröffentlichten Meinung zu diesem Thema etwas nicht stimmen kann. Der Trick besteht darin, die den Staatsschulden gegenüberstehenden, ebenfalls auf dieser Erde real vorhandenen, ständig wachsenden Vermögen konsequent auszublenden. Wir hinterlassen zukünftigen Generationen also nicht nur Schulden, wie dies von mahnenden Politikdarstellern immer wieder behauptet wird, sondern auch Guthaben.

Die Ursache hinter der Umverteilung von Fleißig nach Reich, hinter den immer schneller wachsenden Schulden und Guthaben sowie hinter dem Wachstumswahn wird in der veröffentlichten Meinung jedoch niemals thematisiert: das verzinste Geldsystem. Warum dies so ist, ist vor allem ein Resultat der bestehenden Machtstruktur, an deren Spitze ein gewisses System steht. Diesem System gaben wir von der Wissensmanufaktur den Namen Danistakratie, was man grob als „Herrschaft des Wuchers“ übersetzen kann.

Danista (Latein) bedeutet Wucher, wuchern, Wucherung. Diese Bezeichnung trifft für das bestehende sozialökonomische System in mehrfacher Hinsicht zu. Eine exponentielle Wachstumsfunktion folgt aus dem Zinseszinseffekt, der in unser Geldsystem eingebaut ist. Schulden und Guthaben wachsen – also wuchern – immer weiter und immer schneller. Das System selbst verhält sich wie eine Wucherung und wuchert unersättlich. Aber auch innerhalb des Systems wird gewuchert, und zwar in Form von Zinswucher. Mit Zinswucher sind nicht nur Wucherzinsen gemeint, sondern jeder Zinssatz oberhalb von Null, egal wie klein er auch sein mag, denn aus Sicht der Mathematik bestimmt die Höhe des Zinssatzes lediglich die Zeitskala, auf der die ökonomischen und ethisch verwerflichen Erscheinungen auftreten. Des Weiteren wuchert es aber auch in den Menschen, denn an den Folgen dieses Systems leiden wir alle, was auch zu inneren Wucherungen führen kann.

Die Danistakratie äußert sich zum einen in der Geisteshaltung des unersättlichen Strebens nach immer mehr materiellem Reichtum. Dieses Streben geht mit einem Niedergang von Kultur, Sitte und Moral einher, wodurch sich diese Entwicklung sogar noch selbst verstärkt. Die Danistakratie ist zum anderen in einer internationalen Geldmacht verkörpert, die allen Staaten übergeordnet ist und die globale Herrschaft des Wuchers immer weiter vorantreibt.

An der Spitze der Hierarchie steht also ein System, das über die Menschen herrscht. In diesem System gibt es zwar alle möglichen Teilnehmer, die – meist unfreiwillig – eine bestimmte Rolle spielen. Es gibt jedoch keine personifizierbaren Herrscher wie es einst z.B. in der Monarchie der Fall war. Wenn man von Danistakraten sprechen will, dann sind wir alle als kleine Rädchen dieses Systems Danistakraten.

Direkt unterhalb der Spitze der Hierarchie sind die Massenmedien angesiedelt. Man muss kein Wirtschafts- oder Kommunikationswissenschaftler sein, um feststellen zu können, dass die Deutungshoheit über Geschichte und Gegenwart vor allem eine Frage des Geldes ist. Je größer die Reichweite eines Mediums ist, desto mehr kostet es. Aus diesem Grund ist es selbstverständlich, dass die veröffentlichte Meinung in den Händen derer liegt, die über die nötigen Milliarden verfügen.

Zitat: „Bis zum heutigen Tag gibt es so etwas wie eine unabhängige Presse in der Weltgeschichte nicht. Ich werde jede Woche dafür bezahlt, meine ehrliche Meinung aus der Zeitung bei der ich angestellt bin, herauszuhalten. Wenn ich meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung veröffentlichen würde, wäre ich meine Beschäftigung innerhalb von 24 Stunden los. Es ist das Geschäft der Journalisten, die Wahrheit zu zerstören, unumwunden zu lügen, zu pervertieren, zu verleumden, die Füße des Mammons zu lecken und das Land zu verkaufen für ihr täglich Brot. Wir sind die Werkzeuge und Vasallen der reichen Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner, sie ziehen die Fäden, und wir tanzen. Unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unsere Leben sind das Eigentum anderer Männer. Wir sind intellektuelle Prostituierte.“ (John Swinton, 1829-1901, Chefredakteur der „New York Times“, im Jahre 1880 bei seiner Verabschiedung)

Mehr muss man zum Thema Pressefreiheit in den Massenmedien nicht sagen. Seit dieser Aussage, die vor über 130 Jahren getroffen wurde, hat sich praktisch nichts verbessert. Den Darstellern in den Medien macht es meist auch keinen Spaß, ihre wahre Meinung verschweigen zu müssen und sich für offensichtliche Propaganda missbrauchen zu lassen. Doch wer sich des Geldes wegen als Werkzeug des Systems anbiedern muss, der hat oft keine andere Wahl. Der Volksmund bringt es auf den Punkt: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“ So haben die Massenmedien vor allem die Aufgabe, als Instrument des Systems dieses zu bewahren und die nächste Ebene darunter zu steuern.

Ist-Zustand

Auf der nächsten Hierarchieebene stehen die Politikdarsteller, jene Spezies, die man nicht in verschiedene Parteien sondern besser in zwei Klassen einteilen sollte. Die einen sind so harmlos, dass sie das System, dem sie dienen, niemals durchschauen und somit auch nicht gefährden. Die breite Parlamentsfüllmasse kann man erfahrungsgemäß in diese Gruppe einordnen. Sie ist primär damit beschäftigt, zu verbergen, wie wenig man eigentlich von dem versteht, was man den ganzen Tag tut. Gerne hört man in diesen Kreisen auf die führenden Stimmen, die einen hinter den Kulissen mit „gutem“ Rat versorgen. Die zweite Gruppe sind die Spitzenpolitiker, denen man selektionsbedingt ausreichend Gier und Gerissenheit unterstellen kann. Sie dürften wissen, dass sie ihre Vorteile und Privilegien nur dann erhalten, wenn sie dem System treu dienen und sich das für ihre Karriere erforderliche Geld sowie die günstige Meinungsmache weiterhin brav erbetteln.

Wir von der Wissensmanufaktur werden immer wieder gefragt, wieso wir keine Partei gründen. Die Antwort ist ganz einfach. Wir wollen diesem System nicht als Partei dienen sondern das System an sich verändern. Viele neue Parteien träumen davon, was sie alles bewirken könnten, und warten darauf, dass ihre guten Ideen endlich das „öffentliche Interesse“ auf sich ziehen. Doch die Gestaltung der veröffentlichten Meinung ist ein Machtinstrument, das ausschließlich dem Systemerhalt verpflichtet ist. Viele gute Leute, die versucht haben, als politische Partei wahrgenommen zu werden, sind leider gescheitert oder haben den Mechanismus, der ihre Bemühungen aussichtslos macht, irgendwann durchschaut und aufgegeben. Anderen steht diese schmerzhafte Erkenntnis noch bevor.

Unterhalb dieser Ebenen stehen dann schließlich die Untertanen des Systems, und das sind wir alle, egal ob fleißig oder reich. Rein materiell betrachtet kann man zwar zwischen Gewinnern und Verlierern der Danistakratie unterscheiden. Doch diejenigen, die man allgemein aufgrund einer oberflächlichen, materialistischen Betrachtung für die Systemgewinner hält, sind meist auch nicht glücklich, auch wenn eine gewisse Dekadenz dies nach außen hin zu verbergen scheint.

2. Ziel-Zustand

Will man heute ein neues Gesamtkonzept präsentieren, erntet man im ersten Reflex oft Unverständnis bei vielen Menschen aus allen Bildungsschichten, auch wenn sie davon stark profitieren würden. Dies ist teilweise verständlich, da sich in unserer „schnelllebigen Zeit“ kaum jemand die Zeit nimmt, umfassende Lösungen komplett nachzuvollziehen. Heute ist man vor allem dank unserer Medienlandschaft daran gewöhnt, dass alles abgekanzelt wird, was man nicht in zwei Sätzen auf Talkshow-Niveau darstellen und seinen Gesprächsgegnern um die Ohren schlagen kann.

Wer die tatsächliche Neuordnung verstehen will, benötigt vor allem eine große Vorstellungskraft, denn dazu muss man sich zuerst von den Grenzen der heutigen Systeme und dem daraus resultierenden, möglicherweise vorhandenen Denkkorsett befreien. Die im Folgenden aufgezeigte Neuordnung besteht aus vier Bausteinen, die man sich leider viel zu oft im Kontext heutiger Rahmenbedingungen vorstellt. Einzeln in das heutige Finanz- und Wirtschaftssystem integriert, werden diese Bausteine jedoch völlig zu Recht als „nicht realisierbar“ bezeichnet. Wer seine Überlegungen jedoch von derartigen Einschränkungen befreit und vernetztes Denken beherrscht, der wird verstehen, dass eine sinnvolle Kombination der einzelnen Elemente in einer tatsächlichen Neuordnung mehr als nur realisierbar ist. Sie führt uns zu einer höheren Evolutionsstufe unserer gesamten Gesellschaftsordnung – jenseits von Gewinnmaximierung und Wachstumswahn.

Ziel-Zustand

Ziel des Plan B ist es, ein nachhaltiges Gesamtsystem zu definieren und dieses auch tatsächlich einzuführen. Es besteht aus den Bausteinen fließendes Geld, soziales Bodenrecht, bedingungsloses Grundeinkommen und freie Presse.

Plan B setzt sich aus diesen vier elementaren Bestandteilen zusammen, die zwar einzeln in unser heutiges System eingebaut nicht funktionieren würden, wohl aber in ihrer Zusammenwirkung im Rahmen einer tatsächlichen Neuordnung.

Die hierfür erforderlichen, tieferen Zusammenhänge in wenigen Sätzen einem Talkshow-Moderator oder einer Kanzlerdarstellerin zu erklären, ist natürlich aussichtslos, weshalb man uns trotz der Nachfragen in entsprechenden Show-Formaten nicht zu sehen bekommt. Ein gewisses Niveau des konstruktiven Umgangs miteinander sowie eine Bereitschaft, sich mit umfassenderen Gedankengängen auseinanderzusetzen ist eine Grundvoraussetzung für eine ernsthafte Diskussion. Des Weiteren ist es natürlich auch nicht zielführend, sich an die „Repräsentanten“ des alten Systems zu wenden, während die Entscheidungsträger bei der Debatte gar nicht anwesend sind.

Als wir den Begriff Plan B bekanntgaben, erreichte uns in vielen Reaktionen zuerst die Frage, was ist eigentlich Plan A? Plan A ist „alternativlos“ aus Sicht der heutigen Politikdarsteller und der zugehörigen veröffentlichten Meinung. Er beinhaltet also alles, was momentan läuft und scheitern wird. Dies ist mathematisch sicher und ergibt sich direkt aus dem Verständnis der Exponentialfunktion und ihrer Implementierung in unser Finanzsystem. Jeder, der diese Funktion nicht nur rechnen kann, sondern ihre Konsequenzen wirklich verstanden hat, also die daraus resultierenden Erkenntnisse auf seine alltäglichen Beobachtung übertragen kann, weiß, dass ein Wirtschaftssystem, in das eine Exponentialfunktion eingebaut ist, unmöglich nachhaltig funktionieren kann.

Rein technisch ist Plan A schon lange gescheitert. Die Verlängerung, in der wir uns momentan befinden, geschah auf Kosten des Rechtsstaates. Und je länger dies so weitergeht, desto stärker wird man die Rechtsbrüche und Unterdrückungsmaßnahmen steigern müssen, und zwar ebenfalls mit exponentiellem Wachstum. Die weitere Fortsetzung von Plan A führt zwangsläufig und systembedingt in eine Phase des Faschismus, die laut Definition dann gegeben ist, wenn Banken, Konzerne, Medien und Politiker das Volk gemeinsam unterdrücken.

Plan B ist die Alternative, die heute sofort in Kraft treten kann, um das alte System friedlich und geordnet in ein neues zu überführen. Er kann aber auch erst dann in Kraft treten, wenn das bestehende System nach der Phase des Faschismus gescheitert ist. Je früher die Umstellung erfolgt, desto früher werden sich die Lebensumstände aller Leidtragenden des bestehenden Systems enorm verbessern. Wir hoffen, dass es nicht erst noch so weit kommen muss, dass Polizei und Soldaten auf andere Menschen schießen müssen, denn die Voraussetzungen hierfür wurden gemäß Lissabon-Vertrag bereits geschaffen. Sparen wir uns diese sinnlose Endphase!

2.1 Fließendes Geld

Da der Umverteilungsmechanismus von Fleißig nach Reich, der jenseits aller steuerpolitischen Betrachtungen allein aus dem Geldsystem resultiert, nun hinreichend bekannt ist, möchten wir natürlich auch die von uns favorisierte Lösung einer gerechten Geldordnung kommunizieren. Wir bezeichnen sie als „fließendes Geld“. Dieses Geldsystem ist in erster Linie gemeinnützig und umverteilungsneutral. Dies wird dadurch gewährleistet, dass es anstelle von Zinsen eine andere Umlaufsicherung in Form einer Fließgebühr gibt. Die Erträge aus dem Betrieb dieses Systems fließen dann der Allgemeinheit zu, entlasten sie von Steuern und ermöglichen darüber hinaus ein bedingungsloses Grundeinkommen, welches wir in Kapitel 2.3 noch näher ausführen werden.

Die Privatisierung des Geldschöpfungsrechts in Verbindung mit der Zinsbelastung der gesamten in Umlauf befindlichen Geldmenge ist die zentrale Ursache unserer heutigen Situation. Das unglaubliche Privileg, dass private Institutionen Geld selbst herstellen und gegen Zins verleihen zu dürfen, wird durch das fließende Geld beendet. Das Geldschöpfungsmonopol wird sozialisiert, und die in Umlauf gebrachte Geldmenge von der Zinsbelastung befreit. Hierfür erhält eine dem Volk verpflichtete, gemeinnützige Zentralbank die Geldhoheit.

Die Gegner dieses Rechts auf Geldschöpfung durch eine öffentliche Institution bringen oft den Einwand, dies würde Inflation bedeuten, wenn die „Regierungen“ plötzlich die Macht über die Gelddruckmaschinen bekämen, denn der „Staat“ könne bekanntlich nicht mit Geld umgehen. An dieser Stelle muss man erwidern: „Haben wir die Inflation denn nicht auch schon heute unter der privaten Bankenmacht?“ Wir sprechen auch nicht davon, die Geldhoheit in die Hände derer zu legen, die heute als Politikdarsteller tätig sind. Für diese verantwortungsvolle Aufgabe benötigt man schon andere Menschen, und zwar solche, die nicht aufgrund einer negativen Auslese in den Parteiapparaten aufgestiegen sind, sondern stattdessen etwas vom Fach verstehen und obendrein gewisse charakterliche Grundlagen mitbringen, wie man sie bei unseren Spitzenpolitikern selektionsbedingt leider nicht vorfinden kann.

Eine wichtige Voraussetzung für die Beschäftigung mit dem Thema fließendes Geld ist es also, die verwendeten Begriffe exakt zu bestimmen, damit eine saubere Vokabelnutzung keine Zweideutigkeiten zulässt. Die Geldmacht darf nicht in privaten Händen, aber auch nicht bei den Regierungen liegen. Sie gehört einzig und allein in Volkes Hand, also dem wahren Staat, der nicht mit der Regierung verwechselt werden darf. Die Deutsche Bundesbank kann hierbei als Vorbild dienen, auch wenn sie durch die Dollarleitwährung nicht wirklich frei agieren konnte. Im Übrigen wäre es falsch zu behaupten, der Staat könne grundsätzlich nicht mit Geld umgehen. Richtig ist, dass die Politikdarsteller, die unter den heutigen Bedingungen eingesetzt werden, das Geldsystem nicht verstanden haben, während mit ihrer Unterstützung der Staat zur Hyperverschuldung gezwungen wird.

Eine gemeinnützige, öffentliche Zentralbank hat klar die Interessen der Menschen im Staat zu vertreten und nicht mehr die eines privilegierten, privaten Bankensystems.

Eine Umlaufsicherung bewirkt, dass Geld auch ohne Zinsen ständig im Umlauf bleibt. Einer Umlaufgebühr kann man leicht entgehen, wenn man sein Geld im Fluss hält, es also verleiht. Die Gebühr wird ähnlich einer Parkgebühr nur dann fällig, wenn jemand den Geldfluss behindert, indem er große Summen der Realökonomie vorenthält. Diese Umstellung des Zinses auf eine Umlaufgebühr ist die entscheidende Grundlage aller nachhaltigen Finanzsysteme – unabhängig von der Ausgestaltung diverser Details, denn sie bewirkt eine Befreiung von der verhängnisvollen Exponentialfunktion, die aus der zinsbehafteten Schuldgeldschöpfung resultiert. Sobald die Erträge aus dem Betrieb des Geldsystems der Allgemeinheit zufließen, anstatt einem privaten Geldmonopol, ergeben sich Möglichkeiten der Finanzierung öffentlicher Aufgaben, die heute nahezu unvorstellbar sind.

Die Frage, wer denn noch sein Geld verleiht, wenn er dafür keine Zinsen mehr bekommt, ist leicht zu beantworten. Die Gegenleistung für das Verleihen von Geld ist die Erhaltung des Geldes. Ein komplett neues Bankensystem ist die Folge, welches kein Geld mehr produziert, sondern im Rahmen einer neuartigen Dienstleistung vorhandenes Kapital als Kredit vermittelt. Die Kreditnehmer müssen dann statt hoher Kreditzinsen nur noch ganz oder teilweise die Umlaufgebühren der „Geldeigner“ übernehmen. Unter dieser Voraussetzung treffen sich Geldverleiher und Kreditnehmer auf Augenhöhe, da nun beide ein echtes Interesse an einem Darlehensvertrag haben. Dann werden plötzlich unglaublich viele sinnvolle Innovationen realisierbar, die im bestehenden System oft am verwehrten Kredit scheitern.

Bei besonderen Erfindungen, die den Wohlstand einer Gesellschaft erhöhen, kann der Staat dann auch selbst Kredite an innovative Unternehmer vergeben, indem er das Geld hierfür herstellt. Der Einwand der Inflation ist auch hier leicht zu entkräften, denn die haben wir ja im bestehenden System ebenso, da auch die Banken bei der Kreditvergabe neues „Geld“ herstellen. Heute erhält jedoch die Gesellschaft keinerlei Gegenleistung für diese Art der Geldentwertung. Wenn aber der Staat dieses Privileg selbst in die Hand nimmt, dann besteht der entscheidende Vorteil darin, dass die Menschen dann keine Steuern mehr dafür bezahlen müssen, wenn der Staat (also wir alle!) in Projekte investiert, die dem Gemeinwohl dienen.

Im bestehenden System muss sich der Staat frisch produziertes Kreditgeld von den Banken leihen und dafür immer mehr Zinsen bezahlen, wenn er z.B. in Forschung, Bildung und Infrastruktur investieren will. Auf diese Zusatzkosten kann man schlicht und ergreifend verzichten. Eine geringfügige, einkalkulierte Inflation (die nicht höher ist als die heutige!) kann als Preis für derartige Errungenschaften betrachtet werden und anstelle von Steuern „erhoben“ werden. Die Geldeigner werden diese Art von Steuer gerne tragen, da sie im Gegensatz zu heute nicht dem Finanztransfer von Fleißig nach Reich dient, sondern den Wohlstand für alle erhöht.

Als weiterer Effekt des fließenden Geldes werden dann auch Erfindungen möglich, die uns massiv die Arbeit abnehmen, wovor im heutigen System noch alle Angst haben. Auch hierzu folgt Näheres im Kapitel über das bedingungslose Grundeinkommen, welches eben nur in Kombination mit diesem Geldsystem möglich und sogar erforderlich ist.

Eine öffentliche Zentralbank mit dem Geldschöpfungsmonopol verändert die Rahmenbedingungen so massiv, dass viele der heutigen Volkswirte und Bankiers unsere Konzeptionen nicht verstehen. Zu lange denken sie schon in den Schranken des herrschenden Systems. Die meisten Bankvertreter wissen noch nicht einmal, dass ihr Institut mit nur 2.000 Euro Kundensparvermögen eine Basis für 100.000 Euro Kreditsumme zur Verfügung hat. Die Zinsen auf das so in Form von Schulden erzeugte Geld fließen danach den Kapital-Danistakraten zu und müssen durch Arbeit vom Schuldner erwirtschaftet werden. Beim fließenden Geld hingegen werden diese Zinsen eingespart, was der Allgemeinheit so viele Mittel bewahrt, dass neben der Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens sogar noch auf sämtliche Steuern verzichtet werden kann.

Es gibt noch andere Einwände und Vorwände gegen ein Geld ohne Zinsen, die sich jedoch alle von selbst entkräften, wenn man mit etwas gutem Willen versucht, die nötige Vorstellungskraft aufzubringen, um dieses neue System zu verstehen.

Betrachten wir zum Beispiel die Befürchtung, dass alle Marktteilnehmer in Gold flüchten könnten, um der Umlaufgebühr zu entgehen. Dies können sie gerne tun, denn der Marktpreis für solche Sachwerte spielt keine Rolle für das Funktionieren des Geldsystems als Teil der Infrastruktur einer Volkswirtschaft. Entscheidend ist, dass das Geld als Rechtseinrichtung in Form gesetzlicher Zahlungsmittel trotzdem und erst recht im Umlauf bleibt, also weiterhin fließt.

Auch die Frage „Wer leiht denn dem Staat dann noch Geld, wenn er keine Zinsen dafür bekommt?“ ist einfach zu beantworten: Niemand, und so soll es auch sein! Der Staat macht keine Schulden mehr, also stellt sich diese Frage gar nicht.

Was einzig bleibt, ist die Gefahr, dass hohe Vermögen spekulativ in Boden angelegt werden, was den Preis dieser begrenzten und allen Menschen gleichermaßen zustehenden Ressource in unbezahlbare Höhen treiben könnte. Würde man das fließende Geld isoliert unter heutigen Rahmenbedingungen einführen, dann bestünde diese Gefahr tatsächlich. An dieser Stelle sei jedoch weiterhin darauf verwiesen, dass die tatsächliche Neuordnung vier Bausteine beinhaltet, die aufeinander abgestimmt sind. Gelöst wird diese Frage durch die gleichzeitige Einführung eines sozialen Bodenrechts.

Diesen Text gibt es auch als Hörbuch:
Plan B – Hörbuch
vorgelesen von Andreas Popp

2.2 Soziales Bodenrecht

Die von uns geforderte komplette Erneuerung des existierenden römischen Bodenrechts ist eine sehr heikle Thematik, da manche Menschen sofort interpretieren wollen, man würde ihnen ihr „Eigentum“ streitig machen. Es ist wichtig zu realisieren, dass es in Anbetracht des bestehenden Systems keinen schuldenfreien Grund und Boden gibt, auch wenn man diese Tatsache gern verdrängt. Wenn man über einen längeren Zeitraum seine Grundsteuern nicht bezahlt, kommt unumgänglich der Zeitpunkt, an dem man sein Grundstück zwangsenteignet bekommt. Diese Art von Grundsteuer nimmt man offenbar als „gottgegeben“ hin.

Das soziale Bodenrecht sieht ebenfalls eine Art „Grundsteuer“ vor. Diese soll allerdings nicht wie heute über das verzinste Geldsystem nach oben verteilt werden, sondern denjenigen Menschen als Entschädigung zufließen, die kein Grundstück nutzen.

Jedes Grundstück hat einen Ertragswert, den man kalkulieren kann. Wird der Boden aber nicht genutzt, ist er wertlos. Diejenigen Teilnehmer am heutigen Finanzsystem, denen jährlich so große Finanzströme in Form von Zinseinnahmen zufließen, dass sie mit dem Ausgeben dieser Geldmassen kaum noch hinterherkommen, legen diese permanenten Zuflüsse gerne in reale Werte an, kaufen sich also Grundstücke, selbst wenn sie dann nur brachliegen. Gern melden sich dann diese Personen auch noch z.B. als „Landwirt“ an, um über die als „EU-Kommission“ bezeichnete Lobbyvertretungsbehörde Stilllegungsprämien für diese Grundstücke abzugreifen. Auch diese perfiden Spiele werden im Rahmen unserer integrierten Gesamtlösung automatisch ein Ende haben.

Im Buch „Der Währungs-Countdown“ (Andreas Popp) werden diese Zusammenhänge schlüssig durchleuchtet und allgemeinverständlich im Kontext erarbeitet. Vor allem aber wird auch die Lösung im bestehenden System beschrieben, denn eine Bodennutzungsgebühr als Entschädigung an die anderen Bewohner einer bestimmten Region verursacht im ersten Impuls eine vermeintliche Gefahr der Ungerechtigkeit. Da viele sogenannte Eigentümer ihr Land bereits ganz oder teilweise durch Arbeit oder Erbschaft abbezahlt haben, werden sie kaum bereit sein, nun Gebühren an Nichteigentümer zu bezahlen, die diesbezüglich keine Leistung oder Rechtsgrundlage vorzuweisen haben. Deshalb ist es wichtig, dass diese Eigentümer solange von den Nutzungsgebühren befreit bleiben, bis sich der Vermögenswert Boden theoretisch aufgezehrt hat. Nehmen wir an, jemand verfügt über ein „schuldenfreies“ Grundstück mit einem bestimmten Wert, dann wird diese Summe als eine Art Guthaben zugeordnet, das sich langsam reduziert, da man die Nutzungsgebühren jährlich abzieht. Auf der anderen Seite erhält man aber bereits Gebühren von anderen Grundstücksnutzern, die nicht (oder noch nicht) schuldenfrei waren.

Es geht uns darum, dass man keine rücksichtslosen Ungerechtigkeiten vornimmt, wie sie noch immer(!) ungeklärt sind, wenn man sich z.B. die sogenannten Zwangsenteignungen zwischen 1946 und 1949 in der sowjetischen Besatzungszone gegen die rechtlich einwandfreien Eigentümer ansieht. Wesentlich ist auch, dass man das soziale Bodenrecht nicht mit einem Pachtvertrag verwechselt, der z.B. nach 100 Jahren ausläuft und neu verhandelt werden muss, denn alle Menschen wollen Planungssicherheit und die wird es geben.

Sobald man die elementar wichtigen Zusammenhänge einer neuen Bodenrechtsordnung im Rahmen einer tatsächlichen Neuordnung verstanden hat, erkennt man, dass dadurch niemand etwas verliert. Dies gilt sowohl für die „Reichen“, als auch für die „Armen“. In Verbindung mit fließendem Geld wird lediglich die weitere Umverteilung von Fleißig nach Reich gestoppt, was bei allen(!) Wirtschaftsteilnehmern eine gravierende Erhöhung der Lebensqualität bedeutet.

Nun muss man allerdings zugeben, dass es einige Großkonzerne geben wird, die ihre Grundstücke dann nicht mehr halten werden, sondern verkaufen, da diese nun als Spekulationsobjekt unbrauchbar werden. Wir finden aber, dass man mit diesem „Preis“ leben kann, zumal die Betroffenen eher keine Menschen aus Fleisch und Blut sind, sondern eher juristische Personen wie Aktiengesellschaften oder andere Körperschaften, die gegründet und nicht geboren werden. Demjenigen, der hiergegen den Einwand einbringt, dass dann viele auf den Markt geworfene Grundstücke die Preise stark sinken lassen könnten, muss man entgegnen, dass sinkende Immobilienpreise vor allem sinkende Mieten für alle zu Folge haben. Über hunderte von Jahren haben die Grundstückseigentümer von den steigenden Preisen in Form von leistungslosen Spekulationsgewinnen partizipiert, weshalb man ihnen auch einen gewissen Rückgang des Marktpreises einmalig zumuten kann. Das ist ein erklärbarer Beitrag zur Reduktion der Umverteilung von Fleißig nach Reich, denn sinkende Preise für den Faktor Boden führen auch zu sinkenden Güterpreisen und somit zu mehr Wohlstand für die gesamte Gesellschaft.

Im Buch „Der Währungs-Countdown“ werden die konkreten möglichen Abläufe hierbei detaillierter beschrieben, die über zwei öffentliche Institutionen verwaltet werden, dem Bodenplanungs- und dem Grundbuchbüro. Gerade im Rahmen von überschaubaren Gemeinden oder Städten sind diese Umstrukturierungsmaßnahmen relativ unproblematisch umzusetzen, wenn die Menschen das gesamte Konzept verstanden haben.

2.3 Bedingungsloses Grundeinkommen

„Sozial ist, was Arbeit schafft.“ So oder ähnlich versucht uns die Parteipropaganda mit ihren niveaulosen Wahlplakaten einzufangen. Unterstellt wird bei einer solchen Aussage, man hätte das größte Glück der Erde erreicht, wenn man den ganzen Tag arbeiten darf. Die Grundlage dieser Aussage liegt in dem Dogma, welches wir schon seit frühester Kindheit eingeimpft bekamen: „Wer Geld verdienen will, muss arbeiten!“ Man sollte sich doch einmal fragen, warum es Menschen gibt, die ihr ganzes Leben lang nur schuften und niemals auf einen grünen Zweig kommen, während andere Personen niemals gearbeitet haben und immer in Saus und Braus leben können.

Arbeit und Einkommen werden in der veröffentlichten Darstellung fälschlicherweise untrennbar miteinander verknüpft. Erben reicher Familiendynastien haben bekanntlich ungleich bessere Chancen auf ein sorgenfreies Leben, als die Kinder, die in der x-ten Generation nur durch Arbeit ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen. Es geht bei dieser Aussage auf keinen Fall um eine Anklage der Erben, die systembedingt völlig rechtens ihr Leben ohne Arbeit verbringen. Trotzdem muss man an dieser Stelle auch einmal das System an sich auf Gerechtigkeit überprüfen. Vorhandenen Reichtum aufzuzehren ist eine legitime Angelegenheit. Eine ganz andere Sache ist jedoch der permanente Vermögensstrom von der arbeitenden Bevölkerung zu den „reichen Arbeitslosen“, der heute systembedingt stattfindet und immer stärker wird. Dies führt konsequent weitergedacht zu „Sao Paolo-Verhältnissen“. Dort haben sich auf einer Seite Slums entwickelt, während auf der anderen Seite durch Sicherheitsdienste abgeschottete Reichenghettos entstanden. Wenn man über diese systematische Entwicklung nachdenkt, kommt selbst ein „Reicher“ zu der Erkenntnis, dass die Lebensqualität auch für ihn als mangelhaft einzuordnen ist.

Erfolg kommt von „erfolgen“. Durch Leistungen (geistig und körperlich) entsteht Wohlstand und irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem die Bedürfnisse der Menschen weitgehend befriedigt sind. Das „Problem“ dieses Erfolges ist allerdings, dass dann viele Arbeiten nicht mehr erforderlich sind. Und während die Früchte dieser Arbeit nur den (Ver)-Führern der Danistakratie zufließen, fallen die arbeitenden Leistungsträger durchs Raster, wenn ihr Auftrag erledigt ist. Menschen und Maschinen erwirtschaften Gewinne. Aber die Gewinne werden einseitig an die Kapitaleigner verteilt, die diese Profite in technischen Fortschritt investieren, um danach die Menschen, die den Erfolg erst ermöglicht haben, auf die Straße zu setzen. Diese Ungerechtigkeit ist einfach und verständlich, auch wenn sie unsere Paradigmen auf den Kopf stellen.

Die Menschen wollen in erste Linie keine Arbeit, sondern ein Einkommen. Aus Angst vor Arbeitslosigkeit sind deshalb mittlerweile extrem viele „Einkommensplätze“ entstanden, die keinen Sinn machen – ganz im Gegenteil. Destruktive Jobs kann man im neuen System einfach abschaffen, weil darin das Anrecht der betroffenen Menschen auf eine Teilhabe am gesellschaftlichen Wohlstand auch dann erhalten bleibt, wenn ihre Arbeit entbehrlich wird. Denken wir nur an die vielen Menschen in der Steuerverwaltung, Wirtschaftsprüfung, Finanzindustrie usw., die eigentlich nur sinnlos Papier schmutzig machen. Aber auch z.B. die Krankheitsindustrie, deren Hauptaugenmerk darauf liegen muss(!), die Menschen langfristig krank zu halten, um die Arbeit dieser Branche unersetzbar zu machen. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Mit ein wenig Vorstellungskraft wird schnell klar, dass dann mit wesentlich weniger Arbeit für alle gleichzeitig mehr Wohlstand möglich ist.

Die tatsächliche Neuordnung beinhaltet ein bedingungsloses Grundeinkommen, welches nicht als Sozialleistung gemeint ist. Es ist ein kollektiver Anspruch auf Werte, die von vorherigen Generationen geschaffen wurden und von denen alle partizipieren sollen.

Das Ziel der wirtschaftlichen Aktivitäten sollte die Befreiung von der Arbeit sein!

Nun kommt natürlich gern der Einwand, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen gar nicht finanzierbar sei. Natürlich wäre es nicht finanzierbar in Euro, wohl aber in einer ganz anderen Geldordnung! Unser heutiges Geldsystem hat die Aufgabe, eine gigantische Transferleistung von Fleißig nach Reich zu finanzieren, die jenseits aller steuerpolitischen Überlegungen permanent stattfindet. Selbstverständlich bleibt dabei kein Spielraum für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Wir haben eingangs vorgerechnet, dass ein Haushalt, der über kein nennenswertes Vermögen verfügt, pro Jahr 10.000 Euro in das Zinssystem einzahlen muss. Ein Abschalten dieses Mechanismus wird die Höhe des erforderlichen bedingungslosen Grundeinkommens bereits drastisch reduzieren, da jeder Haushalt zuerst einmal von diesen permanenten, gewaltigen Zahlungen entlastet wird. Die übrige Finanzierung erfolgt dann leicht durch die Möglichkeiten, die das fließende Geld eröffnet.

Ein weiterer Einwand ist, dass dann keiner mehr arbeiten will. Wir sprechen aber nicht von einem bedingungslosen Spitzeneinkommen! Es heißt Grundeinkommen und wird von der Höhe her so bemessen, dass niemand mehr zur Arbeit gezwungen sein wird. Wer innerlich gekündigt hat, der kann es dann auch äußerlich tun. Vor allem Mütter, die wohl die wichtigste Aufgabe in einer Gesellschaft erfüllen, können dann, wenn sie es wollen, bei den Kindern bleiben, wobei gerade diese Leistungsträger aus unserer Sicht einen zusätzlichen Bezug erhalten müssten. Eine Mutter braucht ohnehin in unserer Gesellschaft wieder die höchste Anerkennung, die man überhaupt vergeben kann. Aber zurück zu dem Einwand, dass keiner mehr arbeiten würde, wenn er ein Grundeinkommen erhält. Der Mensch ist von Natur aus ehrgeizig und wird weiterhin mehr erreichen wollen, auch wenn er es nicht muss. Umfragen bestätigen, dass die meisten Menschen weiterhin arbeiten würden. Auch die Kreativität der Menschen wird stark ansteigen, wenn die heutigen Existenzängste verschwinden.

Die Frage „Und wer macht dann die ganze harte Arbeit?“ ist leicht zu beantworten. Diese Tätigkeiten werden dann eben höher bezahlt und erreichen schon allein dadurch das Ansehen, das sie verdienen. Es ist ja auch überhaupt nicht einzusehen, dass beispielsweise eine Krankenschwester oder ein Ingenieur weniger verdienen und weniger Ansehen bekommen soll, als jemand, der im Glaspalast sitzt und sich durch Lug und Trug an seinen Mitmenschen bereichert.

Was unter heutigen Rahmenbedingungen idealistisch klingen mag, ist in einer tatsächlichen Neuordnung real umsetzbar. Man muss nur die ausgetretenen Irrwege verlassen und darf sich die von uns genannten Bausteine eines nachhaltigen Gesamtsystems nicht isoliert unter heutigen Rahmenbedingungen vorstellen. Eine große Vorstellungskraft ist gefragt, um diese gesamten Zusammenhänge vollständig zu erfassen.

Im Zusammenhang mit fließendem Geld und sozialem Bodenrecht lässt sich auch das bedingungslose Grundeinkommen entspannt und nachhaltig darstellen. Damit lässt sich endlich auch das Menschenrecht auf Eigentum realisieren, welches eine angemessene Teilhabe jedes Menschen am insgesamt vom Volke erarbeiteten Vermögen vorsieht.

2.4 Freie Presse

Die Herstellung einer unabhängigen Presse hat vielleicht auf den ersten Blick wenig mit einem nachhaltigen Wirtschafts- und Finanzsystem zu tun. Sie ist jedoch eine unverzichtbare Grundlage hierfür. Wenn die Meinungshoheit bei denen liegt, die über das meiste Kapital verfügen, dann wird deren Interesse an einem leistungslosen Kapitalzufluss erneut mit Hilfe dieses Machtinstrumentes durchgesetzt. Zur dauerhaften Sicherung eines zinsfreien Geldsystems ist eine Gewaltenteilung zwischen Medien und Kapital noch wesentlich wichtiger als die Teilung der drei Staatsgewalten.

Es ist unserer Gesellschaft über Jahrhunderte hinweg nicht gelungen, so etwas wie eine unabhängige Presse zu schaffen. Die Medienmacht und somit die Meinungshoheit konzentriert sich in den wenigen Händen, die über die erforderlichen Milliarden verfügen.

Das mutmaßliche Interesse des Kapitals besteht natürlich darin, ein verzinstes Geldsystem durchzusetzen, welches wenigen Menschen ein arbeitsfreies Leben mit unermesslichem Zinsgenuss ermöglicht. Dass sich dann jedoch die Schere zwischen Fleißig und Reich immer weiter öffnet, die Menschheit immer wieder in Kriege geführt wird und der eingebaute Wachstumswahn eine hemmungslose Ausbeutung unseres Planeten zur Folge hat, ist allerdings die unvermeidbare Folge solcher Bestrebungen.

Diese enormen Verwerfungen, die dadurch entstehen, dass sich der gigantische Machtapparat der Massenmedien in den Händen des Kapitals befindet, erfüllen eindeutig jede Voraussetzung für die Anwendung von Grundgesetz Artikel 14 Absatz 2: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ In Absatz 3 ist des Weiteren geregelt, dass eine Enteignung dann zulässig ist, wenn sie für das Wohl der Allgemeinheit erforderlich ist. Hierfür gilt die Voraussetzung einer angemessenen Entschädigung, die unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen ist.

Zur Herstellung einer freien Presse ist es unumgänglich, diese Vorgaben des Grundgesetzes zur Anwendung zu bringen und in die Eigentumsrechte der meinungsbildenden Medienmacht im Interesse der Allgemeinheit einzugreifen. Erfolgen kann dies, indem der Zugang zur Meinungsmaschinerie für alternative Medien geöffnet wird – ähnlich wie auch die Telekom ihr Netz für andere Anbieter zur Verfügung stellen muss, oder wie auch Strom- und Bahnnetz für alternative Anbieter geöffnet wurden.

Umsetzen kann man diese notwendigen Maßnahmen durch eine Art „Medienlastenausgleich“, der die meinungsbildenden Medien dazu verpflichtet, einen bestimmten Anteil ihrer Frequenzen und bedruckten Flächen für alternative Medien zu öffnen, die ansonsten an der Eintrittsbarriere Kapital scheitern. Auf diese Weise wird erstmals in der Geschichte bewirkt, dass auch andere Meinungen als die der Kapitalinhaber über die Presse sowie über die großen Fernseh- und Radiosender verbreitet werden können.

Die Bemessung des Prozentsatzes der Ressourcen, die zur Verfügung gestellt werden müssen, wird so gestaltet, dass dieser sich automatisch aus dem Verbreitungsgrad des jeweiligen Mediums ergibt. Ein einmalig festgelegtes, transparentes Rechenmodell regelt dies automatisch in Abhängigkeit von der Reichweite des jeweiligen Mediums.

Der besondere Vorteil dieser mathematisch festgelegten, automatischen Regelung liegt in der Transparenz für alle Beteiligten. Dieses Verfahren schließt auch – im Gegensatz zu einer zentralen Medienaufsicht – Parteinahme und Machtmissbrauch aus.

Natürlich sollen diejenigen, die ihre Infrastruktur hierfür zur Verfügung stellen müssen, dafür entschädigt werden. Die Entschädigung der privaten Medieninhaber erfolgt durch öffentliche Mittel, die über die öffentliche Zentralbank bereitgestellt werden. Die Einführung der freien Presse geht also Hand in Hand mit den anderen Grundlagen der tatsächlichen Neuordnung und ist natürlich auch nur dann finanzierbar. Wie die anderen Bausteine der tatsächlichen Neuordnung auch, darf man also auch die freie Presse nicht isoliert unter den Rahmenbedingungen betrachten, die heute noch herrschen.

Eine Ausnahme bei dieser Betrachtung stellt natürlich der öffentlich-rechtliche Rundfunk dar, dessen Aufgabe es eigentlich ohnehin sein müsste, die Menschen neutral mit Wissen zu versorgen. In Zukunft werden politische Karrieren ganz anders verlaufen als heute, und der Politikertypus, der heute unter dem Einfluss des Kapitals und der privaten Massenmedien steht, entwickelt sich zum Auslaufmodell. Somit kommt die Kontrolle der öffentlich-rechtlichen Medien von ganz allein in wesentlich objektivere Hände.

Ein nachhaltiges Gesamtsystem als tatsächliche Neuordnung

Die Kombination dieser vier Bausteine schafft eine tatsächliche Neuordnung, die uns die Abschaffung aller Steuern, ein bedingungsloses Grundeinkommen und eine erhebliche Reduktion unserer Arbeitszeit ermöglicht.

Diese Ziele mögen aus heutiger Sicht hochgegriffen klingen, vielleicht gar idealistisch. Hält man sich jedoch vor Augen, dass heute im Durchschnitt jeder Haushalt, der über kein nennenswertes Vermögen verfügt, pro Jahr rund 10.000 Euro Transferzahlungen in das Zinssystem abführen muss, wird schnell klar, welch enormes Potential sich freisetzen lässt, sobald dieser Kapitalstrom von Fleißig nach Reich abgeschaltet wird.

Selbstverständlich ist es auch dann noch möglich, weiterhin Steuern zu erheben, wenn sie sinnvoll sind, um bestimmte Prozesse zu „steuern“. Daher kommt ja auch der Begriff „Steuern“. Ihr ursprünglicher Zweck bestand nicht in der Beraubung, sondern in der Steuerung, so dass man beispielsweise Verhaltensweisen fördert, die der Gesellschaft und der Natur zugutekommen, während man destruktives Verhalten besteuert.

Wer nun noch den Einwand erhebt, dass die Abschaffung aller Steuern viele Steuerberater und Finanzbeamte arbeitslos mache, der möge sich bitte noch einmal die vier Bausteine des nachhaltigen Gesamtsystems genau anschauen, insbesondere das bedingungslose Grundeinkommen. Wir können es uns dann leisten, alle Steuerberater und Finanzbeamten sowie alle anderen Menschen, die sich heute mit der sinnlosen Verwaltung eines unnötigen Steuersystems beschäftigten müssen, mindestens in gleicher Höhe wie bisher weiterhin zu bezahlen. Selbst wenn wir all diese Menschen in bezahlten Dauerurlaub schicken, wird sich die Menge an Waren und Dienstleistungen, die unsere Volkswirtschaft erzeugt, nicht reduzieren, im Gegenteil, sie wird sogar steigen, da auch der produktive Anteil der Bevölkerung durch den Wegfall der unnötigen Formalitäten entlastet und in seiner eigentlichen Arbeit nicht länger behindert wird.

Die produktiv arbeitenden Menschen versorgen den unproduktiven (und trotzdem hart arbeitenden!) Teil der Gesellschaft auch heute schon mit Waren und Dienstleistungen. Und diejenigen, die tagtäglich sinnlose Formulare wälzen müssen, haben meist ohnehin keinen Spaß an ihrer nutzlosen Arbeit. Sie können es dann in ihrer Freizeit – wenn sie denn unbedingt eine Beschäftigung brauchen – mit produktiver Arbeit versuchen und damit die wirklich werktätigen Menschen entlasten, die es unter den neuen Rahmenbedingungen begrüßen werden, wenn ihnen jemand die Arbeit abnimmt.

Die tatsächliche Neuordnung wird Arbeitslosigkeit erstmals in der Geschichte ganz neu definieren, nämlich nicht als Katastrophe, sondern als Errungenschaft, die von uns allen angestrebt wird. Weniger Arbeit bei mehr Wohlstand, Beendigung des Wachstumswahns und ein Leben im Einklang mit unseren Mitmenschen und unserem begrenzten Planeten sind die realistische Alternative für das Zeitalter nach dem Kapitalismus, das man in einer tatsächlichen Neuordnung auch als Zeitalter des Humanismus bezeichnen kann.

3. Der Weg zum Ziel

3.1 Grundlagen

Nachhaltige Wirtschafts- und Finanzsysteme findet man in der Literatur und im Internet in einer kaum überschaubaren Vielfalt. Es kommen auch täglich Menschen auf uns zu, die uns noch mehr innovative Ideen vorstellen möchten. Wir haben jedoch keinen Mangel an nachhaltigen Modellen für die Zukunft. Wir haben einen Mangel an konkreten Handlungsmöglichkeiten, mit denen man ein besseres Modell zur Umsetzung bringen kann. Theorien, die in den Bibliotheken verstauben, gibt es genug, und wir betrachten es nicht als unsere Aufgabe, den Archiven noch ein weiteres Werk hinzuzufügen.

Es ist jetzt die Zeit zum Handeln! Es geht um einen realistischen Weg, der den heutigen Zustand mit dem gewünschten Ziel verbindet. Das Zeitfenster des nahenden Zusammenbruchs des heutigen Finanzsystems ist eng, und es besteht die große Gefahr, dass dieselben Machtstrukturen danach mit demselben System einfach einen Neustart durchführen, wonach die Ausbeutung der Menschen und der Erde für weitere Generationen noch weiter voranschreiten würde.

Bei der Ausarbeitung des Plan B lag es uns daher besonders am Herzen, den wichtigen Aspekt der Umsetzung zu integrieren. Plan B beinhaltet also neben dem nachhaltigen Gesamtsystem vor allem auch die konkreten Maßnahmen, also den Weg zum Ziel. Wir gehen nun den entscheidenden Schritt weiter und beginnen. Wir wenden uns hierbei natürlich nicht an die Politikdarsteller und werben auch nicht um ihre Gunst, wenngleich wir diesen Versuch pro forma in einem ersten Schritt durchführen müssen, um den Bestimmungen des Grundgesetzes Genüge zu tun.

Die zwei wichtigsten Grundlagen, damit das nachhaltige Gesamtsystem nicht nur Theorie bleibt, sondern zu einer tatsächlichen Neuordnung wird, ist die Errichtung einer öffentlichen Zentralbank mit alleinigem Geldschöpfungsrecht und eine Befreiung von der sogenannten Staatsverschuldung. Für beides werden wir die notwendigen Maßnahmen selbst einleiten.

Im Rahmen des fließenden Geldes wird das Geldschöpfungsmonopol auf diese öffentliche Zentralbank übertragen. Kreditäre Geldschöpfung durch Geschäftsbanken ist dann nicht mehr möglich, so dass sich die Aufgabe der Banken wieder auf die Vermittlung von Kapitalnachfrage und Kapitalangebot konzentriert. Die aus der heute praktizierten Giralgeldschöpfung resultierende, immer schneller wachsende Staatsverschuldung wird dann gestoppt.

Weg-Grundlagen

Im diesem Zuge wird dann auch die überfällige Staatsentschuldung durchgeführt. Hierfür gibt es prinzipiell drei Möglichkeiten.

Die von den Politikdarstellern nach wie vor suggerierte Methode ist die Rückzahlung der Staatsschulden. Es ist jedoch kaum vorstellbar, mit welchen Repressalien der Staat den Steuerzahlern zwei Billionen Euro abnehmen könnte, um dieses Geld dann an Banken und Vermögende zu übertragen, deren Forderungen größtenteils aus dem unsittlichen Zinseszinssystem resultieren. Aber abgesehen davon scheidet diese Methode schon allein dadurch aus, dass sie mathematisch und finanztechnisch unmöglich ist. Da sämtliches im bisherigen System vorhandene Geld in Form von Schulden entstand, würde selbst der Versuch einer Rückzahlung eine sprunghafte Reduktion der Geldmenge bewirken. Die Wirtschaft käme mangels Tauschmittel zum Erliegen, und unnötiges Leid wäre die Folge.

Da die Rückzahlung somit ausscheidet, stellt sich die Frage nach einer Annullierung der Staatsschulden, was den Staatsbankrott bedeutet. Ein Staatsbankrott ist bei Weitem nicht so dramatisch wie es heute dargestellt wird, es kommt nur darauf an, wie man ihn gestaltet. All die Staaten, die in der Geschichte (zum Teil schon mehrfach) bankrott waren, sind heute nach wie vor auf der Landkarte zu finden. Die Annullierung der Staatsschulden führt nur dann zu Not und Elend, wenn man sie falsch anpackt. Waren und Dienstleistungen sind im Überfluss vorhanden. Die physische Ökonomie wird von einem Staatsbankrott überhaupt nicht tangiert, wenn man die richtige Methode anwendet.

Eine Rückzahlung der Staatsschulden ist also unmöglich, und eine Annullierung unter Anwendung der falschen Methode würde zu einer unnötigen Gefährdung der öffentlichen Ordnung und unseres Wohlstands führen. Daher stellt sich nun natürlich die Frage nach der richtigen Methode, die die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt, Ruhe und Ordnung sowie die Funktionsfähigkeit der physischen Ökonomie bewahrt.

Diese Methode einer sauber kontrollierten Staatsentschuldung, die die Menschen entschuldet, aber nicht enteignet, besteht darin, Staatsanleihen unter Aufhebung der Zinspflicht in gesetzliche Zahlungsmittel zu konvertieren. Anders ausgedrückt: Jemand der seine Ersparnisse heute in Staatsanleihen investiert hat, geht im Gegensatz zum unkontrollierten Staatsbankrott nicht leer aus, sondern erhält durch diese Umwandlung ein Guthaben in gleicher Höhe. Oder ganz anders ausgedrückt: Das Geld im Gegenwert der Staatsanleihe wird auf diese Weise erzeugt.

An diesem Punkt wird natürlich bei entsprechend konditionierten Systemvertretern sofort der Inflationsreflex ausgelöst. Dabei ist es jedoch mathematisch zwangsläufig, dass eine Fortsetzung des bestehenden Geldsystems eine wesentlich höhere Inflation zur Folge hätte. Momentan wächst die Geld- und Schuldenmenge exponentiell. Sie muss sich daher immer weiter von der realen Wirtschaftsleistung entfernen, die dauerhaft keinesfalls exponentiell wachsen kann. Eine Umwandlung der Staatsanleihen in Guthaben hätte zwar eine Ausweitung der Geldmenge zur Folge. Dies geschähe jedoch einmalig und final, während die Inflation im herrschenden Finanzsystem theoretisch endlos weitergehen muss.

Die inflationäre Wirkung wird demnach dauerhaft deutlich geringer sein als bei einer Fortsetzung des bestehenden Systems. Es bleibt die Frage nach der kurzfristigen Auswirkung auf die Verbraucherpreise. Hierbei ist zu beachten, dass die in Staatsanleihen angelegten Gelder, nur weil sie in Guthaben konvertiert werden, nicht schlagartig nachfragewirksam auf den Markt strömen. Bei diesem Kapital handelt es sich um Sparvermögen, das nicht für den kurzfristigen Konsum sondern für Vorsorgezwecke vorgesehen ist.

Es bleibt zu erwähnen, dass nicht die gesamte Staatsverschuldung auf diese Weise in Guthaben konvertiert wird, sondern lediglich der Anteil, dem tatsächlich Spargelder gegenüberstehen. Staatsschulden, die allein aus der Giralgeldschöpfung durch Geschäftsbanken resultieren, waren ohnehin nie für eine Rückzahlung vorgesehen, sondern dienten von Anfang an nur dazu, den Steuerzahlern das Geld für die Zinsen aus den Taschen zu ziehen. Dieser Teil der Staatsverschuldung, dem keinerlei reale Grundlage gegenübersteht, kann ohne Auswirkungen auf Menschen und Realwirtschaft ersatzlos annulliert werden.

An dieser Stelle soll auch der Erfinder dieser Methode der Staatsentschuldung gewürdigt werden. Es ist Gottfried Feder (1883 – 1941), der diese Idee schon 1919 in seinem „Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft“ veröffentlichte. Heute wird dieser große Wirtschaftstheoretiker leider noch immer mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht, obwohl er ab 1933 keine Rolle mehr spielte und seine Zinskritik von da an von Kapitalisten, Kommunisten und Nationalsozialisten gleichzeitig bekämpft wurde.

Die Einführung einer öffentlichen Zentralbank mit Geldschöpfungsmonopol und die Staatsentschuldung sind die zentralen Voraussetzungen für den Übergang zur tatsächlichen Neuordnung. Nun kommen wir zu den konkreten Maßnahmen, mit denen wir diese Grundlagen schaffen und die vier Komponenten des nachhaltigen Gesamtsystems umsetzen werden.

3.2 Umsetzung

Wir stellen keine Forderungen an irgendeinen Politikdarsteller. Es wäre töricht, sich z.B. an den Darsteller eines Arztes in einer Fernsehserie zu wenden, um ihn nach einer realen Herztransplantation zu fragen, selbst wenn dieser Darsteller möglicherweise sogar zusagen würde. Wer einen Schauspieler mit der Rolle verwechselt, die er spielt, der wird vermutlich auch Angela Merkel mit Frau Bundeskanzlerin ansprechen und von ihr erwarten, dass sie den Karren aus dem Dreck zieht. Das kann sie nicht, und das ist auch nicht ihre Aufgabe. Hierzu fehlt ihr – wie jedem anderen Politikdarsteller auch – die Kompetenz in jeder Hinsicht, also sowohl die fachliche Kompetenz als auch die Entscheidungskompetenz.

Wir bitten keinen der heutigen Marionetten der Danistakratie darum, irgendetwas zu tun, sondern wir machen es selbst. Dennoch werden wir in einem ersten Schritt, um die Vorgaben des Grundgesetzes einzuhalten, die Politikdarsteller vor eine Entscheidung stellen, die zeigen wird, ob unsere Analysen richtig sind. Es könnte ja sein, dass wir uns irren. Vielleicht haben wir ja gar keine Danistakratie, sondern eine wunderbar funktionierende „Demokratie“, und die Parlamentarier warten nur darauf, dass sie endlich ein Konzept wie unseres bekommen, um es dann ebenso schnell durchzuwinken wie derzeit jeden „alternativlosen“ Rettungsschirm auf Kosten der arbeitenden Menschen.

Laut Grundgesetz Artikel 20 Absatz 2 hat die Staatsgewalt vom Volke auszugehen. Demgegenüber steht heute ein Finanzsystem, von welchem nahezu das gesamte Volk überhaupt nicht profitiert. Wenn „alternativlose“ Rettungspakete vom Volke zwangsweise abverlangt werden, dann geht die Staatsgewalt eben nicht vom Volke aus. Die Vorgaben des Grundgesetzes sind hierdurch bereits verletzt.

Es stellt sich nun die Frage, was wohl passieren würde, wenn man ein neues Finanzsystem, welches nachweislich dem Volke dient, per Gesetzesentwurf in den Bundestag einbringen würde. Dieser Schritt mag zwar einen vorhersehbaren Ausgang haben, aber die weiteren Schritte erfordern, dass man ihn versucht hat.

Wir sind also momentan dabei, die Grundlagen und Maßnahmen zur Herstellung einer tatsächlichen Neuordnung in Gesetzesentwürfe umzuwandeln, um diese dann auf dieselbe Art und Weise durch den Bundestag zu schleusen, wie es die Lobbyisten des Finanzsystems heute ständig tun. An den erforderlichen Kontakten zu Abgeordneten mangelt es unserem Institut natürlich nicht. Wir werden also in die Rolle von Lobbyisten schlüpfen. Der Unterschied zu den üblichen Lobbyisten des Finanzsystems besteht natürlich darin, dass wir uns wohl mit Fug und Recht als Lobby des Volkes bezeichnen dürfen, denn wenn die tatsächliche Neuordnung in Kraft tritt, dann werden alle Menschen davon profitieren.

„Das Volk als Lobbyist?“ So etwas gab es in der Geschichte der BRD bisher noch nie. Allerdings möchten wir an dieser Stelle auch gleich die Hoffnungen bremsen. Die Vorstellung, dass sich das Parlament dem Volke anschließen könnte, halten wir selbst für illusorisch. Den Personen, die heute Regierung spielen, trauen wir eine derartige Machtübernahme nicht zu. Wir rechnen also natürlich nicht ernsthaft damit, dass man unsere Gesetzesentwürfe ebenso schnell und ungeprüft durchwinken wird, wie die von der Finanzmacht eingereichten Enteignungsmaßnahmen gegen das deutsche Volk. Falls doch, dann haben wir uns eben diesbezüglich glücklicherweise geirrt. Das stört uns dann nicht weiter, sondern ganz im Gegenteil, das Ziel wäre schneller als gedacht erreicht, und wir sparen uns die weiteren Schritte.

Nach einem Scheitern dieses gut gemeinten Versuchs, werden sich die Fronten natürlich etwas verhärten und damit auch die Maßnahmen. Gemäß Grundgesetz Artikel 146 gilt: „Dieses Grundgesetz [...] verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.“ Die gesetzlichen Bestimmungen zur Durchführung einer solchen Entscheidung sind zwar noch nicht vorhanden, aber auch hieran arbeiten wir auf dieselbe oben genannte Weise ebenso wie an dem dann erforderlichen Verfassungsentwurf.

Wenn auch diese Versuche scheitern, wovon wir angesichts der nicht vorhandenen Gewaltenteilung zwischen Kapital, Medien und Politik leider ausgehen müssen, dann bliebe an sich nur die Möglichkeit, dem Zerfall des bestehenden Systems tatenlos zuzusehen. Das Zinseszinssystem würde seine verheerende Wirkung noch auf die Spitze treiben. Exponentiell wachsende Zins- und Steuerzahlungen können theoretisch noch so lange erzwungen werden, bis sie das linear wachsende Bruttoinlandsprodukt übersteigen, was aufgrund der Zinseszinsfunktion mathematischen zwangsläufig ist. Dies wäre dann aber auch der allerspäteste Zeitpunkt für das vorprogrammierte Ende dieses Systems.

Weg-Umsetzung

Bis dieses Ende erreicht ist, wird allerdings ein immer stärkerer Machtapparat aus Banken, Konzernen, Medien und den ihnen dienenden Politikern und „Staatsdienern“ immer stärkere Unterdrückungsmaßnahmen gegen das Volk durchführen müssen. Der Vertrag von Lissabon lässt bereits das Schlimmste befürchten. Diese Zeit nennen wir die Phase des Faschismus. Sie geht einher mit der Beseitigung der verfassungsmäßigen Ordnung, die dann (noch stärker als bisher) voranschreitet. Der Verfassungsschutz und alle anderen „Staatsdiener“ sind angesichts dieser zwangsläufigen Entwicklung aufgefordert, dem wahren Staat, also allen Menschen zu dienen, und nicht länger diesem verfehlten Finanzsystem und seinen Aggregaten. Sie haben die Pflicht, die Beseitigung der verfassungsmäßigen Ordnung, die momentan von Brüssel, Berlin und Karlsruhe aus betrieben wird, zu verhindern.

Wir hoffen nicht, dass wir die Phase des Faschismus noch absolvieren müssen. Doch angesichts des dargestellten Sachverhalts, ist genau dies leider unsere Prognose. Daher haben wir auch für diese Phase die notwendigen Maßnahmen bereits ausgearbeitet.

Gemäß Grundgesetz Artikel 20 Absatz 4 gilt: „Gegen jeden, der es unternimmt, diese [verfassungsmäßige] Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“

Diese vorgeschriebene „andere Abhilfe“ haben wir nun beschrieben. Mit ihrer Umsetzung haben wir bereits begonnen. Wenn diese Maßnahmen scheitern, dann stellt sich im Prinzip nur noch die Frage, ob die Revolution aller Menschen gegen das System, das sie unterdrückt, gewaltsam oder friedlich ablaufen wird.

Die Wissensmanufaktur steht selbstverständlich klar für die friedliche Variante ein. Die Methode des Widerstands muss allerdings durchdacht sein und berücksichtigen, dass Mehrheiten mangels Medienunterstützung illusorisch sind. Wir benötigen also einen Weg, bei dem es genügt, wenn nur fünf bis zehn Prozent der Menschen mitwirken. Dies ist ein realistisches Potential, welches man trotz der gegebenen Umstände erreichen kann. Gäbe es eine freie Presse, könnte man ja auch eine Partei gründen und eine sinnvolle Veränderung über Wahlen versuchen, doch dieser Weg ist leider verbaut.

An diesem Punkt stellt sich natürlich die Frage, was jeder Einzelne heute schon konkret tun kann. Dieses Thema wird unter www.wissensmanufaktur.net/steuerboykott (Rico Albrecht) näher erläutert, wobei speziell die Methoden des aktiven und passiven Widerstands schonungslos und allgemeinverständlich aufgearbeitet werden.

Die Perspektive

Eine Exponentialfunktion kann sich auch positiv auswirken, nämlich dann, wenn immer mehr Menschen die genannten Zusammenhänge verstehen und für eine Veränderung eintreten. Noch sind es wenige Menschen, die langsam erwachen, aber es werden immer mehr und dieser Prozess geht nur in eine Richtung. Wenn wir uns jetzt in dieser wichtigen Zeitphase nicht auseinanderdividieren (lassen) und uns nicht in Details einzelner Lösungsmodelle verzetteln, dann haben wir eine gute Chance, dass das heutige System an diesem historischen Scheideweg nicht wieder neu aufgelegt wird. Es liegt an uns Danistakraten. Rücken wir also zusammen und arbeiten gemeinsam an einem STOPP dieses Wahnsinns! Wir haben es in der Hand, bei dem bevorstehenden Crash die Weichen zu stellen für eine tatsächliche Neuordnung.

Unsere Nachfahren werden es uns danken.

Ihr Andreas Popp und Rico Albrecht, November 2011…

Quelle/Gesamter Text: www.wissensmanufaktur.net

**Hitler – der erste “Saddam” der USA…** – Wer finanzierte Hitler und die NSDAP?

Freitag, den 1. August 2014

(Aus gegebenem Anlass hier noch einmal ein Artikel aus dem Jahr 2007)

Ohne Geld keine Revolution, ohne Geld kein Hitler. Wer gab der NSDAP soviel Geld, daß sie innerhalb von zehn Jahren aus dem Nichts an die Macht kommen konnte? Unsere Spurensuche zeigt: Niemand spendete Hitler aus Idealismus Geld. Jeder sah in ihm einfach ein Mittel zum eigenen Zweck. Eine Rezension über das Buch “Der finanzierte Aufstieg des Adolf H.” von Wolfgang Zdral.

Geld ist das Brecheisen der Macht. Friedrich Nietzsche

Bevor wir Hitlers weiteren Aufstieg zur Macht weiterverfolgen, gehen wir hier der Frage nach, wer seine Geldgeber waren. Denn Geld ist das Benzin, nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Weltpolitik. Zu Recht kommentiert das Ministerium des Äußeren im Jahre 1923 über die Nazis: “Wie zum Krieg, so gehört zur Revolution erstens Geld, zweitens Geld, drittens Geld. Ohne Geld keine Revolution.” :

Als Adolf Hitler im Herbst 1919 erstmals zur NSDAP stößt, befinden sich in der Parteikasse gerade mal 7 Mark und 50 Pfennig. “Das war ja eine Vereinsmeierei allerärgster Art”, erinnert sich Hitler. “Außer einigen Leitsätzen war nichts vorhanden, kein Programm, kein Flugblatt, überhaupt nichts Gedrucktes, keine Mitgliedskarten, ja nicht einmal ein armseliger Stempel.”1 Hitler bemüht sich um zusätzliches Geld, doch das ist eine frustrierende Arbeit, welche die Parteikasse nach großen Anstrengungen auch nur mit lächerlich geringen 700 Reichsmark füllt.

Die politische Existenz der NSDAP steht denn auch mehr als einmal in Frage: Nach dem mißglückten Hitler-Putsch im Herbst 1923 wandert der NS-Chef ins Gefängnis, die Partei wird bis 1925 verboten und die Regierung beschlagnahmt das Vermögen. “Bis zu den ersten Reichstagswahlen mit NSDAP-Beteiligung bleibt die Basis wackelig”, schreibt Wolfgang Zdral in seinem Buch “Der finanzierte Aufstieg des Adolf H.”. Im Januar 1928 berichtet die Münchner Polizei: “Die von Hi tler immer wieder behaupteten Fortschritte der nationalsozialistischen Bewegung treffen besonders für Bayern nicht zu. In Wirklichkeit ist das Interesse an der Bewegung sowohl auf dem Lande als auch in München im Abflauen begriffen. Sektionsversammlungen, an denen im Jahre 1926 noch 3.000 bis 4.000 Personen teilnahmen, sind nur mehr von höchstens 60 his 80 Mitgliedern besucht.”2

Auch das Votum der deutschen Wähler am 20. Mai 1928 fällt für die Nationalsozialisten enttäuschend aus: Nur zwölf Abgeordnete dürfen in den Reichstag einziehen – von Erfolg kann da noch keine Rede sein. Dies ändert sich erst mit der Wahl vom 14. September 1930, bei der die NSDAP 107 Mandate erzielt. Zdral: “Eine absolute Mehrheit schafft Hitler bis zu seiner Machtübernahme nie; 37 Prozent der Stimmen bleiben sein bestes Ergebnis.”

Es war also keineswegs ein unaufhaltbarer Aufstieg, durch den Hitler an die Macht kam. Um das Jahr 1928 hätte die NSDAP genau so gut wieder untergehen können – wenn da nicht auf einmal beträchtliche Parteispenden gewesen wären, die Hitler die Mittel für gewaltige Propagandaschlachten lieferten.

Dieser Artikel soll der Frage nachgehen, wer Hitler und der NSDAP wann wieviel Geld aus welchen Gründen gegeben hat – wenn auch diese Frage nicht endgültig zu beantworten ist, da viele Dokumente “verschollen” und manche Quellen nicht über alle Zweifel erhaben sind.

Die ersten Geldgeber Hitlers

Wenn ein kleiner österreichischer Gefreiter innerhalb von vierzehn Jahren aus dem Nichts eine Massenbewegung aufbaut, wenn er eine Hunderttausende zählende Privatarmee wie die SA auszurüsten (die SA hatte 1924 30.000, 1930 80.000, 1932 220.000, 1933 400.000 und 1934 etwa 4 Millionen Mitglieder), auszubilden und zu ernähren vermag und eine gewaltige Propagandamaschinerie inklusive Großveranstaltungen mit hunderttausend Teilnehmern finanziert, wenn er zweimal die Woche und später täglich den Völkischen Beobachter herausgeben kann, wenn er überall klotzt und nicht kleckert – feudale Parteizentralen kauft, Tausende von Flaggen und gleich zwei Flugzeuge aufs Mal – dann muß das Geld in Strömen fließen oder gigantische Schuldenberge müssen in die Höhe wachsen.

Bei Hitler ist beides der Fall. Das Geld fließt überreichlich und reicht doch oft nicht aus. “Selbst die engsten Getreuen Hitlers leiden unter den maßlosen Ansprüchen des Chefs”, schreibt Wolfgang Zdral in “Der finanzierte Aufstieg des Adolf H.”. Joseph Goebbels nach der Eröffnung der Berliner NS-Dependance: “Die Finanzlage war katastrophal. Der Gau-Berlin besaß damals nichts als Schulden. ( … ) Keiner will uns Kredit geben. Wenn man die Macht hat, kann man Geld genug bekommen, aber dann braucht man es nicht mehr. Hat man die Macht nicht, dann bedarf man des Geldes, aber dann bekommt man es nicht.”

Zwar stellen die Behörden nach Hitlers Putschversuch im Jahre 1923 fest, dass die NSDAP über ein Vermögen von 170.000 Goldmark verfügt (damals enorm viel Geld), doch die Partei hatte bei der Machtübernahme mehrere Millionen Mark Schulden und die SA-Leute mußten auf die Straße, mit ihren Büchsen klappern und Geld zusammenbetteln.

Ohne massive Geldspenden hätte also die NSDAP niemals den Lauf der Weltgeschichte dermaßen beeinflussen können, wie sie es später tat. Hitler wäre ein belächelter Eiferer unter vielen geblieben, eine verkrachte Existenz mit Größenwahn.

Deshalb ist es gerechtfertigt, daß man den Spuren des Geldes folgt und fragt: Welche Kreise haben Hitler langsam, aber sicher zur Macht verholfen? Gab es einen Augenblick, wo man ihn durch Entzug von Spenden hätte stoppen können? Oder war er nur eine willkommene Figur im Schachspiel der wirklich Einflußreichen? In einem Spiel, bei dem die Regeln von unsichtbaren Spielern gemacht werden?

Dichter, Gönner, Magier – Dietrich Eckart 1920

Dietrich Eckart Der Schriftsteller Dietrich Eckart (Bild links), ein depressiver morphium- und alkoholsüchtiger Frauenhasser, jener Mann, der nach Hitlers eigenem Bekunden die größte Bedeutung für seinen Lebensweg hatte, weiht den jungen Revolutionär nicht nur in schwarzmagische Riten ein, sondern öffnet ihm auch finanziell immer wieder Türen. Zu seinen frühesten Gönnern gehört das Ehepaar Edwin und Helene Bechstein, Miteigentümer der berühmten Pianofabrik C. Bechstein. Helene Bechstein nimmt den jungen Hitler unter ihre Fittiche, bringt ihm Benehmen bei und die richtige Art, sich zu kleiden. Immer wieder gibt sie ihm Geld; einmal die stolze Summe von 45.000 Mark als Darlehen, die er in gegenseitigem Einverständnis aber nie zurückzahlt. Sie überlässt ihm auch wertvolle Kunstgegenstände, die Hitler als Sicherheit einsetzt, wenn er Kredite braucht. Eckart leiht Hitler ebenfalls Geld, beispielsweise, als dieser im Herbst 1922 zwei Lastkraftwagen kauft.

Geldspenden

Bild links: Sie alle ermöglichten Hitlers Aufstieg zur Macht mit der Leistung oder Vermittlung teils erheblichen Geldspenden. Gegen den Uhrzeigersinn von links oben: John Pierpont Morgan, amerikanischer Bankier; adlige Exil-Russen, welche das Zarenreich (Flagge) wiederherstellen wollten; Dr. Max Erwin von Scheubner-Richter; Kurt Lüdecke; Benito Mussolini; Emil Kirdorf; John D. Rockefeller; Frankreich; Stahlbaron Fritz Thyssen; Henry Ford, US-Autokönig; Dietrich Eckart

Hitler erkennt bald, dass er eine Propagandawaffe benötigt. So nutzt er Ende 1920/Anfang 1921 die Gelegenheit und kauft die in finanzielle Schräglage geratene Zeitung Der Völkische Beobachter. Eckart ist es, der die zwei dafür notwendigen Kredite von knapp 120.000 Mark auftreibt. Mit der Zeitung beginnen die Finanzkrisen aber erst richtig, und Eckart muß immer wieder einspringen, um auf seine unnachahmliche Art neuerliche Gelder aufzutreiben – manchmal buchstäblich in letzter Minute vor dem Ruin. Auch an die Leser wird appelliert, mit Spenden ihr Blatt am Leben zu erhalten.

Im Mai 1922 erhält der junge, noch weitgehend unbekannte Hitler die erste Gelegenheit, außerhalb Bayerns vor den Reichen und Mächtigen zu reden. Dem National-Club von Berlin gehören Bankiers, Großgrundbesitzer, Offiziere und Professoren an. Hitler ist erfolgreich: Ernst von Borsig, Besitzer einer Lokomotivfabrik, wird ihn künftig unterstützen und bei anderen Industriellen für ihn Werbung machen. Dieser Umstand wird übrigens auf den Seiten von borsig in der Biographie von Ernst von Borsig diskret verschwiegen. Es wird allerdings darauf hingewiesen, dass der älteste Sohn Karl ein glühender Nazihasser und der jüngste Sohn Ernst, Beteiligter am Widerstand gegen Hitler im Kreisauer Kreis war.

Der Geschäftsführer einer Münchner Malzkaffeefirma, Hermann Aust, arrangiert daraufhin mehrere Treffen Hitlers mit bayerischen Industriellen. Diese sind beeindruckt und zücken die Geldbörse. Ein Vorarlberger Freund von Dietrich Eckart namens Gansser reist 1923 in die Schweiz und geht die dortigen gut situierten Bürger um Spenden für Hitler an. Hitler wird zu Vorträgen eingeladen und reist mit einem Gesamthonorar von 33.000 Schweizer Franken (zu Inflationszeiten waren ausländische Devisen ein Mehrfaches wert) nach Hause.

Dietrich Eckart legt auch den Grundstein für einen weiteren Auslandskontakt, der die begehrten Fremdwährungen einbringt. 1919 lernt er Warren C. Anderson kennen, der als Europa-Präsident des amerikanischen Autoproduzenten Ford arbeitet. Konzernchef Henry Fords Abneigung gegen die Juden ist weit herum bekannt; sie geht soweit, daß er sogar ein Buch mit dem Titel “The International Jew” schreibt, in welchem er den Juden die Schuld an der Misere in Wirtschaft und Politik gibt. Eckart nutzt seinen Kontaktmann zu Ford, und tatsächlich überweist der Autoindustrielle bald darauf Gelder an Hitler und seine Partei.

Der bekennende Antisemit Henry Ford unterstützt Hitler – 1920

Henry FordHenry war das älteste von insgesamt sechs Kindern. Er konnte nur Dorfschulen besuchen, so erhielt Ford nur eine geringe Bildung. Als Kind war er sehr interessiert an mechanischen Einzelheiten und verbrachte im Alter von zwölf Jahren viel Zeit in seinem Werkraum, den er selbst eingerichtet hatte. Mit fünfzehn Jahren hatte er bereits seinen ersten Verbrennungsmotor gebaut.

Henry Ford war auch der Herausgeber antisemitischer Schriften wie das Buch “Der internationale Jude – Ein Weltproblem”, eine Zusammenfassung von Artikeln, die 1920 bis 1922 in seiner Haus-Postille, dem “Dearborn Independent”, veröffentlicht wurden. Auch wurde mit seiner finanziellen Unterstützung das Pamphlet, “Die Protokolle der Weisen von Zion” in viele Sprachen übersetzt und weltweit verbreitet. Diese Schrift wurden bisher von nahezu allen Geschichtsforschern als Fälschung bezeichnet.

Ein Bild von Henry Ford hing im Münchner Hauptquartier der NSDAP. Weiterhin überwies die Ford-Werke AG jährlich 50.000 RM als Geburtstagsgeschenk auf Hitlers Privatkonto beim Kölner Bankhaus J. H. Stein. Inhaber der Stein Bank war der anglophile (dem englischsprachigen zugeneigt) Kurt Freiherr von Schröder, der auch dem „Freundeskreis des Reichsführers SS“ ein Konto einrichtete. Nicht umsonst wurde Henry Ford von Hitler mit dem Großkreuz des Deutschen Adlerordens ausgezeichnet, die höchste Auszeichnung, die Nazi-Deutschland an Ausländer zu vergeben hatte.

Die Ford Motor Company war beteiligt am Aufbau der deutschen Streitkräfte vor dem Zweiten Weltkrieg. 1938 wurde beispielsweise ein Fertigungswerk in Berlin in Betrieb genommen, dessen einzige Aufgabe es war, LKWs für die deutsche Wehrmacht herzustellen. Ford produzierte insgesamt 78.000 LKW und 14.000 Kettenfahrzeuge für die Wehrmacht. Die Ford-Werke wurden bis Ende 1944 von der alliierten Bombardierung verschont und dann auch nur wenig beschädigt. In den Ford-Werken wurden auch Zwangsarbeiter eingesetzt, die man für vier Reichsmark pro Tag von der SS auslieh. 32

Dr. Max Erwin Richter, ein Pseudoadliger mit Revolutionärsblut – 1920

Scheubner-Richter Ein weiterer früher Gönner und Geldeintreiber Hitlers ist der Baltendeutsche Dr. Max Erwin Richter (Bild links), der sich seit der Heirat mit der 29 Jahre älteren Adligen Mathilde fortan “von Scheubner-Richter” nennt. Er hat Hitler im Oktober 1920 kennen gelernt und ist geradezu ein Genie im Beschaffen von Geldmitteln. Von Scheubner-Richter wird beim Hitler-Putsch 1923 in München erschossen. Wie wichtig er für Hitler war, mag dessen Aussage erhellen: “Alle sind ersetzbar, nur einer nicht: Scheubner-Richter!”

Diese Anerkennung hatte sich der Balte durch sein Anzapfen von Finanzquellen bei russischen Zarenfreunden und in rechtsradikalen Kreisen um General Erich Ludendorff erworben. Scheubner-Richter ist es auch, der das erste Treffen zwischen Hitler und seinem späteren Gönner, dem Konzernerben Fritz Thyssen arrangiert.

Scheubner-Richter macht sich bei den in Deutschland lebenden rechtsradikalen adligen und reichen Exilrussen beliebt, indem er sie organisiert und zu Treffen einlädt. Diese Exilrussen sind in der Regel russische Rechtsradikale, die vor der Machtübernahme der russischen kommunistischen Bolschewiki 1917, der russischen Oktoberrevolution, geflohen sind. Zur Geldbeschaffung gründete er zwei gemeinnützige Organisationen, weil man solchen leichter spendet als Privatleuten. Zudem setzt er damalige Prominente als Galionsfiguren ein – beispielsweise den bayerischen Aristokraten Freiherr Theodor von Cramer-Klett, Vertreter des Vatikans in Bayern und glühender Faschist.

Ferner Großfürstin Viktoria Fedorowna, deren Gatte Kirill Ansprüche auf den Zarenthron erhebt, und den einflußreichen General Vasilij Biskupsij, der vor der Oktoberrevolution einer der jüngsten Generäle der russischen Armee gewesen ist. Diesem ist klar, daß Lenin & Co. sich nur mit Waffengewalt aus seinem Heimatland vertreiben lassen, und daher zeigt er sich willig, jenen deutschen Politiker zu unterstützen, der sich als Bolschewisten-Hasser hervortut und in einer kommunistisch-jüdischen Weltverschwörung den Quell allen Übels sieht.

Die Höhe des geflossenen Geldes beschreibt Biskupsij 1935 rückblickend in einem Bericht an Heinrich Himmler als eine “geradezu horrende Summe”; zusätzlich hat die Großfürstin Viktoria “aus dem Verkauf ihrer Juwelen” bedeutende Beträge zur Verfügung gestellt. In einem Brief vom Jahr 1939 beziffert der General die damals gewährte Finanzhilfe auf eine halbe Million Goldmark – für damalige Verhältnisse wahrlich ein fürstliches Vermögen, kostete doch ein Haus nur ein paar tausend Mark!3

General Biskupskij läßt auch seine Beziehungen nach Paris spielen und zapft den dort ansässigen Rußländischen Kommerz-, Industrie- und Handelsverband an. Die Spenden fließen, denn Mitglieder der Organisation sind die Unternehmer und Erdölmagnaten Denisov, Nobel und Gukasof, die aus dem russischen Zusammenbruch große Summen gerettet haben.4 Der General ist bei den reichen Ölmagnaten beliebt, da er nach seiner Flucht aus Russland mit Armeefreunden abenteuerliche Pläne geschmiedet hat, um die verlorengegangenen Erdölfelder im Kaukasus zurückzuerobern. “Solche Sirenengesänge hören die Unternehmer gern – die ferne Hoffnung auf diese Besitztümer öffnet ihre Brieftaschen”, schreibt Wolfgang Zdral.

Der Playboy Kurt Lüdecke betritt die Bühne – 1922

Hitler und Kurt Lüdecke Zu den frühesten Finanziers Hitlers gehört auch ein dubioser Playboy und Abenteurer namens Kurt Lüdecke (Bild links mit Hitler). Der gewissen- und orientierungslose Lüdecke erlebt Hitler zum ersten Mal im August 1922, da dieser vom Rednerpult aus über den “jüdischen Bolschewismus” herzieht. Lüdecke erinnert sich schwärmerisch an den nur ein Jahr älteren Hitler: “Ich vergaß alles um mich herum, außer diesen Mann. Er schien ein anderer Luther zu sein. Ich wußte, meine Suche hatte ein Ende. Ich hatte mich selbst gefunden, meinen Führer und mein Ziel.”5 In den kommenden Jahren wird Lüdecke für Hitler Kontakte zu einflußreichen Persönlichkeiten vermitteln und pflegen und – vor allem – Geld herbeischaffen.

Lüdecke selbst ist auf äußerst zweifelhafte Weise zu Vermögen gekommen: Erst ließ er sich von reichen Damen aushalten, später dann entdeckte er homosexuellen Sex mit anschließender Erpressung als lukrative Geldquelle. Damals stand Homosexualität noch unter Strafe, und seine “Partner” aus der besseren Gesellschaft bezahlten lieber, als daß sie sich öffentlicher Schande und Ächtung ausgesetzt hätten. Später reist Lüdecke durch die Welt, um da und dort ein möglichst lukratives Geschäft abzuschließen und erwirbt sich so in kurzer Zeit ein riesiges Vermögen von einer halben bis einer Million Mark, das er inflationssicher im Ausland anlegt.

Kleiner Zwischeneinwurf

Sowohl der Schriftsteller Dietrich Eckart als auch der umtriebige Kurt Lüdecke waren homosexuell. Der Bremer Historiker Lothar Machtan schrieb ein Buch, in dem er die Behauptung aufstellte, Hitler sei ebenfalls homosexuell gewesen. Unter anderem soll es Hinweise darauf gegeben haben, dass Hitler im Ersten Weltkrieg deshalb nicht befördert worden sei, weil ein Kriegsgericht ihn einer homosexuellen Beziehung zu einem Offizier überführt habe. 33 34 35

Auch gibt es immer wieder Hinweise darauf, dass Hitler selber jüdische Vorfahren hatte und einer inzestösen Verbindung entstamme, die er sorgsam zu verbergen suchte. Hierzu ist zu sagen, dass Hitlers Großmutter Anna Schickelgruber über 14 Jahre lang Alimente ihres jüdischen Dienstherrn Frankenberger erhalten hatte. Das heißt, der Mann, der später mit dem Ariernachweis ein ganzes Volk zwang, nicht-jüdische Großeltern nachzuweisen, war unsicher, ob er nicht selbst einen jüdischen Großvater hatte. 36

Sollte dagegen Johann Hiedler (Hüttler) doch Hitlers Urgroßvater sein (siehe Stammbaum), was dieser immer bestritt, so entspricht die Ehe seiner Eltern einer Inzucht. Unter Inzucht versteht man im allgemeinen eine Ehe zwischen Verwandten zweiten bis vierten Grades. Jedenfalls hat Hitlers Vater Alois Schicklgruber seine um 23 Jahre jüngere Nichte Klara Pölzl geheiratet. Aus dieser Ehe stammen insgesamt 6 Kinder u.a. auch Adolf Hitler. Johann Hiedler (Hüttler) wäre dann nämlich sowohl der Vater von Alois Schicklgruber (Hitlers Vater) als auch der Urgroßvater von Klara Pölzl (Hitlers Mutter). 37

Einer der Kontakte, die Lüdecke für Hitler knüpft, ist jener zu Benito Mussolini in Italien, der im Oktober 1922 durch einen Staatsstreich an die Macht gekommen ist und Hitler dazu noch nicht einmal dem Namen nach kennt. Als Hitler am 8./9. November 1923 den Duce kopieren will und den Marsch auf Berlin beginnt, wird er schon bei der Feldherrenhalle in München durch Gewehrfeuer gestoppt und ins Gefängnis Landsberg verfrachtet. Trotzdem will er den Kontakt zu Mussolini intensivieren. Dieser hat an sich nichts dagegen, fürchtet jedoch, daß jemand deutscher Zunge darauf bestehen könnte, das deutschsprachige, erst nach dem Ersten Weltkrieg Italien zugesprochene Südtirol, solle zu Österreich zurückkehren. Hitler will von Mussolini vor allem Geld. “Fetzen Sie aus Mussolini heraus, was Sie können!”6 – deshalb ist er bereit, Südtirol aufzugeben.

Da die NSDAP die einzige Partei ist, die offen auf Südtirol verzichtet, ist es für Mussolini nur konsequent und vernünftig, jene Rechtspartei in Deutschland zu fördern, die seinen Interessen am besten dient. Wolfgang Zdral schreibt dazu: “Lüdeckes erste Kontakte zu den Faschisten im Süden tragen für Hitler in den Folgejahren reichlich Früchte – auch finanziell: An italienischen Geldzuwendungen hat es seit Mussolinis Marsch auf Rom nicht gefehlt.7 Die genauen Summen lassen sich heute nicht mehr ermitteln. Die Münchner Post, und der Bayerische Kurier berichten von den Geldzahlungen; die Rede ist von 50.000 Goldmark.”8

Auch André-François Poncet, in den dreißiger Jahren Botschafter Frankreichs in Deutschland und Kenner der internationalen Diplomatie, schreibt in seinen Memoiren, daß die Nazis Geld von den italienischen Schwarzhemden einstrichen. Und SS-General Wolff, Chef des persönlichen Stabs von Heinrich Himmler und höchster Polizeiführer in Italien, bestätigt ebenfalls, daß die Nationalsozialisten vor ihrer Machtübernahme Finanzmittel von Mussolini kassierten.9

Der preußische Ministerpräsident Otto Braun erklärt im Rückblick über die italienische finanzielle Wahlhilfe für die Nazis, die er auf 18 Millionen Mark beziffert: “Hitler erhält enorme Beträge aus Italien. Sie gelangen über eine Schweizer Bank nach München.”10

Lüdecke pumpt aber auch aus seinem eigenen Vermögen erhebliche Summen in die Partei, gibt dem “Führer” auch privat Geld, lädt ihn zu feudalen Abendessen ein. Insgesamt sind es 130.000 Mark, die er für die Parteikasse spendet, stellt die Polizei fest?11

Lüdecke leistet sich neben Maßanzügen, teuren Zigarren und gutem Wein noch ein weit kostspieligeres Hobby: Er unterhält eine eigene SA-Abteilung ähnlich der Truppe von Schwarzhemden, die er bei Mussolini gesehen hat. “Dafür wendet er nochmals 100.000 Mark auf. Das beeindruckt Hitler”, schreibt Zdral. Denn der NS-Führer sieht in eigenen paramilitärischen Truppen einen wichtigen Machtfaktor für den Aufbau der Partei. Entsprechend emsig arbeitet er am Aufbau dieser Privatarmee. Doch das verschlingt Unsummen. Deshalb ist jeder Sponsor, der die Parteikasse entlastet, hochwillkommen.”

Lüdecke macht sich mit Begeisterung ans Werk und rüstet innerhalb von kurzer Zeit eine Truppe von rund hundert Mann – meist arbeitslose Freiwillige – mit Uniformen und Waffen aus, die er sich über zwei jüdische Händler auf dem Schwarzmarkt besorgt. Lüdecke ist es auch, der die Truppe schult und sie am Wochenende zu Übungen im Geländekampf in die Wälder außerhalb Münchens schickt. Als er wieder öfters ins Ausland reist, verliert Lüdecke “sein Interesse an dem Spielzeug SA” (Zdral) – er überträgt schließlich das Kommando auf Hermann Göring.

Nach dem mißlungenen Münchner Putsch sieht es Ende 1923 schlecht aus für die NSDAP: Ihr Führer im Gefängnis, sie selbst verboten, das Vermögen (170.000 Goldmark) beschlagnahmt.

Vom Landsberger Gefängnis aus beauftragt Hitler Lüdecke nun, für die Interessen der deutschen Freiheitsbewegung in Nordamerika zu werben und besonders finanzielle Mittel hierfür zu sammeln.”12 Hitlers Schreiben ist insofern bemerkenswert, da er in späteren Jahren öffentlich immer leugnet, Gelder aus dem Ausland angefordert zu haben.

Mitte Januar 1924 schifft sich Lüdecke nach Amerika ein. An Bord des Schiffes “Amerika” befinden sich auch Siegfried und Winifred Wagner, Sohn und Schwiegertochter des berühmten Komponisten Richard Wagner. “Das ist kein Zufall – Lüdecke weiß von der geplanten Konzerttournee der Wagners und deren Reisetermin. Also bucht er einfach dieselbe Passage”, bemerkt Zdral. “Mit der Empfehlung des inhaftierten NS-Diktators als Trumpfkarte gewinnt er schnell das Vertrauen des Paares und etabliert sich als deren Begleiter für die Vereinigten Staaten. Die Wagners, bereits Bewunderer von Hitler, wollen Lüdeckes Geldsammelaktivitäten tatkräftig unterstützen und selbst jenseits des Atlantiks nach Spendern suchen.”

Die Wahl fällt auf Henry Ford, den Automobilproduzenten aus Detroit. Lüdecke, der Jahre zuvor für Ford als Privatdetektiv in New York gearbeitet hat, wird tatsächlich eingeladen; allerdings macht Ford kein Geld locker. Dies ändert sich, als kurz darauf das Ehepaar Wagner bei Ford zu Gast ist. Wie Hitler sieht Ford in Macht und Einfluß des internationalen Judentums eine Gefahr. Winifred Wagner erinnert sich: “Die Philosophie und Ideen Fords und Hitlers waren sehr ähnlich.”13 Winifred Wagner läßt durchblicken, daß Hitler jetzt Geld besonders dringend brauche. Ford lächelt und sagt, er sei immer noch bereit, jemanden wie Hitler zu unterstützen, der auf die Befreiung Deutschlands von den Juden hinarbeite.

Spätere gerichtliche Untersuchungen ergaben, daß schon im Jahre 1923 dreimal größere Geldbeträge vom Saargebiet bei der Deutschen Bank überwiesen worden waren. Das Gericht kam zu der Überzeugung, daß dieses Geld von dem amerikanischen Automobilfabrikanten Ford stammte, der einer der maßgeblichen Leute im französischen Eisensyndikat war und an einer deutschen Aufrüstung sehr interessiert.

Doch Amerika hatte noch auf ganze andere Weise dafür gesorgt, daß ein Extremist wie Hitler in Deutschland an die Macht kommen konnte. Das heißt: Eigentlich war es nicht ganz Amerika, sondern einige wenige große Firmen und eine ganz bestimmte Straße weit im Süden von Manhattan…

Die “Geldmacht” USA trifft Kriegsvorbereitungen – seit 1918

“Als die Nazis 1933 an die Macht kamen, fanden sie heraus, dass schon seit 1918 Schritte unternommen worden waren, um Deutschland in ökonomischer und industrieller Hinsicht auf einen Krieg vorzubereiten.” Zu diesem eindeutigen Fazit kamen die Aussagen verschiedener Regierungsbeamter vor dem amerikanischen Kilgore Committee nach dem Zweiten Weltkrieg.

Diese Kriegsvorbereitungen vor und nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933 gingen zum großen Teil auf die finanzielle Unterstützung der Wall Street zurück, welche in den Zwanziger Jahren mithalf, das deutsche Kartellsystem zu formieren. Zudem stellten bekannte amerikanische Firmen später technisches Know-How zur Verfügung, um die Deutsche Wehrmacht aufzubauen.

Der dies behauptet, ist kein dubioser Verschwörungshysteriker, sondern ein amerikanischer Professor, Geschichtsforscher und Autor zahlreicher Bücher, der sich auf erstklassiges Primärquellenmaterial stützt: “Wall Street and the Rise of Hitler” ist eines der vielbeachtetsten Bücher des gebürtigen Engländers Antony C. Sutton (1925-2002). Die finanzielle und technische Unterstützung Deutschlands durch die Wall Street sei weder zufällig noch kurzsichtig geschehen, hebt Sutton hervor.

Es beginnt mit dem Dawes-Plan – 1924

“Was jetzt inszeniert wurde, war auch ein Krieg, ein unblutiger, leiser, der die Nationen finanziell ausbluten sollte, um sie auf den rechten Weg einer Welt-Wirtschaft und einer Welt-Finanz unter dem richtigen Dach zu bringen”, kommentiert E. R. Carmin* in seinem Buch “Das schwarze Reich”. Der Anfang allen Übels war der vermaledeite Versailler Vertrag. Seine Verfasser wußten, daß es Deutschland niemals möglich sein würde, die ihm aufgebürdeten, immensen Schulden abzutragen. Vielmehr sollte es nur gerade in der Lage sein, die Zinsen jener gigantischen Summe zu begleichen, auf daß die Schuld selbst niemals kleiner würde, sondern in alle Ewigkeit nur anwachsen und drückender werden könne.

*Rezensionen über das Buch “Das schwarze Reich” von E. R. Carmin findet ihr im Friedensforum Essen 38

Frankreich weigerte sich, Reparationszahlungen in Form von Gütern und Rohstoffen zu akzeptieren, sondern verlangte ausschließlich Gold. Deutschland jedoch war nicht in der Lage, auch nur annähernd jene Menge Wirtschaftsgüter zu produzieren und vor allem zu exportieren, die notwendig gewesen wären, um diesen Verpflichtungen nachzukommen.

DawesDa hat einer der mächtigsten Bankiers der Welt, J. P. Morgan, die rettende Idee, welche die Alliierten (USA, Sowjetunion, England, Frankreich) dankbar aufnehmen: Sie ernennen 1924 ein Bankiers-Komitee unter der Leitung des amerikanischen Bankmannes Charles Gates Dawes (Bild links), um ein Programm für die Reparationszahlungen zu entwickeln.

1902 hatte Charles Dawes übrigens erfolglos für den US-Senat kandidiert. Danach setzte er sich für soziale Dienste ein. So gründete er 1913 in Chicago das “R. F. Dawes Hotel for Men”, eine Einrichtung für Obdachlose. 1925 wurde er für den Dawes-Plan mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Von 1925 bis 1929 war Dawes Vizepräsident der USA.

Deutschland wird zu hohen Zinsen zunächst ein Rahmenkredit für die nächsten vier Jahre eingeräumt, mit dem es seine Kriegsschulden ungeachtet der französischen Forderungen zurückzahlen soll. Diese Dollars gehen wenige Tage später von den Kriegsschuldnern (Deutschland) wieder an Amerika zurück, denn auch die USA verlangen die Rückzahlung internationaler Schulden ausschließlich in Gold und Dollars. Auch die Zinsen nehmen sie weder in Waren noch in Rohstoffen. “So bekamen die amerikanischen Geldverleiher allemal ihr Geld zurück – aber das nannten sie Zinsen, und die Kapitalschuld blieb”, schreibt E. R. Carmin.

Carroll Quigley, ein Georgetown Professor, für internationale Angelegenheiten, der auch Lehrer des ehemaligen amerikanischen Präsidenten Bill Clinton war, nennt die Dinge beim Namen: “Es ist zu beachten, daß dieses System von den internationalen Bankiers eingeführt wurde und daß das Ausleihen des Geldes anderer (nämlich amerikanischer Investoren) an Deutschland für diese Bankers höchst gewinnbringend war. Mit Hilfe dieser Kredite konnten die deutschen Schuldner ihre Kriegsschuld an England und die USA zurückzahlen, ohne Waren und Dienstleistungen zu exportieren. Die Devisen, die in Form von Krediten an Deutschland gingen, flossen an Italien, Belgien, Frankreich und England in Form von Reparationen zurück und schließlich an die Vereinigten Staaten in Form von Rückzahlung der Kriegsschulden.

Was allein an diesem System schlecht war, war (a) daß es zusammenbrechen würde, sobald die USA kein Geld mehr liehen und (b) daß in der Zwischenzeit die Schulden lediglich von einem Konto auf ein anderes verschoben wurden und niemand der Zahlungsfähigkeit auch nur einen Schritt näher kam. – Es war überhaupt nichts gelöst, aber die internationalen Bankiers saßen im Himmel, wo es von Gebühren und Provisionen nur so regnete.”

Die Rechnung sieht am Ende so aus: Zwischen 1924 und 1931, während dem Dawes-Plan und dem darauf folgenden Young-Plan, zahlte Deutschland an die Alliierten ungefähr 36 Milliarden Mark an Reparationen. Im selben Zeitraum borgte Deutschland aber hauptsächlich in den USA etwa 33 Milliarden Mark, was bedeutete, daß in Wirklichkeit von der Reparationsschuld lediglich drei Milliarden bezahlt und der Rest auf neue Kredite umgelagert worden war.

Owen D. Young Antony C. Sutton listet in seinem Buch die Experten des Dawes-Plans akribisch auf: Da war natürlich der Bankier Charles G. Dawes, welcher das Alliierten-Komitee 1924 präsidierte. Ferner Owen D. Young (Bild links) von der Morgan Bank, der gemeinsam mit Charles Dawes ein Konzept entwickeln sollte, der auch noch Präsident des Stromgiganten General Electric Company war. Ab 1929 wurde Young, der Direktor der New Yorker Federal Reserve Bank, Präsident des Dawes-Komitees, unterstützt von J. P. Morgan selbst, der sich abwechselte mit T. W. Lamont, einem Partner von Morgan und T. N. Perkins, einem Bankier mit Morgan-Verbindungen. “Mit anderen Worten, die US-Delegationen waren einzig und allein – wie es Quigley nannte – J. P. Morgan-Delegationen, welche die Autorität und das Siegel der Vereinigten Staaten benutzten, um finanzielle Pläne umzusetzen, welche allein ihren eigenen pekuniären (finanziellen) Interessen dienten.”

Zu den deutschen Mitgliedern des Expertenkomitees gehörten Hjalmar Schacht, Präsident der Deutschen Reichsbank und Carl Voegler von den Vereinigten Stahlwerken, welche dann später die Aufrüstung betreiben sollten.

Anmerkungen zu Hjalmar Horace Greeley Schacht

Hjalmar SchachtDer Sohn eines deutschen Kaufmanns und einer dänischen Mutter empfing seine Vornamen zur Ehre von Horace Greeley; einem US-amerikanischen Zeitungsverleger und Politiker. Hjalmar ist ein dänischer Name.

Am 16. März 1933 wurde er Präsident der Deutschen Reichsbank, ab August 1934 Reichswirtschaftsminister und ab Mai 1935 Generalbevollmächtigter für die Kriegswirtschaft. Im November 1937 tritt er als Generalbevollmächtigter für die Kriegswirtschaft zurück, er bleibt bis 1943 Minister ohne Geschäftsbereich. Im Juli 1944 wird er Aufgrund seiner Kontakte zum Widerstand festgenommen und verbleibt bis zum Kriegsende in den Konzentrationslagern Ravensbrück (90 Kilometer nördlich von Berlin) und Flossenbürg in Bayern.

Als die US-Armee sich 1945 dem KZ-Flossenbürg nähert, wird Hjalmar Schacht zusammen mit anderen promineten Häftlingen zunächst ins KZ-Dachau und dann nach Österreich verbracht. Dort wurde er von den Amerikanern befreit und anschließend gleich wieder inhaftiert. Nach Zwischenstationen auf Capri und in Aversa bei Neapel wurde er schließlich dem Nürnberger Militärgericht überstellt.

Vor dem Nürnberger Militärgericht wurde er von den Anklagepunkten Verschwörung und Verbrechen gegen den Frieden freigesprochen. Von der Stuttgarter Spruchkammer wurde er 1947 allerdings als Hauptschuldiger eingestuft und zu 8 Jahren Arbeitslager verurteilt. Das Urteil wurde jedoch in einem Berufungsverfahren 1948 wieder aufgehoben. In den darauf folgen Jahren betätigte er sich erfolgreich als Finanzberater von Entwicklungsländern. 1953 gründete er die Außenhandelsbank Schacht & Co. und machte ein Vermögen. Hjalmar Schacht starb am 3. Juni 1970. 39 40

“Schlußendlich waren die Mitglieder und Berater der Dawes- und Young-Kommissionen nicht nur mit New Yorker Finanzinstituten verbunden, sondern, wie wir später noch sehen werden, gleichzeitig auch Direktoren von Firmen, die zu jenen deutschen Kartellen gehörten, welche Hitler zur Macht verhalfen”, schreibt Sutton, und kommt zum Schluß: “Der Beitrag, welchen der amerikanische Kapitalismus an die deutschen Kriegsvorbereitungen vor 1940 leistete, kann nur als phänomenal bezeichnet werden. Er war zweifellos entscheidend für die deutsche Militärkapazität.”
… und setzt sich fort im Young-Plan – 1930

Laut Hitlers Finanzgenie, Hjalmar Horace Greeley Schacht, war im Grunde der Young-Plan dafür verantwortlich, daß Hitler 1933 an die Macht gelangte. Gleicher Ansicht war übrigens der Industrielle Fritz Thyssen, welcher nach dem Krieg aussagte: “Ich wandte mich der Nationalsozialistischen Partei erst zu, als ich die Überzeugung gewann, daß der Kampf gegen den Young-Plan unvermeidlich war, wenn der völlige Zusammenbruch Deutschlands abgewendet werden sollte.”

Der Young-Plan legte 37 Jahresraten von jeweils 2,05 Milliarden Goldmark sowie weitere 22 Jahresraten von jeweils 1,65 Milliarden Goldmark als Reparationszahlungen fest. Nach 59 Jahren – also 1988 – sollten die Reparationsverpflichtungen abgeleistet sein.” Das war aber noch nicht alles.

Zwischen dem Young-Plan und dem Dawes-Plan gab es einen großen Unterschied: Während der Dawes-Plan Reparationszahlungen in Form von Gütern verlangte, welche mit ausländischem Kapital in Deutschland produziert wurden, verlangte der Young-Plan Geldzahlungen, und “meiner Meinung nach”, schrieb Thyssen, “mußten die so auflaufenden finanziellen Schulden zwingend zum Zusammenbruch der gesamten Wirtschaft des Reiches führen.”

Der Young-Plan war ausdrücklich als Mittel bestimmt, Deutschland mit amerikanischem Kapital zu besetzen und die unbeweglichen deutschen Vermögenswerte an Amerika zu verpfänden.

Owen Young war übrigens auch der wichtigste Geldgeber für Franklin D. Roosevelt und dessen United European Venture, als der damalige Wall Street-Bankier und spätere US-Präsident Roosevelt versuchte, aus der deutschen Hyperinflation von 1923 Kapital zu schlagen. Die United European Venture diente der Spekulation und sollte mit dem Dawes-Plan Profit machen. Sie ist ein klarer Beweis dafür, wie Privatbankiers die staatliche Außenpolitik manipulieren, um die Macht des Staates für ihre persönlichen Interessen zu mißbrauchen.

So kam es, daß Ex-Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht Owen Young direkt dafür verantwortlich machte, daß die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht kommen konnten.

Dennoch war es Schachts und nicht Owens Idee, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zu gründen. Sie war einfach nur ein weiterer Schritt zur Erringung der Kontrolle über die (politischen) Geschäfte der Welt. Der Georgetown Professor Carroll Quigley nannte es “ein Weltsystem der finanziellen Kontrolle, in privaten Händen, und fähig, das politische System eines jeden Landes und die Wirtschaft der ganzen Welt zu kontrollieren.”

Zu jener Zeit kontrollierten Privatleute schon die Zentralbanken der Vereinigten Staaten, Deutschlands, Frankreichs und Englands. US-Präsident Hoover machte 1932 konkret die Wall Street für seine Nichtwiederwahl verantwortlich. Wall Street wollte Roosevelt und bekam ihn auch. So dürfte Antony Sutton denn auch mit seiner Einschätzung recht haben, daß Politiker von den wahren Machthabern der Welt – den Herren des Geldes – wie Hunde an der Leine gehalten und durch ein System von Zuckerbrot und Peitsche fügsam gemacht werden.

Kartelle (IG Farben, AEG, Verein. Stahlwerke) als Kriegsmittel – 1933

Die Anleihen aus dem Dawes-Plan werden in Deutschland zu einem Großteil für die Bildung und Konsolidierung dreier gigantischer Kartelle verwendet, nämlich der IG-Farben, der Allgemeinen Elektrizitäts Gesellschaft (AEG) und der Vereinigten Stahlwerke. Der IG Farben gehörten zu Spitzenzeiten in Deutschland 200 Werke, sowie etwa 400 deutsche und 500 ausländische Unternehmensbeteiligungen an. Die Vereinigten Stahlwerke beinhaltete fast alle großen deutschen Eisen-, Stahl- und Bergwerksgesellschaften. Zeitweise galten die Vereinigten Stahlwerke als europaweit größter Stahl-Konzern. Diese Kartelle tragen 1933 nicht nur wesentlich dazu bei, Hitler an die Macht zu bringen, sondern spielen später auch eine Schlüsselrolle bei der Produktion kriegswichtiger Materialien.

Gerne wird heute kolportiert (das Gerücht verbreitet), Wall Street habe nicht erkannt, wohin Deutschland treibe. Dem widerspricht Sutton heftig. Analysen der zeitgenössischen Wirtschaftspresse Amerikas hätten unmißverständlich gezeigt, daß man sich der Nazibedrohung voll bewußt gewesen sei, weshalb man die Leser jener Wirtschaftsmagazine auch vor den deutschen Kriegsvorbereitungen gewarnt habe. Nicht nur hätten die betroffenen Amerikaner genau über die Natur des Nationalsozialismus Bescheid gewusst, nein, sie hätten ihn wann und wo immer zu ihrem eigenen Vorteil unterstützt – “in dem vollen Wissen, daß das wahrscheinliche Ergebnis ein Krieg sein würde, der Europa und die Vereinigten Staaten betrifft.” Die Primärquellen, die Antony C. Sutton im Laufe seiner Recherchen konsultieren konnte, beweisen dies zweifelsfrei.

So ermöglichten die Mittel aus dem Young-Plan vor allem den Aufbau der deutschen Kriegsindustrie. Und: Bei zwei der drei Kartelle sitzen amerikanische Finanziers im Aufsichtsrat! James Stewart Martin (man kann das Buch “All honorable men” herunterloaden 41) beschreibt die Kartelle so: “Diese Anleihen zum Wiederaufbau wurden zu einem Instrument für Arrangements, welche mehr dazu beitrugen, einen Zweiten Weltkrieg herbeizuführen, als Frieden nach dem Ersten Weltkrieg.”
Die Deutsche Bank im Dritten Reich

Es sollte am Rande angemerkt werden, dass auch die Deutsche Bank im Dritten Reich ähnliche Geschäftspraktiken anwendete, wie die amerikanischen Banken Morgan & Co. Untersuchungen der Deutschen Bank hatten 1946/47 ergeben, dass sie eine ungewöhnliche Konzentration wirtschaftlicher Macht darstellte und an der Durchführung der verbrecherischen Politik des Naziregimes auf wirtschaftlichem Gebiet teilgenommen hat. 42

Nur eine Handvoll New Yorker Finanzhäuser finanzierten nach dem Ersten Weltkrieg die deutschen Reparationszahlungen. Drei Finanzhäuser, nämlich 1. Dillon, Read & Co. – Harris, Forbes & Co. und National City Company vergeben fast drei Viertel des Gesamtbetrages und fahren auch die größten Profite ein. Die übrigen Bankhäuser sind Speyer & Co. – Lee, Higginson & Co. – Guaranty Company of New York – Kuhn, Loeb & Co. sowie die Equitable Trust Company.

Ab Mitte der Zwanziger Jahre dominieren die zwei deutschen Kombinate IG Farben und Vereinigte Stahlwerke den Chemie- und den Stahlmarkt. Am Vorabend des Kriegs, nämlich in den Jahren 1937/38, produzieren diese beiden 95 Prozent des deutschen Sprengstoffs! Um es noch einmal hervorzuheben: Die Produktion von synthetischem Benzin und von Sprengstoff – welche beide unverzichtbar für die Kriegsführung waren – wurde von zwei Kartellen kontrolliert, welche unter dem Dawes-Plan von Wall Street-Anleihen geschaffen worden waren.
Als Beiträge und in Form anderer Spenden an die Nationalsozialisten leistete die IG Farben von 1933 bis 1945 folgende Summen in RM 43:

1933 3.584.070
1934 4.020.205
1935 4.515.039
1936 4.960.636
1937 5.467.626
1938 8.156.315
1939 7.539.857
1940 7.471.620
1941 8.057.982
1942 13.436.201
1943 8.588.650
1944 8.402.152

Rockefeller und die Standard Oil Company

John D. RockefellerEin weiterer großer Bezin-Lieferant für die Nationalsozialisten war natürlich die Standard Oil Company des Amerikaners John D. Rockefeller. Er galt durch seine Unternehmungen als der reichste Mann seiner Zeit und erreichte monopolartige Machtstellungen. Sein damaliges Vermögen betrug rund 900 Millionen Dollar (1913), was 2001 etwa einem Wert von 200 Milliarden Dollar entsprach. Damit war John D. Rockefeller der reichste Mann, der jemals gelebt hat.

Rockefeller und das Ludlow-Massaker von 1914

John D. Rockefeller baute in der Kleinstadt Ludlow eine Siedlung, konzerneigene Wohnhäuser, die den Arbeitern gegen Lohnabzug zur Verfügung gestellt wurden. Im Jahr 1914 kam es, wie an anderen Orten, unter den Arbeitern von Ludlow zum Wunsch einer Gewerkschaftsbildung. Nach der Ablehnung Rockefellers riefen sie einen kontrollierten Streik aus, bei dem rund 70% die Arbeit niederlegten.

Daraufhin entzog Rockefeller mitten im Winter seinen Arbeitern das Wohnrecht, indem er sie mit sofortiger Wirkung entließ. Die Häuser der Familien, die sich weigerten die Wohnung zu verlassen, wurden in Brand gesteckt. Zahlreiche Kinder und Frauen verbrannten. Als der Rest der Arbeiter vertrieben werden sollte, kam es zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen zwischen den Arbeitern und der von Rockefeller bezahlten Miliz. Diese verübten kurzerhand Selbstjustiz, bei der über 45 Arbeiter ihr Leben verloren. Das grausame Treiben wurde erst beendet, als US-Präsident Woodrow T. Wilson nach 10 Tagen durch die Entsendung der Armee dem Massaker ein Ende setzte.

Die Rockefeller Foundation

Um sein Ansehen in der Öffentlichkeit wiederherzustellen, verteilte Rockefeller großzügige Spenden in unterschiedlichen Bereichen. Rockefeller gründete Stiftungen, soziale Einrichtungen und begründete die “Rockefeller-Foundation” die noch bis heute Bestand hat. 44 45

Die amerikanische Hilfe für die deutsche Aufrüstung erstreckt sich noch auf weitere Gebiete. In Hitlerdeutschland sind die zwei größten Hersteller von Panzern Opel, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der amerikanischen General Motors, die wiederum von J. P. Morgan kontrolliert wird; sowie die Ford AG, eine Tochtergesellschaft von Henry Fords Ford Motor Company in Detroit.

Der Molloch – Leseprobe von Karlheinz Deschner

Der deutsche Schriftsteller und Religionskritiker Karlheinz Deschner schreibt in seinem Buch “Der Molloch” zur Finanzierung der Deutschen nach dem ersten Weltkrieg durch die Amerikaner:

»Amerikas Geschäft ist das Geschäft« war eines der großen Worte des Präsidenten Calvin Coolidge (Präsident der USA von 3. August 1923 – 3. März 1929). Und es paßt dazu, daß man wenige Monate nach seinem Amtsantritt mit Deutschland am 8. Dezember 1923 bereits einen Freundschaftsvertrag schloß – nur wenige Jahre nachdem man es zu Tode bekriegt hatte. Und schon im nächsten Jahr ist es bezeichnenderweise ein Bankier, Charles G. Dawes, der (in dem seinen Namen tragenden Plan) für eine Reorganisation der Deutschen Reichsbank und die Stabilisierung der deutschen Währung eintritt durch eine Anleihe von nicht weniger als 800 Millionen Goldmark.

Auch ein weiterer Großkapitalist wurde zur Rettung Deutschlands aktiv. 1929 appellierte Alfred Hugenberg, eine Art Axel Springer der Weimarer Republik, dessen Medienkonzern, etwa 40 deutsche Zeitungen, darunter der “Völkische Beobachter”, das tägliche Parteiblatt der NSDAP, einige Verlage und die größte deutsche Filmgesellschaft “Ufa” angehörten, in einem Rundschreiben an 3.000 US-Millionäre, das drohende Chaos in Deutschland abzuwenden.

Hugenbergs Aufruf verhallte jenseits des Atlantik nicht ungehört. Es war das Jahr der heraufziehenden großen Wirtschaftspanik, die US-Stahlkonzerne lagen darnieder. Wie hätte da nicht das mit einer deutschen Aufrüstung verbundene Geschäft verlocken sollen! Zwar hatte die Weimarer Republik die Remilitarisierung bereits eingeleitet, doch im großen Stil konnte man dies wohl erst von dem Heil- und Siegbringer aus Braunau (Hitler) erhoffen.

Daß der deutsche »Führer« käuflich war, ist früh bekannt gewesen. Schon ein Prozeß im Sommer 1923 wegen der NSDAP-Finanzierung hatte ergeben, daß der Partei dreimal große Geldbeträge aus dem Saargebiet über die Deutsche Bank zugegangen waren. Nach Überzeugung des Gerichts stammten sie von amerikanischer Seite, dem Großindustriellen Henry Ford, der lebhaft eine deutsche Aufrüstung wünschte.

So ist es dann ja auch gekommen. 1938 wurde beispielsweise ein Fertigungswerk in Berlin in Betrieb genommen, dessen einzige Aufgabe es war, LKWs für die Wehrmacht herzustellen. Ford produzierte insgesamt 78.000 LKW und 14.000 Kettenfahrzeuge für die Wehrmacht.

Agenten des langjährigen preußischen Innenministers Carl Severing (zwischen 1928 und 1930 Reichsinnenminister) hatten seit 1929 aber auch Verhandlungen Hitlers mit US-Bankiers im Berliner Hotel Adlon beobachtet, Verhandlungen, die dort bis 1933 stattfanden. (Das Resultat dieser Untersuchungen gelangte später ins »Abegg-Archiv« in Zürich, wo es allerdings nicht mehr ist.)

Severing beauftragte Ende 1931 seinen Staatssekretär Dr. Abegg mit Nachforschungen über Hitlers Vorleben und seine ausländischen Finanzquellen. Dabei ergab sich, das Geld für die aufwendige Nazipropaganda stammte »nur aus dem Ausland, insbesondere aus den USA«. – Übrigens hatte Hitler auch einen großen Teil der Waffen für SA und SS nicht von der Reichswehr, sondern vom Ausland erhalten.

Heartfield Bei Beratungen der Präsidenten der »Federal Reserve«-Banken, des eigentlichen Finanzzentrums der Wallstreet, der fünf unabhängigen Banken, Vertreter der Royal Dutch (Shell), der Standard Oil Rockefeller jun. u.a. im Sommer 1929 wurde Warburg schließlich gebeten zu prüfen, ob Hitler für amerikanisches Geld zugänglich sei. Als Gegenleistung hätte dieser gegenüber Frankreich eine aggressive Außenpolitik einzuleiten, sollte aber »in die wirklichen Motive der amerikanischen Unterstützung nicht eingeweiht werden«.

Hitler seinerseits habe bei den Verhandlungen in Berlin betont, »daß er mit den Arbeitslosen alles machen könne, wenn er ihnen nur Uniformen und Verpflegung gebe… Auf diese Weise werde er Frankreich schon klein bekommen… Alles hinge vom Geld ab… Die USA-Hochfinanz habe doch sicher ein Interesse daran, daß er, Hitler, an die Macht komme, denn sonst hätte sie ihm nicht bereits 10 Millionen Dollar übergeben… Wenn er von der USA-Hochfinanz 500 Millionen Mark erhalte, sei er in “sechs Monaten fertig”.« Hitler habe auch die Kommunisten als erledigt bezeichnet und erklärt, er werde nun die Sozialdemokraten ausschalten, durch Wahlen oder mit Gewalt. Eventuell komme noch eine Verhaftung von Hindenburg, Schleicher, Papen, Brüning in Betracht, aber alles koste Geld, und das bisher aus den USA erhaltene sei verbraucht.

Selbstverständlich standen die Hitler so verhängnisvoll fördernden ausländischen Geldgeber nicht vor dem Nürnberger Tribunal. Selbstverständlich wurden die Dokumente des Abegg-Archives beim Nürnberger Kriegsverbrecherprozess nicht zugelassen. Das heikle Thema der Hitler-Unterstützung durch die großen Finanzmächte der USA durfte unter keinen Umständen auch nur erwähnt werden. Als es der zunächst länger mit Hitler kooperierende Bankier und Politiker Hjalmar Schacht, bis 1937 Reichswirtschaftsminister, bis 1939 Reichsbankpräsident, zur Sprache bringen wollte, wurde er rasch zum Schweigen gebracht. »Als Schacht«, meldete die Neue Züricher Zeitung am 2. Mai 1946, »wiederum auf die Haltung ausländischer Mächte gegenüber der Nazi-Regierung und auf die Hilfe, die sie ihr angedeihen ließen, zu sprechen kam, entschied der Gerichtshof, daß diese Dinge mit der Sache nichts zu tun hätten und daher unzulässig seien…«

John Foster Dulles – eine Milliarde Dollar für den »Führer«

Schon im Oktober 1944 hatte US-Senator Claude Pepper, Florida, geäußert, zu jenen, die Hitler zur Macht verhalfen, habe auch John Foster Dulles, der unter Präsident Dwight D. Eisenhower von 1953 bis 1959 als Außenminister diente, gehört, »denn es waren Dulles Firma und die Schroeder-Bank, die Hitler das Geld beschafften, das er benötigte, um seine Laufbahn als internationaler Bandit anzutreten«. Der ehemalige amerikanische Botschafter in Berlin, William E. Dodd, notiert in seinem Tagebuch, daß die von Dulles vertretenen Banken schon Ende 1933 Deutschland Anleihen im Wert von einer Milliarde Dollar gewährt hätten. 46

Die Nazis gewähren Opel 1936 Steuerfreiheit, damit General Motors mit dem gesparten Geld die Produktionskapazitäten ausbauen kann. General Motors revanchiert sich dafür, indem die Firma die erwirtschafteten Gewinne in der deutschen Industrie re-investiert. Henry Ford wird von den Nazis für seine Verdienste dem Nationalsozialismus gegenüber sogar im August 1938 mit dem Großen Kreuz des Deutschen Adlers ausgezeichnet.

Die Konzerne Alcoa (Aluminium Company of America) und Dow Chemical (Kunststoffe, synthetischer Kautschuk, Magnesium für Leichtbauteile von Kampfflugzeugen) arbeiten eng mit der Nazi-Industrie zusammen. Dies schließt zahlreiche Transfers ihrer amerikanischen Technologie mit ein. Bendix Aviation (Luftfahrt), bei welcher die von J. P. Morgan kontrollierte General Motors einen Mehrheitsanteil hält, beliefert die Siemens & Halske AG in Deutschland mit Daten über automatische Piloten und Flugzeuginstrumente. Noch 1940, also nach Kriegsausbruch, liefert Bendix Aviation die kompletten technischen Daten für Anlasser von Dieselmotoren und Flugzeugen an Robert Bosch und erhält dafür Tantiemenzahlungen.

Amerikanische Firmen, welche mit den internationalen Investitionsbankiers Morgan und Rockefeller in Verbindung standen – jedoch wohlverstanden nicht die große Zahl unabhängiger amerikanischer Industrieller – waren stark in das Wachstum der Nazi-Industrie involviert. “Es ist wichtig zu beachten, daß General Motors, Ford, General Electric (Medizintechnik, Flugzeugtriebwerke, Industrie-Anlagenbau, Finanzierungen), DuPont (Kunststoffe, Sprengstoffe, Elektronik, Lebensmittel) und die Handvoll US-Firmen, welche eng in die Entwicklung Nazi-Deutschlands verwickelt waren – mit Ausnahme der Ford Motor Company – durch die Wall Street-Elite kontrolliert wurden – namentlich die J. P. Morgan Firma, die Rockefeller Chase Bank und, zu einem geringeren Teil, die Warburg Manhattan Bank, schreibt Antony Sutton.16

Franzosen finanzieren Aufständische – 1923

Wie das amerikanische Kilgore-Komitee nach dem Krieg ermittelt, leistet der Deutsche Industrielle Krupp schon im Jahre 1919 finanzielle Hilfe an eine reaktionäre Gruppe, welche den Samen der Nazi-Ideologie sät.17 Allerdings, hält E. R. Carmin, Autor des Buches “Das schwarze Reich”, fest: “Schon in der Anfangszeit der “Bewegung” war die Finanzierung etwa der aber- und aberdutzenden Bünde, Wehrverbände und Freikorps eine zwielichtige und keineswegs nur innerdeutsche Angelegenheit.” So werden die bayerischen Separatisten*2 Anfang der Zwanziger Jahre, man höre und staune, ausgerechnet mit Geld vom “Erzfeind” Frankreich gesponsert, denn nichts ist den Herrschern Frankreichs damals “peinlicher, als wenn Deutschland demokratisch, pazifistisch oder sozialistisch wäre. Denn dies wäre das Ende der Existenzberechtigung einer französischen Armee. Und die Rüstung ist doch so ein gutes Geschäft.”
*2Bayerische Separatisten – 1923

Am 12.11.1923 wurde die »autonomen Republik Speyer« durch Franz Josef Heinz ausgerufen. Die Gegner der Separatisten antworten mit organisierten Protestaktionen. Am 09.01.1923 wird Franz Josef Heinz in Speyer erschossen. Am 12.1.1924 werden die Pirmasenser Separatisten zur Aufgabe gezwungen. 47

Auch Hitler soll schon in den frühen 20er Jahren von Frankreich Geld bekommen haben. Jedenfalls versichert 1952 der ehemalige preußische Finanzminister Klepper, ihm sei ini Quai d’Orsay, dem französischen Außenministerium in Paris, eine Quittung Hitlers für Geldbeträge gezeigt worden, die er von französischen Agenten erhalten habe. Bemerkenswerterweise beteiligt sich Hitler tatsächlich nicht am Ruhrkampf, als Frankreich vorübergehend das Ruhrgebiet besetzt*3, und Konrad Heiden kann sich in seinem 1936 erschienenen Buch “Adolf Hitler”19 die Bemerkung nicht verkneifen: “lm Jahre 1921 herrschte in der Partei ein merkwürdiger franzosenfreundlicher Ton”.
*3 Ruhrbesetzung 1923

Deutschland war auf Grund des Versailler Vertrages gezwungen Reparationen an die Alliierten des Ersten Weltkriegs zu zahlen. Die alliierte Reparationskommission stellte Ende Dezember 1922 einen geringfügigen Lieferrückstand deutscher Reparationen an Frankreich fest. Darum besetzten am 8. März 1923 französische und belgische Truppen die Städte Duisburg und Düsseldorf.

Die Besetzung löste einen Aufschrei nationaler Empörung im Deutschen Reich aus. Die Reichsregierung unter dem parteilosen Kanzler Wilhelm Cuno rief die Bevölkerung zum “passiven Widerstand” auf: Es wurden keine Reparationen mehr gezahlt, Industrie, Verwaltung und Verkehr wurden mit Generalstreiks teilweise lahm gelegt. Betriebe und Behörden leisteten teilweise den Anordnungen der Besatzer keine Folge. Frankreich reagierte darauf mit 150.000 verhängten Strafen, die mit unter bis zur Ausweisungen aus dem besetzten Gebiet gingen.

Inzwischen begingen ehemalige Freikorpsmitglieder (in der Regel nationalistisch, monarchistisch und rechtsradikal eingestellt) und auch Kommunisten Sabotageakte und Anschläge gegen die Besatzungstruppen. Die wiederum reagierten mit Sühnemaßnahmen und Todesurteilen, die Situation eskalierte und forderte 137 Tote.

Als am 9. Januar 1923 die Reparationskommission behauptete, dass Deutschland absichtlich die Lieferungen zurückhalten würde, wurde am 11. Januar 1923 das gesamte Ruhrgebiet, ausgehend vom bereits besetzten Düsseldorfer und Duisburger Raum von französischen und belgischen Truppen mit anfangs 60.000, später 100.000 Mann eingenommen. Ziel war, die Reparationszahlungen direkt in Kohle einzutreiben (Politik der “produktiven Pfänder”).

Wegen großer wirtschaftlicher Probleme des Deutschen Reiches verzichteten die Alliierten 1922 auf Reparationszahlungen in Form von Geld und forderten stattdessen Sachleistungen (Stahl, Holz, Kohle) ein. 48 49

E. R. Carmin schreibt, daß hinter den Geheimbünden und deren Aktivitäten auch ausländische Interessen standen: “Ein von Mitgliedern des aus dem Freikorps Oberland hervorgegangenen Blücherbundes für März 1923 geplanter, allerdings durch Denunziation aufgeflogener Putsch in München war mit über 92.000 Goldmark, immerhin an die 40 Millionen Reichsmark, von Frankreich finanziert worden.”

“Das Verblüffendste und Rätselhafteste am Erfolg dieses Menschen (Hitlers) ist die Tatsache, daß er 1923, auf dein Höhepunkt des Inflationstaumels, über Devisen verfügte, über Dollars, Tschechenkronen, holländische Gulden, ja offenbar auch über französische Franken”, schreibt Görlitz in “Geldgeher der Macht”. Von den 1923 höchstens 100.000 eingeschriebenen NSDAP-Mitgliedern hat Hitler jenes Kapital ganz sicherlich nicht, das es ihm schon damals erlaubt, – noch ehe er im Gefängnis Landsberg “Schriftsteller” wird (Mein Kampf) und Interviews an die Hearst-Blätter verkauft – einen beträchtlichen Aufwand zu treiben und zu finanzieren:

“Seine Anhänger reisen in Extrazügen. Er hat einen großen Stab, hält Felddienstübungen ab, überfällt benachbarte Städte, rüstet Strafexpeditionen aus. Lauter Dinge, die ohne beträchtliche Gelder unmöglich wären. Unmöglich ist, dass diese Ausgaben der Partei von Beiträgen der Mitglieder aufgebracht werden können. Hitler besitzt eine riesige Plakat- und Flugblattpropaganda. Manche Angehörige der Sturmtrupps widmen sich ausschließlich der Partei, fahren die ganze Zeit zu Agitationen im Land herum”.20

Fritz Thyssen – der ergebene Gönner – 1923

Fritz ThayssenHitlers frühester, treuester und freigebigster Förderer unter den deutschen Industriellen ist jedoch der schon erwähnte Fritz Thyssen, einer der bekanntesten und reichsten Männer des deutschen Reichs, dessen Name als Inbegriff der Schwerindustrie gilt. Thyssen lernt Hitler im Jahre 1923 kennen. Als Vermittler dient dabei General Ludendorff, der ihm Hitler als einzigen Hoffnungsträger für Deutschland anpreist. Thyssen ist von Hitler so beeindruckt, daß er ihm 100.000 Goldmark spendet – in Zeiten der Hyperinflation eine Riesensumme.

Im Jahre 1928, als Hitler Geld für eine neue, pompöse Parteizentrale in München benötigt, greift Thyssen wieder tief in den Geldbeutel und spendet 300- bis 400.000 Mark. Die Spende tarnt er als Kredit, welchen er über die holländische Bank “Voor Handel en Scheepvaart N. V” in Rotterdam abwickelt. Die Nazis bezahlen nie etwas zurück.

Von da an wirbt Thyssen für die NSDAP mit Hingabe und Verve (Begeisterung). Er tritt bei politischen Veranstaltungen auf, versucht andere Wirtschaftsmagnaten in kleiner Runde zu überzeugen, steht mit Geld und seinem prominenten Namen für das Volksbegehren gegen den Young-Plan ein. Weiterhin läßt Thyssen im Umkreis Hitlers mal da 50.000, mal dort 100.000 Mark springen.

Eine seiner “größten” Taten ist jedoch, daß er den äußerst exklusiven Zirkel der “Ruhrlade”, dem zwölf einflussreiche und finanzkräftige Industrielle angehören, überreden kann, einen politischen Fonds aufzulegen, aus dem Parteien und einzelne Politiker alimentiert werden. Die Summen sind beträchtlich, schwanken zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Mark jährlich.25

Anfänglich fließen die Gelder in bürgerliche und rechte Parteien. Nach dem Wahlerfolg der NSDAP im September 1930 schafft es Thyssen gegen anfängliche Skepsis und Widerstand der Wirtschaftsführer, die “Ruhrlade”-Mitglieder davon zu überzeugen, daß man den “vernünftigen” Nationalsozialisten unter die Arme greifen sollte, indem man die NSDAP von den Wirtschaftsspenden abhängig mache – daraufhin fließen die Gelder.

Thyssen rührt immer stärker die Werbetrommel für die NSDAP. Für den 27. Januar 1932 lädt er Hitler ein, vor dem “Industrieklub” in Düsseldorf zu sprechen, dem die Elite der “Ruhr-Barone”, der Banken, Verleger und Wirtschaftsjuristen angehört. Der Abend wird ein riesiger Erfolg. Hitlers Pressechef kommentierte: “Das Eis war gebrochen, der nationalsozialistische Gedanke hatte in wichtigen und einflußreichen Kreisen des Systems fruchtbaren Boden gefunden”. Thyssen selbst gibt später zu Protokoll: “Die Rede machte auf die versammelten Industriellen einen tiefen Eindruck und in der Folge floß eine Reihe großer Beiträge aus den Quellen der Schwerindustrie in die Kasse der Nationalsozialistischen Partei.”

Damit hat sich der Wind für die Nazis endgültig gedreht: Die Wirtschaftselite Deutschlands läßt die braunen Rabauken nicht länger in der Ecke stehen. Um deren Unterstützung zu erringen, schreckte Hitler nicht davor zurück, Kreide zu fressen: Auch diesmal verzichtet er auf seine bewährten Kampfparolen für die Massen, wie die Auflehnung gegen die Zinsknechtschaft, das Diktat des Staates über die Firmen oder die Enteignung einzelner Wirtschaftszweige. Auch seine Abneigung gegen die Juden thematisiert er nicht. Statt dessen geht er geschickt auf die Sorgen und Nöte der Wirtschaftskapitäne ein und vermeidet peinlichst den Eindruck eines Radikalen oder politischen Eiferers.

Thyssen lobbyiert weiterhin für Hitler und spendet nach eigener Einschätzung insgesamt etwa eine Million Mark. Hitler dankt es ihm später dadurch, daß er Thyssen, der viel zu spät die wahre Natur Hitlers erkennt und sich entsetzt von ihm abwendet, Anfang Januar 1941 in die Irrenanstalt in Neubabelsberg bei Potsdam einwiesen läßt, zusammen mit seiner Frau. Die späteren Kriegsjahre verbringt das Ehepaar Thyssen dann in den Konzentrationslagern von Sachsenhausen, Buchenwald und Dachau.

Kontakte zu den besseren Kreisen – Emil Kirdorf – 1927

Emil Kirdorf Einer der “Paten” Hitlers für den Zugang zu den sogenannt besseren Kreisen ist Emil Kirdorf (Bild links), ein fast 80jähriger Kohlemagnat (der während 54 Jahren Vorstandsvorsitzender der Gelsenkirchener Bergwerks-Aktiengesellschaft gewesen war und bei der Gründung des mächtigen Rheinisch- Westfälischen Kohle-Syndikats mitgewirkt hatte). Aufgrund seiner einflußreichen Stellung und feudalistischen Auffassung von Arbeitshierarchie nennt man ihn nur den “Schlotbaron”.

Buchautor Henry Ashby Turner attestiert Kirdorf, “den künftigen Diktator während seines Aufstiegs zur Macht in den Augen von Millionen Deutschen gesellschaftsfähig” gemacht zu haben. Durch sein öffentliches Eintreten für die Nazis und seine finanzielle Unterstützung “half er dem Führer unermesslich”.21

1926 sucht Hitler den Kontakt zu Industriellenkreisen. Er buhlt um deren Einfluss und, noch wichtiger, deren Geld. “Schon eine einzige Spende, die für Wirtschaftsführer nur ein Taschengeld bedeutet, kann der niederliegenden Nazipartei flugs wieder auf die Beine helfen, nachdem das zeitweilige NSDAP-Verbot die Quellen hat versiegen lassen”, schreibt Wolfgang Zdral.

Hitler tritt im Herbst 1927 in mehreren privaten Zirkeln vor Wirtschaftsführern auf und erläutert seine Ziele. Bei einem dieser Treffen in Essen hört Kirdorf den Propagandisten zum ersten Mal und ist ergriffen. So sehr, daß er im August 1927 als erster Industrieller NSDAP-Mitglied wird. Sein Streben geht nun dahin, “ihn in dem nächsten Monat mit einigen führenden Personen diesseitiger Industrie” zusammenzubringen. “Gelingt es mir, ihm in diesen Kreisen Anhänger zu gewinnen, so wird meine Hoffnung auf Rettung des Vaterlandes Stärkung erfahren”.23

Auch seine private Geldschatulle öffnet Kirdorf. Einmal springt er ein, als Hitler wegen eines ungedeckten Schecks von 40.000 Mark schon den Selbstmord erwägt. Insgesamt spendet Kirdorf etwa 100.000 Mark. Viel wichtiger ist jedoch, daß Kirdorf Hitler einlädt, seine Gedanken zu Ökonomie und Unternehmertum niederzuschreiben, damit er diese diskret unter seinen Freunden und Bekannten verteilen kann. Dies tut Hitler nur zu gern, und es ist zu seinem Glück, dass das Blättchen geheim und unter der Hand weiterverteilt wird, denn die Inhalte weichen gar stark von der Polemik ab, mit der er das gemeine Volk zu gewinnen trachtet, und sie unterscheiden sich auch von dem, was er in “Mein Kampf” als seine Weltanschauung verkündet.

Erst im Frühjahr 1966 taucht ein Exemplar des Pamphlets wieder auf und offenbart, dass Hitler sich darin weder – wie sonst üblich – für Enteignungen ausspricht noch gegen die Zinsknechtschaft oder gegen die Juden wettert; letzteres Thema erwähnt er nur einmal im Zusammenhang mit dem “internationalen Juden” und dem Marxismus. Ganz offensichtlich sucht er seinen potentiellen Geldgebern zu gefallen.

Kirdorf tritt allerdings im August 1928 wieder aus der NSDAP aus, weil die NS-Zeitung “Die neue Front” einen bösen Artikel über das Rheinisch- Westfälische Kohlesyndikat publiziert hat, das er als seinen größten Lebenserfolg betrachtet. Seiner Bewunderung für und seinem Kontakt zu Hitler tut dies jedoch keinen Abbruch, und nach Hitlers Machtergreifung bittet er um Wiederaufnahme in die Partei.

Die Folgen seines Wirkens im Hintergrund waren in der Zwischenzeit immerhin rund 500.000 bis 600.000 Reichsmark, welche die Bergbauindustrie auf regelmäßiger Basis nach den Wahlen von 1930 an die NSDAP zahlte.24
1929-1933: Hitler wird als künftige Macht im Staate aufgebaut

Ende der Zwanziger Jahre herrscht in den Kreisen der deutschen Arbeitslosen Kriegsstimmung. Man will Krieg gegen die internationale Hochfinanz und Krieg gegen den Osten. Diese Stimmung ist Hitlers erste große Chance. Von nur 0,8 Millionen Stimmen in der Wahl des Jahres 1928 wachsen die NS-Stimmen 1930 auf 6,3 – 1932 auf 13,7 und 1933 auf 17,2 Millionen an. In Wirklichkeit wollen die verzweifelten Menschen natürlich keinen Krieg, sondern ein Recht auf Arbeit. Und sie sind bereit, gegen all jene anzutreten, die ihnen dieses Recht verweigern. Die Reichen beginnen sich zu fürchten. So unauffällig wie möglich pirschen sie sich an Hitler heran und bitten um Schutz…

Und der braucht ihr Geld dringend, denn trotz der vielen Spenden gibt die NSDAP immer viel mehr Geld aus, als hereinkommt. So gibt ein Steuerberater der NSDAP am 2. Januar 1933 beim Berliner Finanzamt zu Protokoll, die Partei sei nur unter Aufgabe ihrer Unabhängigkeit zur Zahlung ihrer Steuern in der Lage. Das zeigt, daß selbst Beiträge von über einer Million Mitgliedern nicht für die Bedürfnisse Hitlers ausreichen und nur zusätzliche Spenden aus der Wirtschaft die Finanznot zumindest lindem können.

Die Nationalsozialisten erscheinen manchen Exponenten der Hochfinanz gefährlicher als die Kommunisten, die ihrer Ansicht nach keine reelle Chance haben, in Deutschland an die Macht zu kommen. Doch wenn Hitler mit seinen Wählern aus dem verarmten Mittelstand den Kurs der Linken noch verstärkt, dann können sie gemeinsam die deutsche Hochfinanz erdrücken. Gefährdet sind vor allem die Bankiers, die Industriellen und die Grossgrundbesitzer. Deren Ziel ist deshalb klar: Der Linkskurs des Mittelstandes muss verhindert werden.

Hitler ist Realpolitiker, er will vor allem die Macht. Also muß man Hitler die Macht zwar übergeben, ihn jedoch so binden, daß er sie nicht zum Nachteil seiner Geldgeber verwenden kann. Eine Rechnung, die – siehe Thyssen – für die reichen Herren nur zum Teil aufgeht.

Ende der 20er Jahre beginnen die Parteispenden plötzlich üppiger zu fließen. 1929 etwa richtet der damalige deutsche Pressezar Alfred Hugenberg einen Bittbrief an dreitausend Millionäre in den USA. Er beschwört das Chaos, das Deutschland drohe und malt in düsteren Farben die Gefahr eines Krieges mit der Sowjetunion an die Wand. Es sei unumgänglich, dass Deutschland für einen Krieg aufrüste, und die einzige Partei, die zur Aufrüstung bereit sei, sei Hitlers NSDAP.

Die Weltwirtschaftskrise 1929

Den amerikanischen Großindustriellen und Bankiers ist zu jener Zeit klar, daß Amerika eine Wirtschaftskrise bevorsteht. Nach dem Ersten Weltkrieg war Amerika zum reichsten Land der Erde avanciert und die amerikanische Wirtschaft wuchs unaufhörlich, nicht zuletzt dank der vom Krieg ruinierten europäischen Staaten, die gar nicht anders konnten, als zunächst bei “Onkel Sam” einzukaufen – selbstverständlich mit amerikanischen Krediten, denn doppelt und dreifach verdient hält einfach besser.

Bald überstieg jedoch das Produktionsvolumen der USA die Nachfrage. Die europäischen Länder hatten selbst die Produktion wieder aufgenommen, und so blieb Amerika schließlich auf seinen Waren sitzen. Russland belieferte die Europäer mit günstigem Getreide, und die amerikanischen Landwirte konnten ihre Kredite für die überzogenen Investitionen nicht mehr zurückzahlen. Spätestens Mitte der zwanziger Jahre ist einigen illuminierten Köpfen klar, dass die Blase dieser übersteigerten Wirtschaft bald einmal platzen würde.

Und vorausblickend, wie solch illuminierte Geister nun mal sind, nehmen sie das Schicksal, das wie ein Damoklesschwert über der amerikanischen Wirtschaft hängt, in ihre Hände und blasen erst noch tüchtig den Aktienmarkt künstlich auf, auf dass er wuchere wie ein Krebsgeschwür.

So dauert es nicht lange, bis das Volk nahezu alle seine Ersparnisse in überbezahlte Wertpapiere gesteckt hat. Um die europäischen Länder an die Goldkandare zu bekommen, beginnt die Federal Reserve Bank schließlich, amerikanisches Gold im Wert von 500 Millionen Dollar nach Europa, und da vor allem nach England zu transferieren.

Am 9. August 1929 ist es soweit: Die Federal Reserve Bank erhöht den Diskontsatz und zweieinhalb Monate später, am 24. Oktober 1929, platzt die Blase: Schwarzer Freitag. E. R. Carmin bemerkt bissig: “Binnen kürzester Zeit waren an die 160 Milliarden Dollar an Wertpapieren futsch (der ganze Zweite Weltkrieg – kostete die USA “bloß” 200 Milliarden). Das heißt: Das Geld war natürlich nicht einfach futsch, vornehm ausgedrückt hatte das Volksvermögen mal eben die Besitzer gewechselt.”

1930 bis 1933 – 150 Millionen Mark aus dem Ausland?

Dies also die Stimmung, in welcher der Brief des Deutschen Hugenberg die amerikanischen Millionäre erreicht. Dr. Gelpke, ein Mitarbeiter des damaligen preußischen Staatssekretärs Dr. Abegg, erinnert sich später: “Die Sowjetunion war damals noch sehr schwach. Niemand dachte an Krieg, wohl aber sahen einige tüchtige Geschäftsleute voraus, dass eine Krise zu erwarten war.” Was kann man dagegen tun? Die Schwerindustriellen denken natürlich zuerst an ihr bestes Geschäft: die Aufrüstung. Um aber die Aufrüstung durchzusetzen, müssen die nicht am Rüstungsgeschäft interessierten Reichskanzler Müller, Brüning und Schleicher, sowie die sozialistische Regierung Preußens (SPD, Zentrum und DDP – Ministerpräsident = Otto Braun, Sozialdemokrat) gestürzt werden. Dazu braucht man einen Strohmann und einen Demagogen, der das Volk anzog. Dieser Mann ist Adolf Hitler.

Die ersten Millionen aus dem Ausland rollen kurz vor dem unerwarteten Wahlsieg Hitlers von 1930 und rollen weiter bis zu Hitlers Machtantritt Ende Januar 1933. Der Staatssekretär des preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun Dr. jur. Wilhelm Abegg schätzt sie auf rund 150 Millionen Mark. Sein Mitarbeiter Gelpke schreibt: “Doch die ganze Wahrheit kann kein Zeuge veröffentlichen, weil er weiß, dass er früher oder später das Opfer einer Clique von ungekrönten Königen würde. Als Rechtsanwalt und Revisor hatte ich für Finanzkreise Beteiligungen im In- und Ausland, insbesondere den Zahlungsverkehr Schweiz-Deutschland zu kontrollieren. Auch bei einer Waffenfabrik. Ich wusste, dass die SA und die SS einen großen Teil der Waffen nicht von der Reichswehr, sondern vom Ausland erhielten.”

Gelpke fährt fort: “Nach dem unerwarteten Wahlsieg Hitlers vom 14. September 1930 sah sich nun Dr. Abegg veranlasst, den ausländischen Finanzquellen Hitlers nachzuforschen. Er ließ unter anderem auch das Hotel Adlon, Berlin, daraufhin beobachten, ob hier zwischen Hitler und amerikanischen Finanzleuten Besprechungen stattfinden.” Dazu habe man die Gäste-Anmeldungslisten durchforstet. “Diese Recherchen verliefen positiv. Es fanden in den Jahren 1929/1933 im Hotel Adlon, Berlin, Verhandlungen über die Finanzierung Hitlers statt. Auf amerikanischer Seite waren eingeweiht: Bankier Warburg, als Treuhänder des New Yorker Bankhauses Kuhn, Loeb & Cie., sowie eine Gruppe der amerikanischen Ölfinanz. Auf deutscher Seite haben an den Verhandlungen teilgenommen: Hitler, Göring, Gregor Strasser, von Heydt, ein Berliner Rechtsanwalt von Loewenfeld”.

Hierzu gilt es anzufügen, daß diese Informationen wohl in einigen Büchern auftauchen, nicht jedoch beim Primärquellenforscher Antony Sutton. Dies gilt auch für die folgenden Sätze.

“Staatssekretär Abegg verschaffte sich eine Abschrift von Hitlers Budget für Partei, SA und SS. Er stellte fest, daß Hitler neben der Parteikasse noch über einen Geheimfonds verfügte. Im Sommer 1930 stellte die preußische Polizei fest, dass die Mitgliederbeiträge der NSDAP, sowie die Beiträge aus der deutschen Industrie stark zurückgingen. Trotzdem war Hitler im Hinblick auf die Septemberwahlen 1930 in der Lage, mit einem bisher in Deutschland unbekannten Aufwand Wahl-Propaganda zu machen. Dieses Geld konnte nur aus dem Ausland, insbesondere den USA, stammen.”

Diese Aussagen stützen sich auf ein angebliches Dokument der badisch- württembergischen “Deutschen Gemeinschaft”, welche es im Jahre 1950 veröffentlichte. Die Gemeinschaft habe aufgrund stichhaltiger Unterlagen den daraufhin gegen sie geführten Prozess gewonnen, was sich jedoch nicht verifizieren (nachprüfen) lässt.

Ende 1931 soll der preußische Staatssekretär Dr. Abegg von Minister Severing den Auftrag erhalten haben, das Vorleben Hitlers, sowie dessen ausländische Finanzquellen abzuklären. Offenbar ging es darum, Hitler, der damals noch nicht deutscher Staatsbürger war, auszuweisen oder ihn vor Gericht zu stellen. In diese Pläne sollen Reichskanzler Brüning, General von Schleicher und später auch der adlige Minister ohne Geschäftsbereich Hans Schlange-Schöningen (DNVP = Deutsch-Nationale-Volks-Partei), der sich später dem Widerstand gegen Hitler anschloss und ein Herr Passarge eingeweiht gewesen sein.

Angeblich observierte die Polizei einen Möbelwagen, der ständig in Deutschland unterwegs war und in dem sich Hitlers Privatarchiv befunden haben soll. Es habe die Bankunterlagen Hitlers der Jahre 1929 und 1931 enthalten. Dieser habe einen Geheimfonds unterhalten, über den nur er verfügen konnte. “Das Ergebnis unserer Untersuchungen war für Hitler derart belastend, dass, wenn das Material dem Reichspräsidenten unterbreitet worden wäre, der Präsident keine andere Wahl gehabt hätte, als Hitler vor Gericht zu stellen”.

So die nicht verbürgte Aussage des Archivars des ehemaligen Zürcher Abegg-Archivs, der anfügte: “Es scheint, daß Hitler eine Ahnung hatte, was geplant war. Jedenfalls ließ er im Frühjahr 1933, als Dr. Abegg nach der Schweiz verreist war, in der Berliner Wohnung von Dr. Abegg durch die SS eine Hausdurchsuchung machen, wobei das Dossier Hitler beschlagnahmt wurde. Etwa ein Jahr später, anlässlich des Röhm-Putsches, erhielt die SS den Auftrag, bei General von Schleicher eine Hausdurchsuchung zu machen, und das Doppel des Dossiers Hitler zu beschlagnahmen. Bei diesem Anlass sind sowohl General Schleicher als auch seine Ehefrau ermordet worden.”

Ausländische Geldgeber in Spendierlaune – Royal Dutch Shell – 1921

Auf seiner Spurensuche ist Professor Antony Sutton auf einige weitere Namen gestoßen. Schon 1925 habe die Familie des Großindustriellen Hugo Stinnes Geld gespendet, um die Nazi-Wochenzeitung Völkischer Beobachter in eine Tagespublikation umzuwandeln. Anfang der Dreißiger Jahre finden einige Treffen zwischen Hitler (oder dessen Repräsentanten Hjalmar Schacht und/oder Rudolf Hess) und deutschen Industriellen statt. “Der kritische Punkt liegt in der Tatsache, daß die deutschen Industriellen, welche Hitler finanzierten, vorwiegend Direktoren von Kartellen mit amerikanischer Beteiligung oder Eignerschaft waren. Im großen ganzen waren Hitlers Geldgeber weder Firmen ausschließlich deutschen Ursprungs noch Repräsentanten deutscher Familienunternehmen.

Mit Ausnahme von Thyssen und Kirdorf waren es die deutschen multinationalen Unternehmen beispielsweise die IG Farben, AEG., DAPAG (Deutsche Amerikanische Petroleum AG), etc. Diese Konzerne hatte man durch amerikanische Anleihen in den 20er Jahren geschaffen. Sie wurden in den frühen 30er Jahren von amerikanischen Direktoren geführt und besaßen eine starke amerikanische Finanzbeteiligung.”

Bislang keine Erwähnung gefunden hat ein weiterer bekannter Name: Royal Dutch Shell (identisch mit Shell), die große Konkurrentin von Rockefellers Standard Oil auf dem Erdölmarkt der 20er und 30er Jahre. Ihr Chef, Sir Henri Deterding, soll Hitler, laut weit verbreiteten Gerüchten, kräftig mit persönlichem Geld finanziert haben.

Deterding-Biograph Glyn Roberts schreibt in “The most powerful man in the world”, daß Deterding schon 1921 von Hitler beeindruckt gewesen sei und ihm schon in jenen frühen Tagen durch den Agenten George Bell vier Millionen Gulden gespendet habe. Roberts berichtet auch, George Bell habe als Repräsentant von Hitler und Deterding 1931 an Treffen (rechtsradikaler) ukrainischer Patrioten in Paris teilgenommen. Deterding soll den Nazis große Summen gespendet haben, mit dem Gedanken, daß ihm dies zu einer besseren Position auf dem deutschen Ölmarkt verhelfen würde. Man sprach von Beträgen bis zu 55 Millionen Pfund.

Antony Sutton gelang es jedoch nicht, konkrete Belege für diese Gerüchte zu finden – obwohl Deterding seit nunmehr über achtzig Jahren im Verdacht steht, er habe die Nazis finanziert. Immerhin verlegte er seinen Wohnsitz nach Nazi-Deutschland, wo er seinen Anteil am deutschen Ölmarkt tatsächlich ausbauen konnte.

Nicht gesichert sind auch Anschuldigungen, die schon am 11. Januar 1932 erhoben wurden: dass nämlich die französische Waffenfabrik Schneider-Creuzot Hitler finanziert habe.27 Paul Fauré äußerte damals in der französischen Zeitung Le Journal, Hitler habe 300.000 Schweizer Goldfranken erhalten. Allerdings konnte Sutton dies nicht verifizieren.

Kurz vor der Machtübernahme 1932 fast am Ende

Im Mai 1932 findet das sogenannte “Kaiserhof Meeting” zwischen Schmitz von der IG Farben, Max Ilgner von der Amerikanischen IG Farben, Kiep von der Hamburg-Amerika-Linie und Diem vom Deutschen Pottasche- (oder Kaliumkarbonat)-Trust statt. An diesem Treffen werden über 500.000 Reichsmark aufgebracht und zugunsten von Rudolf Hess an die Deutsche Bank überwiesen. Am 31. Juli 1932 erhält die NSDAP bei den Wahlen 13,8 Millionen Stimmen und ist damit die stärkste Partei. Dennoch war es nicht einfach gegeben, daß Hitler Reichskanzler werden musste – mit all den fatalen Folgen.

Heinrich BrüningAuch E. R. Carmin urteilt: “Hitlers Aufstieg zur Macht war weder schicksalhaft noch unaufhaltsam”. Noch 1932 hätte man strafrechtlich gegen Hitler und die Nazis vorgehen können, wäre da nicht der Reichskanzler Heinrich Brüning von der Zentrumspartei (Bild links) gewesen, der 1947 in einem Brief an den Herausgeber der Deutschen Rundschau schrieb: “Das Finanzieren der Nazipartei, teilweise durch Menschen, von denen man es am wenigsten erwartet hätte, dass sie sie unterstützen würden, ist ein Kapitel für sich. Ich habe niemals öffentlich darüber gesprochen, aber im Interesse Deutschlands könnte es notwendig sein, es zu tun und aufzudecken, wie dieselben Bankiers im Herbst 1931 den amerikanischen Botschafter Sackett gegen meine Regierung zugunsten der Nazipartei zu beeinflussen suchten.

Einer der Hauptfaktoren bei Hitlers Aufstieg, den ich nur im Vorübergehen erwähnt habe, war die Tatsache, dass er große Geldsummen von fremden Ländern 1923 und später empfing und gut für die Sabotage des passiven Widerstandes im Ruhrgebiet bezahlt wurde. In späteren Jahren wurde er bezahlt, um Unruhen hervorzurufen und revolutionäre Tendenzen in Deutschland zu ermutigen – von Männern, die sich einbildeten, dass dies Deutschland schwächen könnte und das Bestehenbleiben irgendeiner verfassungsmäßigen zentralen Regierung unmöglich machen würde. Diejenigen, die so lange versucht haben, diese Tatsachen zu unterdrücken täuschen sich, wenn sie glauben, dass sie dies auf Dauer tun könnten.”28

Brünings Einsicht kam etwas spät, hatte er doch eigenhändig im Jahre 1932 einen Teil des ihm vom preußischen Ministerpräsidenten Braun vorgelegten Beweismaterials vernichten lassen, das die NSDAP als “staats- und republikfeindliche, hochverräterische Verbindung” brandmarkte, wodurch Brüning die vermutlich letzte Möglichkeit sabotierte, strafrechtlich gegen Hitler und die Nazis vorzugehen. Man erinnere sich: Bis zu seiner “totalen” Machtübernahme hatte Hitler niemals die Mehrheit des deutschen Stimmvolks hinter sich; sein bestes Resultat belief sich auf einen Wähleranteil von 37 Prozent!

Wie E. R. Carmin es herausstreicht, hat Hitler “nicht an der Spitze einer revolutionären Massenbewegung die Macht ergriffen, sondern er ist vielmehr durch Hintertreppen-Intrigen zum Reichskanzler ernannt worden, und zwar zu einem Zeitpunkt, als seine politische Bewegung bereits ihren Gipfelpunkt überschritten hatte und die wirtschaftlichen und politischen Faktoren, die seinen Aufstieg begünstigt hatten, bereits schwanden. In der Partei herrschte Zwietracht, und Hitler spielte Ende 1932 sogar mit dem Gedanken, sein Leben mit einer Kugel zu beenden”.

In dieser Zeit, da Hitler genauso gut auch wieder hätte untergehen können, erhält er die großzügigsten Summen vom Großkapital. “Es gibt unwiderlegbare dokumentarische Beweise für eine weitere Rolle der internationalen Bankiers und Industriellen bei der Finanzierung der Nazipartei und der Volkspartei für die Wahlen im März 1933″, schreibt Antony Sutton. “Die Gesamtsumme von drei Millionen Reichsmark wurde von prominenten Firmen und Geschäftsleuten bezahlt, welche passenderweise über ein Konto der Delbrück Schickler Bank gewaschen und dann in die Hände von Rudolf Hess übergeben wurde – zur Verfügung Hitlers und dessen NSDAP.” Dieses Spendengeld-Treffen hatte am 20. Februar 1933 im Heim von Göring stattgefunden, welcher damals Reichstagspräsident war.

Nur eine Woche später, am 27. Februar 1933, brennt der Reichstag. Ein Tunnel gewährt den Brandstiftern Zugang zum Reichstag, und dieser beginnt just in jenem Haus, in dem sich ein alter Hitler-Spezi und Geldbeschaffer namens Ernst “Putzi” Hanfstaengl aufhält. Das Reichstagsfeuer selbst wird schließlich von Hitler als Vorwand benutzt, um die konstitutionellen Rechte abzuschaffen und via Ermächtigungsgesetz die absolute Macht zu übernehmen.
Dr. Ernst Hufstaengl

Hanfstaengl Dr. Ernst Hanfstaengl, auch “Putzi” genannt, (Bild links) war der Sohn eines Münchener Kunsthändlers, der seine Jugend in den USA verbrachte. Hanfstaengl selber war ebenfalls Kunsthändler und Pianist. In den USA gehörte zu den unmittelbaren Bekannten der einflussreichen Roosevelt-Familie. Hanfstaengl hatte in Harvard studiert und spielte als vollendeter Pianist für Theodore und Franklin Roosevelt, für Winston Churchill und auch für Hitler. Hitler hatte ja ebenfalls eine künstlerische Ader. Schliesslich wollte er einst Malerei studieren und war ein begeisterter Anhänger der Musik Richard Wagners.

Bild von Adolf Hitler Links übrigens eine Zeichnung von Hitler. Hanfstaengl, einst ein persönlicher Freund Hitlers, führte Hitler 1922 in die Münchener Gesellschaft ein. Hanfstaengl wurde 1931 Leiter der NSDAP Auslandspresse und blieb es bis 1933. Enttäuscht von Hitler ging er 1937 nach England und anschliessend in die Vereinigten Staaten. Während des 2. Weltkrieges wurde er Berater Roosevelt’s und der Hearst Presse. 1946 kehrte er nach Deutschland zurück und lebte bis zu seinem Tode in München.

1 Adolf Hitler, Mein Kampf. S. 241
2 Ian Kershaw: Hitler 1889-1936, Stuttgart 1998, S. 376
3 Johannes Baur: Die russische Kolonie in München 1900-1945, 1990, S. 143
4 ebd., S. 226
5 Kurt Ludecke: I knew Hitler, London 1938, S. 22/23
6 ebd., S. 133
7 Werner Maser: Der Sturm auf die Republik, Düsseldorf 1994,S.351
8 ebd. S. 401
9 James u. Suzanne Pool: Hitlers Wegbereiter zur Macht, 1979, S. 260 ff.
10 Saturday Evening Post vom 31.7.1941, in Pool, ebd., S. 443
11 Polizeiakte in: Ernst Deuerlein (Hrsg.): Der Hitler-Putsch, Stuttgart, S. 546
12 Faksimile in Ludecke: 1 knew Hitler, S. 176
13 James und Suzanne Pool: Hitlers Wegbereiter zur Macht, S.114/115
14 Der Young-Plan wurde am 18. März 1930 vom Deutschen Reichstag verabschiedet und trat am 17. Mai 1930 rückwirkend zum 1. September 1929 in Kraft. Er wurde von Hitler und der übrigen extremen Rechten (DNVP, Stahlhelm) heftig angegriffen und als Propagandaargument gegen das demokratische System der Weimarer Republik instrumentalisiert. Schon am 1. Juli 1931 (u. a. als Folge der Weltwirtschaftskrise) wurden die im Young-Plan vereinbarten Zahlungen gemäß dem Hoover-Moratorium eingestellt. Gemäß einem am 9. Juli 1932 während der in Lausanne tagenden Reparationskonferenz geschlossenen Abkommen wurde der Plan dann auch formell außer Kraft gesetzt.
15 James Stewart Martin, All Honorable Men, Boston Little Brown & Co., 1950
16 1956 fusionierten die Rockefeller Chase Bank und die Warburg Manhattan Bank zur Chase Manhattan Bank.
17 Elimination of German Resources, S.648.
18 Emil Julius Gumbei: Verschwörer, 1924, S.178.
19 Bd. 1, Zürich 1936, S. 253 ff.
20 Gumbel, aa.O., S. 24
21 Henry Ashby Turner jr.: “Faschismus und Kapitalismus in Deutschland”, 1972
22 Wolfgang Zdral: Der finanzierte Aufstieg des Adolf H,
23 Emil Kirdorf, Erinnerungen 1847-1930, Privatdruck, Düsseldorf ca. 1930
24 August Heinrichsbauer: Schwerindustrie und Politik, Essen 1948, S.39 ff.
25 Henry Turner: Faschismus und Kapitalismus in Deutschland, Göttingen 1972
26 Glyn Roberts, The Most Powerful Man in the World, 1938, S. 322
27 Chambre des Députés – Debats, 11. Februar 1932, pp. 496-500
28 Brüning in einem Brief an Dr. Rudolf Pechel, Deutsche Rundschau, 7, 1947
32 Henry Ford
33 Lothar Machtan: Hitlers Geheimnis – Hitler war homosexuell
34 Lothar Machtan verteidigt seine These von der Homosexualität Hitlers
35 Ian Kershaw: Der gerade Weg – Zweifelhafte Zeugen
36 Döllersheim
37 Hitlers Stammbaum
38 Rezensionen zum Buch “Das schwarze Reich” von E. R. Carmin
39 Hjalmar Schacht
40 Anklagepunkte im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess
41 James Stewart Martin: All honorable men – Onlinebuch zum Herunterladen
42 Ermittlungen gegen die Deutsche Bank 1946/47
43 Adolf Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft
44 John D. Rockefeller
45 Das Ludlow-Massaker von 1914
46 Karlheinz Deschner: Der Molloch – Leseprobe
47 Der Freistaat Bayern – Ereignisse 1918 – 1933
48 Ruhrbesetzung 1923
49 Die Ruhrbesetzung

Kommentar: Die Zahlen sind links zu den jeweiligen Berichten – einfach anklicken.

Quelle/Gesamter Text/Weiterführende Links: sauber.50webs.com

Fluor – wie aus einem Gift ein Medikament wurde

Freitag, den 1. August 2014

(Aus aktuellem Anlass hier ein Artikel aus dem Jahr 2008)

Geschichtliche Entwicklung der Fluoridierung

aus: “Vorsicht Fluor”, von Dr. med. M.O. Bruker und Rudolf Ziegelbecker, emu-Verlag, ISBN 3-89189-013-3

Die seit mehr als 30 Jahren umkämpfte Fluoridierung (Trinkwasser, Tabletten, Zahnpasten, Speisesalz) ist nicht das Ergebnis medizinischer Forschung, sondern der Interessengemeinschaft verschiedener Industriezweige. Allen voran die Zuckerindustrie, die ein Mittel suchte, die Zahnkaries zu verhüten, ohne den Zuckerkonsum herabzusetzen. Die weiteren Interessenten sind die fluorerzeugenden Industrien; davon Aluminium-, Stahl- und Phosphatindustrie in erster Linie (angeblich soll die Aluminiumindustrie seit den 60er Jahren infolge anderer Herstellungstechniken ausfallen) und die Pharma-Industrie, die mit der Drohung, die Anzeigen zu entziehen, Ärztezeitschriften an der Veröffentlichung kritischer Berichte zur Fluormedikation hindert.

Das gemeinsam geplante “Fluor-Prophylaxeprogramm”, das natürlich von offizieller Seite abgesegnet werden mußte, ist einer der massivsten Angriffe auf die Volksgesundheit in der medizinischen Geschichte.
Die eigentliche Fluor-Welle kommt aus den USA und hatte schon eine Reihe von Ländern erfaßt, bevor sie auch in der Bundesrepublik aufgenommen wurde.

So wurde die Propagandamaschine in Gang gesetzt

Dr. Harvey I. Petraborg, Aitkin Minn., USA, schreibt in einem Artikel “Die Trinkwasser-Fluor-dierung als gutes Geschäft?”: “Wenn eine Industrie auf Absatzschwierigkeiten stößt, kann sie sich, wie die Zeitschrift ,Life’ es beschrieben hat, an ein Institut, das Mellon-Institut in Pittsburg, wenden, um neue Absatzmöglichkeiten für ihre Produkte erforschen zu lassen. 1950 saßen die Aluminium- und Stahlindustrien Amerikas auf großen Mengen unabsetzbarer Fluorverbindungen. Eine Zeitlang konnten sie diese Abfälle loswerden, indem sie sie in Flüsse leiteten. Doch im Dezember 1950 wurde die Aluminiumindustrie nach einem großen Fischsterben, entstanden durch Natriumfluroid im Columbiafluß, zu einer hohen Strafe verurteilt. Sie mußte neue Verwendungen für ihre Fluoridabfälle finden, die sich täglich häuften. Ein Teil davon ließ sich für Ratten- und Insektenvertilgung absetzen; aber das war wenig und löste das Problem nicht.

Es wurde daher ein Mann des erwähnten Mellon-Institutes, namens Gerald G. Cox, mit der Lösung des Fluorverwertungsproblems beauftragt. Er erinnerte sich, daß Fluor Zahnzerfall verhindern könne, und schlug eine entsprechende Verwendung der Fluoridabfälle vor. Um das zu verwirklichen, mußte er die wissenschaftliche Welt, in diesem Fall die Ärzte und Zahnärzte, davon überzeugen, daß Fluor für die Zähne gut und für die Gesundheit harmlos sei. Was man bis dahin in Fachkreisen an Tatsachen über die Wirkungen des Fluors wußte – Fluor war als eines der schwersten Gifte bekannt – mußte begraben werden, und es mußte dem Publikum beigebracht werden, Fluor sei kein Gift, sondern ein notwendiger Nährstoff.

Das gelang in der Tat. Cox hatte Beziehungen zu führenden Leuten in der Zahnärzteschaft und im Nationalen Forschungsrat (NRC). Diese Leute erhielten von der Industrie namhafte Forschungsbeiträge. Es kam tatsächlich so weit, daß das Fluor als ein Nährstoff deklariert wurde.

Das Food & Nutrition Board des Nationalen For-schungsrates akzeptierte die These, daß das Fluor ein notwendiger Stoff insbesondere für die Ernährung der Zähne sei, dies ungeachtet der Tatsache, daß Bevölkerungen mit vollgesunden Zähnen bekannt sind in Gegenden, wo Fluor aus der Natur stammend fast gar nicht gefunden wird.

Es war nicht schwer, auch den Nationalen Gesundheitsrat (PHS) für die Sache zu gewinnen, denn die zahnärztliche Abteilung desselben suchte seit langem nach Entdeckungen, die jenen in der Allge-memmedizin gleichkämen. Oscar Ewing, einer der Anwälte der Aluminium Company, war Direktor des Wohlfahrtsministeriums (Social Security) der USA und Leiter des Nationalen Gesundheitsdienstes (PHS). So gelang es leicht, den Fluoridierungsgedanken in die Tat umzusetzen und Geld für die Propagierung flüssig zu machen.

Wo es darum geht, für eine Neuerung die Zustimmung wissenschaftlicher Gremien und von Laienorganisationen zu bekommen, besteht der normale Weg dann, das Pro und Contra, das sich aus wissenschaftlichen Untersuchungsergebnissen ergibt, in Versammlungen und Fachjournalen zu diskutieren, bis die Auffassungen sich klären. Dieser Weg ist in diesem Falle umgangen worden.

Stattdessen wurden sogenannte Studienkomitees gebildet. Diese entstanden unter der Leitung von 1-2 Werbefachleuten, die die übrigen Komiteemitglieder einseitig mit Informationen ausschließlich zugunsten der Fluoridierung versahen und jene, welche Zweifel äußerten, als unzuständig, uninformiert und geschäftlich interessiert bezeichneten.

Keine dieser sehr vielen Körperschaften und Organisationen hat selbst wissenschaftliche Untersuchungen über die Wirksamkeit oder über die Unschädlichkeit des Fluors durchgeführt. Dieses Vorgehen erfüllte seinen Zweck so gut, daß eine Lage entstand, in welcher man für die Fluoridierung eintreten mußte, wenn man nicht sein Ansehen verlieren wollte. Beamte des Nationalen Gesundheitsdienstes saßen auch in führenden Stellungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und traten dort für die Fluoridierung ein. Sie erreichten, daß die WHO sich dafür erklärte, und das wurde zur Grundlage einer weltweiten Kampagne.

So wie die Tabakindustrie wissenschaftliche Untersuchungen für ihre Zwecke anregte und mit mehr als 7 Millionen Dollar Subventionen dotierte, um die Unschädlichkeit des Rauchens zu ,beweisen’, erhielten auch hier viele Wissenschaftler und Leiter wissenschaftlicher Körperschaften Forschungsgelder, um zu beweisen, daß die Fluoridierung unschädlich und gefahrlos ist.

Unser Zeitalter spaltet Atome, erforscht den Weltraum und gebiert Wundermittel. Das läßt leicht an die Möglichkeit glauben, daß auch der Zahnzerfall durch eine so einfache Maßnahme wie die Trinkwas
serfluoridierung verhütet werden könne. Es wäre ja auch gar zu schön, wenn das wahr wäre, und jedermann würde es nur zu gerne glauben. Sicher haben die Zeitumstände zu der triumphalen Annahme der Fluoridierungsidee beigetragen. Indem überdies die Spitzenleute der führenden Organisationen dafür gewonnen wurden, schlössen sich auch die übrigen Mitglieder jeweils deren Meinungen an und stellten die Sache gar nicht mehr in Frage. Das ging so zu, von oben bis unten, und allenthalben wurde eine Menge Aufklärungsmaterial zur Verfügung gestellt, worin von 65% Kariesreduktion, vom ,Nährstoff Fluorid’, von ,Fluormangel im Trinkwasser’, von ,Kontrollierter Fluoridierung’ usw. beharrlich die Rede war.

Alle diese Behauptungen aber sind unbewiesene Konstruktionen. Das Schlagwort ,unschädlich’ stützt sich auf einseitige Untersuchungen von McClure.
Das Schlagwort ,Nährstoff Fluorid’ hat keine wissenschaftliche Grundlage, und man kann nicht von Fluormangel im Trinkwasser reden. Dean hat schon 1936 gezeigt, daß Kinder schon bei einem Drittel der empfohlenen Fluorkonzentration gefleckte Zähne bekommen können, und ähnliches hat sich neuerdings bestätigt.

Das Schlagwort ,65% weniger Zahnfäule’ in den Versuchsstädten Newburgh und Grand Rapids ist endgültig widerlegt worden durch Forscher der Universität Melbourne u. a.

Das Schlagwort ,kontrollierte Fluoridierung’ trügt. Zwar kann dem Trinkwasser die sogenannte optimale Dosierung von 1 ppm zugefügt werden, aber die getrunkenen Wassermengen schwanken sehr stark von Person zu Person. In dem Augenblick, da das Fluorid im Wasser ist, hört die Kontrolle auf.

Die Art und Weise, wie es in Amerika zur Trinkwasserfluoridierung kam, ist in der Geschichte der Medizin ohne Parallele.”

Die Fluor-Entwicklung in der Bundesrepublik nach H. Schöhl.

“Aufsehenerregende Untersuchungen über den Schadfaktor Zucker in den 20er – 40er Jahren (Ganzheitsmedizi-nische Phase) alarmieren die Industrie, einerseits wegen drohender Absatzeinbußen an Zucker, andererseits lohnender Absatzmöglichkeiten der chemisch-pharmazeutischen Industrie an Fluorpräparaten und Beseitigung eines lästigen Abfallprodukts, nachdem Fluor als Medikament gegen Karies propagiert worden war. Besonders die Aluminiumindustrie sieht darin ein lukratives Geschäft für schädliche Stoffe, deren Beseitigung ihr Schwierig-keiten macht. Es wird ein Plan ausgearbeitet, wie das Produkt Fluor (im Englischen ,Fluoride’) eingeführt werden kann, nach marktstrategischen Gesichtspunkten, indem .Meinungsbildner’ der Zahnärzte gewonnen werden (das Papier wurde 1960 bekannt), angefangen beim staatlichen Gesundheitsdienst, Schriftleitern, Hochschullehrern, Verbänden.

Dieses Erfolgsrezept wurde in den 50er Jahren in die Bundesrepublik übertragen. Ende November 1953 gründete H. J. Schmidt die Arbeitsgemeinschaft für Fluorforschung und Kariesprophylaxe’ (ORCA) mit dem Ziel der Verbreitung der Fluormedikation und der Zeitschrift ,Caries Research’ (Editor König). Fördernde Mitglieder waren lt. Verzeichnis vorwiegend die Zucker-, Süßwaren- und Fluorindustrie.

1965 beschließt in Gießen in geheimer Sitzung eine Gruppe von Hochschullehrern, die Fluoridierung der öffentlichen Wasserversorgung (beschönigend ,Trinkwasserfluoridierung’ genannt) nach USA-Muster durchzusetzen.

Auf der Tagung der Deutschen Zahnärztegesellschaft (DGZMK) 1967 in Wiesbaden sprachen erstmalig ausschließlich befürwortende Referenten, annähernd die gleichen wie in der ORCA und IME. (IME = Informations-kreis Mundhygiene und Ernährungsverhalten, eine PR-Organisation der Zucker- und Ernährungsindustrie).

Professor Rheinwald (,Ich habe im letzten Augenblick davon erfahren’) im Auditorium war der einzige, der darauf entgegnen konnte, wurde aber sogleich von 3-4 Kollegen am Vorstandstisch niedergeredet.

Gleichzeitig wurden maßgebliche Schriftleiter für die Fluoridierung gewonnen, so Krönke (Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift), Drum (Quintessenz), Hartlmaier (Zahnärztliche Mitteilungen), der 1952 in seiner bekannt grobschläch-tigen Art auf die ,Fluoridisten’ schimpfte, 1963 in gleicher Weise auf die ,unbelehrbaren’ Fluorgegner (Heilsapostel, Fanatiker usw.).

Damit ist der Zeitraum, in der die Fluorlobby erfolgreich tätig war, eingegrenzt.

Am 29. 11. 1971 schreibt Professor E. Harndt: ,In unserer wissenschaftlichen Organisation, der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheil-kunde, wurde die positive Einstellung zur Trinkwasserfluoridierung durch Manipulation herbeigeführt, wobei die Masse der Anwesenden durch die Versammlungsleiter (Krönke, Naujoks) und durch die wirtschaftlichen Organisationen des Bundesverbandes gelenkt “wurde.’

Ab 1965 ist die zahnärztliche Fachpresse für kritische Arbeiten weitgehend geschlossen. Auch von den Hochschullehrern wagt keiner mehr, gegen die Fluoridierung aufzutreten. 1971 wird Gins, Schriftleiter der “Zahnärztlichen Welt’, von Naujoks gedroht, wenn er noch einen Beitrag von Schöhl brächte, würden die Hochschullehrer nicht mehr für ihn schreiben.

Bereits 1967 schließt der Bundesverband Deutscher Zahnärzte mit der Vereinigung Zucker ein Abkommen auf gegenseitige Unterstützung ab (ZM 20, 974 (1967) ,Süßes Gespräch’). In Veröffentlichungen der Tarnorganisat-ionen (JWT, Edu-Med-Pressedienst, Wissenschaftlicher Informationsdienst) der im Auftrag der Zuckerindustrie arbeitenden Werbeagentur Thompson arbeiten zahnärztliche Hochschullehrer mit. Die ,Prophylaxe-Trias’ wird geboren und 1983 von BDZ und Freiem Verband akzeptiert. Die Folgen dieser wirtschaftlich so erfolgreichen Taktik im Gesundheitswesen sind verheerend.

Für die Zahnärzte ab den 60er Studienjahrgängen ist die Fluoridierung zum Dogma geworden, das nicht mehr auf den Wahrheitsgehalt überprüft wird, obwohl sich die Grundlagen der Fluoridierung -mathematisch überprüfbare Statistiken – als gefälscht herausgestellt haben.

Die ärztliche Seite der Zahnmedizin stagniert auf dem Stand von vor hundert Jahren – der Millerschen Plaquestheorie von 1883, die Miller selbst in späteren Jahren abgelehnt hat – ungeachtet der wissenschaftlichen Ergebnisse betreffs des endogenen Faktors der Karies der 20er-50er Jahre.

Die Scheinprophylaxe der Karies verhindert eine kausale Behandlung der Krankheiten durch isolierte Kohlenhydrate einschließlich der Karies.”

Quelle/Gesamter Text: www.tolzin.de